Tirschenreuth

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Tirschenreuth
Tirschenreuth
Deutschlandkarte, Position der Stadt Tirschenreuth hervorgehoben
49.882512.333055555556504Koordinaten: 49° 53′ N, 12° 20′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberpfalz
Landkreis: Tirschenreuth
Höhe: 504 m ü. NHN
Fläche: 66,54 km²
Einwohner: 9065 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 136 Einwohner je km²
Postleitzahl: 95643
Vorwahl: 09631
Kfz-Kennzeichen: TIR, KEM
Gemeindeschlüssel: 09 3 77 154
Stadtgliederung: 29 Ortsteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Maximilianplatz 35
95643 Tirschenreuth
Webpräsenz: www.stadt-tirschenreuth.de
Bürgermeister: Franz Stahl (CSU)
Lage der Stadt Tirschenreuth im Landkreis Tirschenreuth
Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge Landkreis Bayreuth Landkreis Neustadt an der Waldnaab Lenauer Forst Erbendorf Pullenreuth Kastl (bei Kemnath) Waldershof Kemnath Wiesau Waldsassen Tirschenreuth Reuth bei Erbendorf Plößberg Pechbrunn Neusorg Neualbenreuth Mitterteich Mähring Leonberg (Oberpfalz) Kulmain Krummennaab Konnersreuth Fuchsmühl Friedenfels Falkenberg (Oberpfalz) Ebnath Brand (Oberpfalz) Bärnau Immenreuth TschechienKarte
Über dieses Bild
Panorama der Altstadt. Von rechts nach links: Fischhof, Fischhofbrücke, Fatimakirche und Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt.

Tirschenreuth (bairisch: Dirschenreith oder Dirschnraad) ist eine Kreisstadt im gleichnamigen Landkreis im bayerischen Regierungsbezirk Oberpfalz und der Verwaltungssitz des Landkreises. Sie ist nur wenige Kilometer von der bayerisch-tschechischen Grenze entfernt. Der Name Tirschenreuth leitet sich vom mutmaßlichen Gründer der Stadt Turso ab. Die Endung -reuth kennzeichnet sie als einen der Orte, die auf einer gerodeten Waldfläche entstanden sind.

Die Stadt wurde 1134 das erste Mal urkundlich erwähnt und lag im Nordgau (Bayern). Sie war der Hauptort des historischen Stiftlandes. Tirschenreuth diente dem Kloster Waldsassen lange Zeit als Ort der Teichwirtschaft, von der die Tirschenreuther Teichpfanne mit ihren Teichen rund um die Stadt zeugt. Später war der Ort als Tuchmacherstädtchen bekannt, bevor Ende des 19. Jahrhunderts die Porzellanindustrie wichtigster Industriezweig wurde. Mit rund 9100 Einwohnern ist die Stadt eine der kleinsten Kreisstädte Bayerns und sie hat den Status eines Mittelzentrums. 2013 richtete die Stadt die bayerische Landesgartenschau aus.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Teichlandschaft nördlich von Tirschenreuth

Tirschenreuth liegt ungefähr 15 km von der deutschen Grenze zu Tschechien entfernt, nahe einem der möglichen geographischen Mittelpunkte Europas und ist die nördlichste Kreisstadt der Oberpfalz. Die Stadt ist Hauptort des Stiftlandes, des nördlichsten Zipfels Altbaierns. Die nächsten größeren Städte sind Weiden in der Oberpfalz (35 Kilometer entfernt), Marktredwitz (30 Kilometer entfernt) und das ebenfalls rund 30 Kilometer entfernte Cheb (deutsch: Eger). Tirschenreuth liegt außerdem rund 120 km nördlich von Regensburg, 70 km östlich von Bayreuth und 100 km westlich von Plzeň (deutsch: Pilsen).

Tirschenreuth liegt im Naturraum Oberpfälzisch-Bayerischer Wald im Osten des Landkreises Tirschenreuth zwischen dem Fichtelgebirge im Norden und dem Oberpfälzer Wald im Süden. An der deutsch-tschechischen Grenze zwischen Bärnau und Flossenbürg am 901 Meter hohen Entenbühl entspringt die Waldnaab, der mit einer Länge von 80 Kilometern längste Quellfluss der Naab. Südlich der Altstadt durchfließt die Waldnaab das Stadtgebiet von Osten nach Westen, bevor sie zwischen Falkenberg und Windischeschenbach das 180 Hektar große Naturschutzgebiet Waldnaabtal[2] durchquert, in dem sich das fließende Wasser über mehrere Jahrhunderte lang in das Granitplateau eingeschnitten hat. Die Waldnaab vereinigt sich mit der Haidenaab südlich von Weiden in der Oberpfalz zur Naab.

Die Kernstadt liegt auf einer Höhe von 491 bis 503 Metern. Im Nordwesten der Stadt werden zahlreiche Teiche für die Teichwirtschaft genutzt; man bezeichnet das Gebiet auch als Stiftländer Teichpfanne oder als „Land der 1000 Teiche“. Im Westen des Stadtgebietes liegt die Waldnaabaue, ein sumpfartiges und unbebautes Gebiet, das im Frühling, bedingt durch die Schneeschmelze, regelmäßig überflutet wird.

Geologie[Bearbeiten]

Granitfelsen in der sogenannten „Großen Teufelsküche“

Das gesamte Stadtgebiet Tirschenreuths ist Teil des nordostbayerischen und westböhmischen Grundgebirges und liegt auf einem Granitplateau, das vor rund 320 Millionen Jahren entstand, als die beiden Urkontinente Laurasia und Gondwana kollidierten und die Bildung eines Gebirges einsetzte.[3] Bei dieser Gebirgsbildung wurden die Gesteine von großen Gebirgsmassen überlagert und durch hohen Druck und enorme Temperaturen metamorph. Ein Teil der Gesteine wurde aufgeschmolzen und lieferte die glutflüssigen Gesteinsschmelzen, aus denen die heutigen Granite entstanden. Die durch diese Prozesse entstandenen Gesteine liegen durch Verwitterung an der Oberfläche. Neben dem vorherrschenden Gestein Granit sind auch Gneis und Glimmerschiefer sowie Phyllit zu finden. Durch Wollsackverwitterung sind rund um Tirschenreuth mehrere bizarre Granitformationen, wie etwa die Teufelsküche oder der Wolfenstein, entstanden.

Durch die Zersetzung feldspatreicher Gesteine sind in der Umgebung rund um Tirschenreuth Tone und auch Kaolin entstanden. Bedeutende Vorkommen des Rohstoffes Kaolin befinden sich bei Schönhaid und bei der Schmelitz, in deren Nähe der Rohstoff noch gefördert wird. Auch nördlich von Tirschenreuth wurde 2011 ein großes Vorkommen entdeckt, das mit rund 95 Millionen Tonnen fast dreimal mehr Kaolin enthält als der Monte Kaolino bei Hirschau.[4]

Ganz in der Nähe, nur wenige Meter hinter der bayerisch-tschechischen Grenze bei Neualbenreuth, befindet sich der Železná hůrka (deutsch: Eisenbühl), dessen letzter Ausbruch mehr als 10.000 Jahre zurückliegt. Der Landkreis Tirschenreuth ist laut Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe neben der Vulkaneifel dennoch eines von zwei Gebieten in Deutschland, die vulkanisch gefährdet sind.[5] Aufgrund der Nähe zum Egergraben, der eine der seismisch aktivsten Regionen Mitteleuropas ist,[6] sind in der Region rund um das Egerland, das Sechsämterland und das Stiftland und somit auch in Tirschenreuth vereinzelt leichte Erdbeben zu spüren.

Klima[Bearbeiten]

Tirschenreuth liegt in der warmgemäßigten Klimazone. Das Klima zeichnet sich durch warme bis heiße Sommer und kalte Winter aus. Die mittlere Jahrestemperatur liegt in Tirschenreuth unter sieben Grad Celsius, die Niederschlagsmenge im Bereich zwischen 700 und 800 Millimetern im Jahr.

Nach der effektiven Klimaklassifikation von Köppen befindet sich Tirschenreuth in der Einteilung Dfb.

  • Klimazone D: Schneeklima
  • Klimatyp f: alle Monate ausreichender Niederschlag
  • Klimauntertyp b: warme Sommer

Die nächstgelegene Wetterstation des Deutschen Wetterdienstes (DWD) befindet sich im Tirschenreuther Ortsteil Lodermühl.

Flächennutzung und Stadtgliederung[Bearbeiten]

Fläche in ha nach Nutzungsart
Stand: 31. Dezember 2011[7]
Gebiet Fläche
Gebäude und Freiflächen 421
Betriebsflächen und Abbauland 41
Erholungsfläche 38
Straßen, Wege und Plätze 314
Landwirtschaftliche Flächen 4.213
Wälder 4.815
Wasserfläche 540
andere Nutzung 10
Gesamtfläche 10.393

Der größte Teil (rund 46 Prozent) des Gemeindegebietes ist mit Wald bedeckt. Damit liegt Tirschenreuth deutlich über dem bayerischen Durchschnitt von rund 35 Prozent, jedoch nur leicht über dem oberpfälzischen von 40,2 Prozent.

Etwa 41,2 Prozent der Gesamtfläche der Stadt werden als Landwirtschaftsfläche genutzt, womit der bayernweite Durchschnitt von 49,3 Prozent und auch der Bezirksdurchschnitt von 43,4 Prozent unterschritten werden.

Überdurchschnittlich ausgeprägt ist vor allem der Anteil der Wasserfläche in Tirschenreuth. Mit 5,2 Prozent überschreitet er den oberpfalzischen Mittelwert von 1,9 Prozent, der seinerseits im bayernweiten Vergleich nur geringfügig unter dem Durchschnitt von 2,0 Prozent liegt.[8] Der hohe Anteil ist auf die vielen Teiche im Gemeindegebiet zurückzuführen, von denen sich nördlich und östlich der Kernstadt mehrere Hundert befinden.

Das Stadtgebiet Tirschenreuth setzt sich aus der eigentlichen Kernstadt und 28 Ortsteilen zusammen, die bei mehreren Gebietsreformen in das Stadtgebiet eingegliedert wurden[9]:

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

An das Stadtgebiet grenzen sieben Städte und Gemeinden, die sich alle im Landkreis Tirschenreuth befinden. Im Norden liegt die Gemeinde Leonberg, östlicher Nachbar ist der Markt Neualbenreuth, die Stadt Bärnau grenzt im Südosten an. Die benachbarten Gemeinden im Süden und Südwesten sind Plößberg und Falkenberg, im Westen und Nordwesten grenzt die Stadt Mitterteich an. Das Stadtgebiet ist mit 66,54 km² und einer Bevölkerungsdichte von 137 Einwohnern pro Quadratkilometer das flächenmäßig größte und nach Mitterteich, das eine Bevölkerungsdichte von 174 Einwohner je km² aufweist, das am zweiten dichtestbesiedelte Gemeindegebiet im Landkreis.

Wappen von Leonberg
Leonberg
9 km
Wappen von Leonberg
Leonberg
9 km
Wappen von Neualbenreuth
Neualbenreuth
17 km
Wappen von Mitterteich
Mitterteich
11 km
Nachbargemeinden Wappen von Mähring
Mähring
18 km
Wappen von Falkenberg
Falkenberg
9 km
Wappen von Plößberg
Plößberg
14 km
Wappen von Bärnau
Bärnau
13 km

Geschichte[Bearbeiten]

Erste Besiedlung und Stadtgründung[Bearbeiten]

Es ist anzunehmen, dass die ersten Siedler im Gebiet Tirschenreuths Slawen waren, die im 7. oder 8. Jahrhundert durch das Eger- und Wondrebtal zogen und sich dort niederließen. Erst von 938 bis 1057 lassen sich erste Spuren menschlichen Aktivitäten nachweisen, als die Babenberger Markgrafen die Herrschaft über Bayern errungen hatten. Zu dieser Zeit begann von Tirschenreuth aus die deutsche Besiedlung des Egerlandes.[10] Das erste Mal urkundlich erwähnt wurde Tirschenreuth in einer Pergament-Urkunde mit dem Siegel des Regensburger Bischofs Heinrich I. von Wolfratshausen im Jahr 1134.

Urkunde von 1134

Der Ort befand sich 1138 im Besitz der Grafen von Leiningen, die ihn wahrscheinlich vom hohenstaufischen Kaiser Konrad III. als Lehen bekommen hatten. Danach besaßen die Herren von Hartenberg Tirschenreuth und später die Grafen von Ortenburg. Ende des 12. Jahrhunderts war die Gegend schon sehr bewohnt und um ein abwechslungsreiches Nahrungsangebot zu schaffen, wurde auf einer Fläche von 150 Tagwerk der obere Stadtteich zur Fischzucht angelegt.[11]

1217 tauschte das Kloster Waldsassen sein Gut Seebarn bei Rötz, dessen Überwachung und Verwaltung aufgrund der großen Entfernung schwierig war, gegen den Gutsbezirk Tirschenreuth mit weiteren kleinen Orten in der Nähe ein.[12] Unter der Herrschaft des Klosters wurde in den Jahren 1217 bis 1219 auf Veranlassung Abt Hermanns der untere Stadtteich durch Abriegelung des Waldnaab-Abflusses angelegt. Dadurch lag Tirschenreuth auf einer Insel, die von zwei großen Teichen umgeben war. Bis zum Jahr 1260 hatte sich das Dorf Tirschenreuth so weit entwickelt, dass es Sitz eines Richters war. Um die Wende vom 13. zum 14. Jahrhundert wurde eine Stadtpfarrkirche an dem Platz erbaut, an dem noch die Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt steht. Rudolf von Habsburg verlieh auf Veranlassung des Abtes Udalrich dem Ort im Jahr 1306 das Recht zur Abhaltung eines Wochenmarktes, wodurch Tirschenreuth zum Markt und die Bewohner eine bürgerliche Gemeinschaft wurden.

Begünstigt durch die Lage des Ortes an der Kreuzung der Handelswege von Regensburg und Nürnberg nach Eger entwickelte sich das Gewerbe. Um das Jahr 1330 ließ der Waldsassener Abt Johann IV. ein burgähnliches Schloss in Tirschenreuth erbauen, das nicht mehr existiert. Zusätzlich wurde die Stadt auf der Ostseite durch eine Stadtmauer mit halbrunden Mauertürmen und zwei Stadttoren befestigt; am südlichen Ende der Mauer entstand der Klettnersturm. Unter dem Abt Johann V. wurde Tirschenreuth 1364 das Stadtrecht verliehen, wodurch Bürgermeister und Rat die Gemeindeverhältnisse selbst ordnen durften, aber dennoch unter der Botmäßigkeit des Kloster standen.[13][14]

Reformationszeit und Dreißigjähriger Krieg[Bearbeiten]

Bei einem großen Brand im Jahr 1613, entstanden im untersten Eckhaus des Marktplatzes, wurde dort beinahe die Hälfte aller Häuser zerstört. Bis hinauf zur Quergasse wurden innerhalb weniger Stunden 24 Wohnhäuser und 22 Nebengebäude zerstört.[15]

Nach dem Ausbruch des Krieges 1618 diente Tirschenreuth oft als Quartier für Truppen unterschiedlicher Heere. Am 16. April 1621 kam der englische Oberst Grey mit mehreren Hundert Mann nach Tirschenreuth und drohte den Bewohnern so lange, bis sie ihm und seinen Männern Unterschlupf gewährten. Die Eindringlinge forderten Essen und Trinken sowie Futter für ihr Vieh von den Tirschenreuthern ohne dafür aufzukommen.[16] Wenig später bezogen auch deutsche Truppen in der Stadt Quartier, um einem feindlichen Einfall aus Böhmen entgegenzukommen. Nach dem siegreichen Vordringen des bayerischen Herzogs Maximilian I. musste sich auch Tirschenreuth seiner Herrschaft unterstellen. Dem Herzog lag daran, die evangelisch-lutherische Oberpfalz wieder an das katholische Bekenntnis zu binden.

Nachdem im Februar 1623 Tirschenreuth in den Besitz von Maximilian I. zu Bayern gekommen war, wurde auch der Katholizismus wieder eingeführt. Von ihm erhielt Tirschenreuth 1628 auch die städtischen Privilegien zurück, die wegen der Ermordung Winsheims entzogen worden waren. 1633 kam es erneut zu einem großen Brand, bei dem mehr als 60 Gebäude zerstört wurden.

Kupferstich von Matthäus Merian: Dürsnreith um 1644

Im März 1648 kam der schwedische General Hans Christoph von Königsmarck mit seiner Truppe nach Tirschenreuth, nachdem er die böhmische Stadt Tachau eingenommen hatte. Er ließ die Stadt besetzen und forderte sie zur Übergabe auf, was von den Bürgern abgelehnt wurde. Nachdem er den Ort zweimal erfolglos angegriffen hatte, zog er ab, um am 6. April 1648 mit zwölf Schwadronen und schwerem Kriegsgerät sowie gefangengenommenen Bauern erneut vor die Stadt zu ziehen. Dieses Mal verzichtete er auf einen Angriff sondern ließ die Bauern den unteren Stadtteich abgraben, der Tirschenreuth zur Verteidigung diente. Die Stadt war nun zur Aufgabe gezwungen und öffnete freiwillig die Stadttore, womit man sich zum dritten Mal in diesem Krieg in schwedischer Hand befand. Die Truppen plünderten die Stadt völlig aus; Tirschenreuth war am Ende des Dreißigjährigen Krieges ein armes Städtchen geworden.

Erneute Herrschaft des Klosters und das 19. Jahrhundert[Bearbeiten]

Tirschenreuth im Jahre 1806

Nach dem Tod des bayerischen Kurfürsten Maximilian I. am 27. September 1651 bestieg sein Sohn Ferdinand Maria den bayerischen Thron. Um eine Neubestätigung des städtischen Freiheiten und Privilegien zu erlangen, die der Stadt 1666 neu bestätigt wurden, unterstellte sich die Stadt Tirschenreuth seiner Herrschaft. Auf Wunsch seines verstorbenen Vaters und auch auf Drängen der Kurie und des Mangels an Geistlichen und Lehrern wurden im Zuge der Rekatholisierung die Oberpfälzer Klöster, darunter auch das Kloster Waldsassen, wieder errichtet. Es erhielt fast seinen gesamten früheren Grundbesitz wieder, war jedoch der Oberhoheit der kurpfälzischen Regierung unterstellt.[17]

Im Jahr 1704 unterlag im Spanischen Erbfolgekrieg der bayerische Kurfürst Maximilian II. Emanuel, der mit Frankreich verbündet war, den kaiserlichen Truppen. Bereits Anfang 1703 rückten österreichische Truppen in das heutige Nordbayern vor und zum Ende des Jahres war die gesamte Oberpfalz durch österreichische Truppen besetzt gewesen. Tirschenreuth diente in den Jahren von 1703 bis 1714 immer wieder den österreichischen Soldaten als Quartier.[18] Als am 23. Juli 1708 die Oberpfalz an Johann Wilhelm von der Pfalz übergeben wurde, bekam Tirschenreuth einen neuen Landesfürsten, der der Bevölkerung bis dahin völlig unbekannt war.

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts war Bayern geprägt durch die Säkularisation, im Zuge derer auch das Kloster Waldsassen aufgelöst und sein Besitz enteignet und an den Staat übertragen wurde. Das Gebiet, dass dem Staat Bayern zukam, umfasste neben der Stadt Tirschenreuth sechs weitere Marktgemeinden sowie mehr als 170 Dörfer, Weiler und Einöden. Die Stadt gehörte von nun an wieder zum Kurfürstentum Bayern, das 1806 im Königreich Bayern aufging, und war nicht mehr geistlicher Herrschaft unterstellt.

Am 30. Juli 1814 ereignete sich der große Stadtbrand von Tirschenreuth, bei dem die Stadt innerhalb weniger Stunden beinahe vollständig abbrannte. Lediglich der Pfarrhof und drei benachbarte, kleine Häuser überstanden den Brand fast unversehrt. Der Brandkatastrophe folgten in den nächsten Jahren Teuerung und Hunger. In der Zeit des Biedermeier und auch den darauffolgenden Jahren blieb Tirschenreuth von Konflikten oder Kriegslasten verschont, die Bevölkerung lebte in einfachen Verhältnissen, zufrieden und feierte Feste.[19]

Der Marktplatz von Tirschenreuth auf einer Postkarte aus dem Jahr 1901

Die Industrialisierung in Tirschenreuth begann in den 1830er Jahren mit der Entdeckung von Kaolin in der Nähe von Wondreb. Dies veranlasste den Geschäftsmann Heinrich Eichhorn mit der Stadt und dem Landgericht über die Errichtung einer Porzellanfabrik zu verhandeln. Nach langwierigen Verhandlungen und dem Widerstand der Bevölkerung gegen das Projekt wurde ihm 1838 die Genehmigung erteilt und an der neuen Straße nach Mitterteich wurde ein neues Fabrikgebäude errichtet, das 1847 um einen weiteren Brennofen erweitert wurde. Die Fabrik wurde 1927[20] von der Lorenz Hutschenreuther AG übernommen.

