Tienen

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Dieser Artikel behandelt die Stadt in Belgien; zu weiteren Bedeutungen siehe Thienen.
Tienen
Blason Tirlemont.svg Flag of Tienen.svg
Tienen (Flämisch-Brabant)
Tienen
Tienen
Staat Belgien
Region Flandern
Provinz Flämisch-Brabant
Bezirk Löwen
Koordinaten 50° 48′ N, 4° 56′ O50.8055555555564.9394444444444Koordinaten: 50° 48′ N, 4° 56′ O
Fläche 71,77 km²
Einwohner (Stand) 33.233 Einw. (1. Jan. 2013)
Bevölkerungsdichte 463 Einw./km²
Postleitzahl 3300
Vorwahl 016
Bürgermeister Marcel Logist (sp.a)
Adresse der
Kommunalverwaltung
Stad Tienen,
Grote Markt 27,
3300 Tienen
Webseite www.tienen.be

lblelslh

Tienen oder auch Thienen (französisch Tirlemont) ist eine Stadt und Gemeinde in der Provinz Flämisch-Brabant in Belgien. Die Gemeinde hat 33.233 Einwohner (Stand 1. Januar 2013). Ihre Gesamtfläche beträgt etwa 71,77 km².

Orte[Bearbeiten]

  • Die Stadt Tienen, wo sich die Gemeindeverwaltung befindet
  • Goetsenhoven (mit Militärflugplatz)
  • Hakendover
  • Oplinter
  • Kumtich
  • St.-Margriete-Houtem

Lage und Wirtschaft[Bearbeiten]

Tienen – Marktplatz mit Kirche Onze Lieve Vrouwe und Rathaus

Tienen liegt an der Autobahn E 40 und an der Eisenbahnstrecke BrüsselLüttich, etwa 20 Kilometer östlich von Löwen. Die innerbelgische französisch-niederländische Sprachgrenze befindet sich weniger als 10 Kilometer südlich der Stadt.

Der Tourismus ist zwar nicht unbedeutend, aber wichtiger sind die Industrie (Tienen hat unter anderem die größte Zuckerwürfelfabrik von Belgien), der Handel und der für ein regionales Zentrum typische Dienstleistungsbereich.

Der Konzern Photovoltech unterhält hier seine Fertigungsstätten für Solarzellen und Solarmodule. Die Robert Bosch GmbH hat an diesem Standort eine Fabrik für Scheibenwischer mit circa 1600 Mitarbeitern.[1]

Zudem ist dort der Konzern SESVanderHave als einer der weltweit größten Hersteller von Zuckerrübensaatgut tätig.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Region wurde in vorchristlicher Zeit von Kelten (Galliern) bewohnt. Regelmäßig werden in der Gemeinde archäologische Grabungen durchgeführt, die schon viele oft überraschende Funde brachten (zu sehen im Museum „Het Toreke“; siehe auch die Website der Stadt). Wahrscheinlich hat das uradelige Geschlecht der Freiherren von Thienen-Adlerflycht die Stadt um das Jahr 800 nach Christus begründet und beherrscht und sich so nach der Stadt benannt. Im 13. und 14. Jahrhundert war Tienen wichtig wegen der Lakenweberei. Nach 1500 ging ihre Wirtschaft jedoch bergab. Tienen wurde mehrmals von Kriegshandlungen heimgesucht, unter anderem einige Male im 16. Jahrhundert [2], 1635 (fast völlige Zerstörung) und 1914[3].

Am 13. Mai 1940, dem dritten Tag des Westfeldzugs, kam es zur 'Schlacht von Tirlemont': das deutsche XVI. Panzer-Korps (3. und 6. Panzer-Division) kämpfte gegen die die französische 2. und 3. Leichte Mechanisierte Division (DLM). Nach heftigen Kämpfen traten die Franzosen den Rückzug an. Beide Seiten verloren viele Panzer.

Wappen[Bearbeiten]

Beschreibung: Im blauen Schild ein silberner Balken. Als Schildhalter sind silberne Schafe auf einem grünen Podest mit je einer nach außen gerichteten Fahnen haltend, das Wappenbild auf dem Fahnentuch.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Viehmarkt und Sint-Germanuskerk

Kirchen[Bearbeiten]

  • Onze Lieve Vrouwe ten Poel (St. Maria am Teich): 1297 erbaut; 1357 in gotischem Stil neu gebaut; der Turm ist 70 Meter hoch und von weitem sichtbar; die Turmspitze und das Kirchenmobiliar sind in Barockstil gehalten.
  • St. Germanus-Kirche (1323) am Viehmarkt, dem ältesten Marktplatz der Stadt. Der Baustil ist zum Teil romanisch, zum Teil gotisch. Eint Glockenspiel aus dem Jahr 1723 und eine schöne Orgel, teilweise aus dem 17.Jahrhundert, gehören zur Ausstattung der Kirche.
  • Ruine der Paterskerk (Brüderkirche) des Beginenhofes in einer Parkanlage
  • Lambertikirche im Dorf Overlaar (romanisch)
  • St. Gilliskirche im Dorf Kumtich mit Vroenhoeve (Bauernhof „Fronhof“)
  • St. Genovevakirche im Dorf Oplinter (gotisch)
  • Kirche des Göttlichen Heilands, gotisch, 13. bis 18. Jahrhundert, im Dorf Hakendover
  • Kirche St. Odulphus im Dorf Bost

Museen[Bearbeiten]

  • Das Zuckermuseum
  • Das Historische Museum im ehemaligen Gefängnis „Het Toreke“ (Das Türmchen)
  • Das Museum des Puppentheaters

Sonstiges[Bearbeiten]

  • Das Denkmal der belgischen Gefallenen des 1. und 2. Weltkrieges bei der Ten Poel-Kirche
  • Eine Stadtwanderung durch die historische Altstadt lohnt sich: es gibt noch mehrere schöne alte Häuser, unter anderem beim ehemaligen Beginenhof

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bosch in Belgien
  2. Illustration von Frans Hogenberg von 1576: Nach dem die Hispanigsche Schär, Der Statt Aelst nun gar mechttig war, Seindt seie mitt all irer gewaltt, Auf Tienen gezogen gar baldt ... (Digitalisat)
  3. deutsche-digitale-bibliothek.de

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Tienen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien