Timucua

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Krieger der Timucua mit Waffen und Tätowierungen. Zeichnung von Jacques Le Moyne, um 1562

Die Timucua, auch Timucuan, Timuquanan, Atimuca, Thimapoa oder Tomoca waren ein indigenes Volk, welches an der Ostküste Nordamerikas beheimatet war. Das Siedlungsgebiet reichte vom Norden des heutigen Bundesstaates der Vereinigten Staaten Florida bis in den Südosten Georgias. Die verschiedenen Stämme der Timucua sprachen eine mit dem Muskogee verwandte Sprache, das ebenfalls als Timacua bezeichnet wird.

Die Bezeichnung „Timucua“ wurde ursprünglich von den Saturiwa, einem Volk aus der Nähe des heutigen Jacksonville, Florida verwendet und bezeichnet die Menschen, die nördlich des Santa Fe River und zwischen dem St. Johns River und dem Suwannee River lebten. Die im spanischen Missionssystem als Provinz Timucua bezeichnete Gebiet bezieht sich ebenfalls auf diese Region.[1] Während des 17. Jahrhunderts wurde das Gebiet um die Region zwischen dem Suwannee River und dem Aucilla River erweitert.[2]

Zur Zeit des ersten Kontakts mit den Europäern umfasste die Bevölkerung nach verschiedenen Schätzungen zwischen 50.000 und 200.000 Menschen [3] und war in mindestens 35 Stammesfürstentümer unterteilt. Obwohl es verschiedenen Allianzen zwischen den einzelnen Stämmen gab, bildeten die Timucua nie eine politische Einheit.[3]

Sie waren sesshaft und wohnten in kreisförmigen Hütten, die mit Palmblättern abgedeckt waren. Sie lebten von der Jagd, vom Fischfang und von Wildpflanzen. Auf dem Wasser benützten sie den Einbaum. Ihre Toten begruben sie in der Erde. Die Männer waren am ganzen Körper tätowiert. Ihre Dörfer waren mit Palisaden umgeben und jede wichtige Niederlassung hatte ein großes zentrales Haus für Stammeszeremonien. Kannibalismus und Polygamie waren bei den Timucua verbreitet.

Literatur[Bearbeiten]

  • Jerald T. Milanich: The Timucua. Blackwell Publications, 1996, Oxford, UK.
  • John Hann: A History of the Timucua Indians and Missions. University Press of Florida, 1996.
  • Jerald T. Milanich: Timucua. In R. D. Fogelson (Hrsg.): Southeast. Handbook of North American Indians, Band 17, Washington, D. C.: Smithsonian Institution, 2004 Seiten 219-228 ISBN 0-16-072300-0
  • John Worth: The Timucuan Chiefdoms of Spanish Florida: Volume I: Assimilation, Volume II: Resistance and Destruction, University of Florida Press, 1998.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Timucua – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. 16th Century Settlements - Timucuan
  2. Brent R. Weisman: „Archaeology of Fig Springs Mission, Ichetucknee Springs State Park.“ In Bonnie G. McEwan: The Spanish Missions of La Florida. University Press of Florida, 1993, Seite 170, ISBN 0-8130-1232-5
  3. a b Jerald T. Milanich: The Timucua Indians of Northern Florida and Southern Georgia. In: Bonnie G. McEwan (ed.) (Hrsg.): Indians of the Greater Southeast: Historical Archaeology and Ethnohistory. University Press of Florida, 2000, ISBN 0-8130-1778-5.