Tista

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Dieser Artikel behandelt den Fluss. Zum Burggrafen von Kaiser Karl IV. siehe Ulrich Tista von Liebstein.
Tista
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Die Tista bei Kalimpong

Die Tista bei Kalimpong

DatenVorlage:Infobox Fluss/GKZ_fehlt
Lage Sikkim, Westbengalen (Indien),
Bangladesch
Flusssystem Brahmaputra
Abfluss über Brahmaputra → Indischer Ozean
Quelle Gletschersee in Sikkim (Himalaya)
27° 56′ 7″ N, 88° 9′ 48″ O27.93541188.1633925570
Quellhöhe 5570 mVorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen
Mündung bei Fulcherry (Division Rajshahi) in die Jamuna25.47024370056289.66732025146516Koordinaten: 25° 28′ 13″ N, 89° 40′ 2″ O
25° 28′ 13″ N, 89° 40′ 2″ O25.47024370056289.66732025146516
Mündungshöhe 16 mVorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen
Höhenunterschied 5554 m
Länge 470 km[1]
Einzugsgebiet 12.000 km²[1]
Abfluss[2] MQ
900 m³/s
Linke Nebenflüsse Lachen Chu, Rangpo Chu
Rechte Nebenflüsse Zemu Chu (größer als die Tista), Talung Chu, Rangit (Ranjit)
Großstädte Jalpaiguri
Kleinstädte Rangpo, Fulcherry
Einwohner im Einzugsgebiet 15,7 Millionen [3]

Die Tista (Bengalisch: তিস্তা, Tistā; anglisierend auch Teesta) ist ein etwa 470 Kilometer langer rechter Nebenfluss des unteren Brahmaputra.

Sie entspringt Gletschern des Himalaya im Norden des indischen Bundesstaates Sikkim, durchfließt diesen in einem tief eingeschnittenen Tal und bildet bei Kalimpong die Grenze zwischen Sikkim und Westbengalen. In der Division Rajshahi von Bangladesch mündet sie in die Jamuna, wie der Brahmaputra in Bangladesch genannt wird.

Oberlauf im Osthimalaya[Bearbeiten]

Die oberste Tista sammelt sich aus Schmelzwässern von nach Norden, zum trocken-kalten tibetischen Hochland gerichteten Gletschern, als deren Quellen aber meist die obersten Gletscherseen gelten. Sie liegen in Höhen zwischen 5100 und 5600 Metern. Die Tista wendet sich dann nach Süden und erreicht, im Westen überragt vom 8586 m hohen Kangchendzönga, sehr schnell tiefer gelegene, wesentlich niederschlagsreichere Talgebiete. Das fast ausnahmslos steilhängige Talsystem der Tista nimmt das Gebiet von Sikkim fast zur Gänze ein. Städte und Siedlungen beschränken sich auf die wenigen Verebnungen in den verbreitet rutschgefährdeten Hängen. Die Gesteine sind oft wenig verfestigt und verwittern leicht. Sie bestehen aus Gneisen, Phylliten, Graniten und Kalksteinen. Die Topographie spiegelt sich auch im Namen des indigenen Volkes der Lepcha, die sich hier Rong Kup („Schluchtvolk“) nennen.[4]

Das die Hauptlinie des Gebirges querende Tal wurde trotz seiner Steilheit früh als Übergang nach Tibet genutzt. Heute wird die wirtschaftliche Bedeutung des Tales vor allem in seinem Potential für die Wasserkraftnutzung gesehen. Der Indische Staat, zu dem Sikkim seit 1975 gehört, betreibt den Bau von insgesamt 26 Wasserkraftanlagen im Tal. In ihrem Oberlauf wird die Tista auch zum Wildwasser-Rafting genutzt.

Unterlauf im Bengalischen Tiefland[Bearbeiten]

Beim Austritt aus dem Gebirge tritt die Tista in den Bundesstaat Westbengalen ein. Sie führt hier rund 600 m³/s Wasser. Ihre Wasserführung nimmt im weiteren Verlauf bis zur Mündung in die Jamuna durch die hohen Jahresniederschlagssummen zwar noch deutlich zu, ein großes Sperrwerk leitet aber bis zu 280 m³/s zu Bewässerungszwecken in ein rund 4.500 Kilometer langes Kanalsystem ab, da die monsunalen Niederschläge auf wenige Monate konzentriert sind und während der Trockenzeit Bewässerungslandbau betrieben werden muss.[5]

Die Hochwasser des sehr sedimentreichen Flusses fördern zwar die Fruchtbarkeit der Böden durch sich absetzende Schwebstoffe, führten in der Vergangenheit aber auch zu Flussverlagerungen um bis zu 100 Kilometer. Die Tista war bis ins späte 18. Jahrhundert der Oberlauf dreier Flussarme, von Karatoya, Atrai und Jamunaswari, die in den Ganges münden. Der Name Tista wird hiermit in Verbindung gebracht: Tri-Srota („die Dreistromige“). In der katastrophalen Flut von 1787 brach der Fluss nach Osten zum Brahmaputra aus, dem mindestens seit diesem Ereignis dominierenden Hauptstrom des Meghna-Flusssystems.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Tista – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Artikel Tista in der Großen Sowjetischen Enzyklopädie (BSE), 3. Auflage 1969–1978 (russisch)
  2. Errechnet aus mittleren Monatsabflüssen in Kaunia (rund 40 km oberhalb der Mündung) bis 2000 aus: Reaz A. Mullick, Mukand S. Babel and Sylvain R. Perret: RW02 Flow characteristics and environmental flow requirements for the Teesta River, Bangladesh (PDF; 277 kB). Proc. of International Conference on Environmental Aspects of Bangladesh (ICEAB10), Japan, Sept. 2010, Tab. IV, S. 161. Die späteren Daten sind durch Wasserableitungen zu Bewässerungszwecken oberhalb um rund 250 m³/s vermindert.
  3. The New Horizon: Tista (Teesta): The New Dilemma September 29, 2010 — Diganta
  4. Dionne Bunsha: Teesta’s tears (Frontline, Bd. 25 – Ausg. 12, Jun. 2008)
  5. Sarker, D.C., Pramanik, B.K., Zerin, A.I. and Ara, I.: Climatic Impact Assessment: A Case Study of Teesta Barrage Irrigation Project in Bangladesh (PDF; 78 kB); International Journal of Civil & Environmental Engineering IJCEE-IJENS Vol. 11 No. 01, S. 99–110