Tim Thomas (Eishockeyspieler)

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Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Tim Thomas Eishockeyspieler
Tim Thomas
Personenbezogene Informationen
Geburtsdatum 15. April 1974
Geburtsort Flint, Michigan, USA
Größe 180 cm
Gewicht 91 kg
Spielerbezogene Informationen
Position Torwart
Nummer #30
Fanghand Links
Draftbezogene Informationen
NHL Entry Draft 1994, 9. Runde, 217. Position
Québec Nordiques
Spielerkarriere
1993–1997 University of Vermont
1997–1999 HIFK Helsinki
1999 Hamilton Bulldogs
1999–2000 Detroit Vipers
2000–2001 AIK Solna
2001–2002 Kärpät Oulu
2004–2005 Jokerit Helsinki
2002–2012 Boston Bruins
2013-2014 Florida Panthers
seit 2014 Dallas Stars

Timothy James Thomas junior (* 15. April 1974 in Flint, Michigan) ist ein US-amerikanischer Eishockeytorwart, der seit März 2014 bei den Dallas Stars in der National Hockey League unter Vertrag steht.

Karriere[Bearbeiten]

Thomas begann seine Karriere auf der Davison High School Big Nine und spielte später im amerikanischen College-Eishockey für die University of Vermont. Er wurde an Stelle 217 beim NHL Entry Draft 1994 von den Québec Nordiques gezogen. Die Saison 1997/98 führte ihn zum ersten Mal zum europäischen Profieishockey, zum HIFK Helsinki der finnischen SM-liiga. Während der Saison kehrte er nach Nordamerika zurück und absolvierte einige Spiele in den unterklassigen Ligen. Den Rest der Saison verbrachte er dann wieder bei HIFK, kam auf insgesamt 18 Einsätze und wurde mit seiner Mannschaft Finnischer Meister. Auch die folgende Saison erlebte er dort.

1999/2000 spielte er wieder in Nordamerika bei den Detroit Vipers in der International Hockey League. Im Anschluss spielte er für AIK Stockholm in der schwedischen Elitserien und wechselte in der nächsten Saison in die finnische SM-liiga zu den Kärpät Oulu. 2002/03 wurde er zum Torwart der Providence Bruins, dem AHL-Farmteam der Boston Bruins. In dieser Saison konnte er auch vier Spiele für Boston in der NHL absolvieren, konnte sich trotz drei Siegen und einer Fangquote von 90,7 Prozent jedoch nicht für einen Platz im engeren Kader qualifizieren und verbrachte die Saison 2003/04 wieder in Providence.

Die Saison 2004/05 führte ihn auf Grund des Lockout erneut zurück nach Finnland, wo er für die Jokerit Helsinki als unangefochtene Nummer Eins alle 54 Spiele im Tor stand. Er erreichte 15 Shutouts und konnte damit einen neuen Ligarekord aufstellen. Außerdem konnte er die höchste Quote an gehaltenen Schüssen verzeichnen. Er erreichte mit seinem Team das Playoff-Finale, wo die Jokerit Helsinki jedoch an den Oulun Kärpät scheiterten und Vizemeister wurden. Thomas wurde in dieser Saison mit dem Kultainen-kypärä-Preis als bester von den Spielern gewählter Spieler ausgezeichnet.

Die Saison 2005/06 brachte für Thomas endlich den Durchbruch in der NHL. Eigentlich hätte er die Saison bei den Providence Bruins spielen sollen. Nachdem aber die Boston-Schlußleute Andrew Raycroft und Hannu Toivonen verletzungsbedingt ausfielen, wurde Thomas zum neuen Starter der Boston Bruins und überzeugte mit guten Leistungen, wofür er von den Fans in Boston mit dem 7th Player Award ausgezeichnet wurde. Auch nach der Rückkehr von Raycroft, der sich nach seiner Verletzungspause nur noch enttäuschend präsentieren konnte, verteidigte Thomas seine Rolle als Starter und bekam im März 2006 einen Dreijahresvertrag.

