Tony Jeffries

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Tony Jeffries (* 2. März 1985 in Sunderland) ist ein englischer Boxer. Er gewann bei den Olympischen Spielen 2008 in Peking eine Bronzemedaille im Halbschwergewicht.

Werdegang[Bearbeiten]

Amateur[Bearbeiten]

Jeffries in 2008

Tony David Jeffries, Spitzname "Jaffa", wuchs in seiner Heimatstadt Sunderland auf und begann dort im Alter von 10 Jahren beim Lambton Street Boy's Club Sunderland mit dem Boxen. Animiert dazu wurde er von seiner Mutter und seinem Onkel William Young "Billy" Bryce, einem früheren Berufsboxer. Er entwickelte schon sehr früh großes Talent und wurde mit 14 Jahren 1999 erstmals englischer Jugendmeister. Er wechselte daraufhin zum renommierten Sunderland ABC (ABC = Amateur Boxing Club) und wurde im Juniorenalter zweimal englischer Meister. Trainiert wurde er seinerzeit von Bobby Butts und Johnny Richarson.

Im Jahre 2001 wurde er in Liverpool in der Gewichtsklasse bis 71 kg Körpergewicht Europameister der Junioren (Cadets, U 17) vor Konstantin Petropoulos aus Griechenland, Turgay Tabaru, Türkei u. Witali Beljasow, Ukraine. 2003 belegte er in Warschau bei der Junioren-Europameisterschaft (U 19) den 3. Platz im Mittelgewicht hinter Jegor Mechonzew, Russland u. Elnur Gadirow, Aserbaidschan. Im gleichen Jahr kam er auch beim Brandenburg-Cup der Junioren im Mittelgewicht auf den 3. Platz hinter Petrisor Gananau aus Rumänien u. Artur Hofmeister aus Deutschland.

Ab 2004 startete Tony Jeffries bei den Senioren und wurde vom englischen Verband bei der Meisterschaft der Europäischen Union in Madrid im Halbschwergewicht eingesetzt. Er erreichte dort den 3. Platz hinter Tarhan Yildirim aus der Türkei und Aleksy Kaziemski aus Polen. Für die Teilnahme an den Olympischen Spielen in Athen konnte er sich noch nicht qualifizieren.

Sehr rege war Tony Jeffries im Jahre 2005. Er kam in diesem Jahr beim Algirdas-Schozikas-Tournament in Kaunas im Halbschwergewicht nach einem Punktsieg über Daugirdis Semiotas aus Litauen und einer Punktniederlage gegen Alexander Moskowsky aus Russland auf den 2. Platz. Den gleichen Platz belegte er auch bei Bee-Gee-Tournament in Helsinki, als er im Endkampf gegen Babacar Kamara aus Schweden nach Punkten verlor (26:42). Zu einem Turniersieg kam er beim Multi-Nations-Tournament in Liverpool durch Siege über Robert Ellery aus Wales und Jason Douglas aus Kanada.

Bei der Meisterschaft der Europäischen Union 2005 in Cagliari belegte er nach einem Abbruchsieg in der 1. Runde über Emmanouil Armagos aus Griechenland und einer knappen Punktniederlage gegen Mario Sivolja aus Kroatien (33:36) den 3. Platz. Und schließlich kam Tony Jeffries bei der Commonwealth Meisterschaft 2005 in Glasgow im Halbschwergewicht auf den 2. Platz. Nach einem Abbruchsieg in der 4. Runde über Tshepang Mohale aus Südafrika konnte er dabei zum Endkampf gegen Shawn Cox aus Barbados wegen einer Verletzung nicht mehr antreten.

Im Jahre 2006 wurde Tony Jeffries mit einem Abbruchsieg in der 3. Runde über Joe Ainscough zum ersten Mal englischer Meister der Senioren. Dies blieb bisher sein einziger Titelgewinn bei einer englischen Meisterschaft. In das internationale Ringgeschehen griff er 2006 nur bei den Commonwealth Games in Melbourne ein. Er kam dort im Halbschwergewicht nach Siegen über Steve Wulf aus Sambia und Tshepang Mohale in das Finale gegen Kenny Anderson aus Schottland, dem er knapp nach Punkten (12:17) unterlag.

Im Jahre 2007 war er wieder bei der Meisterschaft der Europäischen Union in Dublin am Start. Er verlor dort aber im Viertelfinale gegen Bahram Muzaffer aus der Türkei und kam nur auf den 5. Platz. Trotzdem startete er voller Optimismus bei der Weltmeisterschaft dieses Jahres in Chicago. Von den Trainern Dave Alloway und Terry Edwards bestens vorbereitet, zeigte er dort sehr gute Leistungen. Er siegte über Daniel Kooij aus den Niederlanden (13:6), Christopher Downs aus den Vereinigten Staaten (18:9) und Ramazan Magomedow aus Weißrussland (16:8) nach Punkten und stand damit im Viertelfinale, in dem er auf Yerkabulan Schinalijew aus Kasachstan traf, dem er sich nach Punkten geschlagen geben musste (9:20). Er kam damit auf den 5. Platz, der für die Qualifikation für die Olympischen Spiele 2008 in Peking ausreichte.

