Tommy Haas

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Tommy Haas Tennisspieler
Tommy Haas
Spitzname: Tommy
Nationalität: DeutschlandDeutschland Deutschland
Geburtstag: 3. April 1978
Größe: 188 cm
Gewicht: 84 kg
1. Profisaison: 1996
Spielhand: Rechts, einhändige Rückhand
Trainer: Alexander Waske
Preisgeld: 13.112.533 US-Dollar
Einzel
Karrierebilanz: 561:315
Karrieretitel: 15
Höchste Platzierung: 2 (13. Mai 2002)
Aktuelle Platzierung: 20
Grand-Slam-Bilanz
Doppel
Karrierebilanz: 68:79
Karrieretitel: 1
Höchste Platzierung: 82 (3. Februar 2014)
Aktuelle Platzierung: 118
Grand-Slam-Bilanz
Olympische Spiele
Letzte Aktualisierung der Infobox: 16. Juni 2014
Quellen: offizielle Spielerprofile bei der ATP/WTA und ITF (siehe Weblinks)

Thomas Mario „Tommy“ Haas (* 3. April 1978 in Hamburg) ist ein deutscher Tennisspieler, der auch die US-amerikanische Staatsbürgerschaft besitzt.

Kindheit und Jugend[Bearbeiten]

Thomas Haas wurde 1978 in Hamburg als Sohn des aus Graz stammenden, ehemaligen Vize-Europameisters im Judo, Peter Haas, geboren, seine Mutter ist Deutsche. Er begann das Tennisspielen im Alter von vier Jahren. Mit 13 Jahren begab er sich dann in die Tennisakademie von Nick Bollettieri in Bradenton, Florida. Die Ausbildung in Florida, wo er auch seinen Hauptwohnsitz hat, verlief sehr erfolgreich. Haas war unter anderem längere Zeit Einspielpartner von Andre Agassi, erreichte Platz elf in der Juniorenweltrangliste, gewann sowohl Doppel- als auch Einzeltitel und war auch bei den Grand-Slam-Turnieren der Junioren bzw. dem Orange Bowl unter den Besten. 1996 schloss er die High School in Bradenton ab.

Finanziert wurde seine Ausbildung (und die seiner Schwester Sabine) von einem Sponsorenpool (TOSA Tennistalentförderung GmbH), dem im Gegenzug eine Beteiligung von 15 % der späteren Einnahmen (bis 2004) zugesichert wurde. Als Tommy Haas bereits 1999 die Zahlungen einstellte, gingen seine Sponsoren vor Gericht,[1] und setzten 2003 in letzter Instanz eine Zahlung von über 500.000 € durch.[2][3]

Tenniskarriere[Bearbeiten]

Die ersten Profijahre (1997–1999)[Bearbeiten]

Auf der ATP World Tour machte er erstmals 1997 auf sich aufmerksam, als er das Halbfinale von Hamburg erreichte. Nach zahlreichen Verletzungsproblemen 1998 schaffte Haas 1999 den vorläufigen Durchbruch. Im Januar erreichte er nach starken Leistungen das Halbfinale der Australian Open, wo er jedoch Jewgeni Kafelnikow glatt in drei Sätzen unterlag. Im Frühjahr gewann Haas in Memphis sein erstes ATP-Turnier. Bis kurz vor Ende der Saison konnte Haas sich Hoffnungen machen, sich für die ATP-WM in Hannover zu qualifizieren, was aber nicht gelingen sollte. Dafür erreichte er das Finale des Grand-Slam-Cups in München, verlor dort aber in vier Sätzen gegen Greg Rusedski.

Auf und Ab – Von Olympia bis zur Verletzungspause (2000–2003)[Bearbeiten]

Im Jahr 2000 errang Haas bei den Olympischen Spielen in Sydney nach einem knapp verlorenen Fünfsatz-Finalmatch gegen Jewgeni Kafelnikow die Silbermedaille im Tennis-Einzel.

2001 spielte Haas seine bis dahin beste Saison. Nach dem Turniersieg in Stuttgart im Oktober konnte er sich erneut große Hoffnungen auf das Erreichen des ATP-Masters machen. Die Entscheidung darüber fiel beim Masters-Turnier in Paris. Dort unterlag Haas im Halbfinale Sébastien Grosjean, der auch den Titel gewann. Damit war Grosjean für das Masters qualifiziert, Haas blieb nur die Rolle des Ersatzspielers.

