Togoische Fußballnationalmannschaft

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Togo
République Togolaise
FA Togo.svg
Spitzname(n) Die Sperber
Les Eperviers
Verband Fédération Togolaise de Football
Konföderation CAF
Trainer FrankreichFrankreich Didier Six
Kapitän Serge Akakpo
Rekordtorschütze Emmanuel Adebayor (23)
Rekordspieler Jean-Paul Abalo (67)
Heimstadion Stade de Kégué
FIFA-Code TOG
FIFA-Rang 125. (245 Punkte)
(Stand: 18. September 2014)[1]
Erstes Trikot
Zweites Trikot
Statistik
Erstes Länderspiel
TogoTogo Togo 1:1 Goldküste Goldküste 1878Goldküste
13. Oktober 1956
Höchster Sieg
TogoTogo Togo 6:0 Swasiland SwasilandSwasiland
(Accra, Ghana; 11. Oktober 2008)
Höchste Niederlagen
MarokkoMarokko Marokko 7:0 Togo TogoTogo
(Marokko; 28. Oktober 1979)
TunesienTunesien Tunesien 7:0 Togo TogoTogo
(Tunis, Tunesien; 7. Januar 2000)
Erfolge bei Turnieren
Weltmeisterschaft
Endrundenteilnahmen 1 (Erste: 2006)
Beste Ergebnisse Vorrunde
Afrikameisterschaft
Endrundenteilnahmen 7 (Erste: 1972)
Beste Ergebnisse Viertelfinale 2013
(Stand: unbekannt)

Die togoische Fußballnationalmannschaft repräsentiert das afrikanische Land Togo im Fußball. Große Bekanntheit erlangte sie mit der Teilnahme an der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland. Ihr derzeit erfolgreichster Torjäger ist Sheyi Emmanuel Adebayor, der bei Tottenham Hotspur spielt.

Die togoische Nationalmannschaft ist nicht aus dem Nichts gekommen, wie es in den Medien vor und während der Weltmeisterschaft oft dargestellt worden war. Tatsächlich war sie, wenn keine Größe, zumindest ein ernstzunehmender Gegner innerhalb Afrikas. Sie nahm vor der WM bereits sechsmal am Afrika-Cup teil, scheiterte dabei sechsmal in der Vorrunde. Erst 2013 wurde die Vorrunde überstanden und die K.-o.-Runde erreicht.

Turnierteilnahmen[Bearbeiten]

Teilnahmen an Fußball-Weltmeisterschaften[Bearbeiten]

1930 in Uruguay nicht teilgenommen
1934 in Italien nicht teilgenommen
1938 in Frankreich nicht teilgenommen
1950 in Brasilien nicht teilgenommen
1954 in der Schweiz nicht teilgenommen
1958 in Schweden nicht teilgenommen
1962 in Chile nicht teilgenommen
1966 in England nicht teilgenommen
1970 in Mexiko nicht teilgenommen
1974 in Deutschland nicht qualifiziert
1978 in Argentinien nicht qualifiziert
1982 in Spanien nicht qualifiziert
1986 in Mexiko zurückgezogen
1990 in Italien zurückgezogen
1994 in den USA nicht qualifiziert
1998 in Frankreich nicht qualifiziert
2002 in Südkorea/Japan nicht qualifiziert
2006 in Deutschland Vorrunde
2010 in Südafrika nicht qualifiziert
2014 in Brasilien nicht qualifiziert

In der Qualifikation für die WM in Brasilien traf Togo zunächst in Hin- und Rückspiel auf Guinea-Bisseau. Nach einem 1:1 in Guinea-Bisseau und einem 1:0-Sieg im Rückspiel erreichte Togo die Gruppenphase mit Kamerun, Libyen und der Demokratischen Republik Kongo. Nach der 0:2-Niederlage am 14. Juni 2013 in Libyen hatte Togo keine Chance mehr, sich für die WM zu qualifizieren.

WM 2006[Bearbeiten]

Die Mannschaft im Jahr 2006.

