Tombelaine

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Tombelaine
Tombelaine
Tombelaine
Gewässer Baie du Mont-Saint-Michel
Geographische Lage 48° 40′ N, 1° 31′ W48.66-1.51277845Koordinaten: 48° 40′ N, 1° 31′ W
Tombelaine (Basse-Normandie)
Tombelaine
Höchste Erhebung 45 m
Einwohner (unbewohnt)
Die Insel Tombelaine nahe bei Le Mont-Saint-Michel.

Tombelaine ist eine Insel in der Region Basse-Normandie, Frankreich und liegt in der Baie du Mont-Saint-Michel, einer Bucht des Ärmelkanals. Sie gehört zum Département Manche und liegt 2,5 Kilometer nördlich der Nordspitze des Mont-Saint-Michel und südwestlich der Gemeinde Genêts.

Geschichte[Bearbeiten]

Im Jahre 1048 zogen sich die Mönche Anastase und Robert auf Tombelaine zurück und bauten dort die ersten bescheidenen Behausungen sowie eine Kapelle die Maria (Notre-Dame) geweiht war.

Es gibt verschiedene Legenden zur Herkunft des Namens der Insel. Die erste besagt, dass der Name von tombe d’Hélène stammt, „Helenes Grab“. Wobei angenommen wird, dass Helene die Nichte eines englischen Königs gewesen sei, die von einem spanischen Riesen erschlagen worden sei und auf Tombelaine begraben liege. Dementsprechend wurde die im 13. Jahrhundert auf Tombelaine gegründete Priorei 1337 als Prioratum de Tumbahelene urkundlich erwähnt.[1] Eine andere Legende geht davon aus, dass der Name aus tombe de Bélénos (Grab des Belenus) entstanden sei. Da der Mont-Saint-Michel ursprünglich Mont Tombe („Berg Grabstelle“) hieß, besagt eine ernste Theorie, dass Tombelaine aus den lateinischen Worten tumba (Grabstelle), den Diminutiven ella und ana abgeleitet ist und „kleine Grabstelle“ bedeutet.[2]

Im Hundertjährigen Krieg (1337–1453) errichteten die Engländer eine Burg auf Tombelaine. In den Hugenottenkriegen (1562–1598) ließ Gabriel de Lorges (1526–1574) auf der Insel Geldstücke aus Objekten gießen, die aus Kirchen gestohlen worden waren. Im 17. Jahrhundert wurde Nicolas Fouquet (1615–1680), der Finanzminister Ludwigs XIV. (1638–1715), verdächtigt, eine Fronde zu organisieren. Tombelaine galt als einer der Stützpunkte dieses Aufstands, deshalb ließ Ludwig XIV. sämtliche Gebäude auf der Insel zerstören.

1925 versuchte die Vereinigung Groupement national de la Baie du Mont Saint Michel („Nationaler Zusammenschluss der Bucht des Mont-Saint-Michel“) die touristische Nutzung von Tombelaine durchzusetzen, es sollten Hotels und Casinos gebaut werden.[3] Der französische Staat beanspruchte die Insel 1933,[4] klassifizierte sie 1936 als Monument historique und richtete 1985 ein Vogelschutzgebiet auf der Insel ein.[5] Heute nisten Möwen und Brandgänse auf Tombelaine. Während der Nistzeit von Mitte März bis Mitte Juli darf die Insel nicht betreten werden.[3]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Tombelaine – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Ernest Nègre: Toponymie générale de la France. 2, Librairie Droz, 1996, ISBN 9782600001335, S. 1021+1211 (in Google Books, abgerufen am 10. März 2010). (französisch)
  2.  Ernest Nègre: Toponymie générale de la France. 1, Librairie Droz, 1990, ISBN 9782600028844, S. 322 (in Google Books, abgerufen am 10. März 2010). (französisch)
  3. a b  Virginie Maubourguet, Sophie Mastelinck, Odile Simon (Hrsg.): Baie du Mont-Saint-Michel. In: Guides Gallimard. Nouveaux-Loisirs, Paris 1994, ISBN 2742402381, S. 29+198. (französisch)
  4. Offizielle Webpräsenz der Gemeinde Gênets (französisch) Abgerufen am 18. Januar 2010
  5. Genêts in der Base Mérimée des Ministère de la culture (französisch) Abgerufen am 10. März 2010