2002 erreichte Haas wie schon 1999 das Halbfinale der Australian Open. Nach einer 2:1-Satzführung unterlag er dem Russen Marat Safin aber noch in fünf Sätzen. Im Mai 2002 stand Haas auf Platz zwei der Weltrangliste, seine bislang beste Platzierung. Es folgten jedoch schwierige Monate. Bei einem schweren Motorradunfall im Sommer 2002 wurden seine Eltern schwer verletzt; sein Vater lag daraufhin wochenlang im Koma, wurde aber wieder gesund.

Zudem musste Haas die gesamte Saison 2003 wegen Schulterproblemen pausieren. In dieser Zeit musste er sich zweimal an der Schulter operieren lassen.

Comeback und Rückkehr an die Weltspitze (2004–2006)[Bearbeiten]

Tommy Haas, 2006

Nach 15-monatiger Verletzungspause startete Haas Anfang Februar 2004 sein Comeback auf der ATP-Tour. Die Verletzungspause von 467 Tagen ist die längste, nach der es im Herrentennis bisher ein Comeback gegeben hat. Am 19. April 2004 stand Haas in Houston erstmals seit 23 Monaten wieder in einem Finale, das er gegen Andy Roddick mit 6:3 und 6:4 gewann. Im Juli 2004 gewann Haas seinen siebten Einzeltitel in Los Angeles. Im ersten rein deutschen ATP-Finale seit 1994 (damals spielten Zoecke-Dreekmann in Sun City) bezwang er Nicolas Kiefer mit 7:6 und 6:4.

Nach einer mäßigen Saison 2005, in der er mit der deutschen Mannschaft immerhin Weltmeister beim World Team Cup in Düsseldorf wurde, trennte sich Haas Ende des Jahres von seinem Trainer David Red Ayme. Er wurde ab dann von Thomas Högstedt betreut.

In der Saison 2006 konnte Haas, nachdem er bei den Australian Open den Weltranglistenersten und späteren Turniersieger Roger Federer über die volle Distanz von fünf Sätzen zwingen hatte können, drei Turniererfolge erreichen. Anfang April stand er im Halbfinale von Houston. Aufgrund einer Handgelenksverletzung verpasste er aber seinen dritten Turniersieg der Saison. Bei den US Open konnte Haas gleich zwei Partien in Folge im Tie-Break des fünften Satzes zu seinen Gunsten entscheiden: in der dritten Runde gegen Robby Ginepri mit 7:61, 6:4, 3:6, 3:6, 7:61 und dann im Achtelfinale nach einem dramatischen, umkämpften Spiel gegen den Russen Marat Safin mit 4:6, 6:3, 2:6, 6:2, 7:65. Im Viertelfinale schied er dann gegen dessen Landsmann Nikolai Dawydenko aus, gegen den Haas sein drittes Fünfsatzmatch innerhalb von nur vier Tagen mit 6:4, 7:63, 3:6, 4:6, 4:6 verlor.

Beim Davis-Cup-Relegationsspiel gegen Thailand erwischte er einen schlechten Tag. Er verlor gegen den eher unbekannten Danai Udomchoke in fünf Sätzen. Sein zweites Einzel sagte er sicherheitshalber ab.

Am Ende der Saison 2006 hatte er die Möglichkeit, sich für den Masters-Cup in Shanghai zu qualifizieren. Wieder einmal war Paris der Dreh- und Angelpunkt. Er hätte das Turnier gewinnen müssen, schied aber nach starken Vorstellungen (er schlug u. a. die damalige Nummer neun der Welt, James Blake) im Halbfinale gegen Dominik Hrbatý aus, da er wegen einer Magen-Darm-Grippe aufgeben musste.

