Tom Tykwer

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Tom Tykwer auf der Berlinale 2009

Tom Tykwer [ˈtɪkvɐ] (* 23. Mai 1965 in Wuppertal, Nordrhein-Westfalen) ist ein deutscher Filmregisseur, Drehbuchautor, Filmproduzent und Filmkomponist. Seine bekanntesten Arbeiten sind unter Anderem Lola rennt, Das Parfum – Die Geschichte eines Mörders und The International mit Clive Owen und Naomi Watts. Des Weiteren übernahm er zusammen mit Lana und Andy Wachowski die Regie, das Drehbuch und die Produktion des Science-Fiction-Films Cloud Atlas.

Leben[Bearbeiten]

Tykwer drehte mit elf Jahren seine ersten Super-8-Filme und arbeitete mit dreizehn als Filmvorführer. In Berlin wurde er 1988 Manager des Moviemento-Filmtheaters in Kreuzberg. 1992 gründete er mit dem Produzenten Stefan Arndt die Firma Liebesfilm und inszenierte zunächst als Regisseur zwei Kurzfilme.

Mit Die tödliche Maria und Winterschläfer gelangen ihm sodann viel beachtete Anfangserfolge. Er gründete 1994 zusammen mit Stefan Arndt, Dani Levy und Wolfgang Becker die Produktionsfirma X-Filme Creative Pool. 1998 wurde sein dritter Film, Lola rennt, auch ein großer Publikumserfolg. Es folgten 2000 Der Krieger und die Kaiserin und 2002 seine erste internationale Produktion Heaven. 2004 drehte er den Kurzfilm True, der ein Teil des Kompilationsfilms Paris, je t’aime ist. Danach führte er bei Das Parfum – Die Geschichte eines Mörders Regie, einer Verfilmung des gleichnamigen Romans von Patrick Süskind.

2008 beendete Tykwer die Arbeit an der deutsch-amerikanischen Koproduktion The International mit Clive Owen und Naomi Watts in den Hauptrollen. Der Film stellt einen Interpol-Agenten und eine New Yorker Staatsanwältin in den Mittelpunkt, die planen, die illegalen Aktivitäten einer mächtigen Großbank aufzudecken. Zum weiteren Schauspielensemble gehören unter anderem Armin Mueller-Stahl, Ulrich Thomsen und James Rebhorn. Der Thriller eröffnete Anfang Februar 2009 die 59. Auflage der Filmfestspiele von Berlin, wo The International außer Konkurrenz gezeigt wurde.[1]

Im gleichen Jahr erschien der von Tykwer initiierte Episodenfilm Deutschland 09, an dem mit Fatih Akın, Wolfgang Becker, Dominik Graf, Sylke Enders, Romuald Karmakar, Nicolette Krebitz, Isabelle Stever, Hans Steinbichler und Hans Weingartner namhafte deutschsprachige Regisseure beteiligt waren. Das Projekt war an den Film Deutschland im Herbst (1978) angelehnt. Von Tykwer selbst stammt der Kurzfilm „Feierlich reist“ mit Benno Fürmann in der Hauptrolle. Deutschland 09 wurde am 13. Februar 2009 auf der 59. Berlinale uraufgeführt und lief dort außer Konkurrenz.[2][3][4][5]

Im November 2009 drehte Tykwer in und um Berlin den tragikomischen Film Drei, seinen ersten in deutscher Sprache seit zehn Jahren. In den Hauptrollen spielen Sophie Rois, Devid Striesow und Sebastian Schipper. Der Kinostart in Deutschland war am 23. Dezember 2010.[6] Die Weltpremiere fand auf den 67. Internationalen Filmfestspielen von Venedig statt, wo der Film auch im offiziellen Wettbewerb um den Goldenen Löwen lief.[7] 2011 folgten für Drei sechs Nominierungen für den Deutschen Filmpreis 2011, darunter in den Kategorien Bester Film, Beste Regie und Beste Filmmusik (gemeinsam mit Johnny Klimek, Reinhold Heil und Gabriel Isaac Mounsey). Tykwer wurde mit dem Regiepreis ausgezeichnet.[8]

Ab 2009 arbeitete Tykwer zusammen mit den Wachowski-Geschwistern an der Verfilmung des Buches Der Wolkenatlas von David Mitchell. Cloud Atlas hatte seine Premiere am 8. September 2012 auf dem Toronto International Film Festival.

