Topfschlagen

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Pietro Longhi: Topfschlagen, 1744 (als Erwachsenenspiel)

Topfschlagen ist ein Kinderspiel. Es wird vorwiegend auf Geburtstagsfeiern von Kleinkindern gespielt. Hierbei werden einem Kind die Augen zugebunden, so dass es nichts mehr sehen kann. Anschließend wird ihm ein Kochlöffel in die Hand gegeben und es wird von einem anderen Kind, um es zu verwirren, im Kreis gedreht. Gleichzeitig stellt ein anderes Kind einen umgedrehten Topf, unter dem sich meistens etwas Süßes oder ein Geschenk befindet, irgendwo im Raum auf. Ein weiterer Spieler klopft dabei anfangs auf den Topf und weist so dem Spieler mit den verbundenen Augen die Richtung, in welcher der Topf steht. Der Topf darf während der Suche nicht verschoben werden.

Das Kind mit den verbundenen Augen muss nun im Krabbelgang den Topf finden, indem es mit dem Kochlöffel immerzu vor sich auf den Boden schlägt. Dabei geben die anderen Kinder durch Rufen von „warm“ und „kalt“ Hinweise, ob sich das suchende Kind dem Topf nähert oder sich von ihm entfernt. Sobald es den Topf gefunden hat und darauf haut, darf es das Tuch von den Augen nehmen und die Süßigkeiten essen. Wenn der Spieler den Topf getroffen hat, kommt ein anderer Spieler an die Reihe, nachdem der Topf an eine andere Stelle versetzt worden ist. In einer Variante suchen mehrere Kinder mit verbundenen Augen und Kochlöffeln gleichzeitig.

Das Spiel war ursprünglich eine Kirmesunterhaltung. Unter einem Steinguttopf befand sich dabei ein lebender Hahn. Wer mit verbundenen Augen den Topf zerschlagen konnte, hatte gewonnen und bekam den Hahn (vgl. Hahnenschlagen).

Ähnlichkeit zum Topfschlagen weist das international bekannte Piñata auf, bei dem anstelle eines Topfes eine von der Decke hängende Pappfigur verwendet wird.

Siehe auch: Sackhüpfen, Eierlaufen, Blinde Kuh