Titz

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Titz (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Titz
Titz
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Titz hervorgehoben
51.0061111111116.424166666666795Koordinaten: 51° 0′ N, 6° 25′ O
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Köln
Kreis: Düren
Höhe: 95 m ü. NHN
Fläche: 68,51 km²
Einwohner: 8190 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 120 Einwohner je km²
Postleitzahl: 52445
Vorwahlen: 02463, 02164 (Jackerath)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: DN, JÜL
Gemeindeschlüssel: 05 3 58 056
Gemeindegliederung: 16 Stadtteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Landstraße 4
52445 Titz
Webpräsenz: www.gemeinde-titz.de
Bürgermeister: Jürgen Frantzen (CDU)
Lage der Gemeinde Titz im Kreis Düren
Kreis Düren Nordrhein-Westfalen Rhein-Erft-Kreis Kreis Euskirchen Rhein-Kreis Neuss Kreis Heinsberg Stadt Aachen Städteregion Aachen Belgien Heimbach Kreuzau Nideggen Vettweiß Düren Jülich Langerwehe Titz Merzenich Aldenhoven Hürtgenwald Nörvenich Inden Niederzier LinnichKarte
Über dieses Bild
Ortskern Titz

Titz ist eine ländlich geprägte Gemeinde im Norden des Kreises Düren (Nordrhein-Westfalen).

Geografie[Bearbeiten]

Die Gemeinde Titz liegt in der Jülicher Börde. Im Süden befindet sich die Sophienhöhe. Östlich und nordöstlich der Gemeinde liegt der Braunkohletagebau Garzweiler.

Gewässer[Bearbeiten]

Der Malefinkbach entspringt bei Titz und fließt zur Rur.

Erkelenz
Jüchen
Linnich Compass card (de).svg Bedburg
Jülich Elsdorf
Niederzier

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die Gemeinde Titz setzt sich seit der Gebietsreform des Jahres 1975 aus 16 Ortsteilen zusammen:

Die Ortschaft Titz selbst hat 2.409 Einwohner. (Stand: 31. Oktober 2009)

Geschichte[Bearbeiten]

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. Juli 1969 wurden die ehemaligen Gemeinden Gevelsdorf, Hasselsweiler und Müntz eingegliedert.[2] Am 1. Januar 1972 kam Rödingen hinzu. Aus der aufgelösten Gemeinde Garzweiler wurden Titz 4,80 km² mit damals 763 Einwohnern zugewiesen.[3]

Politik[Bearbeiten]

Sitzverteilung im Gemeinderat
     
Von 26 Sitzen entfallen auf:
Kommunalwahl 2014
Wahlbeteiligung: 62,88 % (2009: 67,77 %)
 %
50
40
30
20
10
0
48,34 %
8,75 %
31,59 %
8,19 %
3,13 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009[4]
 %p
 12
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-10
-12
-14
-16
-18
+7,93 %p
-17,21 %p
+10,45 %p
+0,99 %p
-2,16 %p

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat ist die kommunale Volksvertretung der Gemeinde Titz. Über die Zusammensetzung entscheiden die Bürger alle fünf Jahre. Die letzte Wahl fand am 25. Mai 2014 statt.[5]

Bürgermeister[Bearbeiten]

Bürgermeister der Gemeinde ist seit dem 21. Oktober 2009 Jürgen Frantzen (CDU); bei der letzten Kommunalwahl am 25. Mai 2014 wurde er mit einem Ergebnis von 59,6 Prozent der Stimmen im Amt bestätigt.

Bisherige Bürgermeister (seit der kommunalen Neugliederung):

  • 1969 bis 1994: Wilhelm Lieven, CDU
  • 1994 bis 1999: Hans-Jürgen Herrmann, SPD
  • 1999 bis 2009: Josef Nüßer, CDU
  • seit Okt. 2009: Jürgen Frantzen, CDU

Wappen und Banner[Bearbeiten]

Der Gemeinde Titz ist [6] das Recht zur Führung eines Wappens verliehen worden.

Blasonierung:„In gold (gelb) ein rotbewehrter und -bezungter schwarzer Löwe, begleitet (heraldisch) rechts von drei, links von zwei sechsstrahligen blauen Sternen; links oben befindet sich ein abnehmender blauer Mond.“

Das Wappen wurde 1972 vom Amt Titz übernommen und entstammt einem Schöffensiegel von 1343. Es zeigt den schwarzen Löwen des Herzogtums Jülich, zu dem Titz früher gehörte. Die Sterne stehen für die Anzahl der ehemaligen Gemeinden, die Bedeutung des Mondes ist ungeklärt.

Der Gemeinde ist ferner [7]das Recht zur Führung einer Flagge (Banner) verliehen worden.

Beschreibung des Banners:„Blau-gelb im Verhältnis 1:1 längs-gestreift mit dem Gemeindewappen in der oberen Hälfte.“[8]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten]

Düppelsmühle

Synagoge[Bearbeiten]

Der Landschaftsverband Rheinland beabsichtigt in Rödingen in einer ehemaligen Synagoge und dem dazugehörigen Wohnhaus des Vorstehers ein Informations- und Kulturzentrum zu errichten.[10] In Rödingen und in Müntz liegt jeweils ein jüdischer Friedhof.

