Torgelow

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Torgelow (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Torgelow
Torgelow
Deutschlandkarte, Position der Stadt Torgelow hervorgehoben
53.62944444444414.0105555555566Koordinaten: 53° 38′ N, 14° 1′ O
Basisdaten
Bundesland: Mecklenburg-Vorpommern
Landkreis: Vorpommern-Greifswald
Amt: Torgelow-Ferdinandshof
Höhe: 6 m ü. NHN
Fläche: 49,46 km²
Einwohner: 8713 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 176 Einwohner je km²
Postleitzahl: 17358
Vorwahl: 03976
Kfz-Kennzeichen: VG, ANK, GW, PW, SBG, UEM, WLG
Gemeindeschlüssel: 13 0 75 131
Adresse der
Stadtverwaltung:
Bahnhofsstr. 2
17358 Torgelow
Webpräsenz: www.torgelow.de
Bürgermeister: Ralf Gottschalk
Lage der Stadt Torgelow im Landkreis Vorpommern-Greifswald
Brandenburg Landkreis Mecklenburgische Seenplatte Landkreis Vorpommern-Rügen Landkreis Vorpommern-Rügen Landkreis Vorpommern-Rügen Landkreis Vorpommern-Rügen Buggenhagen Krummin Lassan Wolgast Wolgast Zemitz Ahlbeck (bei Ueckermünde) Altwarp Eggesin Grambin Hintersee (Vorpommern) Leopoldshagen Liepgarten Luckow Luckow Lübs (Vorpommern) Meiersberg Mönkebude Torgelow-Holländerei Vogelsang-Warsin Bargischow Bargischow Blesewitz Boldekow Bugewitz Butzow Ducherow Iven Krien Krusenfelde Neetzow-Liepen Medow Neetzow-Liepen Neu Kosenow Neuenkirchen (bei Anklam) Postlow Rossin Sarnow Spantekow Stolpe (Peene) Alt Tellin Bentzin Daberkow Jarmen Kruckow Tutow Völschow Behrenhoff Dargelin Dersekow Diedrichshagen Hinrichshagen (Vorpommern) Levenhagen Mesekenhagen Neuenkirchen (bei Greifswald) Weitenhagen (bei Greifswald) Bergholz Blankensee (Vorpommern) Boock (Vorpommern) Glasow (Vorpommern) Grambow (Vorpommern) Löcknitz Nadrensee Krackow Penkun Plöwen Ramin Rossow Rothenklempenow Brünzow Hanshagen Katzow Kemnitz (bei Greifswald) Kröslin Kröslin Loissin Lubmin Neu Boltenhagen Rubenow Wusterhusen Görmin Loitz Sassen-Trantow Altwigshagen Ferdinandshof Hammer a. d. Uecker Heinrichsruh Heinrichswalde Rothemühl Torgelow Wilhelmsburg (Vorpommern) Jatznick Brietzig Damerow (Rollwitz) Fahrenwalde Groß Luckow Jatznick Jatznick Koblentz Krugsdorf Nieden Papendorf (Vorpommern) Polzow Rollwitz Schönwalde (Vorpommern) Viereck (Vorpommern) Zerrenthin Züsedom Karlshagen Mölschow Peenemünde Trassenheide Benz (Usedom) Dargen Garz (Usedom) Kamminke Korswandt Koserow Loddin Mellenthin Pudagla Rankwitz Stolpe auf Usedom Ückeritz Usedom (Stadt) Zempin Zirchow Bandelin Gribow Groß Kiesow Groß Polzin Gützkow Karlsburg (Vorpommern) Klein Bünzow Kölzin Lühmannsdorf Murchin Rubkow Schmatzin Wrangelsburg Ziethen (bei Anklam) Züssow Heringsdorf Pasewalk Strasburg (Uckermark) Ueckermünde Wackerow Greifswald Greifswald PolenKarte
Über dieses Bild
Stadtansicht
Die Uecker in Torgelow
Luftaufnahme von Torgelow
Einwohnerentwicklung seit 1990
Truppenübungsplatz Eggesin- Torgelow

Torgelow ([ˈtɔʁɡəlo]) ist eine Stadt im Landkreis Vorpommern-Greifswald in Mecklenburg-Vorpommern (Deutschland). Sie ist Verwaltungssitz des am 1. Januar 2005 gebildeten Amtes Torgelow-Ferdinandshof, dem weitere sieben Gemeinden angehören.