InIn den 1860er Jahren wurde das Stiftland an das Eisenbahnnetz mit der Eröffnung der Bahnstrecke von Wiesau über Mitterteich nach Eger in den Jahren 1864 beziehungsweise 1865 angeschlossen. Damals wurde Tirschenreuth mit einem Bogen über Wiesau umgangen. Die AG der bayerischen Ostbahnen schloss Tirschenreuth erst 1872 an das Eisenbahnnetz an, indem eine Lokalbahnstrecke von Wiesau nach Tirschenreuth abzweigte, die 1903 bis Bärnau verlängert wurde.

Nationalsozialismus und Zweiter Weltkrieg[Bearbeiten]

Auch in Tirschenreuth waren die Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise zu spüren. Fast zehn Prozent der Bevölkerung waren auf Fürsorge angewiesen, wofür die Stadt fast 100.000 Reichsmark ausgeben musste, also rund ein Fünftel des gesamten Stadthaushaltes. Um den hohen Ausgaben entgegenzuwirken, mussten die Steuern Ende 1930 massiv erhöht werden; außerdem wurden neue Steuern eingeführt.[21] Außerdem verbot der Stadtrat die Einbürgerung von Ausländern, hauptsächlich Arbeitssuchenden aus dem benachbarten Böhmen. Um eine Hungersnot zu verhindern, wurden durch die Stadt kostenlos Kartoffeln und Brennmaterial verteilt; die meisten städtischen Projekte, wie etwa der Bau von Wohnhäusern oder eines Gefängnisses, mussten gestoppt werden.

Ende der 1920er Jahre radikalisierte sich auch die politische Stimmung in Tirschenreuth. So konnte die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP) ihre Stimmen von 1928 bis 1932 beinahe verfünffachen, die Bayerische Volkspartei (BVP) blieb aber dennoch stärkste politische Kraft. Nach den großen Erfolgen der NSDAP bei der Reichstagswahl 1933 hielten die Nationalsozialisten auch bald in Tirschenreuth Einzug. Nach dem Austritt der Stadtratsmitglieder der SPD und der BVP Anfang Juli 1933 bestand dieser nun vollständig aus Nationalsozialisten, mit Ausnahme des ersten Bürgermeisters, gegen den bald darauf ein Amtsenthebungsverfahren eingeleitet wurde, das zunächst scheiterte. Bürgermeister Heinrich Mayer schied erst 1938 aus gesundheitlichen Gründen aus dem Amt, das anschließend von der NSDAP übernommen wurde. Während der Novemberpogrome 1938 wurden auch Geschäfte und Wohnungen jüdischer Geschäftsleute in Tirschenreuth verwüstet. Mit Kriegsbeginn im März 1939 verschlechterte sich auch die Situation in Tirschenreuth. Alle Kraftfahrzeuge, die nicht zur städtischen Versorgung benötigt wurden, und Pferde mussten abgegeben werden. Lebensmittel wurden rationiert und Lebensmittelmarken eingeführt. Schätzungen zufolge kamen rund 250 Tirschenreuther, die in die Wehrmacht eingezogen worden waren, im Krieg ums Leben.[22]

Nur rund 25 km entfernt von Tirschenreuth befand sich das Konzentrationslager Flossenbürg

Von Kriegszerstörungen blieb Tirschenreuth im Zweiten Weltkrieg verschont. Im Dezember 1944 explodierten lediglich einige Fliegerbomben in der Nähe von Rothenbürg; diese richteten aber keinen Schaden an. Gegen Endes des Krieges trafen auch immer mehr Kriegsflüchtlinge in Tirschenreuth ein, die in städtischen Einrichtungen und Lazaretten untergebracht und versorgt wurden. Ende des Jahres 1944 bekam die Bevölkerung von Tirschenreuth zum ersten Mal KZ-Häftlinge zu sehen. Als in der Nähe von Bayreuth ein Zug mit Häftlingen entgleiste, die ins Konzentrationslager Flossenbürg gebracht werden sollten, wurde diese von der SA nach Tirschenreuth getrieben und von dort weiter nach Flossenbürg gebracht.

Im April 1945 rückten die Alliierten ins Stiftland vor und nahmen zuerst den Markt Konnersreuth unter Beschuss, in dem sich noch Einheiten der Wehrmacht und der SS aufhielten. Am Abend des 20. April 1945 wurde in Tirschenreuth beschlossen, den vorrückenden amerikanischen Truppen keinen Widerstand zu leisten. In der Folge wurde der städtische Volkssturm aufgelöst, die Panzersperren wurden beseitigt und alle Waffen in der Stadt eingesammelt. Kurz vor dem Eintreffen der amerikanischen Besatzer am 21. April wurde Tirschenreuth ohne Wissen des Oberkommandos der Wehrmacht in Bayreuth durch den Wehrmachtsstandortältesten als Lazarettstadt ausgewiesen und man signalisierte so, dass in der Stadt keine Waffen gelagert waren. Am 21. April 1945 um kurz nach 16:30 Uhr wurde die Stadt ohne Kampfhandlungen durch amerikanische Truppen besetzt.[23]

Nachkriegszeit und Gegenwart[Bearbeiten]

Der untere Marktplatz während der Umgestaltung im Juli 2008

Mitte des 20. Jahrhunderts erlebte der Bahnverkehr in Tirschenreuth seinen Höhepunkt. Seitdem nahm die Auslastung auf der Strecke zwischen Wiesau und Bärnau stetig ab. Am 28. Februar 1975 wurde der Personenverkehr zwischen Tirschenreuth und Bärnau eingestellt und die Schließung des Abschnitts zwischen Wiesau und Tirschenreuth folgte am 22.September 1989 mit der letzten Fahrt einer VT 98. Tirschenreuth ist seitdem eine der wenigen bayerischen Kreisstädte ohne Bahnanschluss. Die Gleise auf der ehemaligen Bahnstrecke wurden in den letzten Jahren zwischen Wiesau und Bärnau komplett abmontiert und durch einen Fahrradweg ersetzt.[24]

In den 1990ern musste Tirschenreuth einen großen wirtschaftlichen Rückschlag verkraften. 1994 gab die Lorenz Hutschenreuther AG die Porzellanfabrik in der Bahnhofstraße in Tirschenreuth auf; die endgültige Schließung des Werkes folgte im Jahr darauf. Nach über 150 Jahren der Porzellanherstellung, durch die die Stadt bekannt geworden ist, endete damit das traditionsreiche Handwerk in Tirschenreuth. Nachdem es einige Jahre nach der Schließung einen Brand in dem Fabrikgebäude gab, wurde es abgerissen und durch ein Einkaufszentrum ersetzt.

2004 wurde Tirschenreuth in das Förderprogramm Stadtumbau West aufgenommen und hat seitdem mehrere städtische Umbauprojekte getätigt. Das bisher größte Projekt war die Neugestaltung des Stadtzentrums, das der gut 10.000 Quadratmeter große Marktplatz bildet. Zwischen 2007 und 2009 investierte die Stadt rund 4,5 Millionen Euro in die Umgestaltung des Platztes.[25] Da die Neugestaltung in der Bevölkerung umstritten war, wurde sie erst durch einen Bürgerentscheid endgültig beschlossen.

Nachdem sich Tirschenreuth bereits für die Landesgartenschau 2007 beworben hatte und gescheitert war, erhielt die Stadt den Zuschlag für die kleine Landesgartenschau 2013, die von Mai bis August 2013 stattfand. Mittelpunkt der Gartenschau war der teilweise wieder angelegte, rund sechs Hektar große Stadtteich. Seitdem steht die Fischhofbrücke, nach über 200 Jahren, wieder im Wasser und überquert nicht mehr wie bisher eine Wiese. Rund um den Teich herum sind Grünflächen entstanden; für den Bau eines Hotels und eines Restaurants wurden die Gebäude der ehemaligen Brauerei Schels abgerissen.

Bedeutung des Ortsnamens[Bearbeiten]

Die Endung -reuth kennzeichnet Tirschenreuth als einen Ort, der durch Waldrodungen entstanden ist. Tirschen ist wahrscheinlich durch Lautverschiebungen aus dem Namen des Turso entstanden, der als Stadtgründer gilt (vgl. Lokator).

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bevölkerungsstruktur[Bearbeiten]

Stadtpfarrkirche
Altersstruktur
Alter von–bis Einwohnerzahl Anteil (%)
0 – 3 205 2,2
3 – 5 204 2,2
6 – 14 724 7,9
15 – 17 302 3,3
18 – 24 758 8,3
25 – 29 469 5,1
30 – 39 945 10,3
40 – 49 1.449 15,8
50 – 64 1.967 21,5
65 – 74 1.048 11,4
über 75 1.083 11,8
Gesamt 9.154 100,0
Bevölkerungsstruktur
Bevölkerung Stand 9. Mai 2011
Einwohner 9.154
davon männlich 4.404
davon weiblich 4.750
Deutsche 8.877
davon männlich 4.279
davon weiblich 4.598
Ausländer 277
davon männlich 125
davon weiblich 152
Ausländeranteil in Prozent 3,0

Quelle: Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Tirschenreuth hat rund 9.100 Einwohner, war um 1900 aber noch eine überschaubare Stadt mit etwa der halben Einwohnerzahl. Ein wesentlicher Schub in der Einwohnerentwicklung ergab sich während und nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs, als viele Flüchtlinge aus den früheren Gebieten des Deutschen Reiches, vor allem dem Sudetenland, aufgenommen wurden. Betrug die Einwohnerzahl Tirschenreuths vor dem Krieg (1936) noch 5.502, so stieg sie nach Kriegsende (1945) auf 8.264 an, darunter waren mehr als 2.300 Flüchtlinge, Evakuierte und Ausländer.[26] Die Eingemeindung zahlreicher kleinerer Ortschaften im Umkreis der Stadt (s. o.) brachte in den 1970er Jahren eine weitere Zunahme. Die Volkszählung 2011 ergab zum Stichtag am 9. Mai 2011 für Tirschenreuth eine Bevölkerungsanzahl von 9.154[27] Personen, und korrigierte somit die Fortschreibung des Bayerischen Landesamtes für Statistik und Datenverarbeitung, das zum 31. Dezember 2011 von einer Bevölkerungszahl von 9.072 Einwohnern ausging, rückwirkend nach oben.

