Tonerkartusche

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Eine Tonerkartusche ist ein Bauteil von Elektrofotografie-Geräten wie Laserdruckern, Kopierern oder Laser-Faxgeräten.

Tonerkartuschen enthalten einen sogenannten Einkomponententoner und in der Regel auch die Entwicklereinheit, die bei einem Tausch gleich mit erneuert wird.

Toner ist ein extrem feines Pulver, das beim Einatmen gesundheitsschädlich ist und nicht unkontrolliert in die Umwelt gelangen sollte. Aus diesem Grund wird der Toner bei kleinen und mittleren Kopierern oder Laserdruckern in einer verschlossenen Einheit geliefert.

Dem Vorteil des sehr einfachen und sauberen Wechselns steht ein – im Gegensatz zum Toner in losen Gebinden – der höhere Preis entgegen.

Man unterscheidet zwischen Original-, Alternativ-, Rebuild- und Refill-Tonerkartuschen. Originale stammen vom jeweiligen Druckerhersteller, sogenannten OEM und werden in der Regel komplett neu hergestellt. Die Originalhersteller greifen allerdings auch auf Komponenten zurück, die bereits einmal benutzt wurden. Das sind z. B. Gehäusekomponenten, die verschleißarm oder -frei sind. Alternativanbieter produzieren ähnlich wie die Originalhersteller, allerdings greifen auch diese auf Gehäuseteile zurück, die z. T. von Originalkartuschen stammen. Es werden auch neue Gehäuseteile verbaut. Bei Rebuild-Tonerkartuschen werden die Verschleißteile durch Neuteile oder Gebrauchtteile, die einen guten Zustand haben, ersetzt. Die Qualität ist - bei 10 bis 30 % günstigeren Preisen verglichen mit OEM-Produkten - akzeptabel. Außerdem wird durch das Recycling von Teilen der Kartusche die Umwelt entlastet.

In der DIN 33870 werden für Rebuild- und Refillkartuschen (Recyclingkartuschen) Mindestanforderungen festgelegt. Allerdings fertigen ausgesprochen wenige Anbieter von Recyclingkartuschen normkonforme Produkte. Lediglich normkonforme Recyclingprodukte lassen sich objektiv vergleichen. Bei allen anderen Produkten muss man sich auf die Aussagen der Anbieter verlassen.

Seit etwa 2004 unterstützen einige große OEM-Hersteller, wie Brother, Hewlett-Packard, Canon, Lexmark, Epson usw. eine neue Internationale Norm: die ISO / IEC 19752 (LSA-Brief). Dieses Prüfverfahren bestimmt die Druckleistung von Tonerkartuschen in monochromen (s/w) Laserdruckern. Es stellt hohe Qualitätsanforderungen an das Verbrauchsmaterial. Hier eine Zusammenfassung der Testkriterien zur ISO/IEC 19752:

  • Verwendung einer Standardseite (LSA-Brief), gedruckt in einer kontrollierten Umgebung mit Standard-Druckereinstellungen.
  • Es werden mindestens neun Stück jeder Kassette getestet, bis sie vom Drucker als leer erkannt werden (Toner-Low-Meldung). Dadurch kann ein Mittelwert der zu erwartenden Druckleistung gebildet werden.
  • Die verwendeten Kassetten und Drucker kommen aus dem freien Markt und sind keine speziellen Testkartuschen.
  • Messungen der Druckqualität, die ein Nutzungsende-Kriterium aufstellen.
  • Es werden mindestens drei Kassetten auf drei verschiedenen Geräten getestet, um Einflüsse durch Hardware-Unterschiede auszuschließen.
  • Die Druckumgebung wird kontrolliert konstant gehalten, da sich Temperatur- und Feuchtigkeitsschwankungen auf die Druckleistung auswirken.
  • Die Testkriterien stellen durch die weltweite und branchenweiten Beteiligung einen objektiven Standard dar.

Weblinks[Bearbeiten]