Timgad

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Stadtplan von Timgad
Der Trajansbogen auf einer Postkarte des späten 19. Jahrhunderts

Timgad (arabisch ‏تيمقاد‎) ist der heutige Name der römischen Stadt Thamugadi, deren Überreste sich etwa 40 Kilometer östlich von Batna in Algerien befindet. Die antike Stadt gehört seit 1982 zum UNESCO-Weltkulturerbe gehören.

Die Siedlung wurde im Jahre 100 unter dem römischen Kaiser Trajan durch Lucius Munatius Gallus, den Legaten der Legio III Augusta, als Militärkolonie an einem bisher nicht besiedelten Ort errichtet. Die Colonia Marciana Traiana Thamugadi, wie sie mit vollem Namen hieß, lag in der römischen Provinz Africa proconsularis (ab 198 n. Chr. Numidia) und weist die typische Quadratform und quadratische Unterteilung römischer befestigter Militärlager auf. In der Spätantike war Thamugadi ein wichtiger Sitz des Donatismus und Bischofssitz, der im 7. Jahrhundert mit der islamischen Expansion unterging. Auf den Bischofssitz geht das heutige Titularbistum Thamugadi der römisch-katholischen Kirche zurück.

Die Stätte wurde zum Weltkulturerbe erklärt, weil hier die typische Struktur römischer Stadtgründungen noch gut erkennbar ist, die in anderen Städten römischen Ursprungs durch spätere Überbauung nicht mehr sichtbar ist.

Trivia[Bearbeiten]

Timgad ist in Algerien auch für das alljährlich stattfindende Musikfestival im Theater der Ruinen bekannt. Dort treten Tanz- und Musikgruppen aus Algerien und den arabischen Nachbarstaaten auf. Der große Besucherandrang bei dieser Veranstaltung hat in der Vergangenheit zu Beschädigungen der Ruinen geführt und in Folge zur wiederholten Drohung der UNESCO den Status als Weltkulturerbe abzuerkennen. Aus diesem Grund wird derzeit ein modernes Theater neben der Ruinenstadt erbaut.

Personen[Bearbeiten]

Bildergalerie[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Émile Boeswillwald, Albert Ballu, René Cagnat: Timgad, une cité africaine sous l'Empire romain. Paris 1905 (grundlegender Ausgrabungsbericht) (Digitalisat).
  • Heinrich Holtzinger: Timgad und die römische Provinzialarchitektur in Nordafrika (= Die Baukunst. Serie 3, Heft 1.) Spemann, Berlin 1906 (überholt) (Digitalisat).
  • Albert Ballu: Les ruines de Timgad, antique Thamugadi. Sept années de découvertes (1903-1910). Neurdein, Paris 1911 (Digitaliat).
  • Jean Lassus: La forteresse byzantine de Thamugadi. Edition du Centre National de la Recherche Scientifique, Paris 1981, ISBN 2-222-02676-8.
  • Andrew Wilson: Timgad and Textile Production, in: David Mattingly, John Salmon (Hrsg.): Economies beyond Agriculture in the Classical World, London, New York 2001, S. 271-296.
  • Werner Huß: Thamugadi. In: Der Neue Pauly (DNP). Band 12/1, Metzler, Stuttgart 2002, ISBN 3-476-01482-7, Sp. 240.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Timgad – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

35.4848296.468716Koordinaten: 35° 29′ N, 6° 28′ O