Tikrit

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34.59472222222243.681388888889Koordinaten: 34° 36′ N, 43° 41′ O

Karte: Irak
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Tikrit
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Irak

Tikrit (arabisch ‏تكريت‎, DMG Tikrīt, auch Takrit genannt) ist eine irakische Stadt am Fluss Tigris mit rund 100.000 Einwohnern etwa 175 km nördlich von Bagdad mit fast ausschließlich sunnitischer Bevölkerung. Tikrit ist Hauptstadt der Provinz Salah ad-Din. In syrischen Werken heißt die Stadt Taghrith.

Tikrit ist im Westen vor allem als Geburtsort des am 30. Dezember 2006 hingerichteten langjährigen irakischen Machthabers Saddam Hussein und als Hauptsitz seines Familienclans bekannt geworden. Hussein hatte den Ausbau der Stadt forciert. In neuester Zeit ist die Stadt als Zentrum des Widerstands gegen die US-amerikanische Besetzung des Iraks bekannt.

Geschichte[Bearbeiten]

Die erste sichere Erwähnung der Stadt findet man bei Claudius Ptolemäus (2. Jahrhundert), der die Stadt Birtha nannte. Heute heißt ein Teil der Stadt immer noch Burtha. Laut arabischen Autoren soll die Stadt durch den sassanidischen König Schapur I. (reg. 240/42–270 n. Chr.) gegründet worden sein. Der heutige Name Tikrit stammt laut Volksmund von einer christlichen Frau namens Takrit bint Wail ab. Vor der Islamisierung der Region wurde die Stadt von christlichen Arabern bewohnt. 637 wurde dann Tikrit zum ersten Mal von den muslimischen Arabern erobert. In den frühislamischen Jahrhunderten war Tikrit eine gänzlich christliche Stadt. So war Tikrit schon im 4. Jahrhundert ein jakobitischer Bischofssitz, bis 1155 die Diözese Tikrit mit derjenigen von Mosul verschmolzen wurde. Liturgiesprache der Christen war die Syrische Sprache. Einige Kirchen und christliche Bauten sind heute als Ruinen erhalten. Obwohl die Stadt keine wichtige Rolle in der Geschichte spielte, konnte sie einige christliche Gelehrte hervorbringen. Im Mittelalter war Tikrit der Sitz des Maphrians, der Metropolit der syrisch-orthodoxen Kirche unmittelbar nach dem Patriarchen.

Im 11. Jahrhundert eroberten die Seldschuken unter Tughrul Beg die Stadt. Ab 1149 gehörte die Stadt zum Fürstentum von Arbil, wechselte dann 1190 in den Besitz der abbasidischen Kalifen. Den Kalifen folgten später die Zengiden. 1137 kam hier Saladin, ein Gefolgsmann der Zengiden und späterer Gründer der Ayyubiden zu Welt. Im 14. Jahrhundert wurde Tikrit durch Timur verwüstet und nahm an Bedeutung stark ab, so dass im 19. Jahrhundert hier nicht mehr als 4000 bis 5000 Menschen lebten. Noch im 12. Jahrhundert lebten viele Christen hier. Im 16. Jahrhundert wurde Tikrit osmanisch und blieb dies bis 1917, als es die Briten während des Ersten Weltkrieges eroberten. Tikrit wurde nach dem Ende des Weltkrieges ein Teil des britischen Mandats Mesopotamien.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]