Timaru

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Dieser Artikel beschreibt die Stadt Timaru; für den gleichnamigen Distrikt siehe Timaru-Distrikt.
Timaru
Timaru (Neuseeland)
Timaru
Koordinaten 44° 24′ S, 171° 16′ O-44.4171.26055555556Koordinaten: 44° 24′ S, 171° 16′ O
Einwohner 27.200 (2001)
Region Canterbury
Distrikt Timaru-Distrikt

Timaru ist die Hauptstadt des Timaru-Distriktes, eine bedeutende Hafenstadt und die größte Stadt der Region Süd-Canterbury auf der Südinsel Neuseelands. Sie liegt 160 km südlich von Christchurch und 200 km nördlich von Dunedin an der östlichen Pazifikküste der Südhalbinsel. Der Krater Timaru auf dem Mars ist nach der Stadt benannt worden.

Lage[Bearbeiten]

Die Stafford Street im Zentrum von Timaru.
Die 1910/11 erbaute Sacred Heart Basilica von Timaru.

Im Timaru-Distrikt leben ungefähr 42.000 Einwohner, in der eigentlichen Stadt sind es etwa 27.200. Dazu kommt noch das wohlhabende, landwirtschaftlich geprägte Hinterland mit Verbindung zu den kleineren Landgemeinden Pleasant Point, Temuka und Geraldine. Die Stadt Waimate liegt ungefähr 40 km südlich an der Straße nach Oamaru und Dunedin.

Der Strand der Caroline Bay ist ein beliebter Ausflugsort nahe dem Stadtzentrum von Timaru, nur wenig nördlich der wichtigsten Hafenanlagen. Über Caroline Bay erreicht man den industriell geprägten Vorort von Washdyke mit dem Anschluss an den State Highway 8, die Hauptverbindungsstraße in den Mackenzie-Distrikt. Damit ist auch eine Straßenverbindung nach Fairlie zum Lake Tekapo und zum Aoraki sowie nach Queenstown gegeben.

Timaru wurde auf einem Lava-Geröllfeld des Vulkans Mount Horrible errichtet, der zuletzt vor mehreren tausend Jahren ausgebrochen ist. Das wirkt sich dahingehend aus, das die meisten Hauptstraßen uneben sind, ganz im Gegensatz zu der flachen Landschaft der Canterbury Plains im Norden. Das Vulkangestein wurde auch zum Bau der lokalen "Blaustein"-Häuser verwendet. Blaustein (bluestone) ist eine in nasser Form blau erscheinende Form von Dolerit-Gestein.

Geschichte[Bearbeiten]

Herkunft des Namens[Bearbeiten]

Der Ursprung des Namens Timaru ist nicht eindeutig geklärt. Einige Leute nehmen an, das er aus dem Begriff der Sprache der Māori Te Maru abgeleitet wurde, was Platz, Unterkunft oder Zufluchtsort bedeuten würde. Andere wiederum leiten Timaru von der Zusammensetzung der Wörter ti und maru ab. Ti ist in der Sprache der Māori ein "Kohlbaum" (engl. cabbage tree, Cordyline australis), eine bis zu 15m hohe, nur in Neuseeland vorkommende Art der Keulenlilien, und maru steht für den Begriff schattig.

Frühe Besiedlung durch die Māori[Bearbeiten]

Die Māori scheinen die Gegend um Timaru schon viele Jahre vor Ankunft der ersten Europäer im 19. Jahrhundert als Rastplatz während der Kanufahrten entlang der Ostküste benutzt zu haben. In der Gegend wurden an mehr als 500 Stellen Spuren der Steinkunst der Māori gefunden, besonders unter Felsüberhängen und den Höhlen der Opuha und Opihi Flusstäler, westlich vom heutigen Timaru. Archäologen nehmen an, dass Māori-Stämme (iwi) sich in der Gegend bereits vor 1400 dauerhaft angesiedelt hatten. Während des 17. Jahrhunderts wurden die hier siedelnden Ngāti Mamoe durch die Invasion der aus dem nördlichen Bereich der Südhalbinsel stammenden Ngāi Tahu nach Süden in die Gegend des heutigen Fiordland-Nationalparks abgedrängt.

