Top Gear

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Seriendaten
Deutscher Titel Top Gear
Originaltitel Top Gear
TopGearLogo.jpg
Produktionsland Vereinigtes Königreich
Originalsprache Englisch
Jahr(e) seit 2002
Produktions-
unternehmen
BBC
Länge ca. 60 Minuten
Episoden 167+ in 21+ Staffeln
Ausstrahlungs-
turnus
wöchentlich
Genre Automagazin
Titelmusik The Allman Brothers Band – Jessica (instrumental)
Produktion Andy Wilman
Chris Hale
Idee Brian Klein
Moderation Jeremy Clarkson (2002–)
Richard Hammond (2002–)
James May (2003–)
Jason Dawe (2002)
The Stig (2002–)
Erstausstrahlung 20. Oktober 2002 (UK) auf BBC Two
Deutschsprachige
Erstausstrahlung
4. Mai 2010 auf Motorvision TV

Top Gear ist ein Automagazin, das von dem britischen Fernsehsender BBC Two ausgestrahlt wird. Seit der Umgestaltung des Formats im Jahre 2002 liefen bereits zwanzig Staffeln.[1] Die Sendung gewann 2005 den Internationalen Emmy für die beste Entertainmentshow. Top Gear hat weltweit bis zu 350 Millionen Zuschauer, fünf Millionen davon in Großbritannien.[2] Top Gear wird moderiert von Jeremy Clarkson, Richard Hammond und James May. Ein weiteres ständiges Teammitglied ist der Testfahrer The Stig. In der achten Staffel gab es noch Top Gear Dog, einen Labradoodle, und in der elften Staffel wurde der Top Gear Stuntman eingeführt, der bisher jedoch nur zwei Auftritte hatte.

Ende September 2006 wurde die Ausstrahlung für vier Monate ausgesetzt, da Moderator Richard Hammond während der Dreharbeiten für die Sendung bei einem Unfall mit einem Dragster schwer verletzte. Die BBC gab zu diesem Zeitpunkt bekannt, Top Gear werde auf unbestimmte Zeit nicht weiter produziert; mit einer Entscheidung über die Zukunft der Sendung werde man bis zur Genesung von Richard Hammond warten. Nach seiner Genesung wurde die Sendung weiterproduziert, obwohl Hammond selbst in Interviews rückblickend davon sprach, dass die Produktion für ihn selbst zu früh wiederaufgenommen wurde.

Das Top Gear magazine wird von BBC Magazines herausgegeben. Es erscheint monatlich, deckt sich teilweise inhaltlich mit der Fernsehsendung und kostet 3,90 GBP.

Geschichte[Bearbeiten]

1977 bis 2001[Bearbeiten]

Das Format Top Gear entstand 1977. Die ersten Moderatoren waren Angela Rippon, Noel Edmonds, William Woollard und Chris Goffey. Die Sendung war damals 30 Minuten lang.

Ursprünglich war Top Gear ein konventionelles Automagazin. Es stellte neue Automodelle und verwandte Themen wie Fahrsicherheit vor. Eine massive Zuschauerzunahme erreichte die Sendung in den frühen 1990er-Jahren, als die Produzenten dazu übergingen, sie humorvoller, kontroverser und mit mehr petrolhead talk (dt. Gespräche unter Autonarren) zu gestalten. Die Moderatoren dieses neuen Formats waren Frontmann Jeremy Clarkson gemeinsam mit Quentin Willson, einem ehemaligen Autoverkäufer, sowie die beiden Rennfahrer Tiff Needell und Vicki Butler-Henderson.

Trotz der Kritik, die Sendung sei zu machohaft, verleite zu einem unverantwortlichen Fahrstil und ignoriere die Umwelt sowie den Umweltschutz, war sie unter Clarkson erfolgreich. Moderator Jeremy Clarkson bedient erfolgreich das Image des britischen Humors; insbesondere Deutschland und dessen Geschichte sind oftmals Teil bildhafter Vergleiche. Aber auch andere Nationen (beispielsweise Frankreich, USA) werden häufig mit Scherzen bedacht. Top Gear erreichte bisweilen einen gewissen Einfluss auf die Autoindustrie. Kritik vom Top-Gear-Team konnte und kann sich negativ auf die Verkaufszahlen auswirken. Ein Beispiel hierfür war das britische Pendant zum Opel Vectra, der Vauxhall Vectra B. Clarkson sagte über dieses Modell: „I know it's the replacement for the Vauxhall Cavalier (hier bereits als Vectra A bekannt). I know. But I'm telling you it's just a box on wheels.“ Noch kritischere Äußerungen zum Toyota Corolla oder ein In-den-Himmel-Loben des Renault Alpine GTA/A610 hatten dagegen keinen Effekt.

Seit 1980 veranstaltet Top Gear ein Top 100 Survey. Es handelt sich hierbei um eine statistische Erhebung, bei der mit Hilfe von tausenden britischen Autobesitzern deren Zufriedenheit mit ihren Fahrzeugen ermittelt wird. Da die BBC kein Product-Placement gestattet, werden die Ergebnisse in der Fernsehsendung lediglich in Auszügen präsentiert und ausführlich nur noch im Top Gear Magazine veröffentlicht.

Nach dem Ausscheiden von Jeremy Clarkson im Jahr 1999 fielen die Zuschauerzahlen von sechs Millionen auf unter drei Millionen, was 2001 zur Einstellung der Sendung führte. Tiff Needell und Vicki Butler-Henderson starteten 2002 beim Sender Five das Auto-Magazin Fifth Gear.

2002 bis heute[Bearbeiten]

v.l.: Richard Hammond, James May und Jeremy Clarkson

Jeremy Clarkson begann 2002 zusammen mit dem Produzenten Andy Wilman, der BBC ein neues Top-Gear-Format zu präsentieren. Dieses neue Format brachte einige grundlegende Änderungen. Die Sendung war nun eine volle Stunde lang und es wurden zwei neue Co-Moderatoren vorgestellt: Richard Hammond und Jason Dawe. Dawe wurde allerdings schon nach der ersten Staffel durch James May ersetzt. Außerdem bekam das Team einen stets anonymen und durch seinen Helm mit getöntem Visier und schwarzem, später weißem neutralen Rennoverall unkenntlich gemachten Testfahrer: The Stig. Die Titelmusik ist eine modernisierte Version des Instrumentaltitels „Jessica“ von den Allman Brothers aus dem Jahre 1973. Laut einem Interview mit dem amerikanischen TV Magazin 60 Minutes hat Top Gear inzwischen ca. 350 Millionen Zuschauer.

Wiederkehrende Elemente[Bearbeiten]

Neue Bestandteile sind der zu einem Interview mit Clarkson eingeladene Stargast der Sendung, der in a reasonably priced car – in einem preisgünstigen Wagen der Kompaktklasse – eine gezeitete Runde auf dem hauseigenen Rundkurs drehen muss. Clarkson fragt das Publikum, ob es sich die Runde ansehen will („Who would like to see the lap?“), und nach der von ihm jeweils dramatisch kommentierten Abspielung des Videos wird die Rundenzeit mit magnetischen, handbeschriebenen Schildchen auf einer Metalltafel eingeordnet. Diese reasonably priced cars sind in keiner Weise sportlich, was den besonderen Reiz dieser Zeitenjagd ausmacht: Zunächst wurde ein Suzuki Liana verwendet; ab der achten Staffel benutzte man einen Chevrolet Lacetti, der 2006 bei der Sprengung zweier 65 Meter hoher Schornsteine unter ihnen „würdig begraben“ wurde; von Staffel 15 bis Staffel 19 war ein Kia cee’d in Aktion zu sehen. Seit Juni 2013 wird mit dem Start der 20. Staffel ein Vauxhall Astra Techline eingesetzt, der im englischen Vauxhall-Werk in Ellesmere Port gebaut wurde. Handelt es sich beim Gast um (ehemalige) Formel-1-Fahrer, wird weiterhin der Suzuki verwendet.