Das Jahr 2007[Bearbeiten]

Das Jahr 2007 begann für Haas mit einer kleinen Enttäuschung. Beim Einladungsturnier in Kooyong (Australien), einem Vorbereitungsturnier für die Australian Open, konnte er keines seiner drei Spiele gewinnen und wurde Letzter. Zudem blieb er ohne jeglichen Satzgewinn. Doch mit Beginn der Australian Open wurde Haas stärker und spielte sich ohne Satzverlust in das Achtelfinale. Dort besiegte er den Argentinier David Nalbandian mit 3:1 nach Sätzen und blieb damit auch im dritten Vergleich gegen den Argentinier ungeschlagen. Im Viertelfinale traf er auf seinen bisherigen Angstgegner Dawydenko, den er in fünf Sätzen (6:3, 2:6, 1:6, 6:1, 7:5) bezwang. Haas zog mit diesem Sieg nach 1999 und 2002 zum dritten Mal in das Halbfinale von Melbourne ein, wo er auf Fernando González traf, gegen den er dann in drei glatten Sätzen (1:6, 3:6, 1:6) unterlag. Ende Januar 2007 stand er nach viereinhalb Jahren wieder in den Top Ten der Weltrangliste.

In der ersten Daviscup-Runde gegen Kroatien gewann er seine beiden Einzel gegen Mario Ančić und Ivan Ljubičić und führte Deutschland ins Viertelfinale gegen Belgien. Am 25. Februar 2007 gelang Haas der elfte Turniersieg seiner Karriere. In Memphis schlug er im Finale Andy Roddick nach nur 62 Minuten klar mit 6:2, 6:3 und durfte sich nach 1999 und 2006 bereits zum dritten Mal in die Siegerliste des Turniers eintragen. Im Daviscup-Viertelfinale gegen Belgien vom 6. April bis zum 8. April gewann er sein erstes Einzel gegen Kristof Vliegen überlegen mit 6:7, 7:5, 6:4, 6:2.

Beim ATP-Turnier in Rom erlitt Haas in seiner Erstrundenpartie gegen Radek Štěpánek eine Schulterverletzung, deretwegen er mehrere Wochen pausieren und unter anderem die French Open absagen musste. In Wimbledon erreichte Haas dann erstmals das Achtelfinale, musste die Begegnung gegen den Weltranglistenersten Roger Federer jedoch verletzungsbedingt absagen.

Bei den US Open wiederholte Haas sein Vorjahresergebnis. Er scheiterte wie 2006 erst im Viertelfinale, diesmal jedoch in drei Sätzen, an Dawydenko.

Das Jahr 2008[Bearbeiten]

Das Jahr 2008 war für Haas erneut von Verletzungen geprägt, dennoch gelangen ihm ein paar gute Matches gegen Top-Spieler. So unterlag er in Wimbledon in der dritten Runde Andy Murray knapp in vier Sätzen und er schlug bei den US Open Richard Gasquet in einem Fünfsatz-Match in Runde eins. In der zweiten Runde war für Haas allerdings überraschend gegen den luxemburgischen Qualifikanten Gilles Müller Endstation.

Das Jahr 2009[Bearbeiten]