Nach dem Abgang von Raycroft im Sommer 2006 spielte Thomas den Großteil der Saison 2006/07 mit Hannu Toivonen als Ersatzmann und war einer der wenigen Lichtblicke in einer schwachen Mannschaft der Bruins. Nach der Saison verpflichtete Boston mit Manny Fernandez einen neuen Stammtorhüter, jedoch schied er bereits nach wenigen Spielen wegen einer Verletzung langfristig aus. Thomas nutzte die Chance sich zu beweisen, hatte über längere Zeit die beste Fangquote der Liga und wurde nach der Absage von Martin Brodeur für das NHL All-Star Game nachnominiert. In der Saison 2008/09 setzte Thomas seine konstant guten Leistungen fort und erreichte mit einer Fangquote von 93,3 Prozent eine neue persönliche Bestmarke während der regulären Saison. Dadurch führte er die ligaweiten Statistiken an und war auch mit einem Gegentorschnitt von 2,10 auf dem ersten Rang klassiert. Im April 2009 verlängerte er seinen zum Saisonende auslaufenden Kontrakt bei den Boston Bruins um weitere vier Jahre für eine Gesamtsumme von rund 20 Millionen US-Dollar.[1]

Zum Saisonende wurde Thomas erstmals in seiner Karriere mit der Vezina Trophy als bester Torwart des Jahres ausgezeichnet und gewann auch die William M. Jennings Trophy als Torhüter mit mindestens 25 Einsätzen, dessen Team in der regulären Saison die wenigsten Gegentreffer kassiert hat, gemeinsam mit seinem Mannschaftskameraden Manny Fernandez. Während der Saison 2010/11 nahm er zum dritten Mal in Folge am NHL All-Star Game teil. Diese Saison beendete Thomas mit einer Fangquote von 93,8 Prozent und brach den bisherigen NHL-Rekord von 93,7 Prozent, den Dominik Hašek in der Spielzeit 1998/99 als Stammtorwart der Buffalo Sabres aufgestellt hatte.

Obwohl Thomas in den Playoffs zwischenzeitlich einige schwächere Spiele gegen Tampa Bay und Montreal zeigte, überwogen vor allem seine herausragenden Leistungen in den Serien gegen Philadelphia und in der Finalserie gegen die Vancouver Canucks. In der Finalserie hatte er eine Savequote von über 96 Prozent und einen Gegentorschnitt von 1.15 Toren pro Spiel, beides sind Rekordwerte im modernen Eishockey. Über die ganzen Playoffs hinweg konnte Thomas eine Savequote von 94 Prozent verbuchen und kassierte durchschnittlich gerade einmal 1.98 Gegentore pro Spiel. Mit einem 4:0 Shutout-Sieg im Spiel Sieben in Vancouver konnte Thomas zum ersten Mal den Stanley Cup gewinnen. Zusätzlich wurde er mit der Conn Smythe Trophy ausgezeichnet, als bisher ältester Spieler in der Geschichte der NHL.

Zusätzlich zu seinen herausragenden Leistungen in den Playoffs verbuchte Thomas diverse NHL-Playoff-Rekorde, wie die meisten abgewehrten Schüsse in einer Playoff-Saison (798) oder drei Elimination-Game-Siege (Spiel-Sieben-Siege).[2] Als zweiter Torwart in der Geschichte der NHL nach Bernie Parent 1974 und 1975 gewann er in derselben Saison sowohl den Stanley Cup als auch die Conn Smythe Trophy und Vezina Trophy.[3]

In der Saison 2012/13 nahm er sich eine Auszeit vom Eishockey. Im Februar 2013 gaben die Bruins schließlich seine Spielerrechte an die New York Islanders ab, für die er allerdings nicht zum Einsatz kam. Stattdessen unterschrieb er in der folgenden Spielzeit einen Einjahresvertrag bei den Florida Panthers. Am 5. März 2014 wurde er zu den Dallas Stars transferiert.