Zusammen mit den Regisseuren Chris Kraus, Robert Thalheim, Axel Ranisch und der Regisseurin Julia von Heinz drehte Tykwer den Dokumentarfilm Rosakinder (2012) über die Beziehung zu ihrem gemeinsamen „Filmvater“ und Mentor Rosa von Praunheim.

Zusammen mit Reinhold Heil und Johnny Klimek schreibt er auch die Musik für seine Filme.

Bis 2002 war Tykwer mit Franka Potente liiert. Seit 2009 ist er mit Marie Steinmann verheiratet, das Paar hat ein Kind.

Filmografie[Bearbeiten]

Regie[Bearbeiten]

Drehbuch[Bearbeiten]

Produktion[Bearbeiten]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

  • 1993: Preis der deutschen Filmkritik in der Kategorie Bester Spielfilm für Die tödliche Maria
  • 1994: Bayerischer Filmpreis in der Kategorie Beste Nachwuchsregie
  • 1995: Förderpreis des Landes Nordrhein-Westfalen
  • 1998: Preis der deutschen Filmkritik in der Kategorie Bester Spielfilm für Lola rennt
  • 1998: Deutscher Filmpreis in der Kategorie Bester Spielfilm in Silber für Winterschläfer
  • 1998: Deutscher Kritikerpreis
  • 1998: Bayerischer Filmpreis in der Kategorie Beste Produzenten für Lola rennt
  • 1999: Deutscher Filmpreis in der Kategorie Bester Spielfilm in Gold und Beste Regie für Lola rennt
  • 2001: Deutscher Filmpreis in der Kategorie Bester Spielfilm in Silber für Der Krieger und die Kaiserin
  • 2001: Deutscher Filmpreis in der Kategorie Bester Spielfilm in Silber für Heaven
  • 2002: Deutscher Videopreis
  • 2005: Herbert-Strate-Preis der Filmstiftung NRW
  • 2006: Bambi in der Kategorie Bester Film national für Das Parfum – Die Geschichte eines Mörders
  • 2006: Bayerischer Filmpreis in der Kategorie Beste Regie für Das Parfum – Die Geschichte eines Mörders
  • 2007: Jupiter in der Kategorie Bester deutscher Film und Beste deutsche Regie für Das Parfum – Die Geschichte eines Mörders
  • 2010: Bayerischer Filmpreis in der Kategorie Beste Regie für Drei
  • 2011: Deutscher Filmpreis in der Kategorie Beste Regie für Drei

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Tom Tykwer – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Interviews

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. 59. Berlinale startet mit „The International“. sueddeutsche.de, 5. Februar 2009
  2. Es wird nicht leicht. sueddeutsche.de, 8. Juli 2008 (aufgerufen am 8. Juli 2008)
  3. Tykwer und Akin drehen Episodenfilm. (sto/AP/ddp/dpa) Spiegel Online, 8. Juli 2008 (aufgerufen am 8. Juli 2008)
  4. Tagesschau (Die ursprüngliche Seite ist nicht mehr abrufbar.)[1] [2] Vorlage:Toter Link/www.tagesschau.de → Erläuterung, 13. Februar 2009
  5. Regie-Prominenz dreht Film zur Lage der Nation. (dpa) In: Berliner Morgenpost, 9. Juli 2008, S. 16
  6. Tom Tykwer – Drei beim RBB vom 9. Dezember 2010
  7. labiennale.org
  8. Deutscher Filmpreis für „Vincent will Meer“ bei rbb-online.de, 8. April 2011 (aufgerufen am 8. April 2011).