Bei den zu einer kurzweiligen Unterhaltung eingeladenen Gästen handelt es sich oft um auf der britischen Insel bekannte Persönlichkeiten. Aber auch weltweit bekannte Stars waren Gäste, wie beispielsweise Rowan Atkinson, Tom Cruise, Roger Daltrey, Cameron Diaz, Geri Halliwell, Brian Johnson, Tom Jones, Rick Parfitt, Cliff Richard, Lionel Richie, Christian Slater, David Soul, Patrick Stewart oder Mark Wahlberg. Auch deutsche Stars wie Boris Becker, Michael Schumacher, Michael Fassbender und Sebastian Vettel waren Gast bei Top Gear.

Dem gleichen „Magnettafel-Prinzip“ folgt die Cool Wall (welche Fahrzeuge sind „cool“ oder gar „sub-zero“ – also unter Null Grad „cool“ –, welche sind „uncool“ oder gar „seriously uncool“?) Car News, Power Laps (Sportwagen von The Stig gefahren) und sogar eine Formel-1-Tafel, auf der sich bekannte Formel-1-Fahrer wie beispielsweise Rubens Barrichello, Lewis Hamilton, Damon Hill, Nigel Mansell, Kimi Räikkönen, Sebastian Vettel und Mark Webber eintrugen. Umgekehrt fuhr Hammond selbst mal ein Formel-1-Auto, einen Renault F1.

Was die Sendung außerdem von den üblichen TV-Automagazinen abgrenzt, ist, dass regelmäßig Supercars und Wagen der Oberklasse ausführlich vorgestellt werden. Zum Teil waren ganze Sendungen einer Marke gewidmet, indem historische Fahrzeuge den aktuellen Modellen gegenübergestellt wurden. So wurden beispielsweise innerhalb einer Sendung diverse Fahrzeuge von Lamborghini (vom Miura über den Diablo, den Countach bis hin zum Gallardo und Murciélago) oder der Ferrari F40 und der Ferrari Enzo oder der Ford GT40 und der Ford GT ausführlich und mit den üblichen „toughen“ Kommentaren versehen präsentiert. Es werden jedoch auch Alltagsautos vorgestellt, man beschränkt sich nicht auf effektheischende, für Otto Normalverbraucher unerschwingliche Fahrzeuge: So wurde beispielsweise ein Fiat Panda ausführlich vorgestellt und erhielt eine durchaus positive Beurteilung.

Die Aktualität wird durch einen weiteren festen Bestandteil der Sendung hergestellt: die „News“, in denen regelmäßig bevorstehende Veröffentlichungen neuer Autos auf einem Bildschirm gezeigt und auch unmittelbar in teils heftigen Diskussionen der drei Kommentatoren bewertet werden.

Weiterhin sind besondere Aktionen, „Challenges“ und „Epic Races“, fester Bestandteil der Sendung, wie zum Beispiel diverse Wettrennen der Moderatoren gegeneinander zunächst quer durch Europa und dann auch global: Auto gegen Zug (Nissan GT-R gegen Shinkansen durch Japan), Auto gegen Verkehrsflugzeug, Auto gegen Schiff, Auto gegen Speedboot (Ferrari 365 die Riviera entlang von Portofino nach Saint-Tropez) oder Auto gegen Privatflugzeug (Bugatti Veyron 16.4 gegen Cessna 182 von Norditalien nach London) üblicherweise gewinnt das Auto knapp. James May gewann allerdings das Rennen an der Riviera gegen Richard Hammond – Jeremy Clarkson war nicht beteiligt. Verloren hat Clarkson die Challenge gegen einen Marathon-Läufer durch London: Er schaffte es nicht, in einem Fiat Panda einen Marathon-Läufer (2 Std. 33 Min.) morgens im Berufsverkehr Londons zu schlagen.