Siedler aus Europa im 19. Jahrhundert[Bearbeiten]

Die Besiedlung durch Europäer begann mit der Errichtung einer Walfangstation im Jahre 1838/1839 durch die Gebrüder Weller aus Otago am Patiti Point, in der Nähe des heutigen Stadtzentrums. Das Versorgungsschiff The Caroline lieferte den Namen für die Bucht. Später wurde die Schaffarm The Levels auf einem von den Gebrüder Rhodes erworbenen Landstück aufgebaut. Bis 1859 lebten nur wenige Leute in Timaru. In diesem Jahr erreichte das Schiff Strathallan aus England mit 120 Einwanderern Timaru. Ständige Streitereien über das Land zwischen den Brüdern und der Stadtverwaltung führten zur Gründung der beiden Gemeinden Government Town und Rhodestown in der Hafengegend, die im Jahr 1868 zusammengelegt wurden. Infolge der Teilung war bis vor kurzer Zeit keine der wichtigen Nord-Süd Straßen verbunden. Die Hauptdurchgangsstraße Stafford Street wurde entlang eines frühen Weges für Ochenwagen angelegt.

Wegen des Verlusts mehrerer Schiffe an der Küste wurde 1877 die Neuplanung eines künstlichen Hafens in Angriff genommen. Dadurch wurde die Verlagerung von Sand entlang der Pazifikküstenlinie nach Süden ausgelöst, der sich gegenüber der nördlichen Mole anlagert. Das war der Anfang einer großangelegten Landgewinnungsmaßnahme um den Caroline Bay District herum, einer Gegend, die auch heute noch Wachstum aufweist.

20. Jahrhundert[Bearbeiten]

Das Wachstum der Gemeinde von Timaru hat während des 20. Jahrhunderts unvermindert angehalten, in der Mehrzahl wurden Holzhäuser im Kolonialstil (Bungalows) in verschiedenen Neubaugebieten errichtet.

Stadtverwaltung[Bearbeiten]

Der Bürgermeister von Timaru ist Janie Annear.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Timaru ist einer der größeren Frachthäfen auf der Südhalbinsel, es gibt auch einige kleinere Industriebetriebe und Im- und Exportunternehmen. Viele dieser Hersteller befassen sich mit der Verarbeitung, Verpackung und Verteilung von Fleisch, Milch und anderen landwirtschaftlichen Erzeugnissen.

Der zweitgrößte Fischereihafen von Neuseeland befindet sich in Timaru.

Verkehr[Bearbeiten]

Timaru liegt am State Highway 1, der Hauptstraße entlang der Ostküste der Südinsel.

Es gibt regelmäßige Bus- und Minibusverbindungen nach Christchurch, Dunedin, Invercargill, Queenstown und in den Mackenzie-Distrikt, die am Tourismusbüro Visitor Information Centre starten. Im Tourismusbüro kann man die Fahrten und andere Transportmöglichkeiten auch buchen.

Die Stadt ist an die Main South Line angeschlossen. 2002 wurde der Personenfernverkehr der Bahn auf dem ursprünglich vom Southerner befahrenen Teilabschnitt allerdings eingestellt. Auf der Strecke verkehren jedoch noch regelmäßig Güterzüge.

Der Flughafen Timaru bzw. Richard Pearse Airport befindet sich im Norden der Stadt. Hier werden die regelmäßigen Kurzstreckenflüge des Inlandsverkehrs nach Wellington und Flugzeuge der allgemeinen Luftfahrt abgefertigt.

Busverbindungen des öffentlichen Nahverkehrs verbinden das Stadtzentrum mit den Vororten.

Bildung[Bearbeiten]

Es gibt mehrere Kindergärten und Grundschulen, darunter die Timaru South School mit zwei Gebäuden, eines in Timaru und das andere im 12 km entfernten Pareora.

Als weiterführende Schulen gibt es die Timaru Girls' High School, die Timaru Boys' High School, die Mountainview High School, das Roncalli College und die Craighead Diocesan School. Weiterführende Ausbildung findet an dem Aoraki Polytechnic statt.