Evangelisches Gemeindezentrum[Bearbeiten]

Evangelisches Gemeindezentrum Titz

Die evangelische Kirchengemeinde Kirchherten unterhält in Titz ein Gemeindezentrum, das für Gottesdienste, Frauenkreise. kirchlichen Unterricht und einen Bibelkreis genutzt wird. Das multifunktionale Gebäude beisitzt zwei farbige Glasfenster des Alsdorfer Glaskünstlers Ludwig Schaffrath.[11]

Matronensteine[Bearbeiten]

Im Jahre 1785 wurden zwischen Rödingen und Höllen neun Matronensteine aus der römischen Siedlungsphase gefunden. Ein Stein ist noch erhalten. Das Original steht im Reiss-Museum Mannheim, je ein Duplikat im Foyer des Rathauses Titz und in der Ortschaft Rödingen Ecke Hohe Straße/Platz.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Landwirtschaft[Bearbeiten]

2005 wurden 87 % der Gemeindefläche landwirtschaftlich genutzt. Damit ist die Gemeinde Titz die Kommune mit dem größten Anteil landwirtschaftlich genutzter Fläche in Nordrhein-Westfalen. Als Folge davon ist Titz mit einem Waldanteil von unter 4 % gleichzeitig die Kommune mit dem geringsten Waldanteil in Nordrhein-Westfalen.

Verkehr[Bearbeiten]

Die Autobahn A 44 verläuft durch die Gemeinde und bildet mit der Autobahn A 61 bei Jackerath das gleichnamige Autobahndreieck.

ehemalige Bahntrasse zwischen Immerath und Titz

Titz hatte früher einen Haltepunkt. Da die Bahntrasse östlich der Ortschaft Titz in deutlichem Abstand vorbeiführte, befand sich der Titzer Haltepunkt am äußersten Nordostende an der Landstraße Richtung Jackerath. Obwohl Titz deutlich größer als Ameln ist, hatte Titz nur einen unbedeutenden Haltepunkt. Dieser bestand jedoch aus zwei Bahnsteigen, die sich bis heute – mittlerweile überwachsen – nördlich und südlich der Landstraße befinden.

Landesbetrieb Straßenbau[Bearbeiten]

Der Landesbetrieb Straßenbau, Niederlassung Krefeld unterhält in der Nähe des Autobahndreiecks die Autobahnmeisterei Titz.

Landschaftsverband[Bearbeiten]

Das Rheinisches Amt für Bodendenkmalpflege, eine Dienststelle des Landschaftsverbandes Rheinland (LVR), unterhält in Titz-Höllen eine Außenstelle. Diese ist für die archäologischen Grabungen in den Braunkohlentagebauen Garzweiler, Hambach und Inden zuständig.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Petra Hammesfahr (* 1951), Schriftstellerin und Drehbuch-Autorin, in Titz geboren.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerungszahlen auf Basis des Zensus vom 9. Mai 2011. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 3. September 2014. (Hilfe dazu)
  2.  Martin Bünermann: Die Gemeinden des ersten Neugliederungsprogramms in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1970, S. 99.
  3.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- u. Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen u. Reg.-Bez. vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 294.
  4. Gemeinde Titz. Kommunalwahlen 2009. 30. August 2009, abgerufen am 6. November 2014.
  5. Gemeinde Titz. Europawahl / Kommunalwahlen 2014. 25. Mai 2014, abgerufen am 4. November 2014.
  6. Urkunde des Regierungspräsidenten in Köln, Az. -31.21.04- vom 11. Dezember 1972
  7. Urkunde des Regierungspräsidenten in Köln, Az. -31.21.04- vom 11. Dezember 1972
  8. Hauptsatzung der Gemeinde Titz, § 2 Absatz 1 und 2. Abgerufen am 20. Dezember 2012.
  9. Rainer Draaf: Die historische Efferener Windmühle. Hürther Beiträge zur Geschichte, Kultur und Regionalkunde 78, 2008; S.39-48.
  10. Website des Landschaftsverbands Rheinland zum Projekt Ehemalige Synagoge Titz-Rödingen
  11. Schaffrath-Glasfenster im Ev. Gemeindezentrum Titz

Literatur[Bearbeiten]

  • Hermann-Josef Paulißen: Die Bevölkerung von Titz im Jahre 1812. Zur Personen-Struktur einer rheinischen Landgemeinde (Forum Jülicher Geschichte Band 23). Jülich 1997. ISBN 3-932903-03-X
  • Monika Grübel: Synagoge und Vorsteherhaus in Titz-Rödingen. Vergangenheit – Gegenwart – Zukunft. Rheinland-Verlage, Köln 2001, ISBN 3-7927-1838-3

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Titz – Sammlung von Bildern