Tobyl Qostanai

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Dieser Artikel behandelt den Fußballverein von Tobyl Qostanai, für den Basketballverein siehe BK Tobol Qostanai.
FK Tobol Qostanai
Vereinswappen
Voller Name Fussballklub Tobol Qostanai
Ort Qostanai
Gegründet 1967
Vereinsfarben schwarz-gelb
Stadion Zentralstadion Qostanai
Plätze 8.320
Präsident KasachstanKasachstan Talgat Baimuratow
Trainer ArmenienArmenien Wardan Minasjan
Homepage www.fc-tobol.kz
Liga Premjer-Liga
2013 7. Platz
Heim
Auswärts

Der FK Tobyl Qostanai (kasachisch Тобыл Қостанай Футбол Клубы / Tobyl Qostanai Futbol Kluby; russisch Тобол футбольный клуб / Tobol Kostanai futbolny klub) ist ein Fußballverein aus der nordkasachischen Stadt Qostanai. Die größten Erfolge des Vereins sind der Gewinn der Meisterschaft 2010 und des Kasachischen Pokals im Jahre 2007. Der FK Tobol Qostanai ist Gründungsmitglied der kasachischen Premjer-Liga und nimmt am deren Spielbetrieb mit Ausnahme der zwei Spielzeiten 1997 und 1998 durchgehend teil. In der ewigen Tabelle der Kasachischen Liga liegt der Club nach der Saison 2011 auf dem dritten Platz.

Geschichte[Bearbeiten]

Namensentwicklung[Bearbeiten]

Der Verein wurde im Jahre 1967 unter dem Namen Awtomobilist Kustanai (Автомобилист Кустанай) gegründet und nahm nur an der regionalen Meisterschaft teil. 1982 erfolgte die Umbenennung in Energetik Kustanai (Энергетик Кустанай). Von 1990 bis 1991 hieß der Klub Kustanajez Kustanai (Кустанаец Кустанай), nach der Unabhängigkeit des Landes nannte er sich in Chimik Qostanai (Химик Қостанай) um und nahm unter diesem Namen am Spielbetrieb der neuen kasachischen Superliga teil. Nach der Saison 1994 gab er sich den heutigen Vereinsnamen, der sich von dem kasachischen Namen des Flusses Tobol ableitet.

Sowjetische Meisterschaft[Bearbeiten]

Das Team nahm von 1967 bis 1970 und von 1982 bis 1991 insgesamt vierzehn Mal an der sowjetischen Meisterschaft teil. Alle Spielzeiten wurden in der dritten Liga der Sowjetunion verbracht.

Kasachische Meisterschaft[Bearbeiten]

1992–2001: Mittelmaß und Abstieg[Bearbeiten]

In den ersten Jahren nach der Unabhängigkeit Kasachstans im Dezember 1991 belegte Tobyl Plätze im hinteren Mittelfeld. 1996 stieg der Klub aus der Superliga in die Erste Liga ab, kehrte aber 1999 zurück. Wiederum erreichte die Mannschaft Mittelfeldplätze.

2002–2011: Kampf um die Meisterschaft und der erste Meistertitel[Bearbeiten]

2002 wurde der Verein in der regulären Saison Vierter und qualifizierte sich somit für die Meisterschaftsendrunde, die das Team als Dritter abschloss. Im nächsten Jahr gelang die erste Vizemeisterschaft mit zwei Punkten Rückstand auf Irtysch Pawlodar. Außerdem stand der Klub im Pokalfinale, jedoch konnte sich der Gegner Kairat Almaty mit 3:1 durchsetzen. Die Meisterschaft 2004 beendete der Verein auf dem dritten Platz.

Auch in den folgenden Jahren spielte Tobyl um die Meisterschaft mit, was aus der Verpflichtung von Dmitri Ogai als Cheftrainer resultierte. Der Verein erreichte neben der Vizemeisterschaften in den Jahren 2005 und 2007 den dritten Platz in der Saison 2006. 2007 konnte zum ersten Mal der Gewinn des kasachischen Pokals gefeiert werden. Im Finale wurde Ordabassy Schymkent mit 3:0 bezwungen. Die Saison 2008 beendete der Verein erneut auf dem zweiten Platz, als gegen den FK Aqtöbe das entscheidende Spiel um den ersten Platz nach Elfmeterschießen verloren wurde, da die beiden Teams die reguläre Saison punktgleich abschlossen. 120 Minuten brachten im Zentralstadion Almaty vor 16.000 Zuschauern keinen Sieger hervor, es stand 1:1. Den Führungstreffer in der 49. Minute durch den moldawischen Legionär Alexandru Golban egalisierte zwanzig Minuten später durch einen verwandelten Elfmeter der Verteidiger des FK Aqtöbe Samat Smaqow. Das anschließende Elfmeterschießen entschied der FK Aqtöbe mit 4:2 für sich. In der Spielzeit 2009 wurde ein enttäuschender vierter Platz belegt, was den Rauswurf von Ogai als Cheftrainer zur Folge hatte.