Jahr Einwohner[28]
1644 195
1800 1.100
1809 1.744
1820 1.936
1840 2.279
1860 2.390
1871 2.462
Jahr Einwohner[28]
1890 3.104
1900 3.959
1910 4.880
1920 4.753
1930 5.611
1940 5.502
1960 7.677
Jahr Einwohner[28]
1961¹ 7.913
1970¹ 8.271
1980 9.435
1990 9.929
1991 10.026
1992 10.022
1993 10.008
Jahr Einwohner[28]
1994 9.921
1995 9.984
1996 9.903
1997 9.869
1998 9.767
1999 9.796
2000 9.686
Jahr Einwohner[28]
2001 9.507
2002 9.495
2003 9.452
2004 9.449
2005 9.383
2006 9.284
2007 9.274
Jahr Einwohner[28]
2008 9.188
2009 9.149
2010 9.099
2011¹ 9.154
2012 9.065

¹ Volkszählungsergebnis

Bevölkerungsprognose

Die Bertelsmann-Stiftung, Wegweiser Demographischer Wandel, liefert Daten zur Entwicklung der Einwohnerzahl von 2959 Kommunen in Deutschland (Publikation Januar 2006).

Für Tirschenreuth wird ein Absinken der Bevölkerung zwischen 2006 und 2025 um 10,6 Prozent vorausgesagt.[29] Prognose der absoluten Bevölkerungsentwicklung von 2006 bis 2025 für Tirschenreuth (Hauptwohnsitze):

Jahr Einwohner
2006 9.284
2010 9.060
2015 8.779
2020 8.524
2025 8.299

Religionen[Bearbeiten]

Der weitaus überwiegende Teil der Tirschenreuther Bevölkerung ist römisch-katholischen Glaubens, zu dem sich 82,5 Prozent der Einwohner bekennen. Die katholische Gemeinde ist nach der Mariä Aufnahme in den Himmel benannt und über mehrere Kirchen in der Stadt und den Ortsteilen. Tirschenreuth ist Sitz des Dekanats Tirschenreuth, das zusammen mit dem Dekanat Kemnath-Wunsiedel eine Region innerhalb des Bistums Regensburg bildet. Die zweitgrößte Glaubensgemeinschaft bildet die Evangelisch-Lutherische Kirche, der 8,3 Prozent der Bevölkerung angehören und deren einziges Gotteshaus die Erlöserkirche ist. Die evangelische Kirchengemeinde Tirschenreuths gehört zum Evangelisch-Lutherischen Dekanat Weiden in der Oberpfalz. Insgesamt 9,1 Prozent gehören anderen Religionsgemeinschaften an oder machten keine Angaben über die Religionszugehörigkeit.

Politik[Bearbeiten]

Stadtrat[Bearbeiten]

Der Stadtrat besteht aus 20 Mitgliedern und wird im Zuge der Kommunalwahl alle sechs Jahre zusammen mit dem Bürgermeister gewählt. Bei der letzten Wahl am 16. März 2014 waren 7.488 Personen wahlberechtigt, von denen 4.829 von ihrem Wahlrecht Gebrauch machten. Die Wahlbeteiligung lag bei 64,49 Prozent.[30]

Stadtrat von Tirschenreuth: Wähleranteil und Sitze seit 2002
Wahlperiode
Christlich-Soziale Union in Bayern
Freie Wähler
SPD
WGU
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Rat
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2002–2008 48,08 10 23,81 5 19,54 4 8,57 1 - - 20
2008–2014 50,21 10 25,12 5 14,32 3 10,35 2 - - 20
2014–2020 48,24 10 27,48 5 9,75 2 7,90 2 6,62 1 20
Quellen: Radio Ramasuri (radio ramasuri.de) und das Bayerische Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung.

Bürgermeister[Bearbeiten]

Seit der Wahl im Jahr 2002 ist das CSU-Mitglied Franz Stahl Bürgermeister der Stadt Tirschenreuth, er bekam bei der Stichwahl 53,99 Prozent der Wählerstimmen. Bei der letzten Wahl 2008 wurde er mit 66,92 Prozent aller Stimmen wiedergewählt.

Sein Vorgänger war Franz Fink von der SPD.

Wappen und Flagge[Bearbeiten]

Die Blasonierung des Tirschenreuther Wappens lautet: „Geteilt von Blau und Silber; oben über einer goldenen Zinnenmauer mit Tor und beiderseits je einem goldenen Turm die stehende goldene Figur eines Abtes mit Mitra, Krummstab und Buch; unten auf grünem Boden zwischen zwei grünen Laubbäumen ein grün gekleideter Mann, der mit einer Haue rodet.“[31]

Das älteste bekannte Siegel Tirschenreuths stammt aus dem Jahr 1364.[32] Die Stadt erhielt in diesem Jahr durch Abt Johann V. des Klosters Waldsassen die Stadtrechte, und mit diesem auch ein Stadtsiegel. In diesem wird, damals wie heute, die Herrschaft des Klosters über Tirschenreuth zum Ausdruck gebracht. Das Siegel zeigte eine Zinnenmauer mit offenem Tor, die mit zwei viereckigen Türmen mit Spitzhelmen versehen ist. Über dem Tor steht ein Abt mit Mitra, Krummstab und Buch. Im unteren Teil sieht man den Ortsgründer Turso mit der Hacke, der die Fläche rodete, auf der Tirschenreuth erbaut wurde. Als Inschrift am Rand ist der lateinische Spruch Sigillium civium in Tursenreut überliefert. Dieses Siegel ist auf mehreren Dokumenten aus dem 15., 16. und 17. Jahrhundert überliefert. Neben diesem Siegel ist aus Dokumenten und Urkunden aus dem 16. Jahrhundert ersichtlich, dass Tirschenreuth auch ein kleines Siegel verwendete. Es war nur rund halb so groß wie das große Stadtsiegel, trug die Inschrift Secretum civium Tursenreut und zeigte lediglich einen Mann in bäuerlicher Kleidung.

Das heutige Wappen beinhaltet dieselben Symbole wie das Siegel aus dem Jahr 1364, es wurden lediglich kleinere Veränderungen in der Darstellung vorgenommen. Das Wappen ist seit dem von Abt Johannes V. im Jahr 1364 verliehenen großen Stadtsiegel bezeugt und wurde 1966 durch den Stadtrat und das Staatsministerium des Innern neu bestätigt.[33]

Die Flagge der Stadt ist eine einfache, horizontal zweigeteilte Flagge in den Stadtfarben gelb (oben) und grün (unten).[34] Der Banner ist gelb-grün längsgestreift und hat in der Mitte das Stadtwappen.

Partnerschaften[Bearbeiten]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Die Tirschenreuther Städtepartnerschaften
Stadtwappen von La Ville-du-Bois La Ville-du-Bois Frankreich 2001 Frankreich
Stadtwappen von Planá
Planá u Mariánských Lázní Tschechien 2008 Tschechische Republik
Stadtwappen von Lauf an der Pegnitz
Lauf an der Pegnitz Deutschland 2011 Deutschland

Die erste der Tirschenreuther Städtepartnerschaften wurde im Jahr 2001 vereinbart. Erste Partnerstadt wurde die französische Stadt La Ville-du-Bois im Département Essonne nur wenige Kilometer südlich der französischen Hauptstadt Paris. Offiziell schlossen die Städtepartnerschaft am 17. November 2001 der damalige Bürgermeister Franz Fink und der Bürgermeister von La Ville-du-Bois.[35] Zum Aufbau und zur Vertiefung der Beziehungen beider Städte wurde der Partnerschaftsverein AMITIÉ (deutsch: Freundschaft) gegründet, der regelmäßig Austauschprogramme organisiert.

Eine besondere Partnerschaft wurde im November 2004 in Karlsbad in Tschechien von acht Städten und Gemeinden in Europa unterzeichnet. Die Kaolinstädtepartnerschaft verbindet Orte, die in besonderer Beziehung zum Rohstoff Kaolin stehen. Mitglieder sind die Städte Hirschau, Königswartha, Mügeln, Schnaittenbach, die ehemalige Gemeinde Sornzig-Ablaß und Tirschenreuth in Deutschland, Nová Role in Tschechien sowie Nowogrodziec in Polen.[36]

Eine weitere Partnerstadt ist das nur etwa 30 Kilometer entfernte Planá u Mariánských Lázní in Tschechien. Die Partnerschaftsurkunde wurde am 5. Juni in Tirschenreuth und am 6. Juni 2008 in Planá unterzeichnet. Von Tirschenreuth aus werden regelmäßig Fahrten in die Partnerstadt angeboten. Im Juni findet jährlich eine Wallfahrt zur Wallfahrtskirche St. Anna in Planá statt, einer bedeutenden Wahlfahrtsstätte im westböhmischen Raum.

Das jüngste Partnerschaftsabkommen besteht mit der mittelfränkischen Stadt Lauf an der Pegnitz. Die Beziehungen zwischen Lauf an der Pegnitz und Tirschenreuth begannen bereits in den 1970er Jahren, als beide Städte in einer Quizsendung des Bayerischen Rundfunks gegeneinander antraten.[37] Daraus entwickelte sich eine jahrzehntelange Städtefreundschaft, die am 3. Juni 2011 durch eine Städtepartnerschaft vertieft wurde.

