Tieschen

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Tieschen
Wappen von Tieschen
Tieschen (Österreich)
Tieschen
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Steiermark
Politischer Bezirk: Südoststeiermark
Kfz-Kennzeichen: SO (ab 1.7.2013; alt: RA)
Fläche: 18,17 km²
Koordinaten: 46° 47′ N, 15° 57′ O46.78638888888915.944722222222260Koordinaten: 46° 47′ 11″ N, 15° 56′ 41″ O
Höhe: 260 m ü. A.
Einwohner: 1.306 (1. Jän. 2014)
Postleitzahl: 8355
Vorwahl: 03475
Gemeindekennziffer: 6 23 68
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Tieschen 55
8355 Tieschen
Website: www.tieschen.gv.at
Politik
Bürgermeister: Martin Weber (SPÖ)
Gemeinderat: (2010)
(15 Mitglieder)
10
5
10 
Von 15 Sitzen entfallen auf:
Lage der Marktgemeinde Tieschen im Bezirk Südoststeiermark
Bad Radkersburg Bierbaum am Auersbach Deutsch Goritz Dietersdorf am Gnasbach Eichfeld Gosdorf Halbenrain Hof bei Straden Klöch Mettersdorf am Saßbach Mureck Murfeld Radkersburg Umgebung Ratschendorf Sankt Peter am Ottersbach Straden Tieschen Trössing Weinburg am Saßbach Auersbach Aug-Radisch Bad Gleichenberg Bairisch Kölldorf Baumgarten bei Gnas Breitenfeld an der Rittschein Edelsbach bei Feldbach Edelstauden Eichkögl Fehring Feldbach Fladnitz im Raabtal Frannach Frutten-Gießelsdorf Glojach Gnas Gniebing-Weißenbach Gossendorf Grabersdorf Hatzendorf Hohenbrugg-Weinberg Jagerberg Johnsdorf-Brunn Kapfenstein Kirchbach in Steiermark Kirchberg an der Raab Kohlberg Kornberg bei Riegersburg Krusdorf Leitersdorf im Raabtal Lödersdorf Maierdorf Merkendorf Mitterlabill Mühldorf bei Feldbach Oberdorf am Hochegg Oberstorcha Paldau Perlsdorf Pertlstein Petersdorf II Pirching am Traubenberg Poppendorf Raabau Raning Riegersburg Sankt Anna am Aigen Sankt Stefan im Rosental Schwarzau im Schwarzautal Stainz bei Straden Studenzen Trautmannsdorf in Oststeiermark Unterauersbach Unterlamm Zerlach SteiermarkLage der Gemeinde Tieschen im Bezirk Südoststeiermark (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Tieschen ist eine Marktgemeinde mit 1306 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2014) im Südosten der Steiermark. Sie liegt im Gerichtsbezirk Feldbach bzw. Bezirk Südoststeiermark.

Geografie[Bearbeiten]

Tieschen liegt im Bezirk Südoststeiermark im österreichischen Bundesland Steiermark.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Das Gemeindegebiet umfasst folgende sechs Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 31. Oktober 2011[1]):

  • Größing (155)
  • Jörgen (164)
  • Laasen (215)
  • Patzen (190)
  • Pichla bei Radkersburg (271)
  • Tieschen (328)

Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Größing, Jörgen, Laasen, Patzen, Pichla bei Radkersburg und Tieschen.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Frutten-Gießelsdorf Sankt Anna am Aigen
Hof bei Straden Nachbargemeinden
Halbenrain Klöch

Geschichte[Bearbeiten]

Pfarrkirche Tieschen

Tieschen wurde urkundlich erstmals im Jahre 1406 im Zehentbuch des Bistums Seckau genannt. Seit Ende des 15. Jahrhunderts war das Pfarrgült Fehring Grundherr in „Türschen“. Die Aufhebung der Grundherrschaften erfolgte 1848. Die Ortsgemeinde Tieschen als autonome Körperschaft entstand 1850. Nach der Annexion Österreichs 1938 kam die Gemeinde zum Reichsgau Steiermark, 1945 bis 1955 war sie Teil der britischen Besatzungszone in Österreich.