Tommy Haas im Halbfinale der Gerry Weber Open gegen Philipp Kohlschreiber, 2009

Das Jahr 2009 begann Haas stark bei den Australian Open. Nach zwei glatten Siegen gegen Eduardo Schwank und Flavio Cipolla forderte er in der dritten Runde Rafael Nadal. Er spielte gutes Tennis, unterlag aber der Nummer eins deutlich mit 4:6, 2:6, 2:6. Mitte Februar konnte Haas seinen ersten ATP-Doppeltitel überhaupt holen, als er im Finale des Turniers von San José mit seinem Doppelpartner Radek Štěpánek über das indisch-finnische Duo Bopanna/Nieminen triumphieren konnte. Nach einigen eher mäßigen Turnieren sorgte Haas bei den für ihn ungeliebten French Open wieder für Furore. Er steigerte sich von Match zu Match und so kam es nach Siegen über Andrei Pavel, Leonardo Mayer und Jérémy Chardy zum Aufeinandertreffen mit Roger Federer. Haas spielte ein überragendes Match und hatte den Schweizer nach einer 2:0-Satzführung am Rande einer Niederlage. Doch am Ende musste er sich einmal mehr dem Schweizer beugen, er verlor nach großem Kampf mit 7:6, 7:5, 4:6, 0:6, 2:6. Mit dem Achtelfinale hatte Haas gleichzeitig sein bestes Resultat in Paris aus dem Jahr 2002 eingestellt. In Halle, Westfalen, feierte Haas seinen ersten Turniersieg seit über zwei Jahren. In den ersten Runden besiegte er den Österreicher Stefan Koubek, Jo-Wilfried Tsonga aus Frankreich und Mischa Zverev aus Deutschland. Im Halbfinale kam es zum Duell mit Philipp Kohlschreiber, bei dem Haas am Ende mit 2:6, 7:6 und 7:6 gewann. Im Finale wartete Novak Đoković. Haas lieferte ein starkes Match ab und gewann am Ende verdient mit 6:3, 6:7 und 6:1. Mit seinem ersten Turniersieg auf Rasen gehörte er nun zu dem Kreis von Spielern, die in ihrer Karriere auf allen Bodenbelägen ein Turnier gewinnen konnten. Nach dem ehemaligen Wimbledonsieger Michael Stich ist er der zweite Deutsche in dieser Reihe. Das folgende Wimbledon-Turnier wurde für Haas dann zu seinem erfolgreichsten. Nach einem mühsamen Erstrundensieg über den Österreicher Alexander Peya und einer verletzungsbedingten Aufgabe seines Gegners Michaël Llodra in Runde zwei, kam es zu einem Duell mit dem an Nummer 11 gesetzten Kroaten Marin Čilić. Beide Spieler mussten jeweils Matchbälle abwehren, ehe das Spiel im fünften Satz wegen Dunkelheit abgebrochen werden musste. Am folgenden Tag machte Haas dann nach über vier Stunden Spielzeit alles klar und schlug den Kroaten mit 7:5, 7:5, 1:6, 6:7, 10:8. Nach diesem Sieg spielte er im Achtelfinale gegen den Russen Igor Andrejew, den er mit 7:6, 6:4, 6:4 bezwingen konnte. Im anschließenden Viertelfinale sollte es dann zu einer Neuauflage des Finales von Halle kommen, der Gegner war Novak Đoković. Haas gelang es ein weiteres Mal, die damalige Nummer vier der Welt zu bezwingen. In einem seiner besten Spiele rang er den Serben mit 7:5, 7:6, 4:6, 6:3 nieder. Im Halbfinale ergab sich dann die Gelegenheit, sich für die Achtelfinalniederlage bei den French Open zu revanchieren. Gegen den späteren Turniersieger Roger Federer hatte der Deutsche jedoch kaum eine Chance und verlor in drei Sätzen (6:7, 5:7, 3:6). Durch den Halbfinaleinzug war Haas aber wieder in den Top 20 der Tenniswelt.

Nach einer dreiwöchigen Turnierpause spielte er in Los Angeles das erste Hartplatzturnier zur Vorbereitung auf die US Open. Auf dem Weg ins Halbfinale schlug er den Amerikaner Jesse Levine mit 6:1, 6:3 und Marat Safin 7:6, 6:2. Dort unterlag er jedoch zum zweiten Mal in seiner Karriere dem späteren Turniersieger Sam Querrey aus den USA mit 3:6, 5:7.

Das Jahr 2010[Bearbeiten]

Das Jahr 2010 begann Haas beim ersten Grand-Slam-Turnier der Saison, den Australian Open. An Nummer 18 gesetzt, rechnete sich Haas nach einigen Verletzungen Ende 2009 einiges aus. Er startete in das Turnier mit einem Erstrundensieg gegen seinen Landsmann Simon Greul, den er nach Verlust des ersten Satzes noch klar bezwingen konnte. In der zweiten Runde wartete der Serbe Janko Tipsarević. Nach über drei Stunden besiegelte Haas den Einzug in die dritte Runde mit einem hart umkämpften Fünfsatzsieg. So traf er in Runde drei auf den an Nummer 10 gesetzten Franzosen Jo-Wilfried Tsonga, den er bei seinem Turniersieg in Halle 2009 bezwingen konnte. Leicht behindert durch eine Rückenverletzung konnte Haas Tsonga nicht besiegen, obwohl er im vierten Satz zum Satzgewinn aufschlagen konnte; er verlor schließlich mit 4:6, 6:3, 1:6, 5:7.