In der Saison 2010 konnte zum ersten Mal der langersehnte Meistertitel mit dem neu verpflichteten Cheftrainer Rawil Sabitow gefeiert werden. Unter der Leitung des russischen Spezialisten konnte sich die Mannschaft am Ende der Spielzeit mit einem Punkt Vorsprung vor dem zweitplatzierten Dauerrivalen FK Aqtöbe durchsetzten. [1]

Im Jahr 2011 stand Tobol im Finale des kasachischen Pokals. Im Zentralstadion Almaty erwies sich allerdings Ordabassy Schymkent nach einem 0:1 als die stärkere Mannschaft.

Stadion[Bearbeiten]

Der Verein trägt seine Heimspiele im 8.300 Zuschauer fassenden Zentralstadion Qostanai aus, das 1964 erbaut und 2002 modernisiert wurde.

Sponsoren[Bearbeiten]

Ausrüster vom Tobyl Qostanai ist der deutsche Sportartikel-Hersteller Adidas.

Teilnahmen an UEFA-Wettbewerben[Bearbeiten]

International trat Tobyl erstmals mit der Teilnahme am UEFA Intertoto Cup 2003 in Erscheinung, wobei die Mannschaft in der ersten Runde den polnischen Teilnehmer Polonia Warschau nach zwei Siegen (3:0 in Warschau und 2:1 in Qostanai) bezwang. In der zweiten Runde wurden erneut zwei Siege 2:0 und 1:0 gegen VV St. Truiden aus Belgien gefeiert. In der dritten Runde wurden beide Partien gegen den österreichischen Verein ASKÖ Pasching mit 0:1 und 0:3 verloren, und Tobyl schied aus. In der Saison 2006/07 wurde das Team in der ersten Qualifikationsrunde des UEFA-Pokal vom FC Basel aus der Schweiz aus dem Wettbewerb geworfen.

Im Intertoto Cup 2007 wurde der erste Gegner FC Sestaponi aus Georgien knapp überwunden, als nach dem ungefährdeten 3:0-Heimsieg das Rückspiel mit 0:2 verloren ging. In der zweiten Runde wurde der tschechische Verein Slovan Liberec und in der dritten Runde der OFI Kreta aus Griechenland nach zwei gegentorlosen Siegen bezwungen. Somit qualifizierte sich der Verein für den UEFA-Pokal 2007/08, wo allerdings gleich in der zweiten Qualifikationsrunde sich der polnische Vertreter Dyskobolia Grodzisk als der stärkere erwies.

Der nächste Auftritt auf der europäischen Bühne endete gleich in der ersten Qualifikationsrunde des UEFA-Pokals 2008/09, als Tobyl knapp an dem österreichischen Kontrahenten Austria Wien nach einem 1:0-Heimerfolg und einer 0:2-Auswärtsniederlage scheiterte. In der Qualifikation zur neuen UEFA Europa League 2009/10 musste sich der Verein mit dem türkischen Vertreter Galatasaray Istanbul messen und schied nach einem Unentschieden im Hinspiel und anschließender Auswärtsniederlage aus. Nachdem Tobyl den vierten Platz in der kasachischen Liga des Jahres 2009 belegte, durfte der Verein an der ersten Qualifikationsrunde für die UEFA Europa League 2010/11 teilnehmen und scheiterte nach zwei Niederlagen bereits an der ersten Hürde HŠK Zrinjski Mostar.

In der Europasaison 2011/12 debütierte die Mannschaft aus Qostanai infolge der kasachischen Meistertitel aus dem Jahre 2010 in der Champions League. Der erste Auftritt in der Königsklasse endete bereits nach der zweiten Qualifikationsrunde, wo sich der slowakische Meister ŠK Slovan Bratislava durchsetzen konnte.[2]

