Tom Laughlin

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Dieser Artikel bezieht sich auf den Schauspieler und Filmemacher. Der gleichnamige Wrestler findet sich unter Thomas Laughlin.

Tom Laughlin (* 10. August 1931 in Minneapolis, Minnesota als Thomas Robert Laughlin; † 12. Dezember 2013 in Thousand Oaks, Kalifornien) war ein US-amerikanischer Filmschauspieler und Filmemacher, der in den 1960er- und 1970er-Jahren mit Independentfilmen große Erfolge feiern konnte.[1]

Biografie[Bearbeiten]

Tom Laughlin wuchs auf in Milwaukee und besuchte die University of Minnesota sowie die Indiana University. Seit Mitte der 1950er-Jahre spielte er jugendliche Nebenrollen in Fernseh- und Kinofilmen. 1957 hatte er eine Hauptrolle in Robert Altmans The Delinquents. Nach einigen Jahren zog er sich zunächst aus dem Filmgeschäft zurück und leitete eine Montessorischule in Santa Monica. Seit Mitte der 1960er-Jahre trat er als Darsteller, Autor, Produzent, Kameramann und Regisseur von billig gemachten Filmen in Erscheinung, wobei er zahlreiche Pseudonyme für seine Aktivitäten hinter der Kamera benutzte.

1967 schuf und spielte Laughlin in dem Biker-Film Engel der Hölle (The Born Losers) erstmals die Figur des Halbbluts „Billy Jack“, eines schweigsamen Einzelgängers, der mit stoischer Naivität und fernöstlichen Kampfkünsten für Gerechtigkeit sorgt. In dem actionreichen Film setzt sich Billy Jack gegen eine Bande von Motorrad-Rockern durch. Der relative Erfolg des Filmes führte zu einer Fortsetzung. In Billy Jack (1971) schützt der Held eine von Freigeistern unterhaltene Schule vor dem örtlichen Establishment. Der Streifen kostete 800.000 Dollar und spielte viele Millionen ein; Laughlin war einer der profitabelsten Filme aller Zeiten gelungen. Eine weitere Fortsetzung, The Trial of Billy Jack (1974), brachte es innerhalb von 30 Tagen auf 22 Millionen Dollar an der Kinokasse. 1975 gründete Laughlin die Produktionsgesellschaft Billy Jack Enterprises, bezog einen repräsentativen Bürokomplex inmitten Hollywoods, produzierte für 3,5 Millionen den Film Der Rächer von Kalifornien, inszenierte den Streifen unter dem Pseudonym „Frank Laughlin“, spielte die Hauptrolle und machte damit prompt Bankrott. Allerdings erntete die junge Barbara Carrera für ihre Rolle in dem Film eine Golden Globe-Nominierung. 1977 fand schließlich auch der vierte Film um Laughlins Kultfigur, Billy Jack Goes to Washington, ein „schwerfälliges Remake“ (Leonard Maltin) des Klassikers Mr. Smith geht nach Washington von Frank Capra, kaum noch Beachtung.

Tom Laughlin spielte danach nur noch einige kleinere Rollen in wenigen Filmen. 1985 kündigte er einen fünften Billy Jack-Film an, aus dem jedoch nichts wurde. Anfang der 1990er-Jahre trat er politisch in Erscheinung und bewarb sich 1992 erfolglos um die Nominierung als demokratischer Präsidentschaftskandidat. 2004 versuchte er es als republikanischer Kandidat erneut und ebenso erfolglos. Zuletzt bekundete Tom Laughlin Interesse an einer Kandidatur zum Gouverneur von Kalifornien.

2001 berichtete Laughlin auf seiner Webseite über seine Erkrankung an Zungenkrebs. Er publizierte Ratgeber, in denen er über seine durch Psychotraining unterstützte Heilung berichtet und engagierte sich gegen den Irak-Krieg.

Tom Laughlin war seit 1956 mit seiner Kollegin Delores Taylor verheiratet und hatte mit ihr eine Tochter.

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten]

  • 1955: Climax (TV)
  • 1957: The Delinquents
  • 1958: Süd Pazifik (South Pacific)
  • 1959: April entdeckt die Männer (Gidget)
  • 1960: Je länger, je lieber (Tall Story)
  • 1967: Engel der Hölle (The Born Losers)
  • 1971: Billy Jack (Billy Jack)
  • 1974: The Trial of Billy Jack
  • 1975: Der Rächer von Kalifornien (The Master Gunfighter)
  • 1976: Reise der Verdammten (Voyage of the Damned)
  • 1977: Billy Jack Goes to Washington
  • 1978: Tote schlafen besser (The Big Sleep)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Tom Laughlin – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Nachruf auf Tom Laughlin in: Los Angeles Times