Tierwissenschaften

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Die Tierwissenschaften (Englisch: Animal science) ist eine interdisziplinäre Wissenschaft der Agrarwissenschaften und befasst sich mit der der Biologie der Tiere, die unter Obhut des Menschen stehen. Historisch gesehen, waren diese Tiere hauptsächlich Nutztiere, einschließlich Vieh und Pferde, heute schließt dies auch teilweise Haustiere, z.B. Hunde und Katzen, sowie exotische Wildtiere ein. Es umfasst Teilgebiete wie Biochemie, Tierernährung, Tierhaltung, Tierzucht, Tiermedizin, Physiologie und Hygiene, sowie Präventives Gesundheitsmanagement, Haustiergenetik, Qualitätsmanagement und Gebiete aus der Landtechnik sowie den Erneuerbaren Energien, insbesondere der Bioenergie. Die Tierwissenschaften als Spezialgebiet der Agrarwissenschaften dient hauptsächlich der zielgerichteten Herstellung tierischer Erzeugnisse auf einer zu diesem Zweck bewirtschafteten Fläche. Sie befasst sich mit der Haltung, Ernährung, Gesundheit und Züchtung landwirtschaftlicher Nutztiere sowie der Erzeugung von qualitativ hochwertigen Lebensmitteln. Im Mittelpunkt für den Verbraucher stehen dabei die Sicherheit und Qualität von Lebensmitteln. Dabei werden alle Aspekte der Nahrungsmittelkette (Englisch: Food Chain) behandelt.[1]

Tierwissenschaften in den Agrarwissenschaften[Bearbeiten]

Lebendrekonstruktion des Eurasischen Auerochsen, der wilden Stammform des Hausrindes. Stier (links) und Kuh (rechts).

Zur Sicherstellung der Erzeugung von qualitativ hochwertigen Lebensmitteln durch landwirtschaftliche Nutztiere werden alle Aspekte der Nahrungsmittelkette (Englisch: Food Chain) beleuchtet: von der der Züchtung und Tiergesundheit über die Ernährung von Nutztieren bis zur Qualität und Sicherheit der erzeugten Lebensmittel tierischer Herkunft. Die Gesundheit von Mensch und Tier steht im Fokus der Tierhygiene, die sich mit der Gesunderhaltung von Nutztierbeständen und der Vermeidung der Übertragung von Tierkrankheiten auf den Menschen befasst. Bei der Physiologie stehen z.B. die Laktation und das Wachstum im Fokus. Die Tierernährung beschäftigt sich mit den Eigenschaften der Futtermittel und den physiologischen Regeln und Spielräumen ihrer Umsetzung im Stoffwechsel der Nutztiere bei der Transformation in Lebensmittel tierischer Herkunft.

Der Schwerpunkt der Tiergenetik in der Züchtungsforschung liegt auf der Aufklärung der molekularen Grundlagen von genetischen Variationen und der gezielten Anwendung biotechnologischer und molekularbiologischer Verfahren in der Tierzucht. Die Nutztier-Biotechnologie beschäftigt sich mit modernen Reproduktionsmethoden, tierischen Stammzellen und innovativen Technologien zur gezielten Genommodifikation. Anwendungsschwerpunkte sind die biomedizinische Forschung und regenerative Medizin. In der Neurophysiologie schließlich werden grundlegende Gehirnmechanismen zur Verhaltenssteuerung an verschiedenen Organismen untersucht und neuronale Algorithmen erarbeitet, die auch für technische Anwendungen geeignet sein können.

Tätigkeitsfelder[Bearbeiten]

Tierwissenschaftler arbeiten auf vielen verschiedenen Gebieten, in der Industrie, bei der Regierung oder bei Beratungsstellen in kommerziellen und diversen anderen Ämtern. Sie sind in der Forschung und Lehre (Universitäten, Fachhochschulen, außeruniversitären Forschungseinrichtungen) sowie in landwirtschaftlicher Betrieben tätig, üben Verantwortliche Tätigkeit in Forschungs- und Entwicklungslabors der Agrar- und Lebensmittelindustrie aus, haben leitende Tätigkeit im Bereich Produktion, Produktentwicklung und Technik von Unternehmen, sowie Verantwortliche Tätigkeit in Technologieunternehmen und der Industrie der Erneuerbaren Energien. Tierwissenschaftler sind auch dafür prädestiniert Führungsaufgaben in Forschung, Entwicklung, Management und Marketing (Marketingmanager oder Management-Trainee) zu übernehmen.

Zu den potentiellen Arbeitgebern zählen:

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn – ITW – Institut für Tierwissenschaften.