Das Jahr 2011[Bearbeiten]

Nach über einem Jahr Verletzungspause spielte Haas bei den BMW Open in München im Doppel an der Seite von Radek Štěpánek. Die beiden verloren ihr erstes Match knapp in drei Sätzen. Einige Wochen später startete Haas mit einer Wildcard bei den French Open erstmals wieder im Einzel. Er unterlag in Runde eins dem Türken Marsel İlhan, Nummer 123 der Weltrangliste, in vier Sätzen. Kurz darauf schied der Hamburger auch im Doppel in der Auftaktrunde aus, er verlor mit Philipp Petzschner gegen die beiden Inder Mahesh Bhupathi und Leander Paes (6:2, 3:6, 2:6). Auch sein anschließender Auftritt beim Rasenturnier in Halle, das er 2009 gewann, war nicht von Erfolg gekrönt. Er unterlag in der ersten Runde dem Italiener Andreas Seppi (2:6, 7:66, 3:6). Auch in Wimbledon kam Haas nicht über die erste Runde heraus. Den lang ersehnten Sieg feierte er dann in Newport gegen seinen Landsmann Michael Berrer, doch in Runde zwei war bereits wieder Schluss. Bei den US Open schied Haas in der dritten Runde gegen Juan Mónaco aus.

Das Jahr 2012[Bearbeiten]

Im Jahr 2012 zeigte er wieder unerwartet gute Leistungen. So kam er beim ATP-Turnier in München ins Halbfinale und erreichte bei den French Open nach überstandener Qualifikation die dritte Runde. Bei den Gerry Weber Open in Halle/Westfalen schlug er nacheinander den Top–10–Spieler Tomáš Berdych, Philipp Kohlschreiber und im Finale besiegte er überraschend auch den Rekordsieger von Halle und Weltranglistendritten Roger Federer in zwei Sätzen.[4] Der Turniersieg verhalf ihm, sich in der Weltrangliste von Platz 87 auf Platz 49 zu verbessern. In der ersten Runde von Wimbledon traf Haas eine Woche später erneut auf Philipp Kohlschreiber, dem er dort jedoch in einem Fünfsatz-Match unterlag.

Durch den Erfolg in Halle machte sich Haas Hoffnungen auf eine Nominierung für die Olympischen Spiele in London. Zwar hatte er die Qualifikationskriterien zunächst verpasst, allerdings hätte er noch durch eine Wildcard der ITF ins Starterfeld rutschen können. Voraussetzung wäre eine Nomierung Haas' durch den Deutschen Tennis-Bund und den Deutschen Olympischer Sportbund (DOSB) gewesen. Während der DTB Haas nach dem Turniersieg in Halle tatsächlich nominierte, sah der DOSB von einer Nominierung ab. Als Begründung gab er an, Haas habe keine von der ITF geforderten Qualifikationskriterien erfüllt. Haas zeigte sich von der Entscheidung enttäuscht und kritisierte den DOSB für seine Entscheidung scharf. Auch der ehemalige Profispieler Michael Stich missbilligte das Verhalten des DOSB.[5][6] Es wären Haas' dritte Olympischen Spiele gewesen.

Im Juli kämpfte sich Haas nach Siegen unter anderem gegen Gilles Simon und Marin Čilić erstmals ins Finale des Tennis-Turniers in seiner Heimatstadt Hamburg vor. Dort war er allerdings knapp dem Argentinier Juan Mónaco unterlegen. Trotzdem bedeutete der Finaleinzug einen Sprung in der Weltrangliste für Haas, wodurch er wieder unter den Top 40 der Welt geführt wurde.[7] Nur zwei Wochen später zog Haas auch in Washington ins Finale ein. Im Halbfinale bezwang er dabei den topgesetzten Mardy Fish klar in zwei Sätzen. Im anschließenden Endspiel traf er erstmals in seiner Karriere auf den Ukrainer Alexander Dolgopolow, dem er nach Satzführung noch unterlegen war. Dennoch konnte Haas durch den Erfolg bis auf Weltranglistenposition 25 vorziehen.

Seit dem Sommer 2012 spielt er beim Tennisklub Grün-Weiß Mannheim in der Bundesliga-Mannschaft.

