Tommaso Mocenigo

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Wappen Tommaso Mocenigos

Tommaso Mocenigo (* um 1343; † 4. April 1423 in Venedig) war der 64. Doge von Venedig. Er regierte von 1414 bis 1423. Unter seiner Regierung stieg Venedig neben Mailand, Florenz, Neapel und dem Kirchenstaat zu einer der fünf politischen und wirtschaftlichen Mächte Italiens auf. Die Vorherrschaft der Republik über die Adria wurde durch Siege gegen die Ungarn, das Osmanische Reich und durch Eindämmung der Piraterie gesichert. Politisch und wirtschaftlich befand sich die Serenissima auf dem Gipfel ihrer Macht und ihres Ruhms.

Familie[Bearbeiten]

Tommaso Mocenigo stammte aus einer verzweigten Familie, aus der noch sechs weitere Mitglieder zum Dogen gewählt wurden: Pietro Mocenigo (1474–1476), einer der großen See- und Kriegshelden Venedigs, Giovanni Mocenigo (1478–1485), Alvise Mocenigo I., (1570–1577), Alvise Mocenigo II. (1700–1709), Alvise Mocenigo III. (1722–1732) und Alvise Mocenigo IV. (1763–1778). Nach den Contarini stellten die Mocenigo die meisten Dogen.
Die Familie stammte aus Mailand und war vor der serrata, der Schließung des Großen Rates 1297, in den Stand der Nobili aufgenommen worden. Sie besaß einen aus vier Gebäuden bestehenden Komplex, den Palazzo Mocenigo, am Canal Grande.

Leben[Bearbeiten]

Tommaso hatte im Handel mit der Levante ein großes Vermögen angehäuft. Für die Republik kämpfte er im Chioggia-Krieg gegen Genua als Kommandant eines Kriegsschiffs, 1395 zeichnete er sich als capitan general da mar an der Spitze der Flotte aus. Außerdem war er Botschafter in Genf und beim deutschen Kaiser sowie Prokurator.
Er war nicht verheiratet.

Das Dogenamt[Bearbeiten]

Tommaso Mocenigo war Botschafter bei Kaiser Sigismund in Cremona, als er in Abwesenheit am 7. Januar 1414 zum Dogen gewählt wurde.

Seine Regierungszeit war gekennzeichnet durch außenpolitische Erfolge, territoriale Erweiterung und eine wirtschaftliche Blüte. Aufgrund der venezianischen Expansion in der Terraferma, dem Aquileier Patriarchat und in Dalmatien war das Verhältnis zum Reich jedoch belastet. 1413 und 1417 verbündete sich Mocenigo in diesem Zusammenhang mit dem Tiroler Herzog Friedrich IV.[1]
1416 kam es zu der ersten großen Seeschlacht zwischen den Türken und den Venezianern, der bis zur endgültigen Niederlage der Republik im 18. Jahrhundert eine Reihe von Belagerungen, Seeschlachten und Kämpfe folgten, bei denen der Sieg mal der einen, mal der anderen Seite zufiel. Sieger in der Schlacht vor der Insel Kallipolis in den Dardanellen war dieses Mal Venedig unter dem Generalkapitän Piero Loredan. In den folgenden Verträgen mit dem Sultan erhielt Venedig vorerst freie Hand für seinen Seehandel.

Grabmal[Bearbeiten]

Mocenigo wurde in Zanipolo begraben. Das Grabmal, entstanden um 1500, ist eines der wichtigsten Werke des venezianischen Bildhauers und Architekten Pietro Lamberti.

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Hannes Obermair: Venedig in Tirol. Das venezianische Bleisiegel von Schloss Tirol. In: Tirol – Österreich – Italien. Festschrift für Josef Riedmann zum 65. Geburtstag (Schlern-Schriften 330), hrsg. von Klaus Brandstätter und Julia Hörmann, Innsbruck: Wagner 2005, ISBN 978-3703004001, S. 525–531.

Weblinks[Bearbeiten]

Vorgänger Amt Nachfolger
Michele Steno Doge von Venedig
14141423
Francesco Foscari