Einzelhandel[Bearbeiten]

Der Einzelhandel konzentriert sich in der Umgebung der Stafford Street. Außerdem gibt es - verteilt über die Stadt - noch einige Einkaufszentren mit großen Parkplätzen. In Timaru gibt es eine Filiale der großen neuseeländischen Einzelhandelskette The Warehouse. Das Kaufhaus Ballantynes befindet sich im Stadtzentrum.

Tourismus[Bearbeiten]

In den vergangenen Jahren wurden Anstrengungen unternommen, das Angebot für die Touristen zu erweitern und den lokalen Tourismus anzukurbeln. Das Tourismusbüro befindet sich zentral gelegen im alten Landing Services Building, ganz in der Nähe des Bahnhofs, und bietet Informationen für die gesamte Region Süd-Canterbury.

Das South Canterbury Museum ist das wichtigste Museum der Region, es zeigt Ausstellungsstücke mit Bezug zu Geographie und Umwelt, fossile Fundstücke, Steinkunstwerke der Māori, Zeugnisse der frühen Besiedlung des Distrikts und zur lokalen Geschichte der Seefahrt, Elfenbeinschnitzereien, die naturhistorische Sammlung von E P Seally und Informationen über Richard Pearse, den Erfinder, und seine Versuche zum bemannten Flug in den ersten Jahren des 20. Jahrhunderts.

Die Aigantighe (ein Schottisch-Gälisches Wort, ausgesprochen auf Englisch ungefähr wie "egg and tie") Art Gallery in der Wai-iti Road ist das drittgrößte Kunstmuseum der Südinsel und eine der besten Kunstgalerien im Land. Sie zeigt eine Sammlung neuseeländischer, pazifischer, asiatischer und europäischer Kunstwerke vom 16. Jahrhundert bis zur Gegenwart, außerdem eine Skulpturensammlung. Die Galerie wurde 1956 gegründet und befindet sich in einem Wohnhaus aus dem Jahre 1908.

In Timaru befinden sich eine Reihe von öffentlichen Gärten und Parkanlagen. Der Trevor Griffiths Rose Garden am Caroline Bay Park ist ein neuer Anziehungspunkt, der beim Umbau des Timaru Plaza entstand. In der Parklandschaft der Bay Area befindet sich eine Minigolfanlage, eine Eislaufbahn, ein Irrgarten und eine Bühne für Musikveranstaltungen. Hier findet auch der jährliche Summer Carnival während der Weihnachtsfeiertage bis zum Neujahrstag statt. Im Süden der Stadt findet man den großflächig angelegten botanischen Garten, der bereits 1864 mit einer bemerkenswerten Sammlung von Rosen und Farngewächsen angelegt wurde. Im Westen befindet sich der gepflegte Centennial Park Reserve, der 1940 mit einem bequem begehbaren, 3,5 km langen Wanderweg durch das bewaldete Tal des Otipua Creek angelegt wurde.

Die DB Mainland Brauerei in der Sheffield Street kann man besichtigen und die Produkte auch probieren.

In Timaru gibt es gemütliche Cafes, Weinbars und Restaurants, die meisten sind in der Bay Area und in der Gegend um die Stafford Street.

Die Stadt wird unregelmäßig von Kreuzfahrtschiffen angelaufen.

Medien[Bearbeiten]

Die lokale Tageszeitung für den Distrikt The Timaru Herald erscheint seit Mitte des 19. Jahrhunderts. Die Druckerei befindet sich in Ashburton, die Zeitung wird in der Region Otago und der Region Süd-Canterbury gelesen.

Die kostenlose, wöchentlich erscheinende Gemeindezeitung The Timaru Courier hat eine Auflage von mehr als 24.000 Exemplaren und wird donnerstags an alle Haushalte verteilt.

In Timaru senden die beiden lokalen UKW Radiostationen Port FM und Classic Hits, außerdem gibt es noch weitere UKW-Radiostationen, die zu größeren Senderketten gehören.

Freizeit, Erholung und Sport[Bearbeiten]

Schauspiel und darstellende Kunst[Bearbeiten]

Im Theater Royal in der Stafford Street finden die meisten Unterhaltungsveranstaltungen statt. Die No Indications Gewinner des Timaru Rockfestivals 2006 stammen aus Süd Canterbury, sie konnten immerhin einen Top12 Platz belegen.

Öffentliche Bibliotheken[Bearbeiten]

Die Bibliothek des Distrikts Timaru in der Sophia Street bietet ein umfangreiches Angebot an Leihbüchern und Unterlagen über die Stadtgeschichte.

Sportanlagen[Bearbeiten]

In Timaru gibt es mehrere kommunale Sportanlagen, die internationalen Anforderungen entsprechen. Es gibt Sportanlagen für Rugby, Tennis, Segeln, Schwimmen, Netball, Cricket, Golf, Hockey, Krocket und Kegeln. Der Aorangi Park ist der wichtigste Veranstaltungsort. Von der Gemeinde werden auch zwei Schwimmbäder betrieben.

Im Alpine Energy Stadion finden die Rugbyspiele statt.

Timaru hat mehrere Golfplätze. Dazu gehören die Plätze Highfield, Gleniti und Timaru. und im Umfeld des Ortes Pleasant Point, St. Andrews und Maungati.

Mit der Stadt verbundene Personen[Bearbeiten]

  • Shane Archbold, Radsportler, geboren in Timaru
  • Allen Curnow, Schriftsteller und Journalist, geboren in Timaru.
  • Bob Fitzsimmons, Boxer, lebte und arbeitete als Schmied in Timaru. Es gibt ein lebensgroßes Standbild von ihm im Stadtzentrum.
  • John Hattie, Pädagoge, geboren in Timaru
  • Danyon Loader, in Timaru geborener Schwimmer, Goldmedaillengewinner über 200 und 400 Meter Freistil bei den Olympischen Spielen 1996, Silbermedaillengewinner über 200 Meter Schmetterling bei den Olympische Spielen 1992.
  • Jack Lovelock, Goldmedaillengewinner im 1500-Meter-Lauf bei den Olympischen Spielen 1936, besuchte die Timaru Boys High School und überließ der Schule den bis heute erhaltenen Eichenkranz der Siegerehrung. Es gibt ein Standbild von ihm auf dem Schulgelände, das vom selben Bildhauer erschaffen wurde, der auch das von Bob Fitzsimmons an der Strathallan Corner geschaffen hat.
  • Richard Pearse, Luftfahrtpionier, lebte in Waitohi, 15 Kilometer nördlich von Timaru.
  • Kevin Smith, Schauspieler, bekannt aus der Fernsehserie Xena – Die Kriegerprinzessin, ist in Timaru aufgewachsen.
  • Richard Tayler, Langstreckenläufer, geboren in Timaru
  • Tomas Walsh, Kugelstoßer, geboren in Timaru

Trivia[Bearbeiten]

  • Bei den Olympischen Spielen 1936 in Berlin gewann John Edward „Jack“ Lovelock den 1500-Meter-Lauf, wobei damals allen Goldmedaillengewinnern auch eine so genannte Olympia-Eiche vergeben wurde. Da er selbst nicht nach Neuseeland zurückkehrte, sondern nach Großbritannien übersiedelte, nahmen Freunde den Setzling mit, der 1941 vor der Timaru Boys’ High School gepflanzt wurde. Die „Lovelock-Eiche“ steht dort noch heute und wurde zum nationalen Kulturgut erklärt. Jährlich sammeln Schüler die Eicheln, um daraus neue Setzlinge zu ziehen.[1][2]
  • Das Rennpferd Phar Lap stammt aus der Gegend nördlich von Washdyke.
  • Während des Jahres 1978 lag das Passagierschiff SS Australis (auch bekannt als SS American Star oder SS America) vor dem Verkauf an eine andere Reederei für mehrere Monate im Hafen von Timaru vor Anker.

Literatur[Bearbeiten]

  • James Bellich, Russell Brown, Martin Robinson: New Zealand, Lonely Planet Series, 2004 (englisch)
  • Darroch Donald: New Zealand, 2nd Edition, Footprint Guide Series., 2003 (englisch)
  • Laura Harper, Tony Mudd, Paul Whitfield: The Rough Guide to New Zealand, Rough Guide Series, 2000 (englisch)

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Jerry Crowe: To protect and preserve a tree rooted in Games, Los Angeles Times, 20. August 2007
  2. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatKevin Berry: Seedlings for Sydney. Journal of Olympic History, Januar 2000, abgerufen am 4. März 2014 (englisch).