Tissot

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Dieser Artikel befasst sich mit dem Schweizer Uhrenhersteller Tissot. Für weitere Bedeutungen siehe Tissot (Begriffsklärung).
Tissot SA
Tissot-Logo
Rechtsform Aktiengesellschaft
Gründung 1853
Sitz Le Locle, Schweiz
Branche Uhrenhersteller
Website http://www.tissot.ch/
Tissot Handaufzug, 1958
Tissot Twotimer, 1990

Tissot ist ein Schweizer Hersteller qualitativ hochwertiger Uhren und gehört der Swatch Group an. Sitz des Unternehmens ist Le Locle im Kanton Neuenburg in der Schweiz.

Anfänge[Bearbeiten]

Charles Félicien Tissot (1804 bis 1873) gründete mit seinem Sohn Charles-Emile (1830 bis 1910) im Jahre 1853 in Le Locle eine Werkstatt, die mit fremden Teilen Taschenuhren produzierte. Charles-Emile reiste dabei häufig nach Russland und in die USA, um die Produkte zu verkaufen. Sein Sohn Charles (1860 bis 1936) übernahm das Unternehmen 1883 und setzte die Verkaufsreisen fort. Seit 1915 fertigte man auch Armbanduhren, was auf Betreiben von Charles Sohn Paul (1890 bis 1951) geschah, der inzwischen zum Unternehmen gehörte. Im Jahre 1920 ging man auf eigene Werke über.

Zusammenschluss[Bearbeiten]

1929 schlossen sich Tissot und Omega zur Société Suisse pour l'Industrie Horlogère SA (SSIH) zusammen. Tissot verwendete jetzt auch Rohwerke anderer Hersteller (sogenannte Ébauches), 1957 baute man ein neues Fabrikgebäude. In den 1970er Jahren war auch Tissot massiv von der Quarzkrise der Schweizer Uhrenindustrie betroffen, die durch die Ölkrise 1973, das Aufkommen preiswerter Importe aus Fernost und die verspätete Anpassung an die Quarztechnik ausgelöst wurde. Im Jahre 1977 wurden die Zweigwerke in Peseux NE und La Chaux-de-Fonds geschlossen und die Herstellung eigener Uhrwerke ganz aufgegeben. Dennoch schrieb Tissot weiter Verluste, so dass 1983 ein Zusammenbruch der Firma bevorzustehen schien. Die Rettung brachte schliesslich der Zusammenschluss der SSIH und der ASUAG (Allgemeine Schweizerische Uhren AG) zur Swatch Group unter Leitung von Nicolas Hayek im Jahre 1985, der zu einer umfassenden Reorganisation der schweizerischen Uhrenindustrie (Tissot bezieht seither hochwertige Gehäuseteile von der Schwestergesellschaft Georges Ruedin SA) und der Erschliessung neuer Märkte führte.

Kollektionen[Bearbeiten]

Im Jahr 1971 brachte Tissot mit der Astrolon eine Uhr heraus, bei der Rohwerk, Räderwerk, Zeigerwerk und Hemmung größtenteils aus Kunststoff und aus nur 52 Teilen bestand.[1] In den 1980er und 1990er Jahren machte sich Tissot einen Namen durch eine Reihe von modischen Armbanduhren mit Gehäusen aus ungewöhnlichen Materialien, beispielsweise aus Granit („Rockwatch“, 1987) und Holz („Woodwatch“, 1991).

Heute ist die Kollektion in insgesamt sieben Produktlinien gegliedert:

  • T-Sport: Sport- und Taucheruhren.
  • T-Tactile (Multifunktionsuhren): T-Navigator mit Weltzeitzonen und T-Touch mit Funktionen wie Chrono (Stoppuhr), Alarm, Thermo (Temperatur), Meteo (Luftdruck absolut und Tendenz), Altimeter (Höhe), Compass und Datum, die durch Berührung des Uhrenglases (Touchscreen) aufgerufen werden.
  • T-Trend: Herren- und Damenuhren in unterschiedlichen modischen Designs
  • T-Classic: Stahluhren in zumeist klassischem, zurückhaltendem Design
  • Heritage: Uhren im Retro-Stil, aufgelegt anlässlich des 150-jährigen Firmenjubiläums im Jahre 2003
  • Pocket Watch: Taschenuhren.
  • T-Gold: Schmuckuhren mit vergoldeten Gehäusen, z. T. im Retro-Stil

Viele Uhren werden in mehreren technischen Varianten angeboten; so gibt es viele Modelle sowohl mit Automatik- als auch mit Quarzwerk, sowie vereinzelt auch mit Solarzellen als Stromquelle. Die meisten Modelle werden ausserdem in unterschiedlichen Designs angeboten, z. B. wahlweise mit Gehäuse aus Edelstahl, Gold, Titan, Platin oder Kombinationen mehrerer Metalle (Bicolor), mit unterschiedlich gestalteten Zifferblättern und verschiedenen Typen von Armbändern. Gemeinsam mit der ETA SA wurde bis 2012 das Uhrwerk Powermatic 80 entwickelt, das eine Gangreserve von 80 Stunden und eine eigene Rückervariante aufweist.

Trivia[Bearbeiten]

Im Film Ladykillers trägt Professor Marcus (Alec Guinness) einen Tissot Chronographen, in Shaft (1971) besitzt John Shaft eine PR 516 GL mit gelochtem Armband.

Literatur[Bearbeiten]

  • Estelle Fallet: TISSOT – 150 Jahre Geschichte 1853–2003. Tissot-Eigenverlag 2003

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Tissot – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. G. A. Berner: Illustriertes Fachwörterbuch der Uhrmacherei, Stichwort Astrolon. Abgerufen am 9. Januar 2012.