Weiterhin wurden überraschende Vergleichstests oder Experimente in die Sendung integriert, wie zum Beispiel „Wie weit fliegt ein Volvo 240 Kombi über eine Rampe über einige Wohnwagen?“ oder „Ist ein Harrier Jumpjet schneller über den üblichen Track als ein TVR T350 auf dem Track?“ Ein Highlight waren die verschiedenen Versuche, einen Toyota Hilux Pickup quasi zu vernichten: Er wurde gegen einen Baum gefahren, ein Wohnwagen wurde auf ihn fallen gelassen, er wurde der Flut vor Bristol ausgesetzt, er wurde angezündet und schlussendlich auf ein Hochhaus gestellt, welches gesprengt wurde. Er fuhr trotzdem noch (und zwar ausschließlich mit dem serienmäßigen Bordwerkzeug fahrtüchtig gemacht), was ihm in den folgenden Sendungen einen exponierten Platz im Studio (dem Hangar) einbrachte.

Die drei Moderatoren necken sich immer wieder gegenseitig, indem etwa Hammond aufgrund seiner geringen Körpergröße gehänselt wird (Hamster) oder May den Spitznamen Captain Slow trägt, weil er einen überaus vorsichtigen, stets gesetzestreuen Fahrstil an den Tag legt, eine Vorliebe für kleine, untermotorisierte Autos hat und zu weit ausholenden, absichtlich langweilenden Erklärungen neigt, die sich gern auch in technischen Details verlaufen.

Beendet wird die Sendung regelmäßig mit einem eher unspektakulären Beitrag und Jeremy Clarksons ironischer Abmoderation: „… and on that bombshell it’s time to end! …“

Challenges[Bearbeiten]

Richard Hammonds umgebauter VW Bus aus der ersten Amphibious-Car-Challenge
Der Rennwagen des 24-Stunden-Rennens mit dem erfundenen Markennamen (welcher bei geöffneter Fahrertür zu „Penis“ wird).

Ein weiterer regelmäßiger Bestandteil der Sendung wurden „Challenges“, bei denen die Moderatoren Aufgaben von den Produzenten gestellt bekommen. Dabei stehen sie meist in Konkurrenz zueinander. Die Aufgaben sind oft humoristisch gestellt und stellen unübliche Herausforderungen dar. In der achten Staffel bekamen sie den Auftrag, Amphibienfahrzeuge selbst zu bauen, um mit diesen zu einem See zu fahren und ihn zu überqueren. Dabei wählte jeder ein anderes Konzept: Jeremy Clarkson baute einen Außenbordmotor an einen abgedichteten Toyota-Hilux-Pickup und nannte es „Toybota“; Richard Hammond baute einen Schiffsrumpf an einen VW Bus und montierte eine Schiffsschraube an das Schwungrad des Heckmotors; James May rüstete einen Triumph Herald mit einem Mast und einem variablen Schwert aus, um damit zu segeln. Schon auf der Fahrt zum See blieben sie wegen Überhitzung mehrfach liegen. James May konnte wegen des Mastes nicht unter Brücken hindurch fahren. Während der VW Bus schnell unterging, kenterte der Toybota kurz vor dem Ziel, das nur der segelnde Herald erreichte. In der zehnten Staffel wurde die Challenge erneut aufgenommen, diesmal mit dem Ziel, den Ärmelkanal zu durchqueren, was mit dem Pickup-Konzept von Clarkson, diesmal einem Nissan („Nissank“), erfolgreich gelang.

