Tigerauge

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Tigerauge
Tiger's eye.jpg
Tigerauge, Rohstein und getrommelt
Chemische Formel

SiO2+FeOOH+(Al, Mg, Na)

Mineralklasse siehe Quarz
Kristallsystem siehe Quarz
Kristallklasse; Symbol nach Hermann-Mauguin
Farbe goldbraun,goldgelb
Strichfarbe gelbbraun
Mohshärte 6 bis 7
Dichte (g/cm3) 2,64 bis 2,71
Glanz Fettglanz, Seidenglanz
Transparenz durchscheinend, undurchsichtig
Spaltbarkeit
Bruch faserig
Habitus mikrokristallin, faserige bis massige Aggregate
Weitere Eigenschaften
Ähnliche Minerale Falkenauge, Tigereisen, Chrysoberyll, „Tiger-Jaspis
Besondere Kennzeichen Chatoyance, färbt sich unter Hitzeeinwirkung rot

Tigerauge ist eine mikrokristalline, goldbraun bis goldgelb gestreifte Varietät des Minerals Quarz. Er wird ausschließlich als Schmuckstein verwendet, der im Glattschliff verarbeitet einen wogenden Schimmer, Chatoyance oder „Katzenaugeneffekt“ genannt, zeigt.

Bildung und Fundorte[Bearbeiten]

Das Tigerauge geht als Verwitterungsprodukt aus dem Falkenauge hervor, einer durch Einlagerung von parallelfaserigem Krokydolith- oder ähnlich ausgebildeten Hornblenden bläulichen Quarzvarietät. Durch Pseudomorphose von Quarz nach Krokydolith mit zusätzlicher Einlagerung von Eisen entsteht Tigerauge. Die parallele Ausrichtung der Kristallfasern sorgt auch für den bekannten Lichteffekt der Chatoyance. Aufgrund der besonderen Bildungsbedingungen finden sich zudem oft Falkenauge und Tigerauge nebeneinander bzw. miteinander verwachsen am selben Fundort.

Als Kluftfüllung in Quarz-Gestein, wobei die Fasern des Tigerauges senkrecht zur Kluftbegrenzung stehen, finden sich Tigeraugen vorwiegend in Südafrika und Westaustralien, daneben auch in China, Indien, Kanada, Myanmar, Namibia, Ukraine und den Vereinigten Staaten (USA).

Das größte bekannte Exemplar eines Tigerauges (150 kg schwer, 2 m lang) befindet sich seit 2008 im Besitz des Mineralogischen Museums der Universität Bonn.[1]

Verwendung als Schmuckstein[Bearbeiten]

Tigerauge wird meist in Form von Cabochons in verschiedener Ausführung angeboten, aber auch kugelförmig für Halsketten oder frei geschnitten für kunstgewerbliche Gegenstände. Besonders hoch gewölbte Cabochons zeigen einen wandernden Lichtstreif, der an die Schlitzpupille einer Katze erinnert.

Manipulationen und Imitationen[Bearbeiten]

Durch Brennen erhält der Tigerauge eine kräftige kupferrote Farbe, die durch anschließendes Abschrecken in Spiritus bis ins Violette hineinspielen kann[2]. Rotes Tigerauge ist in der Natur nicht zu finden und daher immer gebrannt.

In starker Säure gekocht verliert der Tigerauge seine Farbe und wird grau. In dieser Form wird er gelegentlich als Imitation von Chrysoberyll-Katzenaugen oder Katzenaugen-Quarz angeboten. Auch honigfarbene Tigeraugen dienen manchmal als Imitate des Chrysoberyll.

Esoterik[Bearbeiten]

Esoteriker verwenden den Tigerauge als Heilstein unter anderem gegen Kopfschmerzen, Hodenerkrankungen und gegen Ischiasbeschwerden. Wissenschaftliche Belege für derartige Wirkungen liegen jedoch nicht vor.

Als „Planetenstein“ ist er (nach Ahlborn 1996) dem Merkur und dem Mars zugeordnet und als „Monatsstein“ dem Monat November.

Als Amulettstein soll er den Angehörigen des Tierkreises Zwilling Glück bringen.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  •  Walter Schumann: Edelsteine und Schmucksteine. Alle Arten und Varietäten der Welt. 1600 Einzelstücke. 13. überarbeitete und erweiterte Auflage. BLV Verlags GmbH, München u. a. 2002, ISBN 3-405-16332-3, S. 140, 276, 277 und 282.
  •  Bernhard Bruder: Geschönte Steine. Neue Erde Verlag, 1998, ISBN 3-89060-025-5, S. 97.
  •  Jaroslav Bauer, Vladimír Bouska: Edelsteinführer. Verlag Werner Dausien, Hanau/Main 1993, ISBN 3-7684-2206-2, S. 126.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Tigerauge – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Mineralogisches Museum der Uni Bonn: Wertvolles Prachtstück
  2. Edelstein-Knigge von Prof. Leopold Rössler - Tigerauge