Patenschaften[Bearbeiten]

Eine besondere Patenschaft hat die Stadt Tirschenreuth am 12. November 1953 übernommen, als die Stadt Pate des Heimatkreises Plan-Weseritz wurde. Dieser vertritt die ehemaligen Bewohner des früheren politischen Bezirkes Plan-Weseritz in der Tschechoslowakei. Neben dem Egerländer Musikantenbrunnen, der vom Heimatverein Plan-Weseritz 1984 der Patenstadt Tirschenreuth gestiftet wurde, wurde dem Heimatkreis auch einer der fünf Themenbereiche im Museumsquartier gewidmet.[38]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Kino und Theater[Bearbeiten]

Im Gewerbegebiet Ost steht das Multiplex-Kino Cineplanet. Es verfügt über sieben Kinosäle mit 46 m² großen Leinwänden und bietet Platz für insgesamt 736 Personen.[39] Das kleine Luitpold Theater befindet sich in zentraler Lage am Stadtkern. Bis vor einigen Jahren war in dem Gebäude ein Kino. Zuletzt wurde es als Spielstätte des Modernen Theaters Tirschenreuth und für Kabarettveranstaltungen genutzt. Zurzeit ist dort allerdings kein Spielbetrieb möglich, da umfassende Renovierungs- und Umbaumaßnahmen durchgeführt werden müssen. Die Theaterveranstaltungen des Modernen Theaters [40] und der Stadt Tirschenreuth finden im Kultur- und Veranstaltungszentrum Kettelerhaus Tirschenreuth statt.

Museen[Bearbeiten]

Das Oberpfälzer Fischereimuseum

Das Museumsquartier Tirschenreuth (MQ) besteht aus dem Oberpfälzer Fischereimuseum, dem Touristeninformationszentrum, dem Haus am Teich, dem rekonstruierten Klostergarten und dem sanierten Alten Kloster. Ein unterirdischer Gang verbindet das Alte Kloster und das Fischereimuseum miteinander.[41] Einer der sechs Themenbereiche, die im ehemaligen Kloster präsentiert werden, ist das Porzellan, für das Tirschenreuth seit 1938 bekannt war; das Museum befindet sich auch an der Bayerischen Porzellanstraße. Weitere Bereiche sind die Stadtgeschichte und die traditionelle Teichwirtschaft in der Stiftländer Teichpfanne sowie der Heimatkreis Plan-Weseritz. Neben einer Krippenausstellung informiert das Museum auch über die berühmteste Persönlichkeit der Stadt, den bayerischen Sprach- und Mundartforscher Johann Andreas Schmeller.

Das 1982 eröffnete Oberpfälzer Fischereimuseum befindet sich in der Regensburger Straße an der Stelle, an der bis zum 19. Jahrhundert das Tirschenreuther Schloss stand. Themenbereiche sind unter anderem die Flussfischerei, die Teichwirtschaft und die Angelfischerei. Dokumentiert ist auch die Geschichte der Fischerei im Raum Tirschenreuth vom 11. Jahrhundert bis in die heutige Zeit. Im Museum zeigen vier große Aquarien einheimische Fische wie Karpfen und Forellen in ihrer natürlichen Umgebung.

Bauwerke[Bearbeiten]

Kirchen und Kapellen[Bearbeiten]

Die Dreifaltigkeits-Säule, im Hintergrund die Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt

Die Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt am nördlichen Ende des Marktplatzes ist der größte katholische Kirchenbau der Stadt. Er stammt vermutlich aus der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts und ist im Stil der Gotik erbaut. Eine Besonderheit der Kirche ist ihr Flügelaltar aus der Zeit der Spätgotik, der einzige seiner Art in der Oberpfalz.[42] Der Sakralbau wurde mehrmals durch Brände oder Kriege zerstört, so auch bei den beiden Stadtbränden 1475 und 1814. Anfang des 18. Jahrhunderts wurde südlich neben dem 46 Meter hohen Kirchturm, eine Gnadenkapelle mit dem Gnadenbild der Schmerzhaften Muttergottes angebaut. Heute ist nur noch der Chorraum der Kirche gotisch, das übrige Gebäude ist in barockem Stil gehalten.

Die älteste Kirche in Tirschenreuth ist die Alte Sankt-Peter-Kirche, deren Vorgängerbau vermutlich bereits im 11. Jahrhundert entstanden ist. Urkundlich erwähnt wurde sie schon 1130 und war bis zum Beginn des 14. Jahrhunderts die Pfarrkirche Tirschenreuths.[43] Im Spätmittelalter und im 18. Jahrhundert wurde die Kirche mehrmals umgebaut und erweitert.

Im Jahr 1963 von den Steyler Missionaren erbaut, ist die Neue Sankt-Peter-Kirche die jüngste Kirche Tirschenreuths. Sie ist nur wenige Meter von der Alten Sankt-Peter-Kirche entfernt und trägt das Patrozinium der Dreifaltigkeit. Der Grundriss der Kirche ist ein Sechseck, das Symbol der Allmacht Gottes. Obwohl sie erst rund 50 Jahre alt ist, gehört die Neue Sankt-Peter-Kirche zu den denkmalgeschützten Bauwerken.

Die Erlöserkirche ist die einzige evangelische Kirche Tirschenreuths

Die kleine Fatimakirche am Luitpoldplatz wurde in der Mitte des 19. Jahrhunderts als Klosterkirche Sankt Kunigund für das benachbarte Kloster der Armen Schulschwestern von Unserer Lieben Frau erbaut. Das Kirchenbauwerk im neugotischen Stil wurde bis zur Aufgabe des Klosters im Jahr 1979 von den Schulschwestern genutzt und anschließend renoviert, auch ihren heutigen Namen erhielt sie in dieser Zeit. An der Nordseite der Kirche erklingt ein Glockenspiel viermal am Tag.

Auf dem Stadtfriedhof steht die Friedhofskirche St. Johannis, erbaut in den Jahren 1594 bis 1596. Die über die Jahrhunderte baufällig gewordene Kirche ließ der gebürtige Tirschenreuther Tuchmacher Johann Georg Neber 1783 neu errichten. In den 1970er Jahren befand sie sich erneut in schlechtem Zustand und wurde renoviert. An der Rückseite befindet sich innen seit 2006 wieder der 1939 geschaffene und aus 29 verschiedenen Tafeln bestehende Totentanz.

An der Äußeren Regensburger Straße steht die Erlöserkirche, die einzige evangelische Kirche der Stadt. Im Jahr 1904, erwarb die evangelische Gemeinde die Gaststätte zur Turnhalle mit dem angrenzenden Tanzsaal, um dort ein Gotteshaus einzurichten. Bis in die 1960er Jahre hatte die Kirche nur ein kleines Türmchen auf dem Dach, erst 1964 wurde nördlich des Gebäudes ein Kirchturm angefügt.

Im Stadtgebiet gibt es sieben Kapellen. Die Fischhofkapelle ist eine Rokokokapelle in Form eines Rundturmes, sie wurde um das Jahr 1715 an den Fischhof angebaut. Auf einem Rokokogitter befindet sich das Wappen des Waldsassener Abtes Wigand Deltsch. Seit der Aufhebung des Klosters 1803 wird die Kapelle nicht mehr genutzt. Die Murschrottkapelle ist eine kleine Wallfahrtskapelle in der Nähe des Friedhofs, die Anfang des 20. Jahrhunderts über der Murschrottquelle errichtet wurde. Die Wallfahrt zu dieser Kapelle hat ihren Ursprung im Jahr 1692.[44] Weitere Kapellen sind die Vorholzkapelle, die Sägmühlkapelle, die Schirmerkapelle und die Mieskapelle.

Weitere Bauten[Bearbeiten]

Der Klettnersturm ist der letzte Rest der ehemaligen Stadtbefestigung
Das Tirschenreuther Rathaus am oberen Marktplatz

Der Fischhof östlich der Altstadt beherbergt heute das Amtsgericht von Tirschenreuth. Erbaut durch den Abt des Klosters Waldsassen im Jahr 1219, stand der Gebäudekomplex jahrhundertelang inmitten des oberen Stadtteiches. Der Fischhof diente dem Kloster als Zehnthof, in dem das Korn, das das Kloster von den Bauern erhielt, gelagert wurde. Das Gebäude, das ursprünglich durch eine Holzbrücke mit dem Land verbunden war, diente auch als herzogliche Residenz der Kurfürsten und als Sommersitz der Äbte. Während des Dreißigjährigen Krieges wurde die Grangia Vischhove von den Schweden niedergebrannt und 1689 in der jetzigen Form wiederaufgebaut.[45] Die Türen aus der Barockzeit sind ebenso wie die Räume noch vorhanden und wurden renoviert.[46] Im Obergeschoss befindet sich die barocke Kapelle der Heiligen Stanislaus und Aloysius.

Der Fischhof und die Fischhofbrücke, die seit 2011 wieder im Wasser steht

Das Tirschenreuther Rathaus wurde 1582 bis 1583 im Renaissancestil erbaut. Es befand sich lange Zeit in der Mitte des oberen Marktplatzes und wurde zur Erleichterung des Verkehrs in die Häuserzeile am oberen Marktplatz versetzt. Beim Stadtbrand im Jahr 1814 blieb von dem Gebäude nur die Vorderseite mit dem Renaissance-Erker stehen. Der Erker ist vorne mit dem Wappen der Kurpfalz und dem Waldsassener Klosterwappen geschmückt; an den beiden Schmalseiten befinden sich weitere vier Wappen, bei denen es sich vermutlich um die bürgerlichen Wappen der damaligen Bürgermeister aus dem Jahr 1583 handelt.

In Süden der Altstadt steht der Klettnersturm, der letzte verbliebene und sichtbare Rest der ehemaligen Stadtbefestigung. Der im Jahr 1330 durch Abt Johann IV. des Klosters Waldsassen erbaute Turm am südlichen Ende der Stadtmauer diente der Stadt als Wehrturm. Auf Anordnung des Stadtmagistrats wurde der Klettnersturm 1529 unter Mitarbeit der Bürger um zwei Stockwerke erhöht und hat seitdem eine Höhe von 33 Metern. Namensgeber des Wehrturms war eine Familie namens Klettner, die 1615 die Turmstube bezog und den Turm lange Zeit bewohnte.[47] Seit 1972 ist der Klettnersturm nicht mehr bewohnt.

Der Pfarrhof an der Nordseite der Kirchplatzes ist eines der wenigen Gebäude in Tirschenreuth, die vom großen Stadtbrand 1814 verschont blieben. Erbaut durch Abt Anselm vom Kloster Waldsassen zwischen 1720 und 1722, ist das an einem Hang errichtete Pfarrhaus eines der letzten Zeugen der barocken Bebauung der Tirschenreuther Altstadt vor dem Stadtbrand.[48] Im 19. Jahrhundert beherbergte das Gebäude zuerst das königliche Landgericht und anschließend das königliche Bezirksamt.

Das Zentrum der Stadt bildet der gut zehntausend Quadratmeter große Tirschenreuther Marktplatz. Den gut 230 Meter langem Platz zieren bereits seit den 1830er Jahren zwei Reihen von Kastanienbäumen und jeweils auf der unteren und der oberen Hälfte des Platzes ein Brunnen. Auf dem rechteckigen Maximilanplatz, so der offizielle Name des Platzes, finden viele Märkte und andere städtische Veranstaltungen statt. Hier befinden sich auch zahlreiche denkmalgeschützte Gebäude, ein Denkmal für Johann Andreas Schmeller sowie die Dreifaltigkeits-Säule. Der Marktplatz bildet neben dem TEO-Einkaufszentrum den größten Einzelhandelsstandort der Stadt mit vielen Geschäften und Gaststätten. Zwischen 2007 und 2009 erfolgte nach einem positiven Bürgerentscheid eine Umgestaltung des Platzes.

Im Stadtgebiet Tirschenreuth gibt es auch zwei historische Steinbrücken. Die bekanntere ist die Fischhofbrücke, die zum Fischhof führt. Erbaute wurde sie von 1748 bis 1750 durch den Waldsassener Baumeister Philipp Muttone und ist der Steinernen Brücke in Regensburg nachempfunden.[49] Im Rahmen der kleinen Landesgartenschau 2013 wird die Fischhofbrücke, nachdem sie 200 Jahre lang trockengelegt war, wieder über einen Teich führen. Die andere ist die Johannisbrücke, die den kleinen Mühlbach überquert. Sie wurde wie die Fischhofbrücke vom Kloster Waldsassen errichtet.

Die Fronfeste, in der die Polizeiinspektion untergebracht ist, ist Teil des ehemaligen Tirschenreuther Schlosses. Das Gebäude steht unter Denkmalschutz.

Naturdenkmäler[Bearbeiten]

Granitfelsen in der Großen Teufelsküche

Die Stadt Tirschenreuth ist umgeben von ausgedehnten Waldflächen. Direkt an die Stadt grenzt im Norden und Westen die Stiftländer Teichpfanne. Die meisten der Teiche werden noch für die Karpfenzucht verwendet. Im Südwesten der Stadt nahe dem Ortsteil Rotenbürg liegt der Rothenbürger Weiher, ein großer Badeweiher.

Im Nadelwald bei Pilmersreuth an der Straße befindet sich die Teufelsküche. Das von Granitfelsen umgebene Bachtal ist ein beliebtes Wanderziel.

Der Wolfenstein ist eine einzeln stehende Felsformation nahe Hohenwald. Die Granitblöcke sehen durch Wollsackverwitterung wie aufeinandergestapelte Säcke aus.

Sport[Bearbeiten]

Freibad Tirschenreuth

Ältester Sportverein Tirschenreuths ist die Schützengesellschaft 1549. Noch vor Beginn des 20. Jahrhunderts bildeten sich der Sportverein ATSV Tirschenreuth (1895) und der Männergesangsverein 1886.[50] Im Jahr 1995 entstand der Tirschenreuther Schwimm-Club, welcher zusammen mit dem Partnerverein SV 08 Auerbach der Schwimmgemeinschaft (SG) Nordoberpfalz angehört und auf regionaler, überregionaler, bundesdeutscher und internationaler Ebene erfolgreich ist. Die Damen- und Herrenmannschaften der SG Nordoberpfalz schwimmen in der Landesliga Bayern. 1997 wurde die Turngemeinschaft 1997 e. V. gegründet. Drei Fußballvereine sind in Tirschenreuth ansässig ['FSV Tirschenreuth'(Kreisliga Marktredwitz), FC Tirschenreuth(Bezirksliga Oberfranken Ost) und ATSV Tirschenreuth (Kreisklasse Stiftland)] . In der Handballbezirksliga ist der Handballclub Tirschenreuth vertreten. Im Westen der Stadt befindet sich ein vom Segelflug-Club Stiftland genutzter Segelflugplatz.

In Tirschenreuth existieren ein Freibad und ein Hallenbad. Das Freibad hat etwa 2400 Quadratmeter Wasserfläche, verteilt auf drei Becken. Es verfügt außerdem über einen 10 Meter hohen Sprungturm, eine 86 Meter lange Wasserrutsche und ein Kinderplanschbecken. Das Hallenbad hat nur ein Wasserbecken. Die größte Sportanlage ist der vor einigen Jahren neu angelegte FC-Sportpark. Außerdem gibt es zwei Reitanlagen und zwei Tennisanlagen. Für Jugendliche ist eine Skatebahn vorhanden.

Parks und Gedenkstätten[Bearbeiten]

Vor einigen Jahren wurde nördlich des Marktplatzes die Fläche rund um den Mühlbach aufbereitet und ein neuer Stadtpark mit Spielplatz und einem Stadtteich angelegt. Neben der Umgehungsstraße befindet sich ebenfalls ein kleiner Park mit Spielplatz und Teich.

Ein steinernes Kriegerdenkmal auf dem Gelände der Johann-Andreas-Schmeller-Hauptschule erinnert an die gefallenen Tirschenreuther im Ersten und Zweiten Weltkrieg.

Regionale Kulinarische Spezialitäten[Bearbeiten]

Die Zoiglstube „Zum Boderfuchs“ in der Hospitalstraße

Besonders bekannt sind Tirschenreuth und das umgebende Stiftland für seine Karpfen. Fast 95 Prozent aller Teiche im Landkreis Tirschenreuth werden für die Karpfenzucht genutzt.[51] Der Oberpfälzer Karpfen als Begriff ist durch die Europäische Union ein geschützter Begriff. So gibt es zahlreiche verschiedene Rezepte für die Zubereitung des Karpfen. Ein in der nördlichen Oberpfalz traditionell verbreitetes alkoholisches Getränk ist der Zoigl, ein untergäriges Bier, das hell oder dunkel gebraut und normalerweise in einem Kommunbrauhaus hergestellt wird. Das Tirschenreuther Kommunbrauhaus wurde vermutlich in den 1940er Jahren abgerissen.[52]

Regelmäßig wiederkehrende Veranstaltungen[Bearbeiten]

Der Tirschenreuther Faschingsumzug, der Zuschauer aus der Stadt und dem Umland anlockt, wird jedes Jahr Mitte Februar veranstaltet. Das Volksfest findet jährlich Anfang Juni circa eine Woche auf dem Festplatz in der Franz-Heldmann-Straße statt.

Jede Woche am Donnerstag gibt es einen kleinen Wochenmarkt auf dem Oberen Marktplatz. Einmal im Jahr, im Oktober, werden zur Kirwa (Kirchweih) auf dem Marktplatz zahlreiche Verkaufsstände aufgebaut. Ein Ostermarkt findet im Frühling und ein Bauernmarkt im Herbst statt.

In Abständen von fünf Jahren wird die Tirschenreuther Passion aufgeführt, die in den Jahren 1997, 2000, 2005 und 2010 unter der Regie von Johannes Reitmeier stattfand. Der nächste Termin ist 2015. 2020 ist Tirschenreuth Gastgeber der Europassion.

1994 und 2007 wurde das historische Schauspiel Winsheims Tod aus der Stadtgeschichte aufgeführt.

Ab 2014 soll im Abstand von fünf Jahren der Oberpfälzer Jedermann gegeben werden. Natürlich unter der bewährten Leitung von Regisseur Johannes Reitmeier.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Straßen- und Flugverkehr[Bearbeiten]

Die Bundesstraße 15 südlich von Tirschenreuth; daneben der Radweg auf der ehemaligen Bahnstrecke nach Bärnau

Die Bundesstraße 15 beginnt in Raubling im Landkreis Rosenheim und endet nach rund 380 Kilometern Länge bei Hof (Saale) in der Autobahn 93. Die B 15 wurde nördlich und südlich von Tirschenreuth größtenteils durch die Bundesautobahn 93 ersetzt, sie weist lediglich im Landkreis Tirschenreuth einen anderen Streckenverlauf auf, um Tirschenreuth zu durchqueren. Die Bundesstraße verlässt die Autobahn in der Ausfahrt Neustadt an der Waldnaab und führt so in nördlicher Richtung nach Tirschenreuth. In der Autobahnausfahrt Mitterteich Süd mündet sie erneut in die A 93 und verlässt deren Verlauf erst bei Hof (Saale). Bis Anfang der 1990er Jahre führte die B 15 mitten durch das Stadtzentrum Tirschenreuths hindurch. Wegen des hohen Verkehrsaufkommens, der Verkehrsbelastung auf dem Marktplatz, über den der Streckenverlauf führte, sowie die Unfallgefahr speziell in den engen Straßen rund um den Marktplatz entschied man sich, die Bundesstraße am Marktplatz vorbei zu leiten und eine Umgehungsstraße zu bauen. Statt jedoch die Bundesstraße vollständig an der Stadt vorbei zu führen, umgeht sie nun lediglich den Süden der Stadt und den Marktplatz, um neben der Postfiliale in die Bahnhofstraße und die Mitterteicher Straße zu münden. Von dort aus führt sie unverändert weiter nach Mitterteich, wo sie in die Autobahn 93 mündet.

Durch Tirschenreuth verlaufen zwei verschiedene Staatsstraßen. Die Staatsstraße 2167 führt von Falkenberg über die Kreisstadt nach Mähring und weiter zur tschechischen Grenze, von wo aus sie nach Planá u Mariánských Lázní verläuft. Die Staatsstraße 2173 beginnt südlich der Stadt und verläuft anschließend nach Bärnau und von dort aus in die Tschechische Republik nach Tachov.

Aufgrund seiner abgelegenen Lage unweit der Grenze zu Tschechien verfügt Tirschenreuth über keine eigene Autobahnanschlussstelle. Die Bundesautobahn 93 (HofWeidenSchwandorfRegensburg) durchquert den Landkreis Tirschenreuth von Norden nach Süden und hält sich in ihrem Streckenverlauf in groben Zügen an den der Bahnstrecke Regensburg–Hof. Über die Anschlussstellen Windischeschenbach, Falkenberg und Mitterteich-Süd ist die Stadt aber gut zu erreichen.

Der am nächsten gelegene Flughafen Hof-Plauen ist ein kleiner Regionalflughafen, von dem nur eine Verbindung nach Frankfurt am Main angeboten wird. Vom Flughafen Karlsbad, der rund eineinhalb Stunden entfernt liegt, gibt es regelmäßige Flugverbindungen zu russischen Destinationen. Der Flughafen Nürnberg liegt rund 140 Kilometer, der Flughafen Prag 180 Kilometer und der Flughafen München 230 Kilometer entfernt.

Öffentlicher Verkehr[Bearbeiten]

Ein Linienbus der RBO an der Haltestelle auf dem Marktplatz

Der öffentliche Personennahverkehr wird in Tirschenreuth nach der Stilllegung des Personenverkehrs auf der Bahnstrecke Wiesau–Bärnau durch die Deutsche Bundesbahn 1989 nur noch durch den Busverkehr bestimmt.

Organisiert ist der Nahverkehr im Rahmen des Tarif Oberpfalz Nord und der Verkehrsgemeinschaft Tirschenreuth. Der zentrale Haltepunkt der Stadt ist der Zentrale Omnibusbahnhof (ZOB), der sich direkt an den Großparkplatz westlich des Stadtzentrums anschließt. Parallel zur Umgestaltung des Marktplatzes wurde auch der neue Busbahnhof gebaut, der seit dem 13. September 2008 in Betrieb ist.[53] Zuvor befand sich die zentrale Bushaltestelle der Stadt auf dem Marktplatz. Die einzigen Verkehrsgesellschaften, die regelmäßig im Linienverkehr verkehren, sind das Deutsche Bahn-Tochterunternehmen Regionalbus Ostbayern (RBO) und das landkreiseigene Unternehmen Eska Stiftlandkraftverkehr. Es werden jedoch von den beiden Unternehmen nur Überlandverbindungen angeboten. Eska Stiftlandkraftverkehr betreibt Linien nach Neualbenreuth, Waldsassen und nach Weiden in der Oberpfalz; Regionalbus Ostbayern unterhält Verbindungen nach Hermannsreuth, Kemnath und Friedenfels

Für den innerstädtischen Nahverkehr ist der Stadtbus mit dem Namen Tursolino zuständig. Dieser Stadtbus ist einzigartig in der Region und bedient seit 1999 mehr als 30 Haltestellen, die über das gesamte Stadtgebiet verteilt sind.[54] Betrieben wird der kleine Mercedes-Benz Cito durch die Stadtwerke Tirschenreuth in Zusammenarbeit mit Eska Stiftlandkraftverkehr; bis 2009 war Regionalbus Ostbayern für den Betrieb verantwortlich.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

Die Walzen der Hamm AG werden in die ganze Welt exportiert, wie hier in Oulu (Finnland)

Das bekannteste und größte Unternehmen Tirschenreuths ist die Hamm AG. Der von den beiden Brüdern Franz und Anton Hamm im Jahr 1878 gegründete Hersteller von Straßenwalzen gehört zu den weltweit führenden Walzenherstellern und wurde mehrfach für das Design seiner Maschinen ausgezeichnet.[55] Seit 1999 ist das Unternehmen Mitglied der Wirtgen Group, eines Unternehmensverbundes der Baumaschinenindustrie. Mit mehr als 700 Beschäftigten ist die Hamm AG nach der SCHOTT AG Standort Mitterteich (ehemals: Schott-Rohrglas) in Mitterteich und Siemens in Kemnath der drittgrößte Arbeitgeber im Landkreis Tirschenreuth. Zudem ist sie der älteste noch produzierende Walzenbauer in Deutschland.

Die Gebrüder Mehler Tuchfabrik GmbH wurde im Jahr 1644 gegründet und ist der älteste Betrieb der Stadt und die älteste Tuchfabrik Deutschlands. Außerdem gehört das Unternehmen, das sich bereits in der zwölften Generation im Familienbesitz befindet, zu den 30 ältesten Industriebetrieben Deutschlands.[56] Das Tuchmacherhandwerk hat eine lange Tradition in Tirschenreuth und beschäftigte Mitte des 19. Jahrhunderts beinahe die Hälfte der Einwohner Tirschenreuths.

Ein weiteres Unternehmen ist die Kommunale Entwicklungs- und Wohnungsbau Gesellschaft (KEWOG), die 1949 nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges aufgrund der großen Wohnungsnot gegründet wurde. Neben dem Hauptsitz in Tirschenreuth hat sie Niederlassungen in Weißenfels, Reichenbach, Kahla, Fulda, Regensburg und im sächsischen Zwickau. Die KEWOG besitzt mehr als 1500 Wohnobjekte, die meisten davon im Landkreis Tirschenreuth.

In der Mitterteicher Straße befindet sich einer von vier deutschen Standorten der Netzsch-Feinmahltechnik GmbH. Das Werk wurde 1974 eröffnet und 1977 beziehungsweise 1979 erweitert. Im Jahr 1989 vergrößerte Netzsch das Werk in Tirschenreuth erneut; es wurden zwei weitere Produktionshallen mit 4000 m² Fläche errichtet.[57]

Südlich des Stadtgebietes betreibt die Imerys Tableware Deutschland GmbH ein Werk zur Herstellung des für die Porzellanherstellung verwendeten Rohstoffes Kaolin. In direkter Nähe betreibt die Heidelberger Beton Grenzland GmbH & Co. KG ein Betonwerk zur industriellen Herstellung von Beton.

Ein weiteres Tirschenreuther Unternehmen ist HJS Schmidt, ein Hersteller von technischen Spritzgussteilen, der auch ein Tochterunternehmen in der Tschechischen Republik gegründet hat. Die HATICO Mode GmbH ist ein namhafter Hersteller von Herrenhemden und Mode. HATICO beherbergt in der Falkenberger Straße nur noch die Unternehmensverwaltung, die Produktion wurde bereits vor Jahren ins Ausland verlagert. Auch das Architekturbüro Brückner & Brückner Architekten hat seinen Sitz in Tirschenreuth.

Medien[Bearbeiten]

Die regionale Tageszeitung ist der Der neue Tag mit einer Lokalausgabe. Die Der neue Tag - Oberpfälzischer Kurier Druck- und Verlagshaus GmbH ist mit einer lokalen Redaktion vertreten. Auch die Marktredwitzer Ausgabe der Frankenpost berichtet über lokale Ereignisse aus dem Raum Tirschenreuth. Es gibt die beiden Anzeigenzeitungen Rundschau und OWZ (Oberpfälzer WochenZeitung).

Der regionale Fernsehsender Oberpfalz TV (Abkürzung OTV) mit Sitz in Amberg ist in den Oberpfälzer Landkreisen Amberg-Sulzbach, Schwandorf, Neustadt an der Waldnaab und Tirschenreuth sowie den kreisfreien Städten Amberg und Weiden in der Oberpfalz über Kabel und Satellit empfangbar. Auch auf der Satellitenposition ASTRA 19,2 Ost wird dieser Sender in einem Zeitfenster unter dem Sendenamen ONTV ausgestrahlt.

Neben den großen bayerischen Radiosendern Antenne Bayern, Bayern 1 und Bayern 3 sendet aus Weiden der Lokalsender Radio Ramasuri (UKW 88,5 MHz), der in der gesamten nördlichen und mittleren Oberpfalz empfangen werden kann. Speziell für junge Zuhörer ist der Regensburger Rundfunksender Radio Galaxy (UKW 97,3 MHz) empfangbar. Bedingt durch die Nähe zu Tschechien können in Tirschenreuth auch tschechische Sender empfangen werden, so unter anderem Radio Egrensis (UKW 92,5 MHz) aus Cheb.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

Die Bücherei

In Tirschenreuth befindet sich das größte der drei Krankenhäuser des Kreises. Das Krankenhaus Tirschenreuth, dessen Geschichte bis ins Jahr 1816 zurückreicht, verfügt über 165 Betten und beschäftigt rund 230 Mitarbeiter.[58] Seit dem Jahr 2006 gehört es zusammen mit weiteren Krankenhäusern der nördlichen Oberpfalz zum Verbund der Kliniken Nordoberpfalz AG. Als Krankenhaus der Regelversorgung (Versorgungsstufe I) mit den Fachabteilungen Chirurgie, Innere Medizin, Anästhesie/Intensivmedizin, Neurologie, Gynäkologie, Unfallchirurgie, Hals-Nasen-Ohrenheilkunde und Urologie ist es aber deutlich kleiner als das 30 Kilometer entfernte Klinikum in Weiden. Beherbergt war das Krankenhaus seit der Gründung in dem Gebäude der heutigen Mittelschule; erst nach dem Zweiten Weltkrieg wurde ein Neubau in der St.-Peter-Straße errichtet.

Als Kreisstadt des Landkreises und Mittelzentrum sind in Tirschenreuth verschiedene Ämter und Behörden angesiedelt, beispielsweise das Amt für Landwirtschaft und Forsten, das Gesundheitsamt, das Veterinäramt und das Vermessungsamt. Anfang des Jahres 2009 wurde zur Stärkung der strukturschwachen Region Nordoberpfalz entschieden, das Amtes für ländliche Entwicklung der Oberpfalz von Regensburg nach Tirschenreuth zu verlegen. Die Bauarbeiten auf dem Gelände des ehemaligen Bahnhofs wurden 2013 abgeschlossen. Das Amt beschäftigt nun 135 Mitarbeiter in der Kreisstadt.[59]

Die Stadtbücherei Tirschenreuth befindet sich seit 1996 in einem ehemaligen Gebäude der Stadtwerke in der Bahnhofstraße. Als Besonderheit verfügt die Bücherei über eine funktionstüchtige Dampfmaschine, die vorher von der Tuchfabrik Mehler zur Stromerzeugung genutzt wurde.[60] Im historischen Fischhof ist das für den Landkreis zuständige Amtsgericht Tirschenreuth untergebracht. Die nächsthöhere gerichtliche Instanz ist das Landgericht Weiden in der Oberpfalz. Eine Polizeiinspektion der bayerischen Landespolizei befindet sich in der Hochwartstraße unweit des Marktplatzes. Im Zuge der Verlegung des Amtes für ländliche Entwicklung befindet sich ein Neubau der Polizeiinspektion, ebenfalls auf dem ehemaligen Bahnhofsareal, bereits im Bau.

Die Freiwillige Feuerwehr Tirschenreuth wurde am 30. Mai 1869 gegründet und zählte damals 70 aktive Mitglieder.[61] Sie unterhält heute neun Fahrzeuge. Daneben verfügen die Ortsteile Lengenfeld, Matzersreuth, Pilmersreuth am Wald, Rosall und Wondreb über eigene Feuerwehren.

Bildung[Bearbeiten]

Das Stiftland-Gymnasium ist das einzige Gymnasium des Landkreises

In Tirschenreuth gibt es insgesamt sieben Schulen. Die größte Bildungseinrichtung der Stadt ist das staatliche Stiftland-Gymnasium Tirschenreuth (SGT), das mit rund 1000 Schülern auch das einzige Gymnasium des Landkreises Tirschenreuth ist.[62] Gegründet wurde das SGT 1955 als Städtische Realschule in den Gebäuden der heutigen Mittelschule; erst 1974 wurde ein Neubau am nördlichen Stadtrand errichtet. Südlich des Stadtzentrums an der Waldnaab befindet sich die Marienschule, die städtische Grundschule und nördlich der Altstadt liegt die Mittelschule, benannt nach dem in Tirschenreuth geborenen bayerischen Sprachforscher Johann Andreas Schmeller. Da die Stadt über keine Realschule verfügt, müssen die Schüler die Waldsassener Mädchenrealschule der Zisterzienserinnen oder die Realschule im Stiftland (Knabenschule) besuchen. In den Räumen des Landratsamtes an der Mähringer Straße sind die Kreismusikschule und die Volkshochschule untergebracht. Außerdem befindet sich seit 1975 am Kreiskrankenhaus Tirschenreuth eine Krankenpflegeschule.

Die nächsten höheren Bildungseinrichtungen sind die Hochschule Amberg-Weiden am Standort Weiden und die Universität Bayreuth, sowie die Universität Regensburg, die in circa 60 Minuten zu erreichen ist. Eine Berufsschule befindet sich in Wiesau.

Bekannte Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Der bayerische Sprachforscher Johann Andreas Schmeller

Mit Tirschenreuth verbundene Personen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Die Kunstdenkmäler der Oberpfalz. Band 14: Bezirksamt Tirschenreuth. 2. Auflage. 1982, ISBN 3-486-50444-4.
  • Johann Brunner, Max Gleißner: Geschichte der Stadt Tirschenreuth. 1933, DNB 572549334. (Neudruck: Lassleben, Kallmünz 1981, ISBN 3-7847-1134-0)
  • Joseph Wilhelm Wittmann: Einige Notizen zur Geschichte der Stadt Tirschenreuth: Tirschenreuth im Wandel der Zeiten. Hohenberg an der Eger 2006.
  • Max Gleißner: Das Tirschenreuther Krippenbuch. Tirschenreuth 1987.
  •  Ingild Janda-Busel: Juden in der oberpfälzischen Kreisstadt Tirschenreuth (1872-1942). Erich Weiß Verlag, Bamberg 2009, ISBN 978-3-940821-11-9.
  •  Eberhard Polland: Damals in Tirschenreuth. Bücherhaus Rode, Tirschenreuth 2010.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Tirschenreuth – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Tirschenreuth – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Volkszählung und Bevölkerungsfortschreibung: Gemeinden, Bevölkerung (Volkszählungen und aktuell) vom 5. Juli 2013 (XLS-Datei; 2,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Geopark Bayern-Böhmen: Naturschutzgebiet Waldnaabtal
  3. Zur Geologie des Geoparkgebietes. Geopark Bayern-Böhmen, abgerufen am 29. November 2011.
  4. Weißes Gold unter den Teichen. Der Neue Tag, abgerufen am 29. November 2011.
  5. Vulkanismus. oberpfaelzerwald.de, abgerufen am 29. November 2011.
  6. Wieder Erdstöße bei Selb. Frankenpost, abgerufen am 29. November 2011.
  7. Eine Auswahl wichtiger statistischer Daten für die Stadt Tirschenreuth. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung. Abgerufen am 16. Juli 2012
  8. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung: Gebiet, Flächennutzung
  9. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111108/163049&attr=OBJ&val=1097
  10. Hans Muggenthaler: Kolonisatorische und wirtschaftliche Tätigkeit eines deutschen Zisterzienserklosters im XII. und XIII. Jahrhundert, München 1924, S. 8, 9 und 72.
  11. Brunner Johann, Gleißner Max: Geschichte der Stadt Tirschenreuth. 1933, 1982 neu aufgelegt, S. 14.
  12. Brunner Johann, Gleißner Max: Geschichte der Stadt Tirschenreuth. 1933, 1982 neu aufgelegt, S. 15.
  13. Infos über Tirschenreuth. Stadt Tirschenreuth, abgerufen am 4. Juni 2013.
  14. Brunner Johann, Gleißner Max: Geschichte der Stadt Tirschenreuth. 1933, 1982 neu aufgelegt, S. 27, 28.
  15. Joseph Wilhelm Wittmann: Einige Notizen zur Geschichte der Stadt Tirschenreuth: Tirschenreuth im Wandel der Zeiten, 1855, 2006 neu aufgelegt, S. 67.
  16. Brunner Johann, Gleißner Max: Geschichte der Stadt Tirschenreuth. 1933, 1982 neu aufgelegt, S. 69.
  17. Brunner Johann, Gleißner Max: Geschichte der Stadt Tirschenreuth. 1933, 1982 neu aufgelegt, S. 87.
  18. Brunner Johann, Gleißner Max: Geschichte der Stadt Tirschenreuth. 1933, 1982 neu aufgelegt, S. 96.
  19. Brunner Johann, Gleißner Max: Geschichte der Stadt Tirschenreuth. 1933, 1982 neu aufgelegt, S. 103.
  20. PorzellanKompass: Hutschenreuther: Firmenkurzgeschichte
  21. Johann Brunner, Max Gleißner: Geschichte der Stadt Tirschenreuth. Tirschenreuth 1982, S. 564.
  22. Johann Brunner, Max Gleißner: Geschichte der Stadt Tirschenreuth. Tirschenreuth 1982, S. 594.
  23. Brunner Johann, Gleißner Max: Geschichte der Stadt Tirschenreuth. 1933, 1982 neu aufgelegt, S. 608.
  24. eisenbahnecke.de: Die ehemalige Nebenstrecke Wiesau - Tirschenreuth - Bärnau
  25. Regierung Oberpfalz: Städtebauförderung in der Oberpfalz (PDF; 832 kB)
  26. Johann Brunner, Max Gleißner: Geschichte der Stadt Tirschenreuth. Tirschenreuth 1982, S. 617f.
  27. Tirschenreuth, St: Zensusergebnisse Bevölkerung. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung, abgerufen am 31. Mai 2013.
  28. a b c d e f Infobroschüre Schmellerstadt Tirschenreuth (2001), S. 11.
  29. Bertelsmann Stiftung: Absolute Bevölkerungsentwicklung 2006-2025 für Tirschenreuth
  30. Vorläufiges Ergebnis zur Stadtratswahl 2014 am 16.03.2014
  31. Regierung der Oberpfalz und Bezirk Oberpfalz: Oberpfälzer Wappenbuch. Regensburg 1991.
  32. Johann Brunner, Max Gleißner: Geschichte der Stadt Tirschenreuth. Tirschenreuth 1982, S. 145f.
  33. Stadt Tirschenreuth. Haus der Bayerischen Geschichte, abgerufen am 4. November 2011.
  34. Stadt Tirschenreuth. kommunalflaggen.de, abgerufen am 4. November 2011.
  35. Stadt Tirschenreuth: Städtepartnerschaft mit La Ville Du Bois
  36. nowogrodziec.cmdok.dt.pl: Partnerschaft der Kaolinstädte
  37. Tirschenreuther Rathausnachrichten: Lauf a. d. Pegnitz heißt die neue Partnerstadt (PDF; 601 kB)
  38. http://www.plan-weseritz.de/html/tirschenreuth.html
  39. Cineplanet Tirschenreuth bei www.kino.de
  40. Modernes Theater Tirschenreuth [1]
  41. Museumsquartier Tirschenreuth. Stadt Tirschenreuth, abgerufen am 5. November 2011.
  42. Stadtpfarrkirche. Stadt Tirschenreuth, abgerufen am 5. November 2011.
  43. Johann Brunner, Max Gleißner Geschichte der Stadt Tirschenreuth, Tirschenreuth 1982, S. 466.
  44. Orte des Glaubens: Murschrottkapelle - Ursprung der Wallfahrt. Stadtpfarrei Mariä Himmelfahrt Tirschenreuth, abgerufen am 29. Oktober 2011.
  45. Fischhof mit steinerner Brücke. Stadt Tirschenreuth, abgerufen am 5. November 2011.
  46. Fischhof und Fischhofbrücke. oberpfaelzerwald.de, abgerufen am 5. November 2011.
  47. Klettnersturm in Tirschenreuth im Fichtelgebirge. fichtelgebirge.de, abgerufen am 5. November 2011.
  48. Kirchliche Gebäude. Stadtpfarrei Mariä Himmelfahrt Tirschenreuth, abgerufen am 5. November 2011.
  49. Beschreibung der Fischhofbrücke Tirschenreuth. Fraunhofer IRB, abgerufen am 5. November 2011.
  50. Infobroschüre der Stadt Tirschenreuth, S. 22f.
  51. Erlebnis Fisch: Fischzucht im Landkreis Tirschenreuth
  52. zoigl.de: Zoiglorte: Tirschenreuth
  53. Freie Fahrt an attraktiver Haltestelle. Der Neue Tag, abgerufen am 9. November 2011.
  54. Der "Tursolino" bleibt auf Tour. Der Neue Tag, abgerufen am 11. November 2011.
  55. Christian Omonsky: Preisgekrönte Walzen für jeden Einsatzzweck. IHK Regensburg, abgerufen am 8. November 2011 (PDF; 314 kB).
  56. Christian Omonsky: Die älteste Textilfabrik Deutschlands. IHK Regensburg, abgerufen am 8. November 2011 (PDF; 528 kB).
  57. NETZSCH-Feinmahltechnik GmbH, Selb / Deutschland - Unternehmensgeschichte. Erich NETZSCH GmbH, abgerufen am 8. November 2011.
  58. Krankenhaus Tirschenreuth - Historischer Rückblick (Chronik). Kliniken Nordoberpfalz AG, abgerufen am 7. November 2011.
  59. Tirschenreuther Rathausnachrichten. Stadt Tirschenreuth, Dezember 2013, abgerufen am 31. Dezember 2013.
  60. Stadtbücherei Tirschenreuth. Stadt Tirschenreuth, abgerufen am 7. November 2011.
  61. Johann Brunner, Max Gleißner Geschichte der Stadt Tirschenreuth, Tirschenreuth 1982, S. 366.
  62. Schulen. Landkreis Tirschenreuth, abgerufen am 6. November 2011.