Das Jahr 2013[Bearbeiten]

Im Jahr 2013 konnte Haas an seine Leistungen vom Vorjahr anknüpfen. Bei den Australian Open scheiterte Haas zwar noch in der ersten Runde, in San José erreichte er dagegen das Finale, in dem er dem Kanadier Milos Raonic unterlag. Dadurch konnte Haas wieder in die Top 20 vorrücken und den bis dato besten Deutschen Philipp Kohlschreiber überholen. In Delray Beach erreichte Haas das Halbfinale, wo er an Ernests Gulbis scheiterte. Beim Masters in Indian Wells musste sich Haas im Achtelfinale gegen Juan Martín del Potro geschlagen geben. Haas konnte bei den Sony Open Tennis an seine guten Leistungen anknüpfen. Nachdem Haas in der dritten Runde den Weltranglistenersten Novak Đoković geschlagen hatte, wurde er erst im Halbfinale von David Ferrer nach drei Sätzen geschlagen. Nach dieser Leistung rückte er in der Weltrangliste auf Platz 14 vor. Beim ATP-Turnier in München gewann er das Finale gegen Titelverteidiger Philipp Kohlschreiber mit 6:3, 7:6 (7:3) und rückte auf Rang 13 der Weltrangliste vor. In Madrid schied er in einem engen Match 5:7, 6:4, 4:6 gegen den Weltranglistenvierten David Ferrer im Achtelfinale aus, nachdem er im entscheidenden dritten Satz bereits mit einem Break in Führung gelegen hatte. Kurzfristig meldete Haas für die Erstaustragung des Power Horse Cups in Düsseldorf, musste aber krankheitsbedingt sein Viertelfinalmatch absagen.

Bei den French Open erreichte Haas an Position zwölf gesetzt das Viertelfinale, womit er nunmehr in allen Grand Slams die Runde der letzten acht erreicht hatte. Damit war Haas der dritte deutsche Tennisspieler nach Boris Becker und Michael Stich, dem dies gelang.[8] Bei den Gerry-Weber-Open in Halle schied er als Titelverteidiger im Halbfinale mit 6:3, 3:6, 4:6 gegen den späteren Turniersieger Roger Federer aus. In Wimbledon unterlag er nach Siegen gegen Dmitri Tursunow, Wang Yeu-tzuoo und Feliciano López dem Weltranglistenersten Novak Đoković im Achtelfinale 1:6, 4:6, 6:7 (4:7).

Nachdem Haas bei den US Open Paul-Henri Mathieu und Lu Yen-hsun ohne Satzverlust besiegte, scheiterte er in der dritten Runde an Michail Juschny. Die Erste Bank Open in Wien gewann Haas gegen Robin Haase 6:3, 4:6, 6:4 und holte damit seinen 15. Titel.

Das Jahr 2014[Bearbeiten]

Bei den Australian Open musste Haas gegen Guillermo García-López verletzungsbedingt in der ersten Runde aufgeben. In Zagreb unterlag er erst im Finale Marin Čilić. Im Halbfinale von Sao Paolo zwang ihn seine lädierte Schulter erneut zur verletzungsbedingten Aufgabe. Beim Masters Turnier in Indian Wells besiegelte Roger Federer im Achtelfinale sein Ausscheiden.

An seinem 36. Geburtstag stieg Haas mit Rang 17 in den Kreis derer auf, die mit 36 Jahren eine Top 20 Platzierung erreicht hatten. Dazu gehörten die Tennis-Legenden Rod Laver, Jimmy Connors, Roy Emerson, Arthur Ashe, Ken Rosewall und Andre Agassi.[9]

Bei den French Open zwang ihn seine angeschlagene Schulter, die in der Vergangenheit mehrfach operiert wurde, zur Aufgabe in der ersten Runde gegen Jürgen Zopp. Beim anschließenden Rasenturnier von Halle musste er seine Teilnahme einen Tag vor seinem ersten Spiel absagen.[10] Am 16. Juni wurde bekannt, dass sich Haas aufgrund seiner Schulterverletzung einer Operation unterziehen und dadurch für den Rest der ATP World Tour 2014 ausfallen wird. Dennoch kündigte Haas ein mögliches Comeback für die Saison 2015 an. Zum Zeitpunkt der Operation lag er auf dem 20. Platz der Weltrangliste.[11]

Privates[Bearbeiten]

Bei der ATP wird er nur als Tommy Haas geführt. Diesen Namen trägt er auch in seinem Freundes- und Familienkreis.