Geografie[Bearbeiten]

Die Stadt liegt an der unteren Uecker im Gebiet der Ueckermünder Heide zwischen den Städten Pasewalk und Ueckermünde.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Zur Gemeinde gehören die Ortsteile:

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Im Uhrzeigersinn (von Norden beginnend): Liepgarten, Torgelow-Holländerei, Eggesin, Viereck, Hammer a. d. Uecker, Heinrichsruh und Ferdinandshof.

Geschichte[Bearbeiten]

Torgelow[Bearbeiten]

Name

Der Ortsname Torgelows stammt vom altpolabischen turŭ für Auerochse bzw. Turreghlaue für Stierkopf ab.[2][3]

Mittelalter

Eine Burg und Landschaft wurde schon im Jahr 1270 „in mercia turglowe“ erwähnt. Erstmals urkundlich erwähnt wurde Torgelow am 14. April 1281, als der Brandenburgische Markgraf Otto IV. auf Schloss Torgelow eine Urkunde signierte. Vom 13. bis zum 15. Jahrhundert war die Vogtei bzw. das Amt Torgelow die nördlichste Grenzfeste des Kurfürstentumes Brandenburg, bis es 1493 dem Herzogtum Pommern zugeschlagen wurde. In dieser Zeit regierten zwei Adlige in Torgelow: Zacharias Hase zu Kufstein (Brandenburg), der am Ende des 15. Jahrhunderts als Raubritter des Landes verwiesen wurde, und Bernd von Muckerwitz (Pommern), dessen Familie am Ende des 16. Jahrhunderts ausstarb. Der Ritterbesitz wurde danach fürstliche Domäne des Herzogtums Pommern-Wolgast.

1600 bis 1900

Die Stadt wurde im Dreißigjährigen Krieg vollkommen zerstört. Königin Christine von Schweden beschloss nach dem Frieden von Münster und Osnabrück den Ort mit Finnen und Livländern zu besiedeln. Am Ende des Nordischen Krieges, 1720, gehörte Altvorpommern und damit auch Torgelow zu Preußen.

Bekannt wurde Torgelow, als man Anfang des 18. Jahrhunderts Raseneisenerz fand. Dies war die Grundlage der Kabinettsorder vom 25. Dezember 1753 von Friedrich II. (Preußen) für den Bau des „Königlich-Preußischen Eisenhüttenwerkes bey Torgelow“. Torgelow entwickelte sich nun zur Industriestadt.

Ab 1900

In der Zeit des Nationalsozialismus wurden die neun jüdischen Bürger der Stadt verfolgt, in die Emigration gedrängt oder umgebracht. W. Wilhelmus berichtet, dass die Synagoge der ehemaligen Jüdischen Gemeinde niedergebrannt wurde.

Während dieser Zeit gab es 14 Gießereien. Unter der Tarnbezeichnung See II erfolgte ab 1935 der Bau einer großen Sprengstofffabrik nahe dem Ortsteil Spechtberg durch die Deutsche Sprengchemie GmbH. Im Staatsforst Müggenburg errichtete die deutsche Luftwaffe zur gleichen Zeit eine Munitionsanstalt (Muna), die Luftmunitionsanstalt Torgelow (auch Luftmunitionsanstalt 1/III). Im Zweiten Weltkrieg mussten 3500 Frauen und Männer aus den von Deutschland besetzten Ländern in diesen Betrieben unter grausamen Bedingungen Zwangsarbeit verrichten. Viele der Zwangsarbeiter wurden Opfer der Zwangsarbeit oder wurden ermordet.

Torgelow erhielt am 4. Mai 1945 vom sowjetischen Stadtkommandanten das Stadtrecht. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Gießereien auf dem Gelände der ehemaligen Hallerwerke zur GUß zusammengefasst, bis zur Wende 1989 einem der größten Betriebe in der Region. Es wurden Teile für die Werften in Rostock gebaut und Motorengehäuse gegossen.

Zu DDR-Zeiten errichtete und unterhielt ein Volkseigener Betrieb im Ort ein Betriebs-Ferienlager für die Kinder seiner Betriebsangehörigen.

Torgelow wurde insbesondere bekannt durch seine in der Umgebung liegenden Kasernen und den östlich von Torgelow gelegenen Truppenübungsplätzen Jägerbrück.

