Tom Stoppard

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Tom Stoppard (2007)

Sir Tom Stoppard OM, CBE, eigentlich Tomáš Straussler, (* 3. Juli 1937 in Zlín, Tschechoslowakei) ist ein britischer Dramatiker, der berühmt ist für seine Stücke wie The Real Thing und Rosencrantz and Guildenstern are Dead sowie für das Drehbuch zu dem Film Shakespeare in Love.

Leben[Bearbeiten]

Tom Stoppard wurde am 3. Juli 1937 als Tomáš Straussler in Zlín, Tschechoslowakei geboren. Beide Eltern waren nicht praktizierende Juden. Deshalb floh seine Familie mit ihm am Tag der deutschen Invasion aus der Tschechoslowakei (15. März 1939) nach Singapur. Stoppard besuchte eine englische Schule in Indien, wohin seine Familie weiter floh, als die Japaner im Frühjahr 1942 in Singapur einmarschierten. Sein Vater, ein Arzt, starb während dieser Flucht, seine Mutter heiratete danach einen britischen Major namens Stoppard. Die Familie siedelte dann nach England um.

Stoppard verließ die Schule mit siebzehn und begann, als Journalist zu arbeiten. Sein erstes Stück, A Walk on the Water, wurde 1960 fertiggestellt. Es wurde als Enter a Free Man uraufgeführt. Eines seiner berühmtesten Stücke ist Rosencrantz and Guildenstern are Dead, eine Komödie mit zwei Nebenfiguren aus Hamlet. Es ähnelt Samuel Becketts absurdem Stück Warten auf Godot. 1978 schrieb er nach einer Novelle von Vladimir Nabokov das Drehbuch zu Despair – Eine Reise ins Licht, einem wenig bekannten Film von Rainer Werner Fassbinder.

Seine Stücke spielen mit philosophischen Ideen, die mit viel Witz und Humor vorgetragen werden. Er ist ein Meister des Wortspiels und verwendet oft multiple Zeitleisten in seinen Stücken.

Er war zweimal verheiratet, zunächst mit der Krankenschwester Jose Ingle (1965–72), dann mit Miriam Moore-Robinson, (1972–92), die er verließ, um eine Beziehung mit der Schauspielerin Felicity Kendal einzugehen. Er hat je zwei Söhne aus jeder Ehe. 1978 wurde Stoppard zum Commander des Order of the British Empire ernannt; 1997 wurde er zum Ritter geschlagen. 2000 wurde er von Königin Elisabeth II. in den Order of Merit aufgenommen. 2009 wurde er mit dem Praemium Imperiale ausgezeichnet.

Werke[Bearbeiten]

Bühnenwerke[Bearbeiten]

  • A separate Peace
    ein Mann, der in einem privaten Krankenhaus leben will, weil er des Lebens müde ist.
  • Rosencrantz and Guildenstern Are Dead. (1967; dt. Rosenkranz und Güldenstern)
  • Enter a Free Man (1968)
  • After Magritte (1970)
  • The Real Inspector Hound (1968)
    ist ein bekanntes kurzes Schauspiel. Zwei Theaterkritiker schauen ein Stück an und werden selbst in einen Mord verwickelt.
  • Jumpers (1972)
    untersucht die akademische Philosophie und stellt sie ähnlich einem gymnastischen Wettkampf dar.
  • Travesties (1974)
    eine Parodie auf Oscar Wildes The Importance of Being Earnest.
  • Dirty Linen and New-Found-Land. (1976)
  • Every Good Boy Deserves Favour (1977)
    Ist ein eigenartiges Stück, das zwar mit nur wenigen Schauspielern auskommt, jedoch ein komplettes Orchester benötigt, um aufgeführt zu werden.
  • Night and Day (1978)
  • Dogg's Hamlet (1979)
    In diesem Stück sprechen die Schauspieler normale englische Wörter, die jedoch ganz andere Bedeutungen haben.
  • Undiscovered Country (1979)
  • On the Razzle. (1981)
    ist eine Komödie, die auf einem Stück aus dem 19. Jahrhundert basiert, das von dem österreichischen Dramatiker Johann Nestroy geschrieben wurde: Einen Jux will er sich machen (diente ebenfalls als Vorlage für Thornton Wilders The Matchmaker und das Musical Hello, Dolly!).
  • The Real Thing. (1982)
    untersucht das Wesen der Liebe.
  • Rough Crossing (1984)
  • Dalliance (1986)
  • Hapgood (1988)
    vermischt einen Spionage-Thriller und Quantenmechanik.
  • Arcadia (1993; dt. Arkadien)
    folgt den Geschicken zweier Forscher, die einen literarischen Krimi untersuchen.
  • Indian Ink (1995)
    befasst sich mit der britischen Herrschaft in Indien. Theaterstück, basiert auf dem Hörspiel In The Native State.
  • The Invention of Love. (1997)
    beschäftigt sich mit Leben und Tod des Oxforder Dichters Alfred Edward Housman, insbesondere mit seiner Homosexualität.
  • The Coast of Utopia (2002)
    Trilogie, bestehend aus den Teilen Voyage, Shipwreck und Salvage. (Tony Award an Tom Stoppard für das Beste Theaterstück 2007 und 6 weitere Tonys)
  • Rock 'n' Roll (2006)
  • The Real Thing (2010)

Hörspiele (Auszug)[Bearbeiten]

  • The Dissolution of Dominic Boot
  • 'M' is for Moon Among Other Things
  • If You’re Glad I’ll Be Frank
  • Albert’s Bridge
  • Where Are They Now?
  • Artist Descending a Staircase
  • The Dog it Was That Died
  • In the Native State

Filme (Kino)[Bearbeiten]

Fernsehserie[Bearbeiten]

Weiterführende Literatur[Bearbeiten]

  • Bloom, Harold, ed. Tom Stoppard. Bloom's Major Dramatists. New York: Chelsea House, 2003.
  • Corballis, Richard. Stoppard. The Mystery and the Clockwork. Oxford, New York, 1984.
  • Delaney, Paul. Tom Stoppard: The Moral Vision of the Plays. London, Basingstoke: Macmillan, 1990.
  • Fleming, John. Stoppard's Theater: Finding Order Amid Chaos. Austin: University of Texas Press, 2001.
  • Hunter, Jim. About Tom Stoppard: The Playwright & the Work. London: Faber & Faber, 2005.
  • Kelly, Katherine E., ed. The Cambridge Companion to Tom Stoppard. Cambridge: Cambridge University Press, 2001.
  • Londré, Felicia Hardison. Tom Stoppard. Modern Literature Series. New York: Frederick Ungar Publishing Co., 1981.
  • Südkamp, Holger. Tom Stoppard's Biographical Drama. Trier: WVT, 2008.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Tom Stoppard – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien