Toile-de-Jouy

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Detail eines mit Toile-de-Jouy bespannten Polstersessels.

Die Toile-de-Jouy (französisch für Stoff aus Jouy, benannt nach dem ursprünglichen Herstellungsort Jouy-en-Josas in Frankreich) ist ein mit einem charakteristischen Dessin bedruckter Kattun, wobei der Druck ursprünglich mittels gravierter Kupferplatten erfolgte.

Geschichte[Bearbeiten]

Im 17. Jahrhundert kamen in Europa von portugiesischen Seefahrern aus Indien eingeführte bunt bedruckte Baumwollzeuge sowohl als Oberbekleidungs- als auch als Polster- und Dekorationsstoffe in Mode. Diese als Indiennes bezeichneten Stoffe hatten dieselbe prächtige Farbigkeit wie die bis dahin üblichen Seidenstoffe, waren aber erheblich pflegeleichter und boten neben ihrem relativ günstigen Preis einen höheren Tragekomfort. Hinzu kommt die in dieser Zeit aufkommende und sich bis Ende des 18. Jahrhunderts haltende Vorliebe für chinoise Dessins in Europa. Die sich verschärfende Konkurrenz zu den Seidenstoffen veranlasste Ludwig XIV. zur Protektion der französischen Textilindustrie, die vor Allem auf die Produktion von Seidenwaren ausgerichtet war. Dies geschah, indem Ludwig den Import und die Herstellung von Baumwollstoffen verbot. In der Folge wurde Frankreich vom boomenden Markt für Baumwollstoffe abgeschnitten. Die im Zuge der ökonomischen Liberalisierung der französischen Wirtschaftspolitik erfolgte Aufhebung dieses Verbots im Jahre 1759 führte dazu, dass Frankreich sowohl von ausländischen Baumwollprodukten und - in Ermangelung eigener Fachkräfte - auch von ausländischen Kattuntextilarbeitern überschwemmt wurde, welche die überbordende Nachfrage zu befriedigen suchten. Der bekannteste Ausländer war der Württemberger Christophe-Philippe Oberkampf, der 1760 in Jouy-en-Josas bei Paris eine Kattundruckerei in Betrieb nahm, die alsbald das führende Unternehmen auf dem französischen Markt wurde.[1][2]

Die Toile-de-Jouy[Bearbeiten]

Die echte Toile wird sowohl durch das Druckverfahren als auch durch ihr charakteristisches Dessin bestimmt. Oberkampf war in Frankreich der erste, der Kattun mittels gravierter Kupferplatten bedruckte, was – eine genügend feine Oberflächenstruktur des Stoffes vorausgesetzt – es erlaubte, sehr feingliedrige und sehr anspruchsvolle Muster wie etwa detaillierte figurale oder florale Darstellungen zu drucken. Das Dessin der Toile-de-Jouy ist zweifarbig: auf weißen Stoff wird entweder rot – das ist die typische Farbstellung – oder blau gedruckt. Die Motive sind subtile chinoise oder auch pastorale Szenen, die mit zahlreichen feinsten Ranken- und Blütenarrangements verbunden werden. Die Wirkung entspricht etwa der des typischen Chinaporzellans, wo feine blaue (selten rote) Dekore auf weißen Grund aufgebracht werden. Es dürfte, neben der Verwendung der damals modernen Motivthemen, gerade diese Wirkung gewesen sein, die der Toile-de-Jouy ihren durchschlagenden Erfolg verschaffte. Obschon es in Jouy selbst keine Textilindustrie mehr gibt, werden heute zunehmend die Oberkampfschen Dessins wieder aufgelegt und finden Eingang sowohl in die Oberbekleidung als auch in die (Raum-)Dekoration.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Toile de Jouy – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Textilien und Mode, 2008, Jenny Udale
  2. Stoff für Tausend und ein Jahr, 2013, Seite 192, Barbara Schröter