Andere Wettbewerbe waren zum Beispiel die Teilnahme an einem 24-Stunden-Rennen in Silverstone mit einem Biodiesel-Rennwagen, der Umbau eines Reliant Robin zu einer Rakete, italienische Mittelmotor-Sportwagen für unter 10.000 Pfund, die Konstruktion von günstigen Polizeiwagen oder ein Motorrad für 15.000.000 Vietnamesische Đồng (1.000 US-Dollar) in Vietnam. Im Programm werden Teile dieser Aufgaben als „Cheap Car Challenges“ bezeichnet, weil die Moderatoren für die Basis-Fahrzeuge und die Umbauarbeiten nur ein geringes Budget von den Produzenten der Sendung erhalten. Am Ende einer Aufgabe rechnen die Moderatoren auf einer Tafel die Punkte der Teilaufgaben zusammen und beenden die Aufgabe meist mit dem Kommentar: „Top Gear, ambitious but rubbish“ (zu Deutsch: Top Gear, ehrgeizig aber nutzlos).

Richard Hammonds Unfall[Bearbeiten]

Im September 2006 verunglückte Richard Hammond bei Dreharbeiten zur neunten Staffel mit einem Jet-Dragster schwer. Bei etwa 460 km/h platzte ein Reifen, der Wagen kam von der Strecke ab und überschlug sich. Hammond wurde mit schweren Kopfverletzungen in die Intensivstation eingeliefert. Er erholte sich von dem Unfall und war in der neunten Staffel, die von Januar bis März 2007 ausgestrahlt wurde, bereits wieder als Co-Moderator tätig.

Sondersendungen[Bearbeiten]

Der Toyota Hilux, mit dem Clarkson und May den nördlichen Magnetpol in der Arktis erreichten

Seit der Neuauflage von Top Gear werden in unregelmäßigen Abständen auch immer wieder sogenannte „Specials“ in die Staffeln eingestreut. Dies sind dann meist von dem üblichen Ablauf einer Top-Gear-Folge abweichende Sendungen, die sich entweder über einen Großteil der Sendedauer oder über die gesamte Länge der Folge hin mit einem bestimmten Thema befassen. Hierbei ist es üblich, dass die drei Kommentatoren ein meist aus britischer Sicht ausländisches Territorium aufsuchen und dort eine Reihe von „Challenges“ bewältigen müssen. Oft beinhaltet ein großes Special mit billigen Autos ein „Backup-Auto“, was den Moderatoren hinterherfährt und welches zum Einsatz kommt, wenn eins der Autos der Moderatoren ausfällt. Dieses ist immer ein Auto, welches alle drei Moderatoren nicht mögen, z. B. ein VW Käfer oder ein Morris Marina und somit eine große Strafe wäre. Beim Vietnam-Special war das jedoch kein Auto, da die Moderatoren ebenfalls kein Auto hatten, sondern ein Mini-Bike, lackiert in Stars And Stripes und mit einem Radio ausgestattet, welches ausschließlich den Song „Born in the USA“ von Bruce Springsteen abspielt.

Eine Auswahl der „Specials“ liefert folgende Liste:

  • American Special
  • Polar Special
  • Vietnam Special
  • African Special
  • Bolivian Special (im deutschen Fernsehen als Amazonas Special gesendet)
  • Middle East Special
  • India Special
  • Finding the source of the Nile special

2007 erreichten James May und Jeremy Clarkson mit ihrem Support-Team in der Sonderfolge Top Gear: Polar Special als erste Menschen den Arktischen Magnetpol (nördlichen Magnetpol) in einem Auto. Hierfür wurden zwei stark modifizierte Toyota Hilux und ein gleichermaßen modifizierter Toyota Land Cruiser benutzt. Richard Hammond versuchte das Pickup-Team mit einem Hundeschlitten zu schlagen, was jedoch misslang. Er erreichte den Pol nicht, da die Produzenten entschieden, dass es unfair wäre, ihn den restlichen Weg zurücklegen zu lassen, nur damit Jeremy Clarkson sich hämisch freuen könne.

In einer weiteren Sonderfolge fuhren die Moderatoren mit zwei Motorrädern und einem Vespa-Roller in Vietnam von Saigon nach Hạ Long. Im Abspann dieser Folge wurde jeder Darsteller und Mitarbeiter in Anlehnung an den Film Apocalypse Now des Regisseurs Francis Ford Coppola mit dem Vornamen Francis Ford versehen.

