Tintenroller
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Ein Tintenroller oder Rollerball ist ein Schreibgerät, das eine wasserbasierte Tinte über eine Schreibkugel ähnlich wie bei einem Kugelschreiber abgibt. Im Unterschied zum Kugelschreiber, dessen ölbasierte Schreibpaste eine hohe Zähigkeit aufweist, ist die Tinte des Tintenrollers dünnflüssig, was ein leichtes, gleitendes Schreiben ermöglicht. Für die Tintenspeicherung werden zwei Systeme unterschieden: Faserspeicher und freie Tinte.
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[Bearbeiten] Geschichte
Heute unterscheidet man zwei (Tinten-)Rollerball-Systeme. Beim älteren System befinden sich der Tintenleiter und die Tinte in einem geschlossenen Gehäuse, das einer Kugelschreibemine ähnelt. Ist diese Rollerball-Mine leer, muss sie komplett ausgewechselt werden. Das neue System Ink Liner wurde 1995 von der Karl Meisenbach KG entwickelt. Der Tintenleiter und die Schreibkugel müssen nicht mehr ausgetauscht werden, ein Auswechseln der Standard Tintenpatrone genügt. Dieses neue (Tinten-)Rollerball-System bietet einen Beitrag zum Umweltschutz. Statt die ganze Rollerballmine muss nur noch die wesentlich kleinere und 100% recyclebare Tintenpatrone entsorgt werden.[1]
[Bearbeiten] Faserspeicher
Dies ist die ältere und vom Aufbau einfachere Bauform. Dabei wird die Tinte in einem Kapillarspeicher aus Polyesterfasern gehalten und über einen Faserstab (Tintenleiter) an die Schreibspitze übertragen. Da beim Abschreiben zunächst die größeren Kapillaren mit geringerer Haltekraft entleert werden, nimmt der Tintenfluss mit zunehmender Entleerung des Stiftes ab.
[Bearbeiten] Freie Tinte
Hier liegt die Tinte in einem Tank ungebunden vor, muss aber über ein Regelsystem abgegeben werden, das ein unkontrolliertes Auslaufen verhindert. Ausgeschriebene Tinte wird im Tank durch Luft ersetzt, und bei Temperatur- oder Luftdruckschwankungen treibt die Expansion der Luft die Tinte aus dem Tank. Damit sie nicht an der Schreibspitze ausläuft, wird vor den Tank ein Stapel von Platten gesetzt, in deren Zwischenräumen solche überschüssige Tinte aufgefangen wird. Da die Luft nur durch kapillare Schlitze in den Platten in den Tank strömen kann, wird die Tinte in den Tank zurückbefördert, wenn die Luft im Tank sich wieder kontrahiert. Im Kern des Plattenstapels (meist ein einzelnes Spritzgussteil) befindet sich ein Tintenleiter, der den Tank mit der Schreibspitze verbindet. Der Vorteil dieser Bauform ist eine gleichmäßige Tintenabgabe und ein völliges Ausschreiben der im Stift enthaltenen Tinte.
[Bearbeiten] Schreibspitzen
Gängige Materialien sind Edelstahl, Neusilber oder Kunststoff (meist POM) für die Fassung und Hartmetall oder Keramik für die Schreibkugel. Der Kugeldurchmesser liegt meist zwischen 0,5 und 1,0 mm, wobei Produkte bis 0,17 mm (vor allem in Japan) erhältlich sind.
[Bearbeiten] Herkunftsländer
Der größte Hersteller ist Japan, wo diese Stiftart in den 1960er Jahren entwickelt wurde (bedeutende Hersteller sind Pilot, Uniball und Pentel). In den letzten Jahren hat sich daneben China als wesentlicher Hersteller billiger Tintenroller etabliert.