Überraschend konnte Togo in der Qualifikation für die WM 2006 den Senegal hinter sich lassen, der als eindeutig favorisiert galt.

Trainiert wurde die Mannschaft Togos während der Qualifikation vom Nigerianer Stephen Keshi. In den 14 Länderspielen zwischen Mai 2004 und September 2005 gelangen der Mannschaft in 14 Spielen neun Siege, und sie kassierte nur eine Niederlage. In der FIFA-Weltrangliste stieg Togo damit von Rang 99 auf Rang 59 auf.

Der WM-Neuling Togo hatte nach den enttäuschenden Leistungen beim Afrika-Cup 2006 Trainer Stephen Keshi freigestellt. Nach der erstmaligen WM-Qualifikation verloren die Togoer bei der Kontinentalmeisterschaft alle drei Vorrundenspiele – gegen Kongo (0:2), Kamerun (0:2) und Angola (2:3).

Am 18. Februar 2006 wurde Otto Pfister Trainer der togoischen Nationalmannschaft. Unmittelbar vor dem ersten WM-Spiel trat er am 9. Juni 2006 nach einem Streit um Prämien zurück. Am 12. Juni kehrte er überraschend ins Traineramt zurück, nachdem zuvor Winfried Schäfer als sein Nachfolger gehandelt worden war.

Am 13. Juni 2006 erzielte Mohamed Kader im ersten WM-Spiel Togos gegen Südkorea den bislang einzigen Treffer in der WM-Geschichte zum 1:0 (Endstand 1:2). Nach den beiden 0:2-Niederlagen gegen die Schweiz und den späteren Vize-Weltmeister Frankreich war für Togo allerdings schon nach der Vorrunde das Turnier beendet.

Teilnahmen an Afrikameisterschaften[Bearbeiten]

1957 im Sudan nicht teilgenommen
1959 in Ägypten nicht teilgenommen
1962 in Äthiopien nicht teilgenommen
1963 in Ghana nicht teilgenommen
1965 in Tunesien nicht teilgenommen
1968 in Äthiopien nicht qualifiziert
1970 im Sudan nicht qualifiziert
1972 in Kamerun Vorrunde
1974 in Ägypten zurückgezogen
1976 in Äthiopien nicht qualifiziert
1978 in Ghana nicht qualifiziert
1980 in Nigeria nicht qualifiziert
1982 in Libyen nicht qualifiziert
1984 in der Elfenbeinküste Vorrunde
1986 in Ägypten nicht qualifiziert
1988 in Marokko nicht qualifiziert
1990 in Algerien zurückgezogen
1992 im Senegal nicht qualifiziert
1994 in Tunesien während der Qualifikation zurückgezogen
1996 in Südafrika nicht qualifiziert
1998 in Burkina Faso Vorrunde
2000 in Ghana/Nigeria Vorrunde
2002 in Mali Vorrunde
2004 in Tunesien nicht qualifiziert
2006 in Ägypten Vorrunde
2008 in Ghana nicht qualifiziert
2010 in Angola nach Anschlag auf den Mannschaftsbus zur Endrunde nicht angetreten
2012 in Gabun/Äquatorialguinea nicht qualifiziert
2013 in Südafrika Viertelfinale

Afrikanische Nationenmeisterschaft[Bearbeiten]

  • 2009: nicht qualifiziert
  • 2011: nicht qualifiziert
  • 2014: nicht qualifiziert

Besondere Vorkommnisse[Bearbeiten]

Flugzeugabsturz[Bearbeiten]

Am 3. Juni 2007 stürzte ein Hubschrauber der Paramount Airlines nahe dem Lungi International Airport in Sierra Leone ab. Hierbei kamen bis zu 22 Personen ums Leben, darunter Fans der togoischen Fußballnationalmannschaft, die ein Spiel ihrer Mannschaft in Freetown besuchten, sowie Richard Attipoe, der togoische Sportminister.[2]

Anschlag auf den Mannschaftsbus 2010[Bearbeiten]

Zwei Tage vor dem Start der Afrikameisterschaft in Angola geriet der Mannschaftsbus des Teams am 8. Januar 2010 zehn Kilometer nach der Einreise in die angolanische Exklave Cabinda in der Nähe des Lagoa Massabi in einen Hinterhalt einer Fraktion der FLEC. Der Bus wurde von mehreren vermummten Personen mit Maschinengewehr gestoppt und beschossen. Zwei Personen starben: Pressesprecher Stanislaus Ocloo und Assistenztrainer Améleté Abalo. Die Spieler Kodjovi Obilalé und Serge Akakpo wurden verletzt.[3] Die Mannschaft hatte sich entschlossen, trotz des Anschlags zu Ehren der Toten und Verletzten an der Afrikameisterschaft teilzunehmen. Die togoische Regierung ordnete jedoch eine Rückkehr aller Teammitglieder ins eigene Land an und untersagte die Teilnahme.[4]

Der afrikanische Fußballverband CAF hat daraufhin am 30. Januar 2010 mitgeteilt, dass Togo nicht an den nächsten beiden Afrikameisterschaften teilnehmen darf. Grund dafür sei die Einmischung der togoischen Regierung, die nach dem Anschlag auf den Mannschaftsbus ihres Nationalteams den Rückzug von dem Turnier angeordnet hatte. Das Exekutiv-Komitee der CAF entschied zudem, dass der Fußballverband Togos mit einer Geldstrafe in Höhe von 50.000 US-Dollar belegt wird, da er gegen Artikel 78 die Regularien des Afrika-Cups [5] verstoßen habe. Togo kündigte an, gegen den Ausschluss von der Fußball-Afrikameisterschaft 2012 und 2014 gerichtlich vorzugehen.[6][7]

Am 14. Mai 2010 traf die CAF nach Gesprächen unter anderem mit FIFA-Chef Joseph Blatter die Entscheidung, die 4-Jahre-Sperre für Togo rückgängig zu machen.[8]

Partie einer gefälschten Nationalmannschaft[Bearbeiten]

Im September 2010 sorgte ein Fall von Spielmanipulation für Schlagzeilen, bei dem ein gefälschtes togoisches Nationalteam ein Länderspiel gegen die echte bahrainische Fußballnationalmannschaft bestritt. Das Spiel fand in Bahrain statt und ging mit 0:3 verloren, wobei auffällig war, dass die togoische Mannschaft einen unerfahrenen Eindruck machte. Josef Hickersberger, der Trainer der bahrainischen Mannschaft, sagte, dass die togischen Fußballspieler nicht fit genug gewesen seien, um 90 Minuten durchzuspielen.

Wie sich kurz danach herausstellte, war das togoische Team aber nicht die Nationalmannschaft des Landes, sondern bestand aus vollkommen unbekannten Spielern. Das Match war anscheinend mit Hilfe des Vermittlers Wilson Raj Perumal aus Singapur organisiert worden, der schon 1995 wegen Spielmanipulation zu einer Haftstrafe verurteilt worden war. Der bahrainische Verband hatte mit diesem Vermittler gute Erfahrungen gemacht. Man habe eine offizielle Bestätigung für das Spiel vom togoischen Verband erhalten. Dieser teilte jedoch nach dem Spiel mit, gar kein Team entsandt zu haben.

Zu Sanktionen der FIFA kam es nicht, weil die Organisation von Freundschaftsspielen in den Händen der Verbände liegt. Der ehemalige Nationaltrainer Tchanilé Bana, der bei dem gefälschten Spiel als Trainer der togoischen Mannschaft anwesend war, wurde jedoch im September 2010 vom Fußballverband Togos wegen Spielmanipulation für drei Jahre gesperrt.[9][10]

Nationalspieler aus Togo[Bearbeiten]

Folgende Spieler waren für die Teilnahme an der Fußball-Afrikameisterschaft 2010 vorgesehen:

Nr. Name Verein vor Turnierbeginn Geburtstag
Torhüter
16 Kossi Agassa FrankreichFrankreich FC Istres 2. Juli 1978
1 Kodjovi Obilalé FrankreichFrankreich GSI Pontivy 8. Oktober 1984
22 Baba Tchagouni FrankreichFrankreich FCO Dijon 31. Dezember 1989
Abwehr
5 Serge Akakpo RumänienRumänien FC Vaslui 15. Oktober 1987
12 Éric Akoto IsraelIsrael Maccabi Ahi Nazareth 20. Juli 1980
2 Vincent Bossou TogoTogo Maranatha FC 7. Februar 1986
14 Akimsola Boussari NigeriaNigeria Rangers International 10. März 1988
3 Kwami Eninful TunesienTunesien US Monastir 20. November 1984
13 Richmond Forson FrankreichFrankreich Thouars Foot 79 23. Mai 1980
6 Abdoul-Gafar Mamah MoldawienMoldawien Sheriff Tiraspol 24. August 1985
23 Assimiou Touré DeutschlandDeutschland Arminia Bielefeld 1. Januar 1988
Mittelfeld
8 Komlan Amewou NorwegenNorwegen Strømsgodset IF 15. Dezember 1983
10 Floyd Ayité FrankreichFrankreich AS Nancy 15. Dezember 1988
20 Guillaume Brenner Zypern RepublikRepublik Zypern Alki Larnaka 1. Juni 1986
17 Serge Gakpé FrankreichFrankreich AS Monaco 7. Mai 1987
19 Sapol Mani LibyenLibyen Al-Ittihad 5. Juni 1991
15 Alaixys Romao FrankreichFrankreich Grenoble Foot 18. Januar 1984
18 Yao Junior Sènaya Vereinigte Arabische EmirateVereinigte Arabische Emirate Dibba Al-Hisn Sports Club 19. April 1984
7 Moustapha Salifou EnglandEngland Aston Villa 1. Juni 1983
Angriff
4 Emmanuel Adebayor EnglandEngland Tottenham Hotspur 26. Februar 1984
11 Jonathan Ayité FrankreichFrankreich Olympique Nîmes 21. Juli 1985
9 Thomas Dossevi FrankreichFrankreich FC Nantes 6. März 1979
21 Liyabé Kpatoumbi TogoTogo ASKO Kara 25. Mai 1986

Ehemalige und aktuelle Trainer[Bearbeiten]

Länderspiele gegen deutschsprachige Fußballnationalmannschaften[Bearbeiten]

Datum Ort Heimmannschaft Resultat Gastmannschaft
1. 02.06.2006 Vaduz LiechtensteinLiechtenstein Liechtenstein 0:1 TogoTogo Togo
2. 19.06.2006 Dortmund (DeutschlandDeutschland) SchweizSchweiz Schweiz 2:0 TogoTogo Togo

Bisher gab es keine offiziellen Länderspiele gegen Deutschland und Österreich.

Bekannte Spieler[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Die FIFA/Coca-Cola-Weltrangliste. In: fifa.com, August 2014. Abgerufen am 18. September 2014
  2. Sierra Leone/Togo: Helicopter Crash Kills at Least 19, Allafrica.com, 4. Juni 2007
  3. Zwischenfall fordert einen Toten (Zugriff am 9. Januar 2010)
  4. Togo will in Angola spielen (Zugriff am 10. Januar, 13.36 Uhr)
  5. Regulations of the Orange Africa Cup of Nations ANGOLA 2010 (Zugriff am 31. Januar, 21.01 Uhr; PDF; 455 kB)
  6. Velud: "Il faut réagir" (Zugriff am 31. Januar, 20:30 Uhr)
  7. Togo´s withdrawal (Zugriff am 31. Januar, 21:02 Uhr)
  8. Togo ‘s sanctions lifted and general amnesty, CAF Online, 14. Mai 2010
  9. Falsches Nationalteam gegen Bahrain: Togo sperrt Hochstapler-Trainer. Spiegel Online, 20. September 2010, abgerufen am 20. September 2010.
  10. Christian Putsch: Nationalmannschaft gefälscht. Die Welt, 16. September 2010, abgerufen am 21. September 2010.