Toby E. Rodes

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Toby E Rodes

Toby E. Rodes (* 25. Oktober 1919 in Frankfurt am Main als Toby Edward Rosenthal; † 20. April 2013 in Basel) war ein deutscher Kommunikationsexperte und Autor. Er betätigte sich auch als Unternehmensberater und Journalist und befasste sich seit über 60 Jahren mit Kommunikation. Er war der Gründer einer international tätigen Public-Relations- und Marketing-Agentur.

Leben[Bearbeiten]

Toby Rodes’ Vater, Charles A. Rosenthal, Banker und Geschäftsmann, wurde nach der Weltwirtschaftskrise von 1928 zum Retter der Frankfurter Philipp Holzmann AG. Er war Amerikaner der 3. Generation mit deutschen und ungarischen Wurzeln und hatte in München Jura studiert. Bilder des amerikanischen Großvaters Toby Edward Rosenthal, eines zu seiner Zeit weltberühmten Malers, hängen in vielen großen Museen der USA. Sein häufig publiziertes Portrait der Familie Johann Sebastian Bach hat unser aller Bild des Komponisten nachhaltig geprägt.

Die Mutter, geborene Veit, stammte aus einer Verbindung alten englischen Adels mit einer deutsch-jüdischen Familie und war vor der Ehe eine gefeierte Schauspielerin. Kulturelle Vielfalt, Mehrsprachigkeit – das war in der Familie Rosenthal eine Selbstverständlichkeit. Im Jahr 1934 hielt im Frankfurter Lessing-Gymnasium ein Biologie-Lehrer vor Tobys Klasse einen antisemitischen Vortrag. Der Junge schlug Krach und verließ für immer die Schule. Er ging in die französischsprachige Schweiz an den Genfersee, wo er ein englisches Abitur machte, dann 1936 nach London, an die London School of Economics, 1937 schließlich in die USA, nach New York.

Er war 40 Jahren mit W.E. Rodes-Bauer verheiratet.

Wirken[Bearbeiten]

Verleihung der Wilhelm-Leuschner Medaille. Ministerpräsident Roland Koch mit Toby Rodes

Rodes kam im Krieg wieder nach Europa und arbeitete zunächst unter General C. Powell im Führungsstab der Abteilung „Psychologische Kriegsführung“ der 12. US-Armeegruppe, dann im Führungsstab der „Informations- Kontrolle“ unter Lucius D. Clay, wo man sich mit dem Wiederaufbau der deutschen Medien befasste. Von 1950 bis 1955 agierte er als Diplomat und Informationschef des Marshallplans in der Bundesrepublik Deutschland und machte und u. a. PR für den Schuman-Plan, den ursprünglichen Vorläufer der EU, produzierte Filme u. a. leitete Ausstellungen.

Von 1955 bis 1966 war Toby E. Rodes als Mitglied der Geschäftsleitung von Knoll International für deren Aktivitäten außerhalb Nord- und Zentral-Amerikas verantwortlich, insbesondere leitete er die Tochterfirmen in Deutschland, Italien, der Schweiz und Liechtenstein. Seither ließ er es sich nicht nehmen, regelmäßig die wichtigen Einrichtungsmessen als Berichterstatter für Design-Zeitschriften zu besuchen und als Design-Wettbewerb-Juror aufzutreten.

Zugleich war er von 1953 bis 1975 Mitglied des Aufsichtsrates der amerikanischen Public-Relations-Agentur Julius Klein, bekannt für die Betreuung besonders brisanter internationaler wirtschaftspolitischer PR-Aufträge, auch für große deutsche Firmen und die Bonner Regierung. Im Jahr 1966 gründete er die Toby E. Rodes Consultants Agentur in Basel, die als Full-Service-Agentur beratend und ausführend tätig ist, nicht zuletzt für die Entwicklung anspruchsvoller Corporate Identity Programme.

Ehrungen[Bearbeiten]

Als Mitbegründer der internationalen Filmfestspiele Berlin im Jahre 1951 und späterer offizieller Vertreter der Vereinigten Staaten, wurde Toby E. Rodes als Ehrengast an der 60. Berlinale begrüßt. Die Internationalen Filmfestspiele Berlin (Berlinale) sind ein jährlich in Berlin stattfindendes Filmfestival der A-Kategorie und gelten als eines der weltweit bedeutendsten Ereignisse der Filmbranche.

Am 1. Dezember 2005 erhielt er vom Land Hessen die Wilhelm-Leuschner-Medaille. Damit würdigte das Land Hessen Rodes Verdienste um die Demokratisierung und den Wiederaufbau Deutschlands nach dem Zweiten Weltkrieg. Weitere Auszeichnungen, die ihm verliehen wurden, waren die Medaille de la Reconnaissance Française, der US-Bronze Star und das Croix de guerre avec étoile d‘argent, Luxemburg.

Literatur[Bearbeiten]

  • Toby E. Rodes: Einmal Amerika und zurück. Erinnerungen eines amerikanischen Europäers. Verlag Huber Frauendfeld, ISBN 978-3-7193-1533-7
  • Toby E. Rodes: 11 Thesen zur Kommunikation. Urheber Verlag Remagen, ISBN 3-88540-025-1

Weblinks[Bearbeiten]