Seit 1991 wurde der historische Stadtkern im Rahmen der Städtebauförderung gründlich saniert; das Stadtbild hat sich sehr verändert. Für seine vorbildliche stadtplanerische Zusammenarbeit mit den Städten Ueckermünde und Eggesin wurde Torgelow 2002 in einem Bundeswettbewerb ausgezeichnet.

2006 feierte Torgelow sein 725. und die Eisengießerei ihr 250. Jubiläum.

Geschichte der Ortsteile[Bearbeiten]

Spechtberg
Drögeheide

→ Siehe Hauptartikel: Drögeheide

Politik[Bearbeiten]

Wahl der Stadtvertretung 2009[4][5][6]
Wahlbeteiligung: 41,66 % (2004: 40,70 %)
 %
40
30
20
10
0
30,01 %
27,69 %
27,11 %
12,10 %
3,09 %
n. k.
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2004
 %p
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
+1,68 %p
-3,67 %p
+0,66 %p
+4,61 %p
-0,43 %p
-2,84 %p
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen
Anmerkungen:
a 2004: PDS
b Bürgerbündnis Uecker-Randow
f Einzelbewerber Loose

Stadtvertretung[Bearbeiten]

Die Torgelower Stadtvertretung hat 21 Mitglieder.

Wahlgruppe Sitze
Bürgerbündnis UER 6
DIE LINKE 6
CDU 6
SPD 2
FDP 1

(Stand: Kommunalwahl 2009)

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen wurde unter der Nr. 12 der Wappenrolle von Mecklenburg-Vorpommern registriert.

Blasonierung: „Gespalten; vorn in Silber schräg gekreuzt ein schwarzer Schlägel und ein schwarzes Eisen; hinten in Blau ein abgerissener, gold bewehrter roter Greifenkopf.“

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Siehe auch Liste der Baudenkmale in Torgelow

Museumsdorf Ukranenland
Christuskirche zu Torgelow
  • Die evangelische Christuskirche zu Torgelow wurde von 1882 bis 1884 im Stil der Neugotik erbaut. Bedeutsam sind die großen farbigen Altarraumfenster und die südlichste Mehmel-Orgel, um 1890 der Orgelbaufirma F. A. Mehmel (Stettin) sowie der Taufstock von 1624 (andere Quellen 1660).
  • Die katholische Herz-Jesu-Kirche wurde nach Plänen von Carl Kühn im Stil des Expressionismus 1932 gebaut. Der gedrungene Turm über dem Altarraum übernimmt in der Außenansicht dessen halbrunde Rückwand. Über dem aus Klinkern gemauerten Altar befindet sich eine 1938 von Hubert Schöllgen in Sgraffito-Technik geschaffene Kreuzigungsgruppe.
  • Das Freilichtmuseum Ukranenland am Rand der Stadt will auf den slawischen Ursprung der Besiedlung der Ueckerniederung hinweisen.
  • Die Ruine der Hasenburg in der Innenstadt, Friedrichstraße 1, steht an der Uecker, neben einer Villa. Die Überreste des Schlosses Torgelow war Sitz der Adelsgeschlechter Hase zu Kufstein und von Muckerwitz.
  • Das Freilichtmuseum Castrum Turglowe, in dem das Leben des 13. Jahrhunderts nachempfunden werden kann, entstand neben der Villa, Friedrichstraße 1.
  • Auf dem Hüttenwerkplatz befindet sich ein sehenswerter alter Glockenstuhl, ein Gedenkstein und Parkreste.
  • Am Ueckerwehr gibt es einen Wasserwanderrastplatz.

Gedenkstätten[Bearbeiten]