Er ist seit Dezember 2006 mit der US-amerikanischen Schauspielerin Sara Foster liiert, im Dezember 2008 folgte die Verlobung. Im November 2010 kam ihre gemeinsame Tochter zur Welt. Haas lebt mit seiner Familie in Los Angeles.[12]

Seit dem 27. Januar 2010 besitzt Tommy Haas neben der deutschen auch die US-amerikanische Staatsbürgerschaft.

Erfolge[Bearbeiten]

Legende
Grand Slam
Olympische Spiele
ATP World Tour Finals
ATP Masters Series
ATP World Tour Masters 1000 (1)
ATP International Series Gold
ATP World Tour 500 (4)
ATP International Series
ATP World Tour 250 (10)
Siege nach Belag
Hartplatz (11)
Rasen (2)
Sand (2)
Teppich (0)
Platzierungen in der ATP-Weltrangliste (Einzel)

Einzel[Bearbeiten]

Siege[Bearbeiten]

Nr. Datum Turnier Belag Finalgegner Endergebnis
1. 21. Februar 1999 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Memphis (1) Hartplatz Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Jim Courier 6:4, 6:1
2. 7. Januar 2001 AustralienAustralien Adelaide Hartplatz ChileChile Nicolás Massú 6:3, 6:1
3. 26. August 2001 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Long Island Hartplatz Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Pete Sampras 6:3, 3:6, 6:2
4. 14. Oktober 2001 OsterreichÖsterreich Wien (1) Hartplatz (i) ArgentinienArgentinien Guillermo Cañas 6:2, 7:68, 6:4
5. 21. Oktober 2001 DeutschlandDeutschland Stuttgart Hartplatz (i) WeissrusslandWeißrussland Max Mirny 6:2, 6:2, 6:2
6. 18. April 2004 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Houston Sand Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Andy Roddick 6:3, 6:4
7. 18. Juli 2004 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Los Angeles (1) Hartplatz DeutschlandDeutschland Nicolas Kiefer 7:66, 6:4
8. 5. Februar 2006 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Delray Beach Hartplatz BelgienBelgien Xavier Malisse 6:3, 3:6, 7:6
9. 26. Februar 2006 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Memphis (2) Hartplatz SchwedenSchweden Robin Söderling 6:3, 6:2
10. 30. Juli 2006 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Los Angeles (2) Hartplatz RusslandRussland Dmitri Tursunow 4:6, 7:5, 6:3
11. 25. Februar 2007 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Memphis (3) Hartplatz Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Andy Roddick 6:3, 6:2
12. 14. Juni 2009 DeutschlandDeutschland Halle (1) Rasen SerbienSerbien Novak Đoković 6:3, 6:74, 6:1
13. 17. Juni 2012 DeutschlandDeutschland Halle (2) Rasen SchweizSchweiz Roger Federer 7:65, 6:4
14. 5. Mai 2013 DeutschlandDeutschland München Sand DeutschlandDeutschland Philipp Kohlschreiber 6:3, 7:63
15. 20. Oktober 2013 OsterreichÖsterreich Wien (2) Hartplatz (i) NiederlandeNiederlande Robin Haase 6:3, 4:6, 6:4

Finalteilnahmen[Bearbeiten]

