Tom DeLay

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Tom DeLay

Thomas Dale „Tom“ DeLay (* 8. April 1947 in Laredo, Texas) ist ein US-amerikanischer Politiker der Republikanischen Partei.

Tom DeLay verbrachte einen Teil seiner Kindheit in Venezuela, wo sein Vater in der Öl- und Gasförderung arbeitete. An der University of Houston legte er 1970 ein Examen in Biologie ab, nachdem er von der Baylor University wegen Trunksucht ausgeschlossen worden war. Während seiner Zeit als Abgeordneter im Repräsentantenhaus von Texas von 1978 bis 1985 setzte er sich für den Kampf gegen Alkoholismus ein.

DeLay gilt als sehr konservativer, rechter Republikaner. 1984 wurde er für den 22. Wahlbezirk von Texas in das Repräsentantenhaus der Vereinigten Staaten gewählt. Er wurde 1994 von seinen Parteikollegen zum Majority Whip seiner Fraktion gewählt. Wegen seines Einsatzes für die Parteidisziplin erhielt er dabei den Spitznamen „The Hammer“. Nach acht Jahren wurde er 2002 zum Mehrheitsführer. Außenpolitisch ist er als starker Unterstützer Israels bekannt. Seiner Auffassung nach steht nur die Republikanische Partei im Gegensatz zu den Demokraten treu zu Israel.[1] 2003 besuchte er Israel und traf Mitglieder des israelischen Paralaments. Er lehnt jeglichen Kompromiss bezüglich der Rückgabe von besetzten Gebieten an die Palästinenser ab, so dass der rechte Politiker Arieh Eldad sagte, er dachte immer, er sei der Rechteste im Parlament, bis er DeLays Rede hörte.[2] Der frühere Mossad-Chef Danny Yatom sagte: "Der Likud ist nichts im Vergleich zu diesem Kerl"[3]

Im Jahr 2005 war er eine der Kräfte, die die Regierung Bush dazu brachte, die Unterstützung der Palästinensischen Autonomiebehörde abzulehnen. Einige jüdische Politiker drückten ihre Besorgnis über die Art und Weise aus, wie der "texanische republikanische Evangelikale die amerikanischen und israelischen Bemühungen, eine Zwei-Staaten-Lösung zu finden, unterlaufe."[4]

Am 28. September 2005 wurde DeLay von der Staatsanwaltschaft des Travis County angeklagt, Spendengelder in Höhe von 190.000 US-Dollar für Wahlkampagnen republikanischer Kandidaten aus Texas missbraucht zu haben. Er legte daraufhin den Posten des Mehrheitsführers zeitweilig nieder, behielt aber sein Abgeordnetenmandat. Weitere Vorwürfe wurden im Oktober 2005 erhoben. Nach einer Aussage des Lobbyisten und Kronzeugen Jack Abramoff, die auch DeLay belastet, legte er am 7. Januar 2006 sein Amt als Fraktionsvorsitzender der Republikaner endgültig nieder. Nachfolger in diesem Amt wurde John Boehner. DeLay bestritt weiterhin, sich ethisch inkorrekt verhalten zu haben und wollte zunächst erneut für das Repräsentantenhaus kandidieren. Am 3. April 2006 gab DeLay dann bekannt, nicht zur Wiederwahl im November 2006 anzutreten.

2009 begann der rechte Flügel der Republikaner die Debatte um die Geburtsurkunde Barack Obamas in den Medien populär zu machen. Hierbei wurde unterstellt, dass Obama gar nicht in den USA geboren sei und laut Verfassung daher auch nicht Präsident hätte werden dürfen. Am 19. August sagte DeLay in der Sendung "Hardball" Obama solle seine Geburtsurkunde vorzeigen.[5]

Am 24. November 2010 sprach ihn ein Gericht in Austin nach 19 Stunden Geschworenenberatung wegen Verschwörung und Geldwäscherei für schuldig.[6][7] Am 10. Januar 2011 wurde er wegen Verschwörung von einem Richter zu drei Jahren Haft verurteilt. Wegen Geldwäscherei wurde er zu zehn Jahren auf Bewährung verurteilt. Er hat Berufung angekündigt und bleibt bis zur Verhandlung dank Zahlung einer Kaution von 10.000 US-Dollar auf freiem Fuß.[8]

Neben Jack Abramoffs werden auch DeLays Lobbytätigkeiten in dem Dokumentarfilm Casino Jack and the United States of Money von 2010 aufgearbeitet.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Tom Curry: DeLay makes intense appeal for Jewish voters, MSNBC. 1. September 2004. Abgerufen am 15. April 2006. 
  2. Megan K. Stack: House's DeLay Bonds With Israeli Hawks, The Los Angeles Times. 31. Juli 2003, S. A.5. 
  3. Dubose and Reid, Seite 236
  4. Ori Nir: House Sets Limits on Palestinian Aid As DeLay Defies Calls of Bush, Rice, The Forward. 18. März 2005. Abgerufen am 15. April 2006. 
  5. http://www.huffingtonpost.com/2009/08/19/tom-delay-joins-the-birth_n_263532.html
  6. Tom DeLay droht lebenslange Haft. Bushs Ex-Fraktionschef wegen Geldwäscherei schuldig gesprochen. NZZ Online, 25. November 2010
  7. Republikaner DeLay verurteilt. Früherer Fraktionschef der Geldwäsche schuldig. In: F.A.Z., 25. November 2010, S. 7
  8. DeLay Sentenced to 3 Years in Conspiracy and Money-Laundering Case in: The New York Times vom 10. Januar 2011

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Tom DeLay – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien