Timothy Williamson

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Timothy Williamson (* 6. August 1955 in Uppsala) ist ein englischer Philosoph. Seine Thesen zur Metaphilosophie, Erkenntnistheorie, Philosophie des Geistes und Metaphysik werden in jüngeren philosophischen Auseinandersetzungen viel diskutiert.

Zentrale Thesen[Bearbeiten]

In seinem 1994 veröffentlichten Lehrbuch zur Vagheit vertritt Williamson einen Epistemizismus. Vagheit beschreibt die Situation, dass beim Versuch der Analyse eines Begriffs keine klare Grenze gezogen werden kann. Dass dies der Fall sei, so Williamson, bedeute jedoch nicht, dass es keine klare Grenze gebe. Vielmehr seien wir auch bei Phänomänen etwa der Farbwahrnehmung erst bei größeren Unterschieden zwischen zwei Farbtönen in der Lage festzustellen, dass es einen Unterschied gebe (obwohl sich physikalisch immer ein Unterschied messen lässt).

In seinem Buch zur Erkenntnistheorie versucht Williamson zu zeigen, dass der Begriff des Wissens unmöglich analysierbar sei. Der Grund für das Scheitern aller Versuche dieser Analyse liege bereits darin, dass eine Analyse von „Wissen“ immer eine Konjunktion von Konzepten sein müsse, wie etwa „wahre gerechtfertigte Meinung“. Da aber Wissen ein mentales (auf ein Subjekt verweisendes) Konzept, die Analyse-Konzepte jedoch nicht-mental seien, müsse jede Analyse mit diesen Werkzeugen durch seine nicht-individuelle Prägung vom eigentlichen Wissensbegriff verschieden sein. Es sei eine falsche Erwartung anzunehmen, der Wissensbegriff lasse sich durch eine scharfe nicht-triviale Analyse beschreiben. Vielmehr handle es sich bei „Wissen“ bereits um die allgemeinste Beschreibung einer Haltung zu einer Aussage, die jemand haben könne, wenn er zu dieser Aussage überhaupt eine Haltung hat.

In seinem metaphilosophischen Buch The Philosophy of Philosophy entwirft Williamson eine Wissenschaftstheorie der Philosophie. Obwohl diese anders als andere Wissenschaften keine empirischen Daten bezieht, sondern allein im „Lehnstuhl“ stattfinde, sei sie in der Lage, Antworten auf relevante Probleme hervorzubringen. Dies liege nicht an der genialen Schöpfungskraft der Philosophen, sondern sei möglich mithilfe der Analyse alltäglicher Fähigkeiten und Anlagen. Als Beispiel nennt er die Intuitionen und Bewertungen, die wir zu kontrafaktischen Konditionalen zuverlässig entwickeln können.

Veröffentlichungen (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Identity and Discrimination. Oxford 1990.
  • Vagueness. London 1994.
  • Knowledge and its Limits. Oxford 2000.
  • The Philosophy of Philosophy. Oxford 2007.
  • Modal Logic as Metaphysics. Oxford 2013

Weblinks[Bearbeiten]