Tim Kaine

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Tim Kaine (2013) Unterschrift von Tim Kaine

Timothy Michael „Tim“ Kaine (* 26. Februar 1958 in Saint Paul, Minnesota) ist ein US-amerikanischer Politiker der Demokratischen Partei und war von 2006 bis 2010 Gouverneur des US-Bundesstaates Virginia. Er führte von 2009 bis 2011 den Vorsitz im Democratic National Committee, der Parteiorganisation der Demokraten. Seit dem 3. Januar 2013 vertritt er den Bundesstaat Virginia im US-Senat.

Werdegang[Bearbeiten]

Tim Kaine hat an der University of Missouri und der Harvard Law School Jura studiert. Bevor er als Anwalt in eine Rechtsanwaltskanzlei eintrat, arbeitete er für ein Jahr mit katholischen Missionaren in Honduras. Seine politische Karriere begann, als er in den Stadtrat von Richmond gewählt wurde. Dort brachte er es bis zum Amt als Bürgermeister der Stadt, wo er sich durch das so genannte Project Exile einen Namen machte, durch das die Zahl der Schießereien in Richmond um ca. 40 % reduziert werden konnte.

2001 wurde Tim Kaine zum Vizegouverneur von Virginia gewählt. Dieses Amt beinhaltet auch den Vorsitz im Senat von Virginia. Im November 2005 kandidierte Kaine schließlich erfolgreich für das Amt des Gouverneurs von Virginia. Die Amtseinführung von fand am 14. Januar 2006 nicht in Richmond, der Hauptstadt von Virginia, statt, sondern in der Museumsstadt Williamsburg. Damit war er – seit Thomas Jefferson im Jahre 1779 – der erste Gouverneur von Virginia, dessen Amtseinführung in der ehemaligen kolonialen Hauptstadt anstatt in der eigentlichen Hauptstadt durchgeführt wurde. Der Grund für diese Besonderheit lag darin, dass im Amtssitz des Gouverneurs, dem Kapitol in Richmond, Renovierungsarbeiten stattfanden. Da die Verfassung von Virginia keine zwei aufeinander folgenden Amtsperioden eines Gouverneurs erlaubt, konnte er bei den Gouverneurswahlen 2009 nicht erneut kandidieren.

Kaine war als möglicher Vizepräsidentschaftskandidat von US-Senator Barack Obama im Gespräch. Er war einer der ersten hochrangigen Politiker, die Obamas Präsidentschaftskandidatur unterstützt haben. Als in Virginia populärer Politiker hätte er Obama helfen können, diesen möglicherweise wahlentscheidenden US-Staat zu gewinnen. Obama konnte den Staat Virginia aber trotzdem für sich entscheiden. Nach seiner Wahl zum US-Präsidenten schlug Obama Gouverneur Kaine als neuen Chairman des Democratic National Committee vor. Am 21. Januar 2009 löste er in diesem Amt dann Howard Dean ab.[1]

Am 5. April 2011 gab Kaine bekannt, dass er sich um die Nachfolge des nicht mehr kandidierenden demokratischen US-Senators Jim Webb bei den Wahlen im November 2012 bewerben werde. Zeitgleich mit der Bekanntgabe seiner Kandidatur erklärte Kaine seinen Rücktritt als Chairman der Demokraten.[2] Seine Stellvertreterin Donna Brazile nahm einen Monat lang kommissarisch seine Aufgaben wahr, ehe die Kongressabgeordnete Debbie Wasserman Schultz aus Florida von Präsident Obama zu seiner Nachfolgerin ernannt wurde. Kaine erreichte die Nominierung seiner Partei und setzte sich bei der Senatswahl selbst gegen den Republikaner George Allen durch, einen seiner Vorgänger als Gouverneur von Virginia. Er erreichte 53 Prozent der Stimmen.[3]

Kaine ist mit der ehemaligen Richmonder Jugendrichterin Anne Holton verheiratet und hat drei Kinder.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Tim Kaine – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Tim Kaine – Quellen und Volltexte (englisch)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Wiener Zeitung: Tim Kaine neuer Chef der US-Demokraten (abgerufen am 5. November 2013)
  2. The Washington Post: Tim Kaine announces for Senate in Virginia (5. April 2011)
  3. CNN: Election Results