In einem Special der zehnten Staffel mussten die Moderatoren mit einem jeweils vor Ort erworbenem Auto für 1500 GBP Botswana von Ost nach West, unter anderem über die Makgadikgadi-Salzpfannen, durchqueren.

In Staffel 14 bekam das Trio in einem weiteren Special den Auftrag, vom bolivianischen Regenwald aus den Pazifik in Chile zu erreichen. Mit ihren geländegängigen Gebrauchtwagen mussten sie dabei durch den Regenwald, über die Yungas-Straße, den Licancabur in den Anden und die Atacama-Wüste durchqueren. Richard Hammond kaufte einen Toyota Landcruiser, Jeremy Clarkson einen Range Rover und James May einen Suzuki SJ für ihr 3500-GBP-Budget.

Im Zuge des im Dezember 2010 ausgestrahlten „Middle East Special“ (Staffel 16, Episode 0) wurden die Moderatoren von Arbil im Irak nach Betlehem im Westjordanland geschickt, wobei sie Zweisitzer-Cabriolets verwenden mussten. Die Reiseroute verlief durch die Türkei, Syrien und Jordanien.

Im März 2013 wurde im Laufe der 19. Staffel erstmals ein zweiteiliges Special gesendet, wo die Moderatoren mit normalen Kombis (einem 5er BMW, einem Subaru Impreza und einem Volvo 850R) die Quelle des Nils finden sollten. Nachdem der oft als Quelle des Nils genannte Victoriasee von den Top Gear-Produzenten verworfen wurde, ging die Suche im Westen des Sees weiter, war jedoch ebenfalls nicht erfolgreich. Clarkson hat dann die Theorie aufgestellt, dass nicht das Nildelta, sondern die Straße von Gibraltar das eigentliche Ende des Nils bedeutet und die Quelle sich somit im Südosten des Victoriasees befinden müsse, wahrscheinlich in Form des Flusses Grumeti. Auf dem Weg von der Westseite des Victoriasees zur Ostseite muss das Top Gear-Team u. a. ein Floß für die Autos bauen, um einen Fluss zu überqueren, wobei das „Backup-Auto“ (ein Ford Scorpio) während des Aufladens auf das Floß im Wasser versinkt. Am Ende findet James May die Quelle des Grumeti in der Serengeti im Norden Tansanias, und diese Stelle wird von den anderen beiden Moderatoren ebenfalls als Quelle des Nils angesehen.

Teststrecke[Bearbeiten]

Streckenplan auf Dunsfold Park Aerodrome

Die neue Sendung wird auf einem Flugplatz, dem Dunsfold Park Aerodrome in Surrey, in einem Flughafenhangar aufgezeichnet. Auf dem Flugfeld von Dunsfold Park befindet sich der Top-Gear-Rundkurs, ein von Lotus speziell für Top Gear entworfener Parcours. In Form einer Acht führt die Strecke 2,8 km über den Flugplatz. Er ist in den Rennspielen Forza Motorsport 4, Gran Turismo 5 und Forza Motorsport 5 als befahrbare Strecke enthalten, die erst dann im Spiel zur Verfügung steht, wenn man die leichteste Stufe einer speziellen, auf diesen Kurs ausgelegten Rennveranstaltung bewältigt hat.

Den Streckenrekord stellte The Stig im Renault R24, einem Formel-1-Rennwagen von 2004, mit 59 Sekunden auf. Michael Schumacher erreichte in einem Ferrari FXX eine Rundenzeit von 1:10,7. Diese Zeit wurde 2011 von The Stig in einem Pagani Zonda R mit 1:08,5 nochmals unterboten. Für Autos mit Straßenzulassung liegt der Rekord aktuell bei 1:13,8 mit einem Pagani Huayra.[3]

Die Geo-Koordinaten des Geländes sind 51° 7′ 11″ N, 0° 32′ 4″ W51.119722222222-0.53444444444444.

