Torpedoschutznetz

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Das zusammengerollte Torpedoschutznetz des russischen Kreuzers Oleg hängt nach Schäden aus der Seeschlacht bei Tsushima 1905 über die Bordwand
Torpedoschutznetz zweckentfremdet gegen Steinschlag in U-Verlagerung „ZW 8 Lehesten“

Torpedoschutznetze waren Netze aus Stahlringen, die in der Art einer Krinoline rings um die still liegenden Kriegsschiffe, insbesondere Linienschiffe und Panzerkreuzer, gehängt wurden, um den Schiffskörper vor der Berührung durch Torpedos zu schützen.

An fahrenden Schiffen wurden die Torpedoschutznetze nicht ausgebracht, da die Strömung die Netze dann an die Oberfläche gehoben hätte und sie nachgeschleppt worden wären. Da die Explosion der Torpedos nur schädlich wirkt, wenn sie näher als etwa 3 bis 6 Meter vom Schiff entfernt stattfindet, hatte man die Torpedoschutznetze an den Enden einer Anzahl horizontal vom Schiffskörper abstehender und etwa 4 bis 7 Meter langer Spieren (Stangen) befestigt, so dass sie etwa 6 Meter tief senkrecht im Wasser hingen. In diesem Fall würde ein Torpedo alter Bauart wirkungslos am Torpedoschutznetz hängen bleiben.

Während der Seegefechte im Ersten Weltkrieg stellte sich heraus, dass die Torpedoschutznetze, wenn sie durch Granatsplitter zerfetzt waren, soweit ins Wasser hingen und vom Schiff mitgeschleppt wurden, dass die Gefahr bestand, dass die Netze in die Propeller gerieten und diese blockierten. Um der Gefahr, dass ein Schiff dadurch manövrierunfähig wird, vorzubeugen, verzichtete die Kaiserliche Marine nach der Skagerrakschlacht auf diese Netze und ließ sie auf allen Schiffen ausbauen.

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