Tobias Moretti

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Tobias Moretti (2011)

Tobias Moretti (* 11. Juli 1959 in Gries am Brenner) ist ein österreichischer Theater- und Filmschauspieler und Präsident des Internationalen Sportrodelverbandes (ISSU).[1] Sein Geburtsname ist Tobias Bloéb, Moretti ist der Familienname seiner Mutter. Er nahm ihn 1984 an, als er mit Giorgio Strehler in Italien arbeitete.

Leben[Bearbeiten]

Nach der Matura begann er zunächst ein Kompositionsstudium an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien, wechselte jedoch rasch an die Otto-Falckenberg-Schauspielschule in München.

Von dort wurde er an das Bayerische Staatsschauspiel engagiert. 1986 wechselte er an die Münchner Kammerspiele. Seit der Spielzeit 2011/2012 ist er wieder am Residenztheater (Bayerisches Staatsschauspiel) in München engagiert.

Rollen an den Münchner Kammerspielen:

Rollen am Münchner Residenztheater:

Film und Fernsehen[Bearbeiten]

Ende der 80er Jahre wechselte Moretti zum Film. In der vierteiligen Fernseh-Serie Piefke-Saga spielte er den Tiroler Bauernburschen Joe. Einem breiten Publikum wurde er mit der Fernsehkrimiserie Kommissar Rex bekannt, die er nach viereinhalb Jahren verließ. Parallel zur Serie drehte er aber immer wieder Filme. Diesem Genre widmete er sich noch mehr, nachdem er „Kommissar Rex“ verlassen hatte. Vor allem waren das Fernsehproduktionen wie Krambambuli, Todfeinde – Die falsche Entscheidung. Schwabenkinder, Tanz mit dem Teufel, Clarissa – Tränen der Zärtlichkeit, Workaholic, die Henning-Mankell-Verfilmung Die Rückkehr des Tanzlehrers sowie Unser Opa ist der Beste 1995 und 1997 die Fortsetzung Mein Opa und die 13 Stühle, Käthchens Traum, Der Liebeswunsch, Andreas Hofer - Die Freiheit des Adlers.

2005 verkörperte er Adolf Hitler in Heinrich Breloers Fernseh-Doku-Drama Speer und Er über das Leben des Architekten Albert Speer. 2003 und 2004 wurde Moretti als „beliebtester Schauspieler“ mit dem TV-Publikumspreis Romy geehrt. Ende 2005 drehte er einen neuen Fernsehfilm: Ausgelöscht, ein Arbeitstitel, der kurz vor der Ausstrahlung in „Mord auf Rezept“ umbenannt wurde. 2006 wurde mit Moretti der Fernsehfilm Der Kronzeuge abgedreht und 2007 gesendet.

Mitte 2007 lehnte er ab, abermals die Rolle des Adolf Hitler in dem Film Operation Walküre – Das Stauffenberg Attentat zu spielen.

Ende 2008 kehrte Tobias Moretti zurück auf die Kinoleinwand. In der mittelalterlichen Komödie 1½ Ritter spielte er an der Seite von Til Schweiger (Regie), Rick Kavanian, Thomas Gottschalk und vielen weiteren bekannten deutschen Schauspielern den „Schwarzen Ritter“.

2009 spielte Tobias Moretti die Rolle des alternden Erzherzog Johann in der Verfilmung dessen Liebesgeschichte mit der Ausseer Postmeisterstochter Anna Plochl mit dem Titel Geliebter Johann Geliebte Anna.

Im Jahr 2010 war er im Film Jud Süß – Film ohne Gewissen als Schauspieler Ferdinand Marian zu sehen, der im NS-Propagandastreifen Jud Süß die Hauptrolle spielte.

Theater[Bearbeiten]

Neben seiner Filmtätigkeit spielt er weiter Theater an verschiedenen Bühnen des deutschsprachigen Raums. So verkörperte er zwei Sommer lang im Jedermann bei den Salzburger Festspielen Jedermanns Guten Gesell und den Teufel und wirkte bei der Uraufführung „Der Narr und seine Frau – Pancomedia“ von Botho Strauß am Schauspielhaus Bochum 2001 (Regie: Matthias Hartmann). 2005 erhielt er die Rolle von König Ottokar in Martin Kušejs Inszenierung von König Ottokars Glück und Ende, die am 8. August 2005 auf der Perner Insel bei den Salzburger Festspielen aufgeführt wurde und seit dem 15. Oktober 2005 auf dem Programm des Wiener Burgtheaters steht. Für diese Rolle war er für den Nestroy-Theaterpreis 2005 in der Kategorie „Bester Schauspieler“ nominiert, den er jedoch nicht erhielt; 2006 wurde ihm für den Ottokar der Gertrud-Eysoldt-Ring der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste in Bensheim verliehen. Ottokar ist nicht seine erste Rolle auf der Bühne eines großen Hauses: 1995 spielte er in Tschechows Der Heiratsantrag zuerst im Vestibül, dann im Akademietheater. Beide sind Spielstätten des Burgtheaters. Diese Aufführung wurde 2000 als Gastspiel nach München eingeladen. Anfang 2009 war er dann zusammen mit Gert Voss in der Premiere des Faust im Wiener Burgtheater zu sehen.

Moretti betätigt sich auch als Opernregisseur: Nach einer Don-Giovanni-Inszenierung in Bregenz gestaltete er am Opernhaus Zürich Mozarts La finta giardiniera. Die Premiere fand unter der musikalischen Leitung von Nikolaus Harnoncourt am 12. Februar 2006 statt und wurde von Kritik wie Publikum positiv aufgenommen. Außerdem nahm er bereits zweimal an der Ruhr-Triennale teil, einer Theater- und Musikreihe im Ruhrgebiet. Spielstätten sind die ehemaligen Kohleabbaugebiete. Moretti trat in den Jahren 2005 und 2006 mit seiner Frau Julia, die das Kammerorchester Modern Times leitet, in der Gebläsehalle des Landschaftsparks Nord in Duisburg auf. Am 5. Dezember 2009 erfolgte am Theater an der Wien die Premiere einer Aufführungsserie der Haydn-Oper "Il mondo della luna". Moretti führte Regie und Nikolaus Harnoncourt dirigierte seinen Concentus Musicus Wien.

Familie, Privatleben[Bearbeiten]

Moretti spricht fließend italienisch. Seine Mutter hat italienische Vorfahren. Moretti hat drei Brüder (u. a. Gregor Bloéb und Christoph Bloéb).

Seit 1997 ist Moretti mit der Götzner Oboistin Julia Moretti verheiratet, die das von ihr gegründete Kammerorchester Moderntimes 1800 leitet. Die beiden haben drei Kinder.

Der diplomierte Landwirt Moretti bewirtschaftet seinen eigenen 400-jährigen Bauernhof („Bergbauernhof“) in Ranggen in der Nähe von Innsbruck, wo er eine Rinderzucht betreibt.

Im Oktober 2005 kritisierte er heftig die touristische Vermarktung der Tiroler Region während der Skisaison.

Filmografie[Bearbeiten]

Tobias Moretti auf der Berlinale 2010

Fernsehfilme und -serien (Auswahl)[Bearbeiten]

Kinofilme[Bearbeiten]

Theater (Auswahl)[Bearbeiten]

Burgtheater:

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Tobias Moretti neuer Präsident des internationalen Sportrodelverbandes Abgerufen am 29. Juli 2014