Tondikandia

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Landgemeinde Tondikandia
Landgemeinde Tondikandia (Niger)
Landgemeinde Tondikandia
Landgemeinde Tondikandia
Koordinaten 13° 54′ N, 3° 4′ O13.8988888888893.0736111111111Koordinaten: 13° 54′ N, 3° 4′ O
Basisdaten
Staat Niger

Region

Tillabéri
Departement Filingué
Fläche 2279,8 km²
Einwohner 111.459 (2010)
Dichte 48,9 Ew./km²

Tondikandia ist eine Landgemeinde im Departement Filingué in Niger.

Geographie[Bearbeiten]

Tondikandia liegt nordöstlich der Hauptstadt Niamey am Dallol Bosso in der südlichen Sahelzone. Die Nachbargemeinden sind Dingazi und Filingué im Nordwesten, Imanan und Kourfeye Centre im Nordosten, Loga und Tagazar im Süden sowie Simiri im Osten. Das Gemeindegebiet ist in 118 administrative Dörfer, drei traditionelle Dörfer und 89 Weiler gegliedert.[1] Der Hauptort der Landgemeinde ist das administrative Dorf Damana.[2]

Geschichte[Bearbeiten]

Das von vielen Tälern und Schluchten geprägte und von Zarma bewohnte Gebiet von Tondikandia war vor der Ankunft der Franzosen an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert ein Rückzugsgebiet für Banditen, die die Dörfer am Fluss Niger ausraubten. Ende des 19. Jahrhunderts setzte sich der Krieger Karanta als Herrscher von Tondikandia durch.[3] Die französische Kolonialverwaltung richtete einen Kanton in Tondikandia ein und anerkannte 1901 Karanta als Kantonschef.[4] Die Landgemeinde Tondikandia ging 2002 bei einer landesweiten Verwaltungsreform aus dem Kanton Tondikandia/Damana hervor.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Rund die Hälfte der Einwohner sind Zarma. Zu den weiteren Volksgruppen in der Gemeinde zählen Tuareg, Fulbe und, in geringerer Anzahl, Hausa.[5] Bei der Volkszählung 2001 hatte Tondikandia 84.223 Einwohner.[1] Für das Jahr 2010 wurden 111.459 Einwohner berechnet.[6]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Tondikandia liegt in einer Zone, in der Regenfeldbau betrieben wird. Von wirtschaftlicher Bedeutung ist auch die Arbeitsmigration ins Ausland.[7] Zu den größten infrastrukturellen Problemen in der Gemeinde zählen der Personalmangel in der Gesundheitsversorgung und durch Erosion schadhaft gewordene Wasserstellen.[5]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Seyni Kountché (1931–1987), Staatspräsident Nigers, geboren im Dorf Fandou Béri im Gemeindegebiet von Tondikandia

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Répertoire National des Communes (RENACOM). Website des Institut National de la Statistique, abgerufen am 8. November 2010.
  2. Republik Niger: Loi n° 2002-014 du 11 JUIN 2002 portant création des communes et fixant le nom de leurs chefs-lieux (Online-Version; PDF; 108 kB).
  3. Edmond Séré de Rivières: Histoire du Niger. Berger-Levrault, Paris 1965, S. 86–87.
  4. Edmond Séré de Rivières: Histoire du Niger. Berger-Levrault, Paris 1965, S. 243.
  5. a b Présentation de la commune de Tondikandia. Website der ANIYA Coopération Décentralisée Niger-France, abgerufen am 29. Januar 2012.
  6. Institut Nationale de la Statistique du Niger (Hrsg.): Annuaire statistique des cinquante ans d’indépendance du Niger. Niamey 2010 (Online-Version; PDF; 3,1 MB), S. 56.
  7. Comprendre l’économie des ménages ruraux au Niger. Save the Children UK, London 2009 (Online-Version; PDF; 2,6 MB), S. 8.