Titan(IV)-bromid

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Strukturformel
Strukturformel von Titan(IV)-bromid
Allgemeines
Name Titan(IV)-bromid
Andere Namen

Titantetrabromid

Summenformel TiBr4
CAS-Nummer 7789-68-6
PubChem 123263
Kurzbeschreibung

bernsteinfarbener Feststoff[1]

Eigenschaften
Molare Masse 367,48 g·mol−1
Aggregatzustand

fest[2]

Dichte

3,25 g·cm−3 (25 °C)[2]

Schmelzpunkt

38-40 °C[2]

Siedepunkt

230 °C[2]

Löslichkeit
Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [2]
05 – Ätzend

Gefahr

H- und P-Sätze H: 314
P: 280​‐​305+351+338​‐​310 [2]
EU-Gefahrstoffkennzeichnung [3][2]
Ätzend
Ätzend
(C)
R- und S-Sätze R: 14​‐​34
S: 26​‐​36/37/39​‐​45
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.

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Titan(IV)-bromid ist eine anorganische chemische Verbindung des Titans aus der Gruppe der Bromide.

Gewinnung und Darstellung[Bearbeiten]

Titan(IV)-bromid kann durch Reaktion von Titan(IV)-chlorid mit Bromwasserstoff gewonnen werden.[1]

\mathrm{TiCl_4 + 4 \ HBr \longrightarrow TiBr_4 + 4 \ HCl}

Andere Möglichkeiten zu Gewinnung sind die Reaktionen[1]:

\mathrm{Ti + 2 \ Br_2 \longrightarrow TiBr_4}
\mathrm{TiO_2 + 2 \ C + 2 \ Br_2 \longrightarrow TiBr_4 + 2 \ CO}
\mathrm{3 \ TiCl_4 + 4 \ BBr_3 \longrightarrow 3 \ TiBr_4 + 4 \ BCl_3}

Sehr reines Titan(IV)-bromid lässt sich durch die Reaktion von Blei(II)-bromid mit Titan darstellen.[1]

\mathrm{2 \ PbBr_2 + Ti \longrightarrow 2 \ Pb + TiBr_4}

Eigenschaften[Bearbeiten]

Titan(IV)-bromid liegt in Form von bernsteingelben, oktaedrischen Kristalle vor. Es ist äußerst hygroskopisch, wobei dabei eine hydrolytische Zersetzung in Titan(IV)-oxid und Bromwasserstoff erfolgt. Nach Kristallisation aus der Schmelze ist seine Kristallstruktur isotyp mit Zinn(IV)-iodid mit der Raumgruppe Pa3 (a = 1130,0 pm). Beim Lagern erfolgt eine Umwandlung in den Zinn(IV)-bromid-Typ mit der Raumgruppe V2jc (a = 1017 pm, b = 709 pm, c = 1041 pm, β = 101,97°).[1][4]

Verwendung[Bearbeiten]

Titan(IV)-bromid wird für die Erzeugung von Titandisilicid-Dünnschichten auf Silicium-Substraten verwendet.[2]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e f g h i Georg Brauer; Handbuch der präparativen anorganischen Chemie, Band 2, S. 1348ff; ISBN 3-432-87813-3.
  2. a b c d e f g h Datenblatt Titanium(IV) bromide, anhydrous, powder, 99.99% trace metals basis bei Sigma-Aldrich, abgerufen am 8. August 2012 (PDF).
  3. Seit 1. Dezember 2012 ist für Stoffe ausschließlich die GHS-Gefahrstoffkennzeichnung zulässig. Bis zum 1. Juni 2015 dürfen noch die R-Sätze dieses Stoffes für die Einstufung von Gemischen herangezogen werden, anschließend ist die EU-Gefahrstoffkennzeichnung von rein historischem Interesse.
  4.  Jean D'Ans, Ellen Lax: Taschenbuch für Chemiker und Physiker. Springer DE, 1997, ISBN 3-540-600353, S. 766 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).