Toktamisch

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Toktamisch (Toqtamisch, † 1406/1407 im Raum Tjumen) war ein Nachfahre Dschingis Khans und ein Khan der Goldenen Horde. Er regierte von ca. 1380 bis 1395. Toktamisch entstammte wahrscheinlich der Familie des Tuqa Timur[1].

Leben[Bearbeiten]

Er kam nach mehreren Kämpfen gegen seinen Onkel(?) Urus Khan († 1376) und dessen Söhne in Sibirien an die Macht (ca. 1376/78). Urus war der Khan der Orda-Horde gewesen und nur mit erheblicher Unterstützung von Mittelasiens Eroberer Timur Leng in Bedrängnis zu bringen. Erst Urus plötzlicher Tod und die Nachfolge seiner schwachen Söhne ebneten Toktamisch den Weg.

Toktamisch beseitigte 1380 den durch die Niederlage von Kulikowo diskreditierten Emir Mamai und vereinigte die Goldene Horde erneut um Sarai. Anschließend stellte er die Oberhoheit der 'Mongolen' in Russland wieder her, wobei es 1382 zur Plünderung Moskaus kam. Dazu muss gesagt werden, dass in seinem Heer nur wenige Tausend echte Mongolen dienten, die Masse waren Angehörige türkischer Stämme.

Toktamisch geriet zwangsläufig mit seinem früheren Förderer Timur Leng in Konflikt und wurde am 14. April 1391 ein erstes Mal bei Samara im Wolgaraum geschlagen. Aber Timur Leng nutzte seinen Sieg nicht aus. So konnte sich Toktamisch die Herrschaft leicht zurückholen und Timur Leng musste ein zweites Mal gegen ihn zu Felde ziehen. Diesmal zerstörte er nach seinem schwer erkauften Sieg am Terek (14. April 1395) sämtliche Städte der Goldenen Horde, unter anderen Sarai, so dass sich der Staat nicht mehr erholte.

Toktamisch floh nach Litauen und versuchte mit Hilfe des dortigen Fürsten Witold die Macht in der Goldenen Horde zurückzubekommen. Die Allianz erlitt aber 1399 in der Schlacht an der Worskla eine Niederlage gegen den Emir Edigü, den neuen starken Mann der Horde. Toktamischs Vorgehen wiederholte sich in Sibirien, wo er Winter 1406/1407 von Edigüs Schützling Schadi Beg ermordet wurde.

Nach Toktamischs Tod kämpften dessen Söhne mit litauischer Unterstützung weiterhin um den Thron der Goldenen Horde. Es handelt sich dabei um die Prinzen Gelal-ed-Din (1412), Kebek (1414-1415, 1422?), Kerim Berdi (1412-1417), Gabbar Berdi (1417?) und Kadir Berdi (1419).

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Bei Abu'l-Ghazi lautet die Ahnenreihe: Jochi - Tuqa Timur - Uz Timur - Saricha (-) Kunchak Oghlan - Tokul Khoja Oghlan - Tuli Khoja - Toktamish. In Frage kommt auch eine Herkunft aus der Familie Ordas. Vgl. Howorth: History of the Mongols, S. 226; Safargaliev: Raspad Zolotoj Ordy, im Anhang; Spuler: Goldene Horde, S. 120.

Literatur[Bearbeiten]

  • Bertold Spuler: Das mongolische Weltreich, Bd. 2: Die Goldene Horde. Die Mongolen in Rußland 1223–1502. Harrassowitz Verlag, Wiesbaden 1965 (Nachdr. d. Ausg. Leipzig 1943).
  • Tilman Nagel: Timur der Eroberer und die islamische Welt des späten Mittelalters. Beck Verlag, München 1993, ISBN 3-406-37171-X.
  • Henry Hoyle Howorth: History of the Mongols from the 9th to the 19th Century, Bd. 2: The So-Called Tartars of Russia and Central Asia. Franklin Press, New York 1972 (Nachdr. d. Ausg. London 1880).

Weblinks[Bearbeiten]


Vorgänger Amt Nachfolger
Mamai, Emir Khan der Goldenen Horde
1380–1395
Edigü, Emir