Im Jahre 2008 bereitete er sich konzentriert auf die Olympischen Spiele vor. Seit seiner Zugehörigkeit zu englischen Nationalmannschaft der Boxer 2004 trainierte er regelmäßig im English Institut of Sport in Sheffield. Dieses Training verstärkte er noch einmal erheblich und trainierte schließlich an sechs Tagen der Woche in Sheffield mehrere Male am Tage. Dazu muss gesagt werden, dass die wirtschaftliche Situation von Tony Jeffries nicht einfach war. Er verdiente seinen Lebensunterhalt mit dem Betreiben einer Würstchenbude in Sunderland und arbeitete an den Wochenenden als Türsteher in einem Nachtclub.

Im Frühjahr 2008 nahm er am Bee-Gee-Tournament in Helsinki teil und siegte über Daugirdas Semiotas nach Punkten, trat aber zum Endkampf gegen Imre Szello aus Ungarn wegen einer leichten Verletzung nicht mehr an. Danach standen die Meisterschaften der Europäischen Union in Cetniewo/Polen auf dem Programm. Er siegte dort durch K. o. in der 1. Runde über Damian Kosminder aus Polen und nach Punkten über Imre Szello (12:11). Im Endkampf musste er eine Abbruchniederlage gegen Kenneth Egan aus Irland hinnehmen.

Bei den Olympischen Spielen in Peking kam er im Halbschwergewicht in seinem ersten Kampf zu einem glücklichen Punktsieg über Eleider Alvarez aus Kolumbien (+5:5), gewann dann sicher über Imre Szellö nach Punkten (10:2) und hatte damit schon das Halbfinale erreicht. Im Halbfinale unterlag er wieder gegen Kenneth Egan, dem er aber dieses Mal nur einen Punktsieg (3:10) überließ. Der Gewinn einer Bronzemedaille war aber ein großer Erfolg für ihn.

Profi[Bearbeiten]

Im Januar 2009 unterschrieb Jeffries einen Profivertrag beim Boxpromoter Frank Maloney.Sein Debüt gewann er 27. Februar im Super-Mittelgewicht gegen Aliaksandr Vaiavoda durch KO in der ersten Runde. Von den folgenden 9 Kämpfen gegen unterklassige gewann er 8, 5 durch KO, ein Kampf endete unentschieden.

Internationale Erfolge[Bearbeiten]

(OS = Olympische Spiele, WM = Weltmeisterschaft, Mi = Mittelgewicht, Hs = Halbschwergewicht, bis 75 kg bzw. 91 kg Körpergewicht)

  • 2001, 1. Platz, Junioren-EM (Cadets, U 17) in Liverpool, bis 71 kg Körpergewicht, vor Konstantin Petropoulos, Griechenland, Turgay Tabaru, Türkei u. Witali Beljasow, Ukraine;
  • 2004, 3. Platz, Meisterschaft der Europäischen Union in Madrid, Hs, hinter Tarhan Yildirim, Türkei u. Aleksy Kuziemski, Polen, gemeinsam mit Constantin Bejenaru, Rumänien;
  • 2005, 1. Platz, Multi-Nationas-Tournament in Liverpool, Hs, vor Jason Douglas, Kanada u. Robert Ellery, Wales;
  • 2006, 2. Platz, Commonwealth Games in Melbourne, Hs, hinter Kenny Anderson, Schottland, vor Tshepang Mohale;
  • 2007, 5. Platz, Meisterschaft der Europäischen Union in Dublin, Hs, nach Niederlage gegen Bahram Muzaffer, Türkei;
  • 2008, 3. Platz, Bee-Gee-Tournament in Helsinki, Hs, hinter Artur Beterbijew u. Imre Szello, Ungarn, gemeinsam mit Abbos Atoyev;
  • 2008, 2. Platz, Meisterschaft der Europäischen Union in Cetniewo/Polen, Hs, hinter Kenneth Egan u. vor Imre Szello;

Länderkämpfe[Bearbeiten]

  • 2005 in Sunderland, England gegen Italien/Dänemark komb., Hs, Abbruchsieger 3. Runde über Anders Hugger-Nielsen,
  • 2007 in Kielce, Polen gegen England, Hs, Punktniederlage gegen Krzysztof Sadlon (11:19),
  • 2007 in London, England gegen Ungarn, Hs, Abbruchsieger 2. Runde über Imre Szello

Englische Meisterschaften[Bearbeiten]

  • 2006, 1. Platz, Hs, mit Abbruchsieg i.d. 3. Runde über Joe Ainscough

Quellen[Bearbeiten]

  • Fachzeitschrift Box Sport aus den Jahren 2001 bis 2008,
  • Website "www.amateur-boxing.strefa.pl",
  • Website "melbourne2006.com.au",
  • Website "www.tonyjeffries.com"

Weblinks[Bearbeiten]