Toomas Hendrik Ilves

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Toomas Hendrik Ilves (2009)
Unterschrift von Ilves

Toomas Hendrik Ilves ['toːmas 'hɛndrik 'ilvɛs] (* 26. Dezember 1953 in Stockholm) ist der Staatspräsident der Republik Estland.

Jugend und Ausbildung[Bearbeiten]

Toomas Hendrik Ilves wurde in Schweden in einer exilestnischen Familie geboren, wuchs aber in den Vereinigten Staaten auf. Er legte 1972 sein Abitur in Leonia/New Jersey ab.

Ilves studierte von 1972 bis 1976 Psychologie an der Columbia University und schloss 1978 sein Studium mit dem Magistergrad an der University of Pennsylvania ab. Von 1974 bis 1979 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Psychologischen Fakultät der Columbia University, von 1979 bis 1981 stellvertretender Direktor des Open Education Center in New Jersey und von 1981 bis 1983 Direktor eines Kunstzentrums in Vancouver.

Politik[Bearbeiten]

Von 1983 bis 1994 arbeitete Toomas Hendrik Ilves beim Radiosender Radio Free Europe in München, zuletzt von 1988 bis 1993 als Leiter der estnischsprachigen Redaktion. Danach wechselte Ilves in den diplomatischen Dienst der Republik Estland. Von 1993 bis 1996 war er estnischer Botschafter in den USA, Kanada und Mexiko. 1996 bis 1998 und 1999 bis 2002 war er Außenminister der Republik Estland.

Seit 1999 war Ilves Mitglied des estnischen Parlaments (Riigikogu). Er ist Mitbegründer der estnischen Volkspartei (Rahvaerakond), deren Vorsitzender er bis 1999 war. Bis 2003 war er Vorsitzender der Nachfolgepartei Rahvaerakond Mõõdukad („Volkspartei – Die Gemäßigten“), die sich 2004 in Sozialdemokratische Partei (Sotsiaaldemokraatlik Erakond) umbenannt hat. 2003 wurde Ilves Beobachtendes Mitglied des Europäischen Parlaments und mit dem EU-Beitritt Estlands 2004 Abgeordneter des Europäischen Parlaments. Er gilt als der Vater des Erdrutschsieges der estnischen Sozialdemokraten bei den Europawahlen 2004.

Am 29. August 2006 war Toomas Hendrik Ilves einziger Kandidat bei den Präsidentenwahlen im estnischen Parlament, erreichte aber in zwei Wahlgängen nicht die erforderliche Mehrheit. Bei der folgenden Abstimmung in der Wahlmännerversammlung (Valimiskogu) am 23. September 2006 gewann er mit 174 Stimmen (zu 162 für den bisherigen Amtsinhaber Arnold Rüütel). Am 9. Oktober 2006 trat er seine fünfjährige Amtsperiode als vierter Staatspräsident der Republik Estland an.

Toomas Hendrik Ilves (2012)

Am 29. August 2011 wurde Ilves für eine weitere Amtszeit wiedergewählt. Im estnischen Parlament stimmten in geheimer Abstimmung 73 der 101 Abgeordneten für ihn. Sein Herausforderer, der Europaparlamentarier Indrek Tarand, erhielt 25 Stimmen.[1]

Privatleben[Bearbeiten]

Toomas Hendrik Ilves ist mit Evelin Ilves verheiratet; er hat aus erster Ehe einen Sohn und eine Tochter und mit seiner derzeitigen Frau eine Tochter.

Literatur[Bearbeiten]

  • Munzinger Internationales Biographisches Archiv 17/2002 vom 15. April 2002 (lm)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Toomas Hendrik Ilves – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikiquote: Toomas Hendrik Ilves – Zitate (Estnisch)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.riigikogu.ee/index.php?id=156136