Tornado in Wiener Neustadt 1916

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Der Tornado Wiener Neustadt 1916 war ein Tornado der Stärke F3/T7[1], der 1916 Wiener Neustadt verwüstete.

Das Ereignis[Bearbeiten]

Am frühen Nachmittag des 10. Juli 1916 bildete sich im Schneeberggebiet eine Gewitterzelle, die sich aufgrund der guten Windscherung zu einer Superzelle mit ausgeprägter Mesozyklone entwickelte. Um ca. 16:15 bildete sich eine Trichterwolke, der Touchdown erfolgte bei Dreistetten. Anschließend schwächte sich der Tornado ab, gewann jedoch, vermutlich durch die Überquerung des aufgeheizten Steinfeldes, wieder an Stärke und zog mit einer Geschwindigkeit von 40m/s nach Ostsüdost Richtung Wiener Neustadt, wobei er Fischau passierte. Er zog zunächst über das Flugfeld, dann verwüstete er die Josefstadt und die Wiener Neustädter Lokomotivfabrik. Kurz vor der Leithaau bei Lichtenwörth löste sich der Tornado schließlich auf. Insgesamt legte er rund 15 Kilometer zurück. Der durchschnittliche Durchmesser des Tornados lag bei 300m, seine maximale Ausdehnung betrug 600m. Heutigen Berechnungen zufolge kann darauf geschlossen werden, dass der Tornado eine Windgeschwindigkeit von mehr als 300 km/h erreichte. Da keine direkten Messungen der Windgeschwindigkeit existieren, wurde die Einschätzung der Windgeschwindigkeit und der Intensität auf der TORRO- und der Fujita-Skala anhand des Schadensbildes getroffen. [2]

Folgen[Bearbeiten]

Die nördlichen Stadtteile von Wiener Neustadt wurden verwüstet und die gerade erst errichteten Telegraphen- und Telefonmasten wurden zerstört, dann traf er auf die Wiener Neustädter Lokomotivfabrik, wo er die meisten Menschenleben forderte. Insgesamt waren 32 Todesopfer und 328 Verletzte zu beklagen, der finanzielle Schaden belief sich auf 900 000 Kronen.[2]

Der Tornado gilt noch heute als das verheerendste Wetterereignis in Österreich und als der bisher stärkste Tornado auf österreichischem Grund.[2] Der Tornado zählt auf der europäischen Liste nach der Anzahl der Opfer auf Rang vier.[3]

Ursache[Bearbeiten]

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Wiener Neustadt liegt im südlichen Wiener Becken und zusätzlich am Steinfeld. Rund um Wiener Neustadt liegt der Wiener Neustädter Bergkranz. Von den Bergen und Hügeln strömt kalte Luft hinunter in die warme Beckenluft. Dadurch bilden sich bei Wiener Neustadt immer wieder Superzellen, die bisweilen Tornados hervorbringen. Neben dem Mühlviertel und dem Grazer Becken zählt das Gebiet um Wiener Neustadt zu den gefährdetsten Gebieten für Tornados in Österreich. Neben dem Tornado 1916 gab und gibt es immer wieder Tornados bei Wiener Neustadt, z.B.:

  • 1903: Wiener Neustadt, die Spinnerin am Kreuz wurde schwer beschädigt.
  • 23. November 1930: Wiener Neustadt, ein Tornado bildete sich im Stadtgebiet
  • 18. Februar 1946: Föhrenwald, große Forstschäden, 305 ha Wald werden zerstört, aus dem Holz der geknickten Bäume baute man Föhrenau, in Wiener Neustadt Gebäudeschäden.
  • Schneeberg (Niederösterreich), Forstschaden.
  • Dreistetten, Tornadofälle sind bekannt.
  • 14. Juni 2007: Infolge eines Schwergewitters bildet sich nordwestlich von Wiener Neustadt ein vermeintlicher Tornado, über den auch in den Medien berichtet wurde. Es gab keinerlei Schäden und nach weiteren Nachforschungen stellte sich heraus, dass es sich lediglich um eine ausgeprägte Tail cloud handelte.

Ausstellungen[Bearbeiten]

Es gab im Jahr 2006 eine Ausstellung über den Tornado im Industrieviertel-Museum in Wiener Neustadt.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.tordach.org/at/Tornado_climatology_of_Austria.html, abgerufen am 15. November 2014
  2. a b c Katharina Amstler, Diplomarbeit Klimatologische-statistische Ausarbeitung von Tornado-Ereignissen in Europa, Universität Wien, Matrikelnummer 0601610, Seite 73f
  3. In Wr. Neustadt werden Unwetter erforscht auf ORF vom 2. Februar 2012 abgerufen am 2. Februar 2012

Literatur[Bearbeiten]

  • Katharina Amstler, Diplomarbeit Klimatologische-statistische Ausarbeitung von Tornado-ereignissen in Europa, Universität Wien, Matrikelnummer 0601610
  • Wind- und Wasserhosen in Europa, Alfred Wegener, Druck und Verlag von Friedr. Vieweg & Sohn, 1917