Mortuarium

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Mortuarium ist ein Begriff des Rechts, der Architektur und der Klosterkultur.

Recht[Bearbeiten]

Das Mortuarium war eine beim Tod eines Hörigen fällige Naturalabgabe an den Grundherrn. Im Laufe der Zeit wurde die Sachleistung durch eine Geldabgabe verdrängt, mit der auch Leibgewinns-, Laten- oder Zinsgüter belastet wurden, so dass das Mortuarium einer modernen Erbschaftsteuer immer ähnlicher wurde. Die Abgabe hatte regional unterschiedliche Bezeichnungen wie Fall, Hauptfall, Leibfall, Todfall; Hauptrecht, Besthaupt; Kurmede.

Architektur[Bearbeiten]

Als Mortuarium bezeichnet man auch ein Gebäude, das als Grablege (z. B. für höhere Geistliche) genutzt wurde. Gelegentlich werden auch Trauerhallen als Mortuarien bezeichnet.

Klosterkultur[Bearbeiten]

Außerdem steht Mortuarium in Klöstern für ein Totenbuch bzw. einen Nekrolog. In diesem Verzeichnis werden die verstorbenen Ordensleute eines bestimmten Ordens aufgeführt; die Namen werden regelmäßig im Rahmen der klösterlichen Liturgie verlesen. So ist in vielen Kapuzinerklöstern ein Buch vor dem Chor mit dem aktuellen Datum geöffnet, das alle Namen der Kapuziner aufzeigt, die an diesem Tag gestorben sind.

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]