Tolbatschik

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Tolbatschik
Tolbatschik aus Südwesten

Tolbatschik aus Südwesten

Höhe 3682 m
Lage Kamtschatka-Halbinsel, Russland
Koordinaten 55° 49′ 51″ N, 160° 19′ 33″ O55.830833333333160.325833333333682Koordinaten: 55° 49′ 51″ N, 160° 19′ 33″ O
Tolbatschik (Region Kamtschatka)
Tolbatschik
Typ Komplexer Vulkan
Letzte Eruption 2012

Der Tolbatschik (russisch Толба́чик) ist ein komplexer Vulkan auf der Kamtschatka-Halbinsel im Fernen Osten Russlands.

Tolbatschik aus Westen

Aufbau[Bearbeiten]

Der Vulkan besteht aus zwei Vulkangipfeln, dem flachen und niedrigeren Plosky Tolbatschik im Osten mit einer Höhe von 3085 m[1] und dem steilen Ostry Tolbatschik mit einer Höhe von 3682 m im Westen. Bei ersterem handelt es sich um einen Schildvulkan, letzterer ist ein Schichtvulkan.[2]

Ausbrüche[Bearbeiten]

Ausbrüche sind unter anderem aus den Jahren 1740, 1769, 1788–1790, 1793, 1904, 1931, 1939–1941 und 1954 bekannt.[3]

Zwischen dem 6. Juli 1975 und dem 10. Dezember 1976 erfolgte am Plosky Tolbatschik ein besonders großer Ausbruch, bei dem etwa zwei Kubikkilometer basaltischer Lava aus einem Spaltensystem am Rand des alten Vulkans austraten. Dies war der größte derartige Ausbruch seit dem des isländischen Vulkans Lakagígar in den Jahren 1783–1784 und es trat viermal mehr Lava aus als beim größten bekannten Ausbruch des Mauna Loa auf Hawaii. Dabei bildete sich nordöstlich und südwestlich des alten Vulkans eine Reihe neuer Schlackenkegel, aus denen die Lava floss. Im August 1975 brach der Gipfel des Plosty Tolbatschik ein und es bildete sich eine 1700 Meter große und 500 Meter tiefe Caldera.[4] Der Ausbruch konnte durch eine Serie von Erdbeben, die am 27. Juni 1975 begann, exakt vorhergesagt werden.[5]

Ende November 2012 brach der Tolbatschik nach 36-jähriger Ruhepause wieder aus. Am Südhang bildeten sich Spalten, aus denen Lava fließt und Asche bis zu 3 Kilometer hoch in die Luft geschleudert wird.[6]

Mineralfunde[Bearbeiten]

Die neugebildeten Schlackenkegel am Tolbatschik sind ein reicher Mineralienfundort. Auch eine Anzahl neuer, bislang unbekannter Minerale wurde am Tolbatschik gefunden, für insgesamt 36 Minerale ist der Berg die Typlokalität. Zu den dort erstmals gefundenen Mineralen zählen unter anderem Alarsit, Lesukit, Tolbachit und Pauflerit.[7]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Tolbatschik – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Tolbachnik bei summitpost.org, abgerufen am 24. Januar 2012.
  2. Tolbachnik beim Global Vulcanism Program, Smithonian Institute, abgerufen am 24. Januar 2012.
  3. Tolbatschik in der Großen Sowjetischen Enzyklopädie.
  4. D. A. Swanson: A Voluminous Eruption: The Great Tolbachik Fissure Eruption. In: Science. 223, 1984, S. 160–160, doi:10.1126/science.223.4632.160.
  5. Vyacheslav M. Zobin: Introduction to Volcanic Seismology. 2. Auflage, Elsevier, 2011, ISBN 978-0-444-56376-7, S. 83 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  6. earthobservatory.nasa.gov, abgerufen am 4. Dezember 2012
  7. Tolbachik bei mindat.org (engl.)