  • Am Hüttenwerkplatz gibt es seit 1972 einen Gedenkstätte der namentlich genannten antifaschistischen Widerstandskämpfer Torgelows.
  • In der Bahnhofstraße wurde 1969 ein Denkmal für die Opfer des Faschismus errichtet, zu dem 1977 eine Plastik Figurengruppe des Bildhauers Ludwig Engelhardt hinzu kam. Die Stele wurde 1992 abgerissen, die Plastik kam auf den Gemeindefriedhof.
  • Eine Kriegsgräberanlage zur Ehrung aller Opfer der Kriege und der Gewaltherrschaft entstand 1994 auf dem Friedhof der Stadt. Integriert darin wurden 22 Gräber von Soldaten der Roten Armee, der VdN-Ehrenfriedhof von 1974, Gräber von Opfern der Zwangsarbeit sowie von Wehrmachtsangehörigen.
  • Ein Gedenkstein von 1968 an der Diesterweg-Schule für die Geschwister Scholl, die 1943 in München ermordet wurden, wurde 1991 umgestoßen. Er lag noch zerbrochen bis 1999 unbeachtet in einem Gebüsch.
  • Eine Gedenktafel von 1970, die am Deutschen Haus (nach 1945 „Haus der Schaffenden“) zur Erinnerung an eine Großkundgebung der Einwohner gegen die Machtübernahme der Nazis am 30. Januar 1933 angebracht war, wurde 1990 abgenommen und der Heimatstube übergeben.
  • Eine Gedenktafel von 1991 in der Königsstraße erinnert an den Kommunisten Max Matern, der 1935 in Berlin-Plötzensee aufgrund eines zweifachen Polizistenmordes (Bülow-Platz-Prozess) von 1931 verurteilt und hingerichtet wurde.

Wirtschaft und Verkehr[Bearbeiten]

Wirtschaft

Die Eisengießerei Torgelow GmbH ist als ein metallverarbeitendes Unternehmen mit ca. 300 Beschäftigten der größte Arbeitgeber in Torgelow.

Verkehr

Torgelow ist seit 1884 an die Bahnstrecke Jatznick–Ueckermünde angebunden. Derzeit wird die Bahnlinie von Ueckermünde über Torgelow und Pasewalk nach Neubrandenburg von der Ostseeland-Verkehrs GmbH bedient.

Durch die Stadt führt der Radfernweg Berlin–Usedom.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

Allgemein[Bearbeiten]

  • Rathaus, Bahnhofstraße 2
  • Stadtbibliothek, Karlsfelder Straße 51
  • Freiwillige Feuerwehr Torgelow von 1887, Espelkamper Straße 10d
  • Polizeistation Torgelow, Espelkamper Str. 10F

Schulen[Bearbeiten]

  • Grundschule Pestalozzi, Goethestraße 2
  • Regionale Schule Albert Einstein, Albert-Einstein-Straße 3
  • Zentrale Berufliche Schule Uecker-Randow als Außenstelle, Pasewalker Straße 10
  • Kreismusikschule als Außenstelle, Ueckermünder Straße 17
  • Förderschule Uecker-Randow, Ueckermünder Straße 17
  • Diesterwegschule, Pasewalker Straße

Kirchen[Bearbeiten]

  • Ev. Christuskirche zu Torgelow
  • Ev. Pfarramt Torgelow, Ueckerstraße 12
  • Kath. Kirche Herz Jesu, Espelkamper Str. 11 C
  • Kath. Pfarrbüro, Ueckermünder Str. 16

Sport[Bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Albert Parlow (1824–1888), war ein deutscher Komponist und bis 1880 Musikdirektor des preußischen Heeres
  • Walter Mentzel (1899–1978), war ein deutscher Politiker
  • Bruno Bernitz (1915–1987), war ein deutscher Maler und Grafiker
  • Liane Croon (* 1921), eine deutsche Schauspielerin und Operettensoubrette
  • Falko Behrendt (* 1951), Maler und Grafiker

Quellen[Bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt M-V – Bevölkerungsentwicklung der Kreise und Gemeinden 2012 (XLS-Datei) (Einwohnerzahlen in Fortschreibung des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Paul Kühnel: Die slavischen Ortsnamen in Meklenburg. In: Jahrbücher des Vereins für Mecklenburgische Geschichte und Altertumskunde. Bd. 46, 1881, ISSN 0259-7772, S. 3–168, hier S. 146.
  3. Ernst Eichler, Hans Walther: Städtenamenbuch der DDR. 2., durchgesehene Auflage. Bibliographisches Institut, Leipzig 1988, ISBN 3-323-00007-2, S. 276.
  4. http://www.torgelow.de/joomla/files/wahl_2009/wahl_tgl_2009.pdf
  5. http://www.torgelow.de/joomla/index.php?option=com_content&task=view&id=71&Itemid=149
  6. http://www.torgelow.de/joomla/index.php?option=com_content&task=view&id=72&Itemid=150
  7. Artikelrecherche: german-circle.de

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Torgelow – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien