Tokugawa Ieharu
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Tokugawa Ieharu (徳川家治; * 20. Juni 1737; † 17. September 1786), war von 1760 bis 1786 der 10. Shōgun der Edō-Periode in Japan.
[Bearbeiten] Lebensweg
Tokugawa Ieharu war der älteste Sohn des Tokugawa Ieshige. Seine Mutter war Okō die Zweitfrau seines Vaters.[1] Nach dessen Abdankung wurde er 23jährig sein Nachfolger. In seine Amtszeit fiel die Thronbesteigung des Kōkaku-Tennō.
Der Samurai Yamagata Daini und der Schriftsteller Fujii Umon wurden 1767 hingerichtet, weil sie sich, mit 34 weiteren Verhafteten, verschworen hatten, das Bakufu zu schwächen und die Tennō-Herrschaft zu stärken.[1]
Ieharu's Interessen beschränkten sich auf Wein und Weib, weshalb es dem Ratsmitglied Tanuma Okitsugu (田沼意次; 1719-88) ab 1769 gelang, vollkommene Kontrolle über die Regierungsgeschäfte zu erlangen und den Shōgun über wesentliche Vorgänge und Katastrophen im Lande, wie dem Erdbeben von Sakuragira (1779), die seit 1782 herrschende Hungersnot, dem Ausbruch des Asama (浅間山, Provinz Shinano) und den Überschwemmungen durch den Tonegawa (1783) in Unkenntnis zu lassen. Tanuma's korrupte Politik, die u.a. zu einer Verschlechterung der Münzen führte, ging mit einer gewissen Liberalität einher, die Kunst und Wissenschaften - auch den vermehrten Import holländischer Bücher - erblühen ließen. Im Jahre 1784 fanden landesweit Feiern zum Andenken an Kūkai, den Begründer des esoterischen Shingon-Buddhismus statt.
Ieharu's erster Sohn und designierter Nachfolger Iemoto sowie ein weiterer Sohn starben vor ihm, so daß sein Nachfolger Ienari aus der Hitotsubashi-Linie des Klans gewählt wurde.
Mit Ieharu begann der Niedergang der Tokugawa-Herrschaft. Sein Grab befindet sich im Kan'ei-ji von Ueno; postum wurde ihm der Name Shimmei-in verliehen.
[Bearbeiten] Literatur und Quellen
- Ramming, Martin (Hrsg.); Japan-Handbuch;, Berlin 1941; S 602: "Tokugawa Ieharu"
- Berend Wispelwey (Hrsg.): Japanese Biographical Archiv; München 2007, ISBN 3-598-34014-1, Fiche 386
- Carl Steenstrup; A Gustavian Swede in Tanuma Okitsugu’s Japan: marginal notes to Carl Peter Thunberg’s Travelogue; Journal of intercultural studies 6 (1979), S 20-42
- Tsuji Zennosuke; Tanuma-jidai; INBK, 1980
[Bearbeiten] Einzelnachweise
Tokugawa Ieyasu | Tokugawa Hidetada | Tokugawa Iemitsu | Tokugawa Ietsuna | Tokugawa Tsunayoshi | Tokugawa Ienobu | Tokugawa Ietsugu | Tokugawa Yoshimune | Tokugawa Ieshige | Tokugawa Ieharu | Tokugawa Ienari | Tokugawa Ieyoshi | Tokugawa Iesada | Tokugawa Iemochi | Tokugawa Yoshinobu
| Anmerkung: Bei diesem Artikel wird der Familienname vor den Eigennamen der Person gesetzt. Dies ist die übliche Reihenfolge im Japanischen. Tokugawa ist hier somit der Familienname, Ieharu ist der Eigenname. |
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Tokugawa, Ieharu |
| ALTERNATIVNAMEN | 徳川家治 (japanisch); Shimmei-in (postum) |
| KURZBESCHREIBUNG | Shōgun, der von 1780 bis 1786 amtierte |
| GEBURTSDATUM | 20. Juni 1737 |
| STERBEDATUM | 17. September 1786 |

