Topologischer Vektorraum
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Ein topologischer Vektorraum ist ein Vektorraum, auf dem neben seiner algebraischen auch noch eine damit verträgliche topologische Struktur definiert ist.
Sei
. Ein
-Vektorraum
, der zugleich topologischer Raum ist, heißt topologischer Vektorraum, wenn folgende Verträglichkeitsaxiome gelten:
- Die Addition
ist stetig, - Die Skalarmultiplikation
ist stetig.
Bemerkungen:
- Manchmal wird auch zusätzlich gefordert, dass
ein Kolmogoroff-Raum ist, also verschiedene Punkte stets topologisch unterscheidbar sind. Daraus folgt für topologische Vektorräume bereits die Hausdorffeigenschaft. - Ist der topologische Vektorraum ein Hausdorff-Raum, so sind die Abbildungen, die eine Verschiebung um einen bestimmten Vektor oder eine Streckung um einen Skalar darstellen, Homöomorphismen. In diesem Fall reicht es, topologische Eigenschaften des Raumes im Ursprung zu betrachten, da jede Menge homöomorph in den Ursprung verschoben werden kann.
ist eine topologische Gruppe.- Es ist wichtig, dass die beiden genannten Abbildungen nicht nur komponentenweise stetig sind.
[Bearbeiten] Beispiele
- Die wichtigsten Beispiele sind die normierten Vektorräume, darunter die Banachräume. Allgemeinere Beispiele sind die lokalkonvexen Räume, darunter die Fréchet-Räume.
- Die Menge
ist ein Vektorraum, der für
mit der Metrik
zu einem topologischen Vektorraum wird, der nicht lokalkonvex ist.
- Allgemeiner seien
ein Maßraum und
. Dann macht die Metrik
den Lp-Raum
zu einem topologischen Vektorraum, der im Allgemeinen nicht lokalkonvex ist. Ist
und
das Zählmaß, so erhält man das obige Beispiel
. Der Raum
besitzt außer dem Nullfunktional kein weiteres stetiges lineares Funktional.
- Jeder Vektorraum ist mit der chaotischen Topologie, das heißt nur die leere Menge und der gesamte Raum sind offen, ein topologischer Vektorraum.
[Bearbeiten] Topologische Eigenschaften
- Jeder topologische Vektorraum ist als abelsche, topologische Gruppe ein uniformer Raum. Damit ist er insbesondere stets ein R0-Raum und erfüllt das Trennungsaxiom T3 (in der Bedeutung, dass T0 nicht miteingeschlossen ist). Mittels dieser uniformen Struktur kann man Vollständigkeit und gleichmäßige Stetigkeit definieren. Jeder topologische Vektorraum kann vervollständigt werden und lineare stetige Abbildungen zwischen topologischen Vektorräumen sind gleichmäßig stetig.
- Für einen topologischen Vektorraum
gilt:
ist T0
ist T1
ist T2 
ist ein Tychonoff-Raum.
- Jeder topologische Vektorraum besitzt eine Nullumgebungsbasis aus abgeschlossenen und ausgewogenen Mengen.
- Ein topologischer hausdorffscher Vektorraum besitzt genau dann ein vom Nullfunktional verschiedenes stetiges lineares Funktional, wenn er eine konvexe Nullumgebung besitzt. Diese Tatsache erlaubt es, für lokalkonvexe Räume eine reichhaltige Dualitätstheorie aufzustellen, die für allgemeine topologische Vektorräume in dieser Form nicht gilt. Im Extremfall, siehe obiges Beispiel
, ist das Nullfunktional das einzige stetige lineare Funktional.
[Bearbeiten] Literatur
- Helmut H. Schaefer: Topological Vector Spaces. Springer, New York u. a. 1971, ISBN 0-387-98726-6.
- Hans Jarchow: Locally Convex Spaces. Teubner, Stuttgart 1981, ISBN 3-519-02224-9.
ist
ist stetig.
ist eine
ist ein Vektorraum, der für
mit der
zu einem topologischen Vektorraum wird, der nicht lokalkonvex ist.
ein
den
zu einem topologischen Vektorraum, der im Allgemeinen nicht lokalkonvex ist. Ist
und
das
. Der Raum
besitzt außer dem Nullfunktional kein weiteres
gilt: