Titlis

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Titlis
Blick aus nördlicher Richtung zum Titlis

Blick aus nördlicher Richtung zum Titlis

Höhe 3'238 m ü. M.
Lage SchweizSchweiz Schweiz Kanton BernKanton Bern Bern Kanton ObwaldenKanton Obwalden Obwalden
Gebirge Urner Alpen
Koordinaten 676395 / 18072646.7733333333338.43888888888893238Koordinaten: 46° 46′ 24″ N, 8° 26′ 20″ O; CH1903: 676395 / 180726
Titlis (Obwalden)
Titlis
Titlis-Ostwand

Titlis-Ostwand

Der 3238 Meter hohe Berg Titlis ist eines der beliebtesten Wintersport- und Ausflugsziele in der Zentralschweiz in der Gebirgsgruppe der Urner Alpen.

Lage[Bearbeiten]

Der Titlis liegt zwischen der Gemeinde Engelberg im Norden und dem zum Sustenpass hin ansteigenden Gadmental im Süden, auf der Grenze zwischen den Kantonen Obwalden, Bern und Nidwalden. Letzterer hat zwar keinen Anteil am Gipfelgrat, besitzt dafür aber die Regionen unterhalb des Gipfels, die für den Massen-Wintersport am besten geeignet sind und in denen sich im Winter die meisten Touristen aufhalten.

Flug über den Titlis

Der Titlis ist der höchste Berg einer gut 20 Kilometer langen Bergkette, die in einem leichten Bogen von West-Südwest nach Nordost zwischen dem Berner Haslital und dem Urner Reusstal verläuft. Nach Süden und Osten hin fällt der Titlis in steilen Wänden schroff ab. Richtung Westen verbindet ihn lediglich ein schmaler, schartiger Grat mit den Nachbargipfeln. Lediglich nach Norden hin, zur Gemeinde Engelberg, verläuft das Gelände mit relativ moderatem Gefälle und mit zwei grösseren Terrassen.

Geologie[Bearbeiten]

Im Wesentlichen ist der Titlis aus der unverschobenen Kalksedimentdecke des Aarmassivs aus der Tethys, dem so genannten Autochthon, aufgebaut.

Seine Gipfelregion ist von einem Gletscher bedeckt, der mit 1,7 km² zu den kleinen Alpengletschern gehört. Wie die meisten Alpengletscher ist auch der Titlisgletscher stark vom Schwund durch globale Klimaerwärmung betroffen. Einheimische und Stammgäste können den Rückgang von Jahr zu Jahr mit blossen Augen feststellen.

Geschichte[Bearbeiten]

In früheren Zeiten wurde der Titlis auch Wendenstock oder Nollen genannt. Der nächste Nachbarberg Richtung Westen, etwas kleiner als der Titlis, aber mit einem scharf zerklüfteten Gipfel, trägt den Namen Reissend Nollen.

Laut einer Angabe von Nathalie Henseler in der NZZ am Sonntag verdankt der Berg seinen heutigen Namen wahrscheinlich einem Alpbesitz: In einem Dokument von 1435 wird er Tuttels Berg genannt, was auf einen Menschen namens Tutilo hindeutet. Aus Tutilos Berg wurde über mehrere Zwischenstufen Titlisberg und schliesslich Titlis.

Eine andere, aber völlig unwahrscheinliche Erklärung bieten die Engelberger Dokumente an: Der Name leitet sich von der charakteristischen Form der obersten Kuppe des Berges ab, welche eigentümlich an die weibliche Brust erinnert. Der mittelalterliche Ausdruck Düttel oder Duttel, der sich im heutigen vulgären Wort Titten wieder findet, sei namensgebend für den Berg (sic).

Auch über die Erstbesteigung des Titlis gibt es widersprüchliche Angaben: Die Schweizerseiten schreiben sie einem ungenannten Mönch des Engelberger Klosters zu und datieren sie auf das Jahr 1739. Wiederum die Engelberger Dokumente nennen eine Viererseilschaft, die im Jahr 1744 den Gipfel erreicht habe, als Erstbesteiger. Es kann aber gut sein, dass der für einen Dreitausender relativ gut zugängliche Gipfel schon vorher von Unbekannten bestiegen wurde.

Am 21. Januar 1904 wurde der Titlisgipfel durch die Engelberger Joseph Kuster und Willi Amrhein das erste Mal mit Skiern bestiegen. Im März 1967 wurde die Seilbahn zum Kleintitlis eröffnet.

Tourismus und Verkehr[Bearbeiten]

Cliff Walk

Da das Sustental im Süden wenig besiedelt ist und sich der Winter- und Wandertourismus auf der sanfter ansteigenden Nordseite abspielt, ist der Titlis allein von Norden, von Engelberg her, durch Bergbahnen erschlossen. Von Engelberg aus verlaufen Seilbahnen in vier grossen Etappen über die Zwischenstationen Gerschnialp, Trübsee und Stand bis zur Bergstation Kleintitlis, dem Nebengipfel des Titlis in 3'020 m Höhe. Die Grossraum-Gondel (Luftseilbahn Titlis Rotair) auf der letzten Etappe hat einen rotierenden Fussboden. So bekommen die Mitfahrenden während der Fahrt das komplette Rundum-Panorama zu sehen. Die Titlis-Rotair war die erste rotierende Luftseilbahn der Welt. Ein Modell dieser Seilbahn ist im Swissminiatur-Park und im Miniatur Wunderland zu sehen.

Vom Kleintitlis bietet sich ein weitreichender Ausblick: Richtung West-Süd-West sieht man die Bergriesen des Berner Oberlandes, Finsteraarhorn, Wetterhorn, Schreckhorn oder Mönch und Eiger. Richtung Süden sieht man die Kegel des Sustenhorns und des Dammastocks mit ihren Gletschern. Richtung West-Nordwest sieht man über vier kleine Seen hinweg zum Melchtal. Richtung Norden öffnet sich durch das Engelberger Tal und die Bergketten, die es begrenzen, der Blick zum Vierwaldstättersee und zum Schweizer Mittelland.

Weitere Skilifte und Sesselbahnen in Etappen zwischen Titlis-Gipfel und Engelberg erschliessen ein grosses Wander- und Skigebiet, das vom Mittelland via Gotthard-Autobahn A2 oder durch die Bahnstrecke der Zentralbahn von Luzern via Stans erschlossen ist. Die bis 246 ‰ steile ehemalige Bergstrecke zwischen Obermatt und Engelberg wird dabei seit Ende 2010 durch den 4043 m langen Tunnel Engelberg umfahren.

Im Dezember 2012 wurde auf dem Titlis auf 3'041 m ü. M. die rund hundert Meter lange Hängebrücke «Titlis Cliff Walk» eröffnet. Diese höchstgelegene Hängebrücke Europas führt über einen 500 Meter tiefen Abgrund. Von der Bergstation führt der Weg zu der Brücke durch einen 140 Meter langen unterirdischen Stollen im Südwandfenster. Das andere Ende der Brücke führt zur Bergstation der Gletscher-Sesselbahn Ice-Flyer.[1]

Rundblick[Bearbeiten]

Rundblick wenige Meter neben dem Gipfel. (Die Spitze ist unter dem Dreibein)


Weblinks[Bearbeiten]

Logo für Öffentlichkeitsarbeit
 Commons: Titlis – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Eisige Eröffnung der Hängebrücke auf dem Titlis, Online-Artikel der Neuen Obwaldner Zeitung vom 7. Dezember 2012