Tom Kristensen (dänischer Autor)

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Aage Tom Kristensen (* 4. August 1893 in London, Vereinigtes Königreich; † 2. Juni 1974 auf Thurø, Svendborg, Dänemark) war ein dänischer Autor und Literaturkritiker.

Biografie[Bearbeiten]

Tom Kristensen wurde in London geboren und wuchs im inneren Kopenhagen auf. Seine Kindheit wird in dem autobiographischen Roman Offenherziges Verschweigen (Aabenhjertige Fortielser, 1966) geschildert. Er wohnte von 1946 bis zu seinem Tod auf Thurø. Am bekanntesten ist er für seine Romane Roman einer Verwüstung (Hærværk, 1930), der auch 1977 verfilmt wurde,[1] und Arabeske des Lebens (Livets Arabesk, 1921) und für die Gedichtsammlung Freibeuterträume (Fribytterdrømme, 1920). Roman einer Verwüstung wurde als Schlüsselroman rezipiert - oder, wie er selbst es ausdrückte, "als ein ganzer Schlüsselbund". Es war bei einem Besucht bei Harald Bergstedt, als ihm geraten wurde, einen Roman über sein Trinkerleben in Kopenhagen zu schreiben. Kristensens Romane, Gedichte und Erzählungen unterlagen teilweise der literarischen Strömung des Expressionismus. Sein Schaffen wurde maßgeblich mit beeinflusst von Johannes V. Jensen, James Joyce, D.H. Lawrence, Ernest Hemingway und Sigmund Freud. Wiederum war er Vorbild für die Schriftsteller Klaus Rifbjerg, Thomas Boberg und Jakob Ejersbo.[2]

Tom Kristensen war 1922 auf einer Studienreise in Asien, die ihn u.a. nach China und Japan führte. Teile seiner Gedichte, die von der Chinareise handeln, finden sich, vertont zu Bluesmusik von Peter Thorup, auf dem Album Reise nach China von 1978 (später auch CD).

Tom Kristensen lebte in langen Zeitabschnitten seines Schriftstellerlebens als Literaturkritiker für die dänische Tageszeitung Politiken und lieferte einige der schönsten Gedichte seiner Karriere in Form von Gelegenheitsgedichten als Nachrufe. Beispielsweise Es ist Knut, der tot ist (Det er Knud, som er død) anlässlich des Todes des Polaforschers Knud Rasmussen 1933. Sein berühmter Roman Roman einer Verwüstung spielt in der Journalistenwelt Kopenhagens.

Von 1960 an war Tom Kristensen Stiftungsmitglied der neu gegründeten Dänischen Akademie und erhielt 1968 deren Großen Preis verliehen.

Tom Kristensen war vor allem bekannt für seine Gedichte und Romane. Aber er gab auch eine große Anzahl Novellen heraus. Mehrere davon befinden sich in der Novellensammlung Die Windrose (Vindrosen), die u.a die bekannte expressionistische Novelle Das Unglück (Ulykken) enthält. 1997 erschien Gesammelte Gedichte (Samlede Digte) im dänischen Verlag Gyldendal. Das Buch enthält die Gedichte seiner neun Gedichtsammlungen. Bekannte Gedichte sind: Freibeuter (Friybytter) und Vestergade (1924).[3]

Preise und Auszeichnungen (Auswahl)[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Thorkild Borup Jensen, Tom Kristensen – portræt af forfatteren og forfatterskabet, Dansklærerforeningen, 2007. ISBN 978-87-7996-296-5.
  • Jens Andersen, Dansende stjerne : en bog om Tom Kristensen, Gyldendal, 1995. ISBN 87-00-21708-5.
  • Niels Egebak, Tom Kristensen, Munksgaard, 1971. ISBN 87-16-00393-4.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Hærværk in der Internet Movie Database (englisch)
  2. http://confidentialattachees.wordpress.com/2007/01/26/a-literary-year-tom-kristensens-havoc/
  3. http://kum.dk/Temaer/Temaarkiv/Kulturkanon/