Tierfilm

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Als Tierfilm bezeichnet man dokumentarische Filme über Tiere. Dabei wird meist das natürliche Verhalten einer oder mehrerer Tierarten dargestellt. Aufgrund des Fluchtverhaltens vieler Wildtiere wird dabei oftmals mit getarnten Kameraverstecken oder mit an Menschen gewöhnten Wildtieren gearbeitet. Aufgrund der weiten Filmmöglichkeiten und des dazu benötigten zoologischen und technischen Wissens spezialisieren sich die Tierfilmer meist auf bestimmte Gebiete innerhalb der Tierfilmsparte, wie zum Beispiel auf den Unterwasserfilm oder einzelne geografische Gebiete.

Der Tierfilm ist eine Untergattung des Dokumentarfilms und somit vom Tierspielfilm zu unterscheiden, der die Erlebnisse von bestimmten Tieren inszeniert und bei dem Schauspieler mitwirken, wie zum Beispiel Der Bär, Heimweh, Die Wildnis ruft, Zurück nach Hause – Die Unglaubliche Reise, Hogi's Family (2009), Der Fuchs und das Mädchen, Amy und die Wildgänse oder Free Willy.

Einteilung[Bearbeiten]

Einige Tierfilme wurden für das Kino produziert, wie Die Wüste lebt (1953), Wunder der Prärie (1954), Kein Platz für wilde Tiere (1956), Serengeti darf nicht sterben (1959), Herrscher des Urwalds (1959), Galapagos - Landung in Eden (1962), Die letzten Paradiese (1967), Europas Paradiese (1973), Mikrokosmos – Das Volk der Gräser (1996), Nomaden der Lüfte – Das Geheimnis der Zugvögel (2001), Die Reise der Pinguine (2005), Der weiße Planet (2006), Unsere Erde (2008), Unsere Ozeane (2010), Serengeti (2011), Russland - Im Reich der Tiger, Bären und Vulkane (2011).

Viele Tierdokumentationen sind als Sendereihe für das Fernsehen produziert worden, zu den aufwendigsten zählen Unser blauer Planet und Planet Erde, in Deutschland sind insbesondere die Reihen Expeditionen ins Tierreich und Tiere vor der Kamera bekannt. Größter Produzent von Tierfilmen ist die BBC.

Eine Sonderform des Tierfilms ist der zoologische Wissenschaftsfilm. Mit wissenschaftlichen Tierfilmen werden durch Spezialtechniken wie z. B. der Crittercam (einer am Tier befestigten Kamera), Zeitraffer- oder Zeitlupenaufnahmen Verhaltensweisen dokumentiert oder etwa sehr schnelle oder sehr langsame biologische Prozesse erfassbar gemacht. So können Beobachtungen und Forschungsergebnisse erzielt werden, die mit anderen Mitteln nicht zugänglich sind. Die „IWF Wissen und Medien“ in Göttingen war lange Produzent zoologischer Forschungsfilme und ist heute ein Archiv und Medienverlag für die Hochschulen und Institute, das solche Filme archiviert und zugänglich hält.

Tierfilmfestivals[Bearbeiten]

Die beiden bedeutendsten Tierfilmfestivals weltweit sind das „Wildscreen Festival“ in Bristol, England, und das „Jackson Hole Wildlife Film Festival“ im Grand Teton National Park, USA. Zu bekannteren europäischen Tierfilmfestivals zählen auch das „Grasduinen Natuurfilm Festival“ in Den Haag, Niederlande, und das „Trento Filmfestival“ in Trient, Italien.

Die größten internationalen Tier- und Naturfilmfestivals in Deutschland sind NaturVision (seit 2001) in Neuschönau, Nationalpark Bayerischer Wald, Green Screen (seit 2007) in Eckernförde an der Ostsee sowie das Darsser Naturfilmfestival (seit 2005) auf der Ostseehalbinsel Fischland-Darß-Zingst.

Bekannte Tier- und Naturfilme[Bearbeiten]

Bekannte Tierfilmer und Tierfilmproduzenten[Bearbeiten]


Literatur[Bearbeiten]

  • Gregg Mitman: Reel nature : America's romance with wildlife on film, Cambridge, Mass. [u.a.] : Harvard Univ. Press, 1999, Neuausgabe in der Reihe Weyerhaeuser Environmental Classics: Paperback (Second Edition), Combined Academic Publishers, 2009, ISBN 029598886X
  • Gabriele Teutloff: Sternstunden des Tierfilms. Verlag Tecklenborg, Steinfurt 2000, ISBN 3-92404487-2
  • Michael Bright: 100 Years of Wildlife. BBC Books, 2007. ISBN 978-1846073212
  • Tiere im Film : eine Menschheitsgeschichte der Moderne, hrsg. von Maren Möhring, Köln [u.a.] : Böhlau, 2009

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]