Titus (Bibel)

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Titus (griechisch Άγιος Τίτος, Agios Titos = heiliger Titus; * 10 oder 11, Geburtsort vermutlich Korinth105 auf Kreta [1]), der in der Bibel als ein Schüler des Apostels Paulus bezeichnet wird, war der erste Bischof von Kreta und gilt als Schutzpatron der kretischen Kirche.[2] Er wurde später zu den Siebzig Jüngern Jesu gezählt. Seine Lebensdaten sind unbekannt, der altkirchlichen Legende nach starb er um 105 n. Chr. mit etwa 94 Jahren auf Kreta.[3]

Leben[Bearbeiten]

Titus wird in den echten Paulusbriefen mehrmals erwähnt. Aus diesen Briefen ist mit relativ großer Sicherheit rekonstruierbar, dass Titus ein Heidenchrist war, der Paulus insbesondere bei heiklen Aufgaben erfolgreich unterstützen konnte. So begleitete Titus den Paulus zum Apostelkonzil in Jerusalem.[4] Ferner war er wohl an der Entschärfung der Krise in Korinth beteiligt, als sich Paulus und die korinthische Gemeinde in heftigem Streit befanden.[5][6][7] Schließlich war Titus von Paulus beauftragt, die Kollekte der Gemeinden einzusammeln[8]

Aus dem Titusbrief, dessen Angaben jedoch nicht historisch zuverlässig sind, geht hervor, dass Titus später als Missionar auf Kreta gewirkt haben soll. Laut Timotheusbrief missionierte Titus in Illyrien.[9] Der Überlieferung nach war er der erste Bischof von Gortyn auf Kreta.

Obwohl Titus von Paulus als zuverlässiger Mitarbeiter gerühmt wird, fehlt eine Erwähnung des Titus in der Apostelgeschichte. Dies wurde bisher nicht überzeugend erklärt. Hypothesen wie die, Titus sei ein Bruder des Lukas oder Titus sei mit Timotheus identisch und habe zwei Namen getragen, bleiben spekulativ.

Kretische Überlieferung[Bearbeiten]

Kirche Agios Titos in Iraklio

Nach der orthodoxen Tradition wurde Titus auf Kreta geboren und gilt als Nachkomme des mythischen Königs Minos. Er stammte aus einer wohlhabenden Familie, ein Verwandter war römischer Statthalter der Insel Rustillo. Er reiste nach Jerusalem und wurde Zeuge der Leiden Christi. Später als Bischof von Kreta gründete er die neun Bistümer Knossos, Ierapitna, Kydonia, Hersonissos, Eleftherna, Lampi, Kisamos, Kantanos und Gortyna.

In Gortys ließ er eine Bischofskirche errichten und nach seinem Tod wurde er dort begraben. Im 6. Jahrhundert wurde dort die Agios Titos-Kirche errichtet, von der noch Ruinen erhalten sind.[10] 961 n. Chr. wurde Handakas (Iraklio) Inselhauptstadt. Deshalb wurde dort eine neue Hauptkirche errichtet und die Gebeine des Titus dorthin überführt (Agios Titos).[11] Die Kirche wurde mehrmals zerstört und wieder aufgebaut. Bei dem Brand im Jahre 1544 konnte nur das Haupt des Titus vor der Zerstörung bewahrt werden. 1669, nachdem die Türken die Stadt erobert hatten, wurde die Reliquie nach Venedig gebracht und kehrte erst am 15. Mai 1966 zurück.[12]

Gedenktage[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Hermann von Lips: Timotheus und Titus: Unterwegs für Paulus. Evangelische Verlagsanstalt, Leipzig 2008, ISBN 978-3-374-02621-0

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Georg Ott, Legende von den lieben heiligen Gottes, Regensburg 1864
  2. Eusebius von Caesarea, Kirchengeschichte, 3. Buch, Kapitel 4, 5
  3. Theoharis Detorakis, Der Apostel Titus in Erzbistum zu Kreta, Gemeinde des Heiligen Titus, Informationsblatt Nr. 6, Februar 2010
  4. Gal. 2,1-10.
  5. 2. Kor. 2,13
  6. 2. Kor. 7,6
  7. 2. Kor. 12,18
  8. 2. Kor. 8, 6-23
  9. 2. Tim. 4, 10
  10. Eberhard Fohrer, Kreta, 18. Auflage, Michael Müller Verlag, Erlangen 2009, S. 334.
  11. Theocharis Detorakis, Der Apostel Titus in Erzbistum zu Kreta, Gemeinde des Heiligen Titus, Informationsblatt Nr. 6, Februar 2010.
  12. Niki Kritsotaki, Die Apostel Titus Kirche in Heraklion in Erzbistum zu Kreta, Gemeinde des Heiligen Titus, Informationsblatt Nr. 6, Februar 2010