Nr. Datum Turnier Belag Finalgegner Endergebnis
1. 13. Oktober 1997 FrankreichFrankreich Lyon (1) Hartplatz (i) FrankreichFrankreich Fabrice Santoro 4:6, 4:6
2. 19. Oktober 1998 FrankreichFrankreich Lyon (2) Hartplatz (i) SpanienSpanien Àlex Corretja 6:2, 6:76, 1:6
3. 11. Januar 1999 NeuseelandNeuseeland Auckland Hartplatz NiederlandeNiederlande Sjeng Schalken 4:6, 4:6
4. 19. Juli 1999 DeutschlandDeutschland Stuttgart Sand SchwedenSchweden Magnus Norman 7:66, 6:4, 6:77, 0:6, 3:6
5. 1. Mai 2000 DeutschlandDeutschland München Sand ArgentinienArgentinien Franco Squillari 4:6, 4:6
6. 2. Oktober 2000 AustralienAustralien Sydney Hartplatz RusslandRussland Jewgeni Kafelnikow 6:74, 6:3, 2:6, 6:4, 3:6
7. 9. Oktober 2000 OsterreichÖsterreich Wien Hartplatz (i) Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Tim Henman 4:6, 4:6, 4:6
8. 6. Mai 2002 ItalienItalien Rom Sand Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Andre Agassi 3:6, 3:6, 0:6
9. 22. Juli 2012 DeutschlandDeutschland Hamburg Sand ArgentinienArgentinien Juan Mónaco 5:7, 4:6
10. 5. August 2012 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Washington, D.C. Hartplatz UkraineUkraine Alexander Dolgopolow 7:67, 4:6, 1:6
11. 17. Februar 2013 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten San José Hartplatz (i) KanadaKanada Milos Raonic 4:6, 3:6
12. 9. Februar 2014 KroatienKroatien Zagreb Hartplatz (i) KroatienKroatien Marin Čilić 3:6, 4:6

Doppel[Bearbeiten]

Siege[Bearbeiten]

Nr. Datum Turnier Belag Partner Finalgegner Endergebnis
1. 15. Februar 2009 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten San José Hartplatz TschechienTschechien Radek Štěpánek IndienIndien Rohan Bopanna
FinnlandFinnland Jarkko Nieminen
6:2, 6:3

Grand-Slam-Resultate Einzel[Bearbeiten]

angegeben ist die erreichte Runde

Turnier 1996 1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 Karriere
Australian Open - - 1R HF 2R 2R HF - - 2R AF HF - 3R 3R - 2R 1R 1R HF
French Open - - 1R 3R 3R 2R AF - 1R 3R 3R - - AF - 1R 3R VF 1R VF
Wimbledon - 2R 3R 3R 3R 1R - - 2R 1R 3R AF 3R HF - 1R 1R AF HF
US Open 1R 3R 2R AF 2R AF AF - VF 3R VF VF 2R 3R - 3R 1R 3R VF

Grand-Slam-Resultate Doppel[Bearbeiten]

angegeben ist die erreichte Runde

Turnier 1996 1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 Karriere
Australian Open - - - - - - - - - - - - - - - - - - - 0
French Open - - - - - - - - - - - - - - - 1R - - - 1R
Wimbledon - - - - - - - - - - - - - - - - - - 0
US Open - - - - - - - - - 1R - - - - - - - - 1R

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Tommy Haas – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Stern: Sponsoren verklagen Tommy Haas, Stern, 27/2001
  2. Tennisprofi Haas muss Sponsoren mehr als 500 000 Euro zurückzahlen, Az.: 19 U 3238/02, OLG München, 2. Dezember 2003
  3. FAZ: Haas muss seine Förderer auszahlen, FAZ, 7. November 2002
  4. Sensation: Haas schlägt Federer in zwei Sätzen! (www.kicker.de, 17. Juni 2012)
  5. Olympia-Aus enttäuscht Haas, Sport1.de vom 9. Juli 2012. Abgerufen am 11. Juli 2012.
  6. Heftige Kritik am Olympia-Aus von Tommy Haas, Welt.de vom 10. Juli 2012. Abgerufen am 11. Juli 2012.
  7. Tommy Haas: Verloren - und trotzdem gewonnen (www.abendblatt.de, 23. Juli 2012)
  8. Gala-Vorstellung bei French Open: Haas überrollt Youzhny, tennisnet.com. Abgerufen am 3. Juni 2013.
  9. Haas joins elite company at 36 www.atpworldtour.com, 3. April 2014
  10. Haas sagt verletzt ab - Schulter nicht auskuriert www.gerryweber-open.de, 10. Juni 2014
  11. Haas fällt für den Rest der Saison aus www.spiegel.de, 16. Juni 2014
  12. Tennisprofi Tommy Haas ist Vater einer Tochter