Tirmini

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Landgemeinde Tirmini
Landgemeinde Tirmini (Niger)
Landgemeinde Tirmini
Landgemeinde Tirmini
Koordinaten 13° 46′ N, 8° 48′ O13.7713888888898.7963888888889Koordinaten: 13° 46′ N, 8° 48′ O
Basisdaten
Staat Niger

Region

Zinder
Departement Takeita
Einwohner 94.164 (2010)

Tirmini ist eine Landgemeinde im Departement Takeita in Niger.

Geographie[Bearbeiten]

Tirmini liegt in der Sahelzone. Die Nachbargemeinden sind Falenko und Olléléwa im Norden, Dakoussa und Zinder im Osten, Droum und Ichirnawa im Süden sowie Garagoumsa und Ourafane im Westen. Das Gemeindegebiet ist in 97 administrative Dörfer, 15 traditionelle Dörfer und 52 Weiler gegliedert.[1] Der Hauptort des Landgemeinde ist das administrative Dorf Tirmini.[2]

Geschichte[Bearbeiten]

Am 29. Juli 1899 besiegte die französische Mission Voulet-Chanoine in der Schlacht von Tirmini das mächtige Sultanat Zinder. Am 30. Juli 1899 konnte die Stadt Zinder kampflos eingenommen werden. Dies war eine wichtige Etappe auf dem Weg zur Gründung der französischen Nigerkolonie.[3] In Tirmini befindet sich noch heute ein traditioneller Herrschaftssitz (französisch: chefferie traditionnelle), der dem Sultan von Zinder untergeordnet ist. Der chef von Tirmini trägt den Herrschertitel Barma.[4]

Die Landgemeinde Tirmini ging 2002 im Zuge einer landesweiten Verwaltungsreform aus dem Kanton Tirmini hervor. Seit 2011 gehört die Landgemeinde nicht mehr zum Departement Mirriah, sondern zum neugegründeten Departement Takeita.[5]

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bei der Volkszählung 2001 hatte Tirmini 69.356 Einwohner. Für das Jahr 2010 wurden 94.164 Einwohner berechnet.[6] In Tirmini leben Angehörige der vor allem Agropastoralismus betreibenden Tuareg-Untergruppen Mikitan und Tafazarak sowie der auf Fernweidewirtschaft spezialisierten Fulbe-Untergruppen Oudah’en und Wodaabe.[7]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Timini ist im Frühwarnsystem für Ernährungskrisen nur in einer mittleren Gefährdungsstufe verzeichnet, ist jedoch im Krisenfall – ähnlich der Nachbargemeinde Olléléwa – auf Grund seiner Anbindung an die Nationalstraße 1 ein wichtiger Ausgangspunkt von Hilfeverteilungsmaßnahmen.[8]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Répertoire National des Communes (RENACOM). Website des Institut National de la Statistique, abgerufen am 22. Januar 2011.
  2. Republik Niger: Loi n° 2002-014 du 11 JUIN 2002 portant création des communes et fixant le nom de leurs chefs-lieux (Online-Version; PDF; 108 kB).
  3. Edmond Séré de Rivières: Histoire du Niger. Berger-Levrault, Paris 1965, S. 234–235.
  4. Ali Bako Mamane Tahirou und Guillermet Élise: Les aides distribuées à Olléléwa et Tirmini: facteurs de dépendance ou de changement social?. In: Afrique contemporaine, 2008/1 Nr. 225 (Online-Version), S. 122.
  5.  Une nouvelle loi sur le redécoupage administratif. In: L’Arbre à Palabres. Nr. 13, 11. August 2011, S. 2 (PDF-Datei, abgerufen am 28. Januar 2014).
  6. Institut Nationale de la Statistique du Niger (Hrsg.): Annuaire statistique des cinquante ans d’indépendance du Niger. Niamey 2010 (Online-Version; PDF; 3,1 MB), S. 57.
  7. Ministère de l’élevage et des industries animales / République du Niger (Hrsg.): La mobilité pastorale dans la Région de Zinder. Stratégies et dynamisme des sociétés pastorales. Niamey 2009 (Online-Version; PDF; 11,3 MB), S. 32–33.
  8. Ali Bako Mamane Tahirou und Guillermet Élise: Les aides distribuées à Olléléwa et Tirmini: facteurs de dépendance ou de changement social?. In: Afrique contemporaine, 2008/1 Nr. 225 (Online-Version), S. 121.