The Stig[Bearbeiten]

The Stig bei einem Auftritt auf der British Motor Show

Ein wiederkehrendes Element der Serie ist die Figur des Rennfahrers „The Stig“, dessen wahre Identität nicht offengelegt wurde. In den ersten beiden Staffeln trat der Stig ganz in schwarz auf. Seit der dritten Staffel trägt er immer einen weißen Rennanzug ohne Werbeaufschrift, einen weißen Helm mit dunklem Visier und weiße Handschuhe. Seine Aufgabe ist das Erzielen der Bestzeit mit den in der Sendung besprochenen Wagen auf der Rennstrecke am Studio. In späteren Staffeln nimmt der Stig auch an den Wettbewerben teil. Seine Rundenzeit wird als Maßstab für die Moderatoren verwendet. Bei einigen Wettbewerben oder Spezialsendungen treten passende „Cousins“ des Stig auf.

Jeremy Clarkson, in seltenen Fällen auch Richard Hammond oder James May, moderiert die Figur Stig mit den immer gleichen Running-Gags an. Diese Moderation fängt mit „Some say, he …“ (dt. „Man sagt, er …“) an und enthält zwei angebliche Fakten aus dem Leben des Stig. Am Schluss folgt „All we know is: He’s called The Stig!“ (dt. „Alles, was wir wissen, ist, er heißt The Stig!“). Die Rolle wird als eine Art Fahrroboter charakterisiert, der keine Gefühle, kein Privatleben und nur ein beschränktes Verständnis für seine Umwelt außerhalb des Autos hat. Lediglich sein Musikgeschmack wird häufig hervorgehoben: Während seiner Runden auf dem Testtrack hört man bei den Cockpitaufnahmen häufig zur jeweiligen Fahrt völlig konträre Musik, wie beispielsweise Klassik und ältere Rocksongs oder Hörbücher und Lern-CDs, was seine Lockerheit, seine „Coolness“ noch unterstreichen soll.

Von 2002 bis 2003 schlüpfte der Rennfahrer Perry McCarthy in die Rolle des Black Stig.[4] Über die Identität des White Stig, der nach McCarthys Ausscheiden eingeführt wurde, gibt es zahlreiche Spekulationen.[5] In der ersten Folge der 13. Staffel nahm der Stig zum ersten Mal seinen Helm ab und offenbarte seine Identität als Michael Schumacher. Bereits am Ende der Episode stellte Jeremy Clarkson diese Enthüllung allerdings in Frage und äußerte Zweifel daran, dass Schumacher der echte Stig sei. Michael Schumacher wurde auch in einem Video auf der Website von Top Gear unter dem Namen „Behind the scenes“ gezeigt. Es ist davon auszugehen, dass Michael Schumacher tatsächlich nur für diese eine Folge in die Rolle des Stig geschlüpft ist, da der schwarze FXX, der für die Rekordrunde verwendet wurde, sein privater FXX war und er auch selbst gefahren ist.

Im Jahre 2004 wurde von einem Stig die Hausstrecke mit einer Zeit von 59,0 Sekunden in einem Renault-Formel-1-Fahrzeug dieser Saison bewältigt, was – wenn es denn immer dieselbe Person war – für seine rennfahrerischen Qualitäten spricht.

Im September 2010 bekannte sich der Renn- und Stuntfahrer Ben Collins in seiner Autobiographie (The Man in the White Suit – Der Mann im weißen Anzug), „The Stig“ zu sein. Die Produzenten von Top Gear wollten dies mit einem gerichtlichen Beschluss verhindern. Der Richter wertete die Tatsache, dass Ben Collins in seinem Vertrag eine Vertraulichkeitsklausel unterzeichnet hatte, jedoch geringer als das Beharren auf dem Recht auf freie Meinungsäußerung.[6] Der ehemalige Stig taucht in Staffel 17 Folge 6 offiziell als Ben Collins auf und wurde dort von Richard Hammond auch als ehemaliger abtrünniger Stig erwähnt. Er unterstützt dort bei einer gezeigten Off Road Rallye Amateur-Rennfahrer, bei denen sich es um ehemalige Soldaten handelt, die bei Einsätzen teilweise schwere Schäden davon getragen haben.

Top Gear im deutschsprachigen Raum[Bearbeiten]

Ausstrahlungen[Bearbeiten]

Vom 17. Juli 2010 an wurde Top Gear wöchentlich im frei empfangbaren deutschen Privatfernsehen auf Kabel1 ausgestrahlt.[7] Die Sendung wurde durch eine Voice-Over-Übersetzung ins Deutsche übertragen. Im Gegensatz zum original ausgestrahlten Material der BBC wurden Segmente der Show, wie zum Beispiel „the news“, nicht gesendet und gesendete Segmente wurden gekürzt. Politisch inkorrekte Späße der Moderatoren wurden nicht oder sinnverändert übersetzt, wie zum Beispiel häufige Bezüge auf Ereignisse des Zweiten Weltkrieges, Wortspiele mit Messerschmitts und Spitfires oder auch die Verwendung des Begriffes „Nazi“.[8]. Aufgrund mangelnder Zuschauerzahlen wurde die Übertragung jedoch bald eingestellt.

Seit dem 16. Mai 2011 wird Top Gear auf DMAX montags um 21:15 Uhr ausgestrahlt (Wiederholung sonntags um 17:15 Uhr).[9][10] Auch im Programm des Senders Motorvision TV wird Top Gear übertragen.

In der Schweiz läuft Top Gear seit dem 14. August 2012 auf SRF zwei, jeweils von Dienstag bis Freitag um 18:05 Uhr. SRF zwei ist über Satellit empfangbar; die letzten Sendungen sind innerhalb einer Woche auch über das Videoportal des Schweizer Fernsehen zu sehen.[11]

Synchronisation[Bearbeiten]

Die deutsche Synchronbearbeitung entsteht in den Ateliers der Studio Hamburg Synchron in Hamburg. Buch und Regie: Bernd Lang und Georg Prilog [12]. Erstellt wird die Synchronisation nach dem Voice-over Verfahren. Statt den gesprochenen Originalton komplett zu ersetzen, werden die eingesprochenen Übersetzungen über den Originalton gelegt, wobei letzterer im Hintergrund leise hörbar bleibt.

Moderator Synchronsprecher
Jeremy Clarkson Erik Schäffler
Richard Hammond Sascha Rotermund
James May Volker Hanisch

Das SRF zwei aber auch SRF 1 zeigt unter anderem auch Sendungen mit originaler Tonspur und deutschen Untertiteln, die auf DMAX noch nicht zu sehen sind (Stand Juni 2013).

Die Synchronsprecher Volker Hanisch und Erik Schäffler haben auch schon bei The IT Crowd zusammengearbeitet.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. BBC: Liste der bereits gesendeten Staffeln (abgerufen am 28. Juli 2012)
  2. TV car show host wins online backing for British PM
  3. w:en:List of Top Gear test track Power Lap Times
  4. Auto Talk – The original Stig speaks auf autotrader.co.uk
  5. The eight drivers behind Top Gear stunt driver The Stig’s famous racing whites auf dailymail.co.uk
  6. Richter enttarnt „The Stig“ – 20 min.ch
  7. http://www.kabeleins.de/tv/top-gear
  8. kabel eins zeigt noch mehr Auto- und Motorsportprogramme; wunschliste.de, 15. Mai 2010
  9. http://www.dmax.de/web/top-gear/
  10. http://www.motorvision.de/artikel/top-gear-packende-action-skurrile-typen-und-freche-sprueche,4116.html
  11. http://www.topgear.sf.tv/?DCSext.zugang=videoportal_homepage
  12. Produktionsspiegel Studio Hamburg Juni-Juli 2011 S.21 http://www.studio-hamburg.de/fileadmin/spiegel/ps_06_07_11.pdf