Tjumen
| Stadt
Tjumen
Тюмень
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Tjumen (russisch Тюмень;
Aussprache?/i) ist die Hauptstadt der gleichnamigen russischen Oblast in Westsibirien. Sie hat 581.907 Einwohner (Stand 14. Oktober 2010)[1] und liegt am Fluss Tura, der flussabwärts in den Tobol mündet. Die Stadt ist etwa 1700 Kilometer Luftlinie von Moskau entfernt.
In der Flagge und im Wappen ist ein Doschtschanik, ein flaches Boot, abgebildet.
Inhaltsverzeichnis |
Klima [Bearbeiten]
In Tjumen herrscht Kontinentalklima. Charakteristisch sind schnelle Temperaturänderungen. Die mittlere Temperatur beträgt im Januar −17 °С und im Juli +18 °С. Die niedrigste Temperatur im Winter beträgt −50 °C, die höchste Temperatur im Sommer beträgt 38 °С.
| Tjumen | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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| Klimadiagramm | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Tjumen
Quelle: Roshydromet
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Geschichte [Bearbeiten]
Tjumen ist eine der ältesten russischen Ansiedlungen in Sibirien. Es wurde bereits 1586 als Fort der Kosaken an der Mündung der Flüsse Tjumenka und Tura zum Schutz gegen die Steppennomaden gegründet. Seit dem 17. Jahrhundert war Tjumen ein wichtiger Transitpunkt auf dem Handelsweg von Sibirien nach China. Tjumen wurde Handelszentrum und bedeutendes Handwerkerzentrum mit Schmieden, Glockengießereien, Lederverarbeitung und Seifenproduktion. Seit 1709 gehörte Tjumen zum Sibirischen Gouvernement. 1782 erhielt Tjumen das Stadtrecht und wurde 1796 Kreisstadt im Gouvernement Tobolsk. Mit dem Bau des ersten Schiffes in Sibirien 1838 begann in Tjumen die Flussschifffahrt, auch wurde eine Bahnlinie nach Jekaterinburg gebaut. Tjumen wurde zum Zentrum für Schiffbau, Holzverarbeitung und Fischfang, auch die Teppichproduktion war stark entwickelt. Jährlich fand hier einer der größten Sommerjahrmärkte in Sibirien. Im 19. Jahrhundert wurde Tjumen zur Zwischenstation für Umsiedler und Verbannte, hier wurden sie registriert und an ihre endgültigen Wohnorte in Sibirien verteilt. In Tjumen bestand das Kriegsgefangenenlager 93 für deutsche Kriegsgefangene des Zweiten Weltkriegs.[2]
Bevölkerungsentwicklung [Bearbeiten]
| Jahr | Einwohner |
|---|---|
| 1897 | 29.544 |
| 1939 | 79.205 |
| 1959 | 150.195 |
| 1970 | 268.526 |
| 1979 | 358.992 |
| 1989 | 476.869 |
| 2002 | 510.719 |
| 2010 | 581.907 |
Anmerkung: Volkszählungsdaten
Wirtschaft [Bearbeiten]
Die wichtigsten Wirtschaftszweige sind der Schiffs- und Maschinenbau, außerdem die Herstellung von Fleischprodukten und die chemische Industrie. Tjumen liegt an der Hauptstrecke der Transsibirischen Eisenbahn, verfügt über einen Flusshafen und (in Roschtschino) einen internationalen Flughafen, in dem die Fluggesellschaft Utair Aviation ihren Hauptsitz unterhält.
Stadtgliederung [Bearbeiten]
Tjumen ist in vier Stadtbezirke (Stadtrajons) unterteilt:
- Kalininski (Kalinin-Rajon)
- Leninski (Lenin-Rajon)
- Zentralny (Zentralrajon)
- Wostotschny (Ostrajon; seit dem 21. März 2008, aus dem Leninski rajon ausgegliedert)
2004 wurden die Orte Melioratorow, Mechanisatorow, Mys, Noworoschtschino, Trufanowa, Suchodolski und Parfenowski eingemeindet.
Städtepartnerschaften [Bearbeiten]
Daqing, Volksrepublik China, seit 1993
Celle, Deutschland, seit 1994
Houston, Vereinigte Staaten, seit 1995
Persönlichkeiten [Bearbeiten]
Söhne und Töchter der Stadt [Bearbeiten]
- Michail Petrowitsch Grigorjew, Eishockeyspieler
- Wladislaw Petrowitsch Krapiwin, Kinderbuchautor
- Anastasiya Kuzmina, Biathletin und Olympiasiegerin
- Iwan Sergejewitsch Lissutin, Eishockeytorwart
- Andrei Wladimirowitsch Nikitenko, Eishockeyspieler
- Anton Wladimirowitsch Schipulin, Biathlet
- Dmitri Sergejewitsch Schitikow, Eishockeyspieler
- Grigori Dewidowitsch Sijatwinda, Schauspieler
- Andrei Andrejewitsch Wassilewski, Eishockeyspieler
- Pawel Walerjewitsch Wawilow, Biathlet
Sonstige [Bearbeiten]
- Georg Wilhelm Steller, deutscher Naturforscher, starb hier 1746 auf seiner Rückreise von Sibirien nach Sankt Petersburg
Sehenswürdigkeiten [Bearbeiten]
Das Naturkundemuseum Tjumens ist als eines der wenigen weltweit im Besitz eines vollständig erhaltenen Mammutskeletts.
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ a b Itogi Vserossijskoj perepisi naselenija 2010 goda. Tom 1. Čislennostʹ i razmeščenie naselenija (Ergebnisse der allrussischen Volkszählung 2010. Band 1. Anzahl und Verteilung der Bevölkerung). Tabellen 5, S. 12–209; 11, S. 312–979 (Download von der Website des Föderalen Dienstes für staatliche Statistik der Russischen Föderation)
- ↑ Maschke, Erich (Hrsg.): Zur Geschichte der deutschen Kriegsgefangenen des zweiten Weltkrieges. Verlag Ernst und Werner Gieseking, Bielefeld 1962-1977.
Weblinks [Bearbeiten]
Verwaltungszentrum: Tjumen
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