Wallanlage auf dem Königsberg[Bearbeiten]

Im Bereich des Vulkanmassivs bei Klöch nördlich von Radkersburg, liegt als höchste Erhebung der 459 m hohe Königsberg im Gemeindegebiet von Tieschen. Er beherrscht das Steintal und ist wegen seiner steilen Flanken schon früh mit einer Wallanlage befestigt worden. Als Chunigesberg erstmals 1406 erwähnt, sind die Reste der Anlage seit 1822 bekannt. Ab 1840 fanden Grabungen statt, die 1886 und 1897 fortgeführt wurden, deren Ergebnisse jedoch verschollen sind. 1899 wird in einer Aufzeichnung des Joanneums in Graz die Anlage als „versunkene Stadt am Königsberg“ bezeichnet und für eine keltisch-römische Festung gehalten. Von 1924 bis 1962 wurden von örtlichen Heimatforschern die Grabungen weiter verfolgt. Die meisten Fundstücke sind nicht mehr auffindbar, auch gab es Raubgrabungen und private Sondengänger. Erste Grabungen durch das Joanneum gab es 1928, Grundrisse von Häusern wurden dabei und auch 1934 freigelegt. Die Fundberichte sind ungenau und fantasievoll, so wird von „Heiligtümern der Ostnorischen Kultur mit Opfergruben“ berichtet.

Während der Kampfereignisse des Zweiten Weltkrieges besetzten Wehrmachtstruppen die Wallanlage und verteidigte sie gegen die Rote Armee. Die Suche nach Kriegsgefallenen brachte auch weitere archäologische Objekte zu Tage. Diese Funde von Trockenmauerresten, Gebäudegrundmauern und Einzelobjekten belegen eine dichte Besiedlung des Wallgebietes.

Zeitlich kann die Besiedlung ab dem 4. Jahrtausend v. Chr. angenommen werden. Nach einer Siedlungsunterbrechung in der Bronzezeitgibt es wieder Funde aus der Urnenfelderkultur, gesamten Hallstatt- und Latènezeit. Eine Fläche von rund 10 ha war besiedelt und massiv befestigt, Reste davon sind Wall und Graben an der Ost- und Südseite, sowie eine Toranlage mit einem Vorwall. Am höchsten Punkt des Berges an der Nordostecke ist das Kernstück, das extra mit einer Trockenmauer umfasst war. An Objekten sind Keramik und Steingeräte, der Lasinja-Kultur zuzuordnen, eine 1901 gefundene Goldmünze, mehrere Kleinfund sowie eine Münze des Constantius II. geborgen worden. Die Einordnung der Funde belegt die Hochblüte der Siedlung in der Urnenfelderzeit, eine Rückgang während der Latènezeit und eine aus den alten Aufzeichnungen vermutete Fortführung in der provinzialrömischen Zeit anzunehmen. In den Türken- und Kuruzzenkriegen wurde die Wallanlage einige Male als Zufluchtsort benützt.[2]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]


Politik[Bearbeiten]

Bürgermeister ist seit April 2000 Martin Weber.
Der Gemeinderat setzt sich nach den Wahlen von 2010 wie folgt zusammen:
10 SPÖ, 5 ÖVP

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Tieschen

Naturdenkmäler[Bearbeiten]


Literatur[Bearbeiten]

  • Christa Schillinger-Prassl (Hg.): Ortsgeschichte Tieschen. Von der Höhensiedlung zum Marktplatz. Tieschen 1998

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Tieschen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistik Austria, Registerzählung vom 31. Oktober 2011
  2. Susanne Sievers/Otto Helmut Urban/Peter C. Ramsl: Lexikon zur Keltischen Archäologie. A–K und L–Z; Mitteilungen der prähistorischen Kommission im Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 2012, ISBN 978-3-7001-6765-5, S. 942 f.