Titandihydrid

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Kristallstruktur
Kristallstruktur von Titandihydrid
__ Ti2+     __ H
Allgemeines
Name Titandihydrid
Andere Namen

Titan(II)-hydrid

Verhältnisformel TiH2
CAS-Nummer 7704-98-5
Kurzbeschreibung

kubische Kristalle mit metallischem Aussehen[1]

Eigenschaften
Molare Masse 49,90 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Dichte

3,76 g·cm−3[2]

Schmelzpunkt

600 °C (Zersetzung )[3]

Löslichkeit

Zersetzung in Wasser[3]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [2]
02 – Leicht-/Hochentzündlich

Gefahr

H- und P-Sätze H: 228
P: 210 [2]
EU-Gefahrstoffkennzeichnung [4][2]
Leichtentzündlich
Leicht-
entzündlich
(F)
R- und S-Sätze R: 11
S: 7/8​‐​43
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.
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Titandihydrid ist eine chemische Verbindung von Titan und Wasserstoff.

Gewinnung und Darstellung[Bearbeiten]

Titandihydrid kann durch Hydrierung von Titan mit Wasserstoff gewonnen werden, wobei die Reaktion bei 300 °C beginnt und ab 400 °C rasch abläuft. Teilweise hydriertes Titan reagiert mit sorgfältigst gereinigtem Wasserstoff schon bei 20 °C. Je nach Umsetzunsgrad hat die Verbindung ein stöchiometrisches Verhältnis von bis zu TiH1,998. Durch Erhitzen auf Temperaturen über 400 °C im Hochvakuum wird bei hochhydrierten Produkten Wasserstoff wieder abgegeben. Bei 1000 °C erfolgt eine vollständige Abgabe des Wasserstoffs.[5]

Eigenschaften[Bearbeiten]

Titandihydrid ist ein in Reinform metallisch glänzendes Pulver. Sonst ist es hellgrau und kann eine durch Sauerstoff- oder Stickstoffspuren blau oder gelb getönte Oberfläche aufweisen. Die Kristallstruktur unterscheidet sich je nach Umsetzungsgrad. Bis zu TiH0,5 löst sich der Wasserstoff einfach im Metallgitter. TiH2 hat eine Kristallstruktur vom Defekt-Calciumfluorid-Typ.[5]

Verwendung[Bearbeiten]

Titandihydrid wird als Treibmittel zur Herstellung von Metallschäumen verwendet. Es wird mit Metallpulver vermischt und das Gemisch dann bis fast zum Schmelzpunkt des Metalls erhitzt, das Titandihydrid setzt dabei Wasserstoffblasen frei, wodurch Metallschaum entsteht. Interessant daran ist, dass Titandihydrid durch seine große Dichte doppelt so viel Wasserstoff im gleichen Volumen speichert wie flüssiger Wasserstoff.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Titanhydrid. In: Römpp Online. Georg Thieme Verlag, abgerufen am 1. April 2014.
  2. a b c d Datenblatt Titanhydrid bei Merck, abgerufen am 24. April 2011.
  3. a b Datenblatt Titandihydrid bei AlfaAesar, abgerufen am 7. Februar 2010 (JavaScript erforderlich)..
  4. Seit dem 1. Dezember 2012 ist für Stoffe ausschließlich die GHS-Gefahrstoffkennzeichnung zulässig. Bis zum 1. Juni 2015 dürfen noch die R-Sätze dieses Stoffes für die Einstufung von Gemischen herangezogen werden, anschließend ist die EU-Gefahrstoffkennzeichnung von rein historischem Interesse.
  5. a b  Georg Brauer (Hrsg.): Handbuch der Präparativen Anorganischen Chemie. 3., umgearb. Auflage. Band II, Enke, Stuttgart 1978, ISBN 3-432-87813-3, S. 1333.