International[Bearbeiten]

Thomas stand im Aufgebot des Team USA bei den Weltmeisterschaften 1995, 1996, 1998, 1999, 2005 und 2008. Außerdem nahm er mit dem Team USA an den Olympischen Winterspielen 2010 teil und gewann die Silbermedaille nach der Finalniederlage gegen das Team Canada.[4]

Erfolge und Auszeichnungen[Bearbeiten]

International[Bearbeiten]

Karrierestatistik[Bearbeiten]

Reguläre Saison Play-offs
Saison Team Liga Sp S N U/OTN Min GT SO GTS Sv% Sp S N Min GT SO GTS Sv%
1992/93 Davison High School MHSAA 27 18 5 4 1580 87 9 3.30 .926
1993/94 University of Vermont NCAA 33 15 12 6 1864 94 0 3.03
1994/95 University of Vermont NCAA 34 18 13 2 2010 90 4 2.69
1995/96 University of Vermont NCAA 37 26 7 4 2254 88 3 2.34 .924
1996/97 University of Vermont NCAA 36 22 11 3 2158 101 2 2.81
1997/98 HIFK Helsinki SM-liiga 18 13 4 1 1034 28 2 1.62 9 9 0 551 14 3 1.52
1997/98 Birmingham Bulls ECHL 6 4 1 1 360 13 1 2.17 .944
1997/98 Houston Aeros IHL 1 0 0 1 59 4 0 4.01 .852
1998/99 Hamilton Bulldogs AHL 15 6 8 0 837 45 0 3.23
1998/99 HIFK Helsinki SM-liiga 14 8 3 3 831 34 2 2.23 11 7 4 658 25 0 2.28
1999/00 Detroit Vipers IHL 36 10 21 3 2020 120 1 3.56 .892
2000/01 AIK Stockholm Elitserien 43 17 16 10 2542 105 3 2.48 .918 5 1 4 299 20 0 4.00 .875
2001/02 Kärpät Oulu SM-liiga 32 15 12 5 1937 79 4 2.45 3 1 2 180 12 0 4.00
2002/03 Providence Bruins AHL 35 18 12 5 2049 98 1 2.87 .906
2002/03 Boston Bruins NHL 4 3 1 0 220 11 0 3.00 .907
2003/04 Providence Bruins AHL 43 20 16 6 2544 78 9 1.84 .941 2 0 2 84 10 0 7.13
2004/05 Jokerit Helsinki SM-liiga 54 34 7 13 3267 86 15 1.58 .946 12 8 4 720 22 0 1.83
2005/06 Providence Bruins AHL 26 15 11 0 1515 57 1 2.26 .923
2005/06 Boston Bruins NHL 38 12 13 10 2187 101 1 2.77 .917
2006/07 Boston Bruins NHL 66 30 29 4 3619 189 3 3.13 .905
2007/08 Boston Bruins NHL 57 28 19 6 3342 136 3 2.44 .921 7 3 4 430 19 0 2.65 .914
2008/09 Boston Bruins NHL 54 36 11 7 3259 114 5 2.10 .933 11 7 4 680 21 1 1.85 .935
2009/10 Boston Bruins NHL 43 17 18 8 2442 104 5 2.56 .915
2010/11 Boston Bruins NHL 57 35 11 9 3364 112 9 2.00 .938 25 16 9 1542 51 4 1.98 .940
2011/12 Boston Bruins NHL 59 35 19 1 3352 132 5 2.36 .920 7 3 4 448 16 1 2.14 .923
NHL gesamt 378 196 121 50 21784 899 31 2.48 .921 50 29 21 3100 107 6 2.07 .933

International[Bearbeiten]

Jahr Team Veranstaltung Resultat Sp S N Min GT SO GTS
1996 USA WM Bronze 1 0 0 29 1 0 2.02
1998 USA WM 12. 1 0 0 58 2 0 2.06
1999 USA WM 6. 2 0 2 99 8 0 4.85
2008 USA WM 6. 3 2 0 160 4 1 1.50
2010 USA Olympia Silber 1 0 0 12 1 0 5.21
Herren gesamt 8 2 2 359 16 1 2.67

(Legende zur Spielerstatistik: Sp oder GP = absolvierte Spiele; T oder G = erzielte Tore; V oder A = erzielte Assists; Pkt oder Pts = erzielte Scorerpunkte; SM oder PIM = erhaltene Strafminuten; +/− = Plus/Minus-Bilanz; PP = erzielte Überzahltore; SH = erzielte Unterzahltore; GW = erzielte Siegtore; 1 Play-downs/Relegation)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Tim Thomas – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. boston.com, Thomas's deal: four years, $20 million
  2. nhl.com, Thomas caps amazing season with Conn Smythe
  3. nhl.com, Thomas joins Bernie Parent in rare triple-trophy win
  4. Thomas: The American Wall. IIHF, abgerufen am 10. Juni 2011.