Saison Wettbewerb Runde Gegner Ergebnis
2003 UEFA Intertoto Cup 1R PolenPolen Polonia Warschau 3:0, 2:1
2R BelgienBelgien VV St. Truiden 2:0, 1:0
3R OsterreichÖsterreich ASKÖ Pasching 0:1, 0:3
2006/07 UEFA-Pokal 1Q SchweizSchweiz FC Basel 1:3, 0:0
2007 UEFA Intertoto Cup 1R GeorgienGeorgien FC Sestaponi 3:0, 0:2
2R TschechienTschechien Slovan Liberec 1:1, 2:0
3R GriechenlandGriechenland OFI Kreta 1:0, 1:0
2007/08 UEFA-Pokal 2Q PolenPolen Dyskobolia Grodzisk 0:1, 0:2
2008/09 UEFA-Pokal 1Q OsterreichÖsterreich Austria Wien 1:0, 0:2
2009/10 UEFA Europa League 2Q TurkeiTürkei Galatasaray Istanbul 1:1, 0:2
2010/11 UEFA Europa League 1Q Bosnien und HerzegowinaBosnien und Herzegowina HŠK Zrinjski Mostar 1:2, 1:2
2011/12 UEFA Champions League 2Q SlowakeiSlowakei ŠK Slovan Bratislava 0:2, 1:1

Ergebnisse der Heimspiele sind fett markiert.

Teilnahmen am GUS-Pokal[Bearbeiten]

Durch den ersten Gewinn der kasachischen Meisterschaft nahm das Team im Jahre 2011 am GUS-Pokal teil. In der Vorrunde wurde zuerst der usbekische Vertreter Bunyodkor Taschkent mit 2:1 besiegt. Anschließend folgte ein 2:2-Unentschieden gegen MIKA Aschtarak aus Armenien und eine 0:3-Niederlage gegen den lettischen Verein Skonto Riga. Resultierend schied das Team aus Qostanai bereits in der Vorrunde aus.[3]

Erfolge und Statistiken[Bearbeiten]

Meisterschaftserfolge[Bearbeiten]

Pokalerfolge[Bearbeiten]

Torschützenkönige[Bearbeiten]

Spieler Saison Tore
Ulugbek Baqoyev 2004 22
Alexandru Golban 2008 13
Wladimir Baýramow 2009 20
Ulugbek Baqoyev 2010 16

Fußballer des Jahres[Bearbeiten]

Spieler Jahr
Nurbol Schumasqaliew 2003
Nurbol Schumasqaliew 2005

Historische Ligaresultate[Bearbeiten]

Aktueller Kader zur Saison 2014[Bearbeiten]

Nummer Spieler Nationalität Geburtsdatum Bei Tobol seit
Torhüter
35 Alexander Petuchow KasachstanKasachstan 11. Januar 1985 2006
77 Arslan Satubaldin KasachstanKasachstan 14. August 1984 2013
- Iwan Siwoschelesow KasachstanKasachstan 12. März 1985 2014
Abwehr
2 Alexander Schkot KasachstanKasachstan 15. Mai 1989 2013
13 Ondřej Kušnír TschechienTschechien 5. April 1984 2014
14 Bauyrschan Omarow KasachstanKasachstan 3. August 1990 2014
17 Nurtas Kurgulin KasachstanKasachstan 20. September 1986 2013
25 Štěpán Kučera TschechienTschechien 11. Juni 1984 2014
33 Nikola Tonev MazedonienMazedonien 12. November 1985 2013
Mittelfeld
5 Anatoli Bogdanow KasachstanKasachstan 7. August 1981 2011
8 Nenad Šljivić SerbienSerbien 8. Juni 1985 2011
9 Nurbol Schumasqaliew Kapitän der Mannschaft KasachstanKasachstan 11. Mai 1981 2012
11 Witali Wolkow KasachstanKasachstan 22. März 1981 2011
12 Jermek Nurgalijew KasachstanKasachstan 8. August 1986 2013
21 Alexei Malyschew KasachstanKasachstan 24. Juni 1989 2010
24 Ognjen Krasić Bosnien und HerzegowinaBosnien und Herzegowina 9. April 1988 2013
81 Tomas Šimkovič OsterreichÖsterreich 16. April 1987 2014
- Raul Dschalilow KasachstanKasachstan 20. Juli 1994 2014
Sturm
6 Alischer Sulei KasachstanKasachstan 1. November 1995 2012
10 Igor Bugaiov MoldawienMoldawien 26. Juni 1984 2012
18 Artjom Deli KasachstanKasachstan 2. März 1989 2014
22 Beibut Abischew KasachstanKasachstan 9. Februar 1992 2014
99 Jiří Jeslínek TschechienTschechien 30. September 1987 2014

Stand: März 2014

Bekannte ehemalige Spieler[Bearbeiten]

Kasachstan

GUS

Europa

Afrika

Trainer[Bearbeiten]

(seit 2001)

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Meistertitel 2010
  2. Champions League Qualifikation 2011/2012, 2. Runde auf kicker